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"Newsweek" bezweifelt, dass Schwule überzeugend Heteros spielen können – daraufhin rief der offen schwule TV-Produzent Ryan Murphy zum Boykott des US-Nachrichtenmagazins auf.

Der kritisierte Artikel ist bereit Ende April erschienen. Darin spricht der offen schwule Autor Ramin Setoodeh vom "big pink elephant in the room" – also von einem "rosafarbenen" Problem, über das niemand reden will. Dieses Problem sei, dass es für offen schwule Schauspieler unmöglich sei, eine heterosexuelle Rolle zu spielen – anders als für Heteros, die in Filmen wie "Brokeback Mountain" überzeugende Arbeit geleistet hätten.

"Dieser Artikel ist so falsch wie er schockierend und beleidigend ist", erklärte dazu Produzent Ryan Murphy, der – wie die Schauspielerin Kristin Chenoweth ("Pushing Daisies") und viele Blogger – zum Boykott des Nachrichtenmagazins aufruft, solange dieses sich nicht entschuldigt. Murphy entwickelte unter anderem die Fernsehserien "Popular" und "Nip/Tuck" und zeichnet sich gegenwärtig für die Erfolgsserie "Glee" verantwortlich.

In dem Artikel nennt Setoodeh auch "Glee" als Beweis für seine These. Er kritisiert den offen schwulen Schauspieler Jonathan Groff, der in der Serie als testosterongetriebener High-School-Schüler der Hauptdarstellerin nachstellt. Besonders hart ist seine Kritik an Sean Hayes (Jack aus "Will & Grace"): Hayes komme in einem Broadway-Theaterstück, in dem er eine heterosexuelle Rolle spielt, als "hölzern und unaufrichtig" herüber; das sei typisch für Schwule in Hetero-Rollen.

Selbst frühere Stars verlören nach ihrem Outing an heterosexueller Manneskraft: Als Beispiel nennt Setoodeh Rock Hudson, der erst kurz vor seinem Tod 1985 sein Coming-out hatte. Hudson wirke in Filmen wie "Bettgeflüster" unglaubwürdig, weil man ihm die Romanze mit einer Frau nicht mehr abnehme. Einzig in komödiantischen und überdrehten Rollen könnten Schwule den Hetero geben, schreibt Setoodeh weiter. Das erkläre den Erfolg des offen schwulen Neil Patrick Harris, der in der Comedy-Reihe "How I Met Your Mother" einen frauenfressenden Playboy spielt.

Produzent Murphy nannte die Behauptungen Setoodehs "unverhohlen homophob": "'Newsweek' muss sich bei allen schwulen Lesern entschuldigen – bei Stahlarbeitern, Eltern, Buchhaltern, Ärzten usw. – also stolzen und hart arbeitenden Amerikanern, die laut Artikel nur als Tucken bezeichnet werden können", so Murphy. Mit Blick auf die bis in die 1960er Jahre reichende Rassentrennung sagte er weiter, dass Schwule dem Artikel zufolge wohl nur im hinteren Teil des Busses Platz nehmen dürfen.

In einer ausführlichen Antwort wies Setoodeh die Kritik zurück: "Ihr könnt anderer Meinung sein, aber wann habt ihr das letzte Mal einen Film mit einem Schwulen in der Hauptrolle gesehen? Ich will mit meinem Essay nicht meine eigene Community verunglimpfen, sondern ein Thema aufgreifen, das unter den Teppich gekehrt wurde." (dk)



44 Kommentare

#1 DramolettenqueenAnonym
  • 12.05.2010, 16:46h
  • Ryan Murphys Reaktion auf den Newsweek-Artikel kann ich gar nicht nachvollziehen! Die Dramaqueen des Internetblogs, Perez Hilton, würde über sowas nur müde lächeln und mit spitzer Feder Newsweek zur Lachnummer der USA machen! Es ist faktisch erwiesen, daß schwule und lesbische Schauspieler in "straight-for-pay"-Rollen lächerlich wirken (mit einer Ausnahme: Rupert Everett)!
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#2 MightoAnonym
  • 12.05.2010, 17:21h
  • Mhhhh kann ich jetzt nicht so 100% nachvollziehen. Ich schaue Glee regelmäßig und mir war bis zu diesem Artikel nicht bekannt das Jonathan Groff schwul ist. Also kanns ja nicht so künstlich und hölzern wirken wie kritisiert.
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#3 OjeAnonym
  • 12.05.2010, 17:27h
  • Das ist lächerlich. Alle Rollen sind gestellt und gespielt, das macht doch einen Schauspieler aus.

    Ein homosexueller Schauspieler findet auch nicht jeden Mann toll und attraktiv wenn er mit ihm ein homosexuelles Paar spielt.
    Genauso findet nicht jeder Heterosexuelle Darsteller seine Filmpartnerin automatisch anziehend.

    Was ist denn mit Gewalt- und Vergewaltigungsszenen? Dem Argument von "Newsweek" nach dürften dann auch nur Verbrecher eine Vergewaltigung spielen weil diese echte Erfahrung damit haben...
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#4 FloAnonym
  • 12.05.2010, 17:53h
  • Wie dumm und lächerlich...

    Solche Verallgemeinerungen widersprechen nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern sind auch empirisch widerlegbar.
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#5 schwulenaktivist
#6 jochenProfil
  • 12.05.2010, 20:18hmünchen
  • Es gibt gute Schauspieler und es gibt schlechte Schauspieler.

    Ein Schauspieler muss auch kein Mörder sein um überzeugend einen Mörder spielen zu können.

    Rock Hudson- beispielsweise - hat Jahrzehnte lang, sehr überzeugend den Frauenheld gespieilt.
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#7 Sveni-MausAnonym
  • 12.05.2010, 20:51h
  • Gab's da einen Übersetzungsfehler? (Wohl eher nicht.)

    Tatsächlich ist es doch genau umgekehrt, Homosexuelle (also aus Lesben) können perfekt Hetero spielen, das lernt schließlich jedes Kind!
    Aber ein Hetero, der wirklich gut einen Homo spielt, ist mir noch nicht untergekommen.
    Schwule, die von Heten gespielt werden, sind doch immer nur eine totale Überzeichnung von Klischees.
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 12.05.2010, 21:42h
  • Schwule, die den Hetero-Helden mimen - brauchen wir das unbedingt?

    Die Zahl schwuler Schauspieler in entsprechenden Rollen dürfte übrigens deutlich höher sein, als es das verlogene Versteckspiel gerade in Hollywood offiziell vermuten lässt.

    Daher wünsche ich mir, dass alle schwulen Schauspieler endlich selbstbewusst mit ihrer sexuellen Identität umgehen und besser etwas Eigenes, Originelles abliefern als sich weiterhin zu Idioten des immergleichen, penetranten Heterosexismus zu machen.

    Abgesehen davon sind die Aussagen in dem Newsweek-Artikel natürlich ebenso dümmlich-klischeehaft und stigmatisierend wie überflüssig. Vor allem gehen sie (siehe oben) an der Realität vorbei.
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#9 alexander
  • 13.05.2010, 07:50h
  • was für ein schwachsinn, die gesamte diskussion !

    daran sieht man, dass dieser tv-medienscheissdreck via seifenopern und telenovelas und seinen "menschendarstellern" (keine schauspieler) den objektiven umgang mit einem "beruf" zunichte macht !
    jahrzehntelang sagte man auf dem theater, schwule können keine schwule spielen, weil sie zur übertreibung neigten, heteros kämen als schwule glaubwürdiger rüber, auch das stimmt nur bedingt, denn um das zu verhindern ist ein regisseur da !
    dieser beruf ist ein handwerk und will gelernt sein, also ist die persönliche, private haltung, völlig uninteressant.
    es mag ja sehr vereinzelt naturtalente geben, aber selbst die kommen nicht ohne ein paar grundlegende techniken aus.

    dieser ramin setoodeh hat wohl eher ein problem mit sich selbst und seiner identität, aber das ist weit verbreitet !
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#10 karl o.Anonym
  • 13.05.2010, 17:46h
  • Antwort auf #8 von eMANcipation*
  • "Schwule, die den Hetero-Helden mimen - brauchen wir das unbedingt?"

    Und brauchen wir Deutsche, die Amerikaner spielen? Lebende Schauspieler, die Zombies darstellen?

    Hey, was Schauspielerei ist, das weißt du aber schon, oder? ;-)
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