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Angst vor einem Homohasser-Hotel im Urlaub? Mit der "Hotels Rainbow Selection" der Accor-Gruppe ist die Furcht unbegründet.

Seit zwei Jahren sind Michael und Maik ein Paar. Im vergangenen Jahr verbrachten die Studenten aus Bonn ihren ersten gemeinsamen Urlaub in Rom - und der Spaß war gleich von Anfang an getrübt: "Nachdem wir nach einem Doppelbett gefragt haben, wollte plötzlich niemand mehr im Hotel mit uns reden - die haben so getan, als ob niemand Englisch spricht", berichtet Michael mit geballter Faust in der Hosentasche.

Jetzt können sie aber auf Nummer Sicher gehen: Mit der "Hotels Rainbow Selection" will die Accor-Hotelgruppe der Szene Alternativen aufzeigen. Der französische Konzern, dem weltweit 4.000 Hotels gehören, will sich dabei nicht nur ein "rosa Image" zulegen und ansonsten die Szene links liegen lassen. Denn Accor engagiert sich in der schwul-lesbischen Szene schon seit Jahren, etwa als Platinsponsor des internationalen schwul-lesbischen Reiseverbandes (IGLTA) oder bei der schwul-lesbischen Handelskammer. In der neuen Broschüre, die kostenlos auf Englisch oder Deutsch heruntergeladen werden kann, haben die Hoteliers kompakt die diesjährigen Szene-Highlights zusammengefasst - und empfehlen szenenahe und homofreundliche Unterkünfte in sieben europäischen Ländern.

Die Auswahl umfasst dabei mit Spanien, Portugal, Italien, Holland sowie den deutschsprachigen Ländern die Haupturlaubsziele von Schwulen und Lesben. In Stichworten wird auf Besonderheiten eingegangen: Hat mein Hotel ein türkisches Dampfbad? Oder doch eher ein Fitnessstudio? Interessenten können dabei auf die gesamte Europa-Broschüre zurückgreifen oder einzelne Länder-Guides herunterladen.

Das haben auch Michael und Maik getan. Sie wollen Rom treu bleiben, aber sich nicht mehr für ihre Identität entschuldigen. Für ihren nächsten Urlaub haben sie aus der "Hotels Rainbow Selection" das "Mercure Roma Corso Trieste" ausgesucht. Telefonisch fragte Michael an, ob er und sein Partner als schwules Paar ein Doppelbett erhalten können. Lachend antwortete der Concierge: "Wir sind ja nicht von gestern." (pm)



13 Kommentare

#1 seb1983
  • 18.05.2010, 11:59h
  • Müsste hier nicht trotzdem einmal "Anzeige" drüber stehen??
    Nischenangebote lohnen sich finanziell ja in der Regel sehr für den Anbieter, wenn sie nicht floppen.
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#2 XDAAnonym
  • 18.05.2010, 12:17h
  • Ich finde die Verwässerungsgefahr zwischen Artikel und Anzeigen hier gegeben. Das ist einfach nur Werbung ... schade.
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#3 maaaartinAnonym
  • 18.05.2010, 14:15h
  • NEIIIIIIINNN - jetzecht????!!!!.

    Ich dachte immer bisher, die Leute beim kostenlosen Onlineportal queer.de werden vom lieben Gott pro Kommentarzeile der User bezahlt...

    Na solange noch jeder die Werbung auch ohne bunt blinkenden Banner vom redaktionellen Teil unterschieden kann, sollte das noch irgendwie in Ordnung sein.
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#4 HotelsaftschubseAnonym
  • 18.05.2010, 17:01h
  • Antwort auf #3 von maaaartin
  • Na, Du bist mir aber ein verhuschtes Hascherl! Die Idee der ACCOR-Hotels ist super! Ich habe mir den Europaflyer gleich einmal angeschaut und war sehr angetan! Die Hotels haben ja eine geschmackvolle Einrichtung (Ausnahme: Ösiland, nach dem Motto "Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren)! It's cool, man!
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#5 seb1983
  • 18.05.2010, 19:20h
  • Antwort auf #4 von Hotelsaftschubse
  • Was ist denn die "tolle" Idee der Hotels? Dass schwule willkommen sind?? jippi, ist ja mal ne tolle Sache, besonders kostet sie die Kette nichts. Und von den 4000 Hotels sind dann aber nur die wenigen in der Broschüre gay friendly und beim Rest wird man rausgeworfen??
    Eine billige Marketing Ente.
    Wer dabei den "Gay Pride" fühlt von mir aus...
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#6 antos
  • 18.05.2010, 22:12h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • Klar, über das böse verlogene Marketing kann immer jeder jederzeit urteilen - wirklich jeder, das ist ja das schöne, auch der, der gar nicht ahnt, dass jede Werbung für irgendein Ziel dies ist: Marketing. Selbst Anti-Heterror-Norm-Fighter betreiben Marketing auf Schwundstufe, sie realisieren es halt nicht, deswegen strotzt immer alles vor Zeigefingern und großem Jammer.

    Sepp, zu deiner kritischen Kritik:

    1. Natürlich kostet dies die Kettenzentrale was, siehe Konzeption, Produktion und Distribution der Broschüre, Erstellung etc. der PMs etc. etc.

    2. Selbstverständlich ist es eine gute Sache, wenn solche Werbeaktionen 'Gay-Friendliness' im Gespräch halten. - Und darauf kommt es an.

    3. Freilich ist eine solche Aktion auch eine freundliche Geste gegenüber all den schwulen und lesbischen Accor-Mitarbeitern.

    Ja, eine "tolle" Idee.
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#7 Liedel
  • 19.05.2010, 00:46h
  • Michael und Maik sind aber auch doof. Da fahren die nach Rom, wieso denn nicht zu DEN "Gay-Reiseziele" wie Sitges, Granni oder Mykonos?

    Und wenn schon Rom: da gibt es doch genug "barmherzige" Männer, die den beiden natürlich "diskret" ein (Mehrbett)Zimmerchen im Vatikan zur Verfügung gestellt hätten...

    Und wer behauptet denn, dass in solche Hotels keine Homohasser reinkommen? Glaubt man unserem geliebten blauen Einwohnermeldeamt, ist ja "Gunplay" gerade ziemlich in. Wenn da also plötzlich so ein Gunplayer in meinem Hotelzimmer auftaucht, muss ich ja erst intensiv überlegen, ob das nicht doch ein Homohasser oder bloß so ein pöser Gunplay- Fetischist ist.
    Ne, da bleib ich doch lieber bei den Privatunterkünften meiner Verehrer in den europäischen Metropolen
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#8 XDAAnonym
  • 19.05.2010, 11:35h
  • Schade, dass die beiden auf dem Bild nicht - zur Vervollständigung der Klischees - noch ein Glas Prosecco in den Händen halten oder irgendeinen Fummel tragen (oder auch gern Bauchfrei).
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#9 seb1983
  • 19.05.2010, 14:18h
  • Antwort auf #6 von antos
  • Na dagegen habe ich bestimmt nichts, die Sache wird auch ihre Zielgruppe finden für diejenigen die sich ihr Leben in der Szene aufbauen, dort werden die entsprechenden Flyer auch ihre Verbreitung finden, die Hotels sind dann wiederum szenenah, ich denke für die Zielgruppe eine runde Sache.
    Freilich erwarte ich grundsätzlich dass ich in jedem Hotel willkommen bin.

    Habe schon in Etap und Novotel Hotels mit einem Freund übernachtet, um mal zwei zu nennen die zur Accor Gruppe gehören. Da gabs wie in allen anderen Hotels bisher keine Probleme, wobei ich da nur für einige europäische Länder sprechen kann.
    Es muss also nicht immer ausdrücklich mit dem rosa Fähnchen gewunken werden :)
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#10 eMANcipation*Anonym
  • 19.05.2010, 14:29h
  • "Angst vor einem Homohasser-Hotel im Urlaub? "

    Wenn wir in Europa Angst vor Homo-Hassern haben müssen, dann ist es Aufgabe und Verpflichtung europäischer Politik, diesen Zuständen durch eine aktive und einklagbare Antidiskriminierungs- und Menschenrechtspolitik umfassend zu begegnen.

    Es kann nicht angehen, dass zentrale Aufgaben eines demokratischen Rechtsstaates - der Schutz vor Menschenhass ist zweifellos eine der wichtigsten - privatisiert werden nach dem neoliberalen Motto:

    Sicherheit und Freiheit nur für die, die sie sich leisten können!
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