Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12155

Ein auf einem Foto festgehaltener intimer Moment zwischen den Fußballprofis Zlatan Ibrahimović und Gerard Piqué vom FC Barcelona führt zu Abwehrreaktionen: Ibrahimović bietet einer Journalistin an, sie und ihre Schwester flachzulegen.

Unter Schwulen in Spanien ist es wie in Deutschland ein lustiges Ratespiel: Welcher der offiziell ausschließlich heterosexuellen Fußballprofis steht denn im stillen Kämmerlein eher auf Männer. Auf der iberischen Halbinsel war daher die Entzückung Anfang Mai groß, als ein intim wirkendes Bild des 29-jährigen schwedischen Stürmers Ibrahimović mit seinem 23-jährigen Teamkollegen Gerard Piqué zeigte. Darin lehnen sich die beiden Multimillionäre aneinander und halten Händchen.

Eine Reporterin des Fernsehsenders "Telecinco" fragte nun Ibrahimović, ob er denn nun auf Männer steht. Seine Antwort: "Komm doch zu mir nach Hause, dann wirst du sehen, dass ich keine Schwuchtel bin", so der Stürmer beim Verlassen des Stadions aus seinem Auto heraus. "Und bring auch deine Schwester mit", fuhr der Schwede fort, dessen Eltern aus Bosnien und Kroatien stammen.

Youtube | Die Journalistin Lara Lago erhält das eindeutige Angebot von Stürmer Zlatan Ibrahimović

Blogger aus aller Welt spekulieren nun über die Sexualität des Stürmers. So schreibt "Guanabee": "Wir sollten auch erwähnen, dass Ibrahimović verheiratet ist und Kinder hat. Piqué wurde zudem mit Bollywood-Schauspielerin Lisa Lazarus in Verbindung gebracht. Aber natürlich heißt das nicht, dass die beiden kein Verhältnis haben können".

So outete sich als einziger aktive Fußballer in Europa der Brite Justin Fashanu im Jahre 1990. Einst als Hoffnungsträger gefeiert, beendete das Coming-out praktisch seine Karriere. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord, nachdem ihm in den USA vorgeworfen wurde, einen Minderjährigen vergewaltigt zu haben. In seinem Abschiedsbrief beteuerte Fashanu seine Unschuld und erklärte, er werde wegen seiner Homosexualität kein faires Verfahren erhalten. Er ziehe deshalb den Tod vor. "Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart", fasst er sein Leben zusammen.

Auch heute gilt es als sicher, dass ein offen schwuler Spieler im Profifußball Benachteiligungen zu ertragen hätte. Zuletzt hat deshalb der deutsche Nationaltorhüter Tim Wiese schwule Kollegen vor einem Coming-out gewarnt (queer.de berichtete). "Erbarmungslose Fans" könnten das Leben eines solchen Fußballers zur Hölle machen, ist sich Wiese sicher.

Ibrahimović hätte daher viel zu verlieren: Der 1981 in Malmö geborene Fußballer gehört mit einem Nettogehalt von 15 Millionen Euro zu den bestbezahlten Stürmern der Welt. Er spielte in seiner Karriere bereits bei Amsterdam, Turin, Mailand und Barcelona. Zur WM darf der Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft allerdings nicht: Sein Heimatland qualifizierte sich nicht für das Großereignis in Südafrika.



38 Kommentare

#1 eMANcipation*Anonym
  • 10.05.2010, 13:29h
  • Wie lange noch werden übelste Beleidigungen und Akte der Hassrede gegen homosexuelle Männer wie "Schwuchtel" in der EU unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" geduldet?

    Ein Fußball-Millionär mit einer derartigen Wirkung auf die Öffentlichkeit, gerade auf junge Menschen, der sich solcher Begriffe bedient, darf nicht weiterhin Straffreiheit für seine perversen Gewaltakte genießen, die insbesondere für junge Homosexuelle ein brutaler Schlag ins Gesicht sind!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FloAnonym
#3 schwulenaktivist
  • 10.05.2010, 13:41h
  • Je mehr sich Heterosexuelle und auch Schwule auf solche Episoden stürzen, desto mehr werden Gefühle und Liebe und Sexualität zwischen Männern diskriminiert werden. Ein verhängnisvoller sich selbst erfüllender Teufelskreis...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Drop-The-Pants!Anonym
  • 10.05.2010, 15:47h
  • Das Foto ist völlig harmlos! Vielleicht hatten beide nur etwas miteinander zu besprechen, war nicht für alle Ohren bestimmt war. Es gibt Dinge, über die Heterokerle nur mit ihresgleichen besprechen und die Frauen nichts ahnen. Aber was macht die Journaille: stürzt sich wie die Hyänen auf einen der bestbezahlten Fußballer der Welt! Klar, daß Herr Ibrahimovic da in die Offensive geht!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 bumm bummAnonym
#6 Zenon
  • 10.05.2010, 16:41h
  • Antwort auf #3 von schwulenaktivist
  • Sehe ich auch so! Die Journalistin ist das wahre Übel: Ihre Absicht war ja wohl offensichtlich, einen zärtlichen (?) Moment zwischen zwei Männern zu diskreditieren. Die Homofeindin hat einmal mehr dafür gesorgt, dass sich zwei Männer mit Vorbildfunktion in Zukunft noch vehementer gegen alles Schwule aussprechen. Und das wird Schule machen. Die Reaktion des Fußballers ist super, nur wäre ich der Dummbratze ggü. etwas ausfallender und ordinärer gewesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 eMANcipation*Anonym
  • 10.05.2010, 17:27h
  • Antwort auf #6 von Zenon
  • Das mag in der Tat die Absicht der Journalistin gewesen sein.

    Wo liegt hier aber der eigentliche Fehler?

    Darin, dass die Frage nach dem Schwulsein immer noch überwiegend als "Diskreditierung" verstanden wird!

    Insofern ist es unverantwortlich, auf eine solche Frage zu reagieren, indem man Schwule als "Schwuchteln" beleidigt!

    Wir müssen uns endlich mal fragen: Wie kann der beschriebene Teufelskreis konkret im Lebensalltag durchbrochen werden?

    Und da ist es unerlässlich, endlich die Straffreiheit derart herabwürdigender verbaler Gewaltakte in der Öffentlichkeit - noch dazu von einer Person mit einer solchen Wirkung gerade auf junge Menschen - zu beenden und eine deutliche Antwort darauf zu geben!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 iron manAnonym
#9 JungerSchwulerAnonym
  • 10.05.2010, 17:41h
  • Antwort auf #6 von Zenon
  • So ein Schwachsinn. Die Reaktion des Fußballers ist absolut NICHT super. Sie ist einfach lächerlich und zeugt von Angst. Ok so ein Foto sagt nix aus, aber die Reaktion von ihm wirkt als fühlt er sich bei etwas ertappt.
    Mit Gerüchten müssen Stars leben und umgehen können.
    Ausserdem was für ein dämlicher Beweis, selbst wenn er die Alte poppen würde beweist es noch lange nicht das er stockhetero ist. Kann auch Imageaufpolierung sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LorenProfil
  • 10.05.2010, 17:48hGreifswald
  • Zlatan Ibrahimovic hat sich leider in der gezeigten Situation deutlich überfordert gezeigt und in etwa so reagiert, wie es auf deutschen Schulhöfen üblich ist. Für einen 29-Jährigen erstaunlich unreif oder (zu) wenig problembewusst. Seine schwulen Fans werden es verärgert zur Kenntnis nehmen.
  • Antworten » | Direktlink »