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Bei dem in letzter Sekunde genehmigten CSD in Vilnius muss die Polizei Schwule und Lesben vor bedeutend mehr Gegendemonstranten schützen.

Von Norbert Blech

Es war nicht der erste CSD in Litauens Hauptstadt, aber der im Vorfeld umstrittenste. Die "Hochsicherheitsdemo" (Volker Beck über Twitter) wurde erst am Freitag vom obersten Verwaltungsgerichtshof erlaubt, nachdem Vorinstanzen eine Erlaubnis durch die Stadt wegen angeblicher Sicherheitsbedenken kassiert hatten (queer.de berichtete). Auch um den Ort hatte es im Vorfeld Streit gegeben.

Die rund 300 bis 500 Teilnehmer, darunter viele Unterstützer aus dem europäischen Ausland wie Volker Beck oder Schwedens Europaministerin Birgitta Ohlsson, wurden schließlich am Samstag mit Bussen zu dem abgesperrten Demonstrationsgebiet am Fluss Neris gekarrt, Gegendemonstranten oder auch einfach Interessierte mussten von der anderen Seite des Flusses oder ab einer entfernten Absperrung in einem Neubaugebiet zuschauen.

Dort hatten bis zu 1.000 Polizisten alle Hände damit zu tun, ein Durchbrechen der Absperrung durch bis zu 1.500 Gegendemonstranten zu verhindern. Überwiegend junge Menschen mit rechtsnationaler Gesinnung schrien Medienberichten zufolge "Tod den Schwulen" oder "Litauen den Litauern", auch soll vereinzelt mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben geworfen worden sein.

Im Laufe des Nachmittages nahm die Polizei, die Tränengas einsetzen musste, um ein Überschreiten der Absperrungen zu verhindern, zwölf Gegendemonstranten fest. Darunter sollen sich laut Agenturberichten auch Mitglieder des litauischen Parlaments befunden haben.

Unterstützung für den CSD kam aus dem Ausland: laut Volker Beck sprachen zahlreiche Mitglieder des Europäischen Parlaments (darunter der offen schwule Brite Michael Cashman) bei der Abschlusskundgebung, auch die Botschafter aus Großbritannien, der Tschechei, aus den Niederlanden und Frankreich meldeten sich zu Wort. Zudem waren Mitglieder von Amnesty International und ILGA sowie viele Privatpersonen angereist, um die litauischen Schwulen und Lesben zu unterstützen.

Einer der Organisatoren, Vytautas Valentinavicius, sagte der Nachrichtenagentur AFP nach der Demonstration, man habe einen großen Schritt hin zu mehr Toleranz gemacht. Das ist vielleicht eine gewagte Aussage, dass die Demonstranten aber Zeichen nach innen setzten, machte ein Plakat deutlich: "Wir marschieren für die, die nicht können."

Youtube | Video vom Baltic Pride. Ein anderes Video zeigt junge Rechte beim rhytmischen Hüpfen mit ausgestrecktem Arm.


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#1 LorenProfil
  • 08.05.2010, 20:50hGreifswald
  • Mein Respekt den litauischen Teilnehmern am Baltic Pride und den Ünterstützern aus dem Ausland, die alle trotz der Gefahren durch gewalttätige Schwulenhasser an der Demo teilgenommen haben.
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#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 08.05.2010, 21:35h
  • Es wird noch ein langer schwieriger Weg zu gehen sein für die Schwulen, Lesben und Transgender in Litauen, aber das war ein Anfang.
    Und dazu meine Glückwünsche.

    Gut das Volker Beck und andere da waren um zu unterstützen...
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#3 anonymusAnonym
  • 08.05.2010, 22:26h
  • Meine uneingeschränkte Hochachtung vor Volker Beck !!!
    Der Mann muß Präsident werden !!!
    Warum ? Weil er Rückrat wie sonst keiner hat, Charakter, Mut !!!
    Die Gegendemonstranten wissen wohl noch nix über faire Meinungsäusserung im Sinne eines demokratischen Systems. Nix gegen Meinungsäusserungen aber wenn´s mit Gewalt und Todesdrohungen abgeht - NO WAY!!!
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#4 beckforpresidentAnonym
#5 off topicAnonym
  • 09.05.2010, 11:50h
  • schau an. der multi-religiöse und multi-etnische libanon.

    leben in widersprüchen.

    "..Freizügigkeit trotz aller Tabus: Beirut gilt als homosexuelle Party-Metropole des Nahen Ostens. Araber und westliche Touristen genießen die Freiheiten in der libanesischen Hauptstadt. Sogar ein schwuler Schönheitskönig wurde gekürt - nur seine Familie soll davon nichts wissen..."

    www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,692876,00.html

    merke: es können die frömmsten nicht in frieden leben, wenn der nachbar es nicht will.

    oder so ähnlich.
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#6 TimonAnonym
  • 09.05.2010, 13:20h
  • "Überwiegend junge Menschen mit rechtsnationaler Gesinnung schrien Medienberichten zufolge "Tod den Schwulen" oder "Litauen den Litauern", auch soll vereinzelt mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben geworfen worden sein."

    Dann sollen sie halt aus der EU austreten, wenn ihnen das alles nicht passt und sie ihren eigenen kleinen Fascho-Staat haben wollen. Dann werden sie schon sehen, was sie davon haben...

    Aber die wirtschaftlichen Vorteile der EU wollen sie natürlich haben, nur nicht die Grundrechte. Und die EU ist daran mitschuld, weil sie diesen Staat (wie einige andere) vor echten Reformen aufgenommen hat und dachte, das würde dann schon von alleine kommen.

    Dann soll die EU jetzt auch dafür geradestehen und denen klarmachen, dass man als EU-Mitglied nicht nur wirtschaftliche Vorteile hat, sondern auch Pflichten bei Grundrechten.
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#7 .... der herzenAnonym
  • 09.05.2010, 14:28h
  • Antwort auf #6 von Timon
  • Alles wird gut !

    BND-Präsident Ernst Uhrlau: "Metamorphose
    der Geopolitik"

    "Eine lang anhaltende globale Krise" könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, urteilt der BND, der "Massenarbeitslosigkeit und Wanderungsbewegungen in einem bisher unbekannten Ausmaß" sowie

    stark eskalierenden Nationalismus

    und schwerste internationale Spannungen für diesen Fall einkalkuliert. Eine maßgebliche Frage sei, ob es gelinge, Russland an den Westen zu binden, oder ob Moskau zum chinesischen Gegner überlaufe, heißt es in dem Papier über die künftigen globalen Konfliktkonstellationen.

    www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13926
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#8 remixbeb