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Bei seinem Portugal-Besuch hat Papst Benedikt XVI. Katholiken aufgerufen, gegen staatlich sanktionierte Beziehungen von Schwulen und Lesben vorzugehen.

In einer Rede vor Mitarbeitern sozialer kirchlicher Einrichtungen lobte der Papst an Christi Himmelfahrt Aktionen gegen gleichgeschlechtliche Paare und Abtreibung: "Die [sozialen und pastoralen] Initiativen zum Schutz der wesentlichen Grundwerte des Lebens - von der Empfängnis bis zur Familie, die auf der unauflöslichen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gründet, sind eine Hilfe, um einigen äußerst heimtückischen und gefährlichen Herausforderungen für das Gemeinwohl in unserer heutigen Zeit zu begegnen", so der vatikanische Staats- und Regierungschef. Das Publikum reagierte auf die Rede mit einem lang anhaltenden Beifall. Zuvor hatte der Papst eine Messe vor 500.000 Gläubigen im Wallfahrtsort Fátima geleitet.

Mit seiner aggressiven Rhetorik versucht der Papst, auf die politische Diskussion in Portugal Einfluss zu nehmen. So hat das Parlament in Lissabon erst im Januar die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht beschlossen (queer.de berichtete). Das Gesetz soll in den nächsten Tagen von Präsident Aníbal Cavaco Silva unterschrieben werden. Ein Veto des Präsidenten könnte das Parlament mit einfacher Mehrheit überstimmen. Portugal wäre nach den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden und Norwegen das sechste europäische Land, das die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt.

Regierung gelassen

Die portugiesische Regierung gab sich nach der Kritik des Kirchenführers an ihrer Politik gelassen: "Das ist die alt bekannte Position der Kirche, für uns war das also nichts Neues", erklärte Gesundheitsministerin Ana Jorge nach der Papstrede.

In den letzten Monaten hat die katholische Kirche ihre Angriffe gegen Homo-Rechte im Zeichen des Missbrauchsskandals verschärft. Vertreter des Vatikans versuchten zuletzt, eine Verbindung zwischen Pädophilie und Homosexualität herzustellen. So erklärte etwa Erzbischof Dadeus Grings, dass Akzeptanz von Schwulen und Lesben zur Akzeptanz von Kindesmissbrauch führen würde (queer.de berichtete). Kardinal Tarcisio Bertone, nach Benedikt der zweitwichtigste Mann im Vatikan, machte die Homosexualität von Priestern für die Missbrauchsfälle verantwortlich (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 PatrickAnonym
  • 14.05.2010, 12:01h
  • habs langsam satt mit diesem Trottel. Soll endlich einen Abgang machen.... Die Welt braucht diesen Pfaffen genausowenig wie das HIV-Virus.
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#2 jungwolfAnonym
  • 14.05.2010, 12:11h
  • "Heimtückisch" heißt auf lateinisch "perfidus" - ein gängiges Wort im traditionellen katholischen Antijudaismus, wo von den "perfidi Judaei" gesprochen wurde (zuletzt noch bekannt geworden durch den Streit um diesen Passus in der Karfreitagsliturgie).

    Dieses Wort ist von Benedikt bewusst gewählt worden. "Heimtückisch" heißt, dass jemand die Gestalt des Guten annimmt, um dann im rechten Augenblick - wenn es keiner ahnt - das Böse zu tun. Dahinter steht die biblische Vorstellung, dass sich Satan, das Böse, als "Engel des Lichts" verkleidet (Paulus, Korintherbrief).

    Übertragen auf Schwule und Lesben heißt das: Unter dem Vorwand des Gemeinwohls fordern sie die "Ehe", um dann - im rechten Augenblick "heimtückisch" - diese Gesellschaft in ihrem Kern, der Familie, zu zerstören.

    Falls es also noch nicht jeder gemerkt hat (und die Medien haben es leider noch nicht gemerkt): Die Gedankenmuster des katholischen Antijudaismus werden 1:1 auf Schwule und Lesben übertragen - die übrigens die Kirche auch von innen zerstören wollen. Daher die Paranoia, die auch im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche wieder vermehrt hochkommt.

    Diese Tarnung des Bösen als des Guten ist übrigens ein Kennzeichen des Antichristen. Und wenn man die Texte von Benedikt genau liest, kann man auch ziemlich genau sehen, dass Schwule und Lesben von ihm in die Nähe des Antichristen gestellt werden.

    Das alles für diejenigen, die glauben, dass Benedikt einen Funken Vernunft besitzen würde. In Wirklichkeit vertritt er ein Wahnsystem größten Ausmaßes, in dem Lesben und Schwule die Rolle des führenden Bösen zugeteilt bekommen.
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#3 PatrickAnonym
#4 stephan
  • 14.05.2010, 12:20h
  • Ein widerlicher alter Mann, dessen Existenz beweist, dass man älterwerdend nicht unbedingt klüger wird. Man kann seine Meinung sachlich vernachlässigen - das Problem ist nur die propagandistische Macht seiner Vereinigung, die - trotz unzähliger Verbrechen der Vergangenheit - für viele unbedarfte Zeitgenossen immer noch einen großen Einfluß auf ihr Denken hat!

    Was ich jedoch nie begreife, dass ist die Berufung dieser Organisation auf eine Art 'Naturgesetz', denn 1. gibt es viele Menschen, die nun einmal nicht für das propagierte Familienleben geschaffen sind - definitiv - und 2. hat uns die röm.-kath. Kirche in der Vergangenheit hinreichend bewiesen, dass sie von Natur (sie nennen es zumeist Schöpfung) wirklich gar nichts versteht!

    Auch in diesem Punkt sind die Organisation und ihr 'Spitzenpersonal' absolut lernresitent, ignorant und unreflektiert!

    Ich frage mich wirklich, ob die Menschheit es noch lange ertragen kann, dass sich einzelne Individuen so lange selbst indoktrinieren, bis sie die Realität nicht mehr wahrnehmen. Man muss wohl schon sehr lange Theologie studieren, bis man gelernt hat, so verquer zu denken!
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#5 stephan
  • 14.05.2010, 12:41h
  • Oder ganz einfach:

    Es schaue jeder einmal in die Augen dieses alten Mannes und dann urteile er/sie selbst, von welcher Seite 'Heimtücke' zu erwarten ist ...
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#6 alexander
#7 jochenProfil
  • 14.05.2010, 13:02hmünchen
  • Das ist unverschämt!

    Heimtückisch und bedrohlich ist , ist der Umgang der Kirche mit Homosexuellen.
    Die Verunglimpfungen und Drangsalierungen seit 1600 Jahren!
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#8 GastGastGastAnonym
  • 14.05.2010, 13:10h
  • Das Problem liegt gar nicht mal an Benedikt XVI. persönlich. Natürlich ist er ein verbohrter homophober Mann, aber das trifft auf die gesamte katholische Elite zu. Insofern würde auch ein neuer Papst nichts bringen, da er wieder die selben Meinungen vertreten würde. Das System sorgt halt dafür, daß sich diese völlig antiquierten Ansichten immer weiter fortsetzen.

    Ein konservativer Papst wird natürlich nur solche Leute als Kardinäle einsätzen, die eine ebenso konservative Meinung vertreten wie er. Und diese Leute wählen dann einen wiederum erzkonservativen neuen Papst wenn der alte mal versorben ist. Der neue Papst bestellt dann wieder nur konservative Kardinäle usw.

    Es ist kaum möglich diesen Kreislauf zu durchbrechen, insofern besteht kaum Potential die Kirche wirklich zu erneuern.

    In gewissem Maße lebt die Kirche ja auch von diesen antiquierten Positionen, denn mit denen kann sie Menschen begeistern die auch entsprechend konservativ sind. Moderne aufgeklärte Leute könnte sie dagegen auch mit einer Erneuerung nicht für sich gewinnen, denn die brauchen in der Regel überhaupt keine Kirche.

    Die Kirche kann nur in ihrer Rückständigkeit überleben oder ganz untergehen. Hoffen wir auf Letzteres...
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#9 bananasEhemaliges Profil
#10 FloAnonym
  • 14.05.2010, 14:00h
  • Ich finde es "heimtückisch", dass die demokratische Grundprinzipien nicht akzeptieren, autokratisch herrschen wollen und allen Menschen (auch denen, die gar nicht da Mitglied sind) vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben.
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