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Das Unternehmen nimmt das Hilfsprogramm MobileRomeo nach Beschwerden aus seinem Online-Store - wegen "unangebrachten Bildern".

Von Norbert Blech

Um ein Uhr in der Nacht habe er telefonisch davon erfahren, schreibt Peter Steinberger, der Wiener Entwickler des Apps in seinem Blog. Wie der Apple-Mitarbeiter ihm per Telefon berichtete, hätten sich mehrere Kunden beschwert, dass über das Programm "unangebrachte Bilder" abrufbar wären. Es soll sich um Gayromeo-Nutzer mit Plus-Account gehandelt haben, die über das App auch Zugang zu Hardcore-Bildern hatten.

MobileRomeo, ein App für iPhone und iPod Touch, hat sich zu einer beliebten Möglichkeit entwickelt, das schwule Dating-Portal von unterwegs zu nutzen. Obwohl nicht offiziell von Gayromeo unterstützt, bot es alle wichtigen Inhalte und Funktionen des Portals. Nutzer, die das Programm installiert haben, können es derzeit weiternutzen.

Neue Nutzer hingegen wird MobileRomeo, das man für knapp fünf Euro erwerben konnte, nicht so schnell finden. Denn bei einer neuen Einreichung für den App-Store von Apple müsste das Programm wohl konsequent die Richtlinien beachten - und die dürfte das Original-Gayromeo selbst mit seinen Softcore-Beschränkungen nicht erfüllen.

Nacktheit verboten

Denn hier ist Apple sehr streng, wie die Richtlinien der in den USA erfolgreichen schwulen Dating-App "Grindr" zeigen (weswegen nicht auszuschließen ist, dass die angeblichen Nutzerbeschwerden von Mitberwerbern kamen, die sich an die Richtlinien halten). Neben Hardcore-Bildern (auch verpixelt) darf bei "Grindr" auch keine Unterwäsche gezeigt werden, auf Nacktheit unterhalb des Bauches muss ebenso verzichtet werden wie auf Finger oder Hand im Schritt. Selbst eine durch Handtuch oder Hut verhüllte Schrittgegend geht nicht, ebenso sind Abzeichnungen von Genitalien in Badehosen oder sexuelle Posen verboten, womit die Liste auch noch nicht beendet ist.

Die rigide Haltung von Apple trifft dabei nicht nur schwule Apps, oder solche, bei denen es ums Daten geht. Selbst Nachrichtenseiten haben unter den Beschränkungen zu leiden, sowohl Bild als auch Stern mussten ihre Apps von Erotik freimachen. Queer.de, das unter m.queer.de eine eigene mobile Webseite bietet, die für iPod/iPhone-Nutzer zusätzliche Funktionen bietet, hat erst gar nicht versucht, ein App zu programmieren.

Weitere Apps gestoppt

Denn zuvor bereits hatte Apple mindestens zwei schwule Apps nicht zugelassen, darunter mit "iGaydar" eine Art MobileRomeo für das Dating-Portal Gaydar. Erst in der letzten Woche nahm Apple das App "Gay New York: 101 Can't-Miss Places" aus dem Programm. Der ausführliche mobile Stadtführer hatte den Fehler gemacht, auch ein Bild eines Gogo-Boys (in Unterwäsche) aus einem New Yorker Club und ein Aktgemälde aus dem örtlichen Restaurant Buddakan zugänglich zu machen.

Die wachsende Kritik an den rigiden Richtlinien lässte Apple-Boss Steve Jobs kalt. Im letzten Monat sagte er: "Wenn Leute Pornos wollen, können die sich ein Android(-Handy) kaufen". Der App-Store vom Mitbewerber Google kennt keine Beschränkungen.



#1 CGastAnonym
  • 15.05.2010, 19:17h
  • Da verweise ich doch mal den Herrn von Jobs auf die Pro-Linux-Webseite:

    "Wie die Marktforscher der NPD Group berichten, befindet sich Android im Smartphone-Rennen auf der Überholspur. Im ersten Quartal 2010 haben bereits 28 Prozent der in den USA an Konsumenten verkauften Geräte das Linux-Betriebssystem aus dem Hause Google eingesetzt."

    Einer aktuellen Konsumentenumfrage des Marktforschungsunternehmens NPD Group zufolge ist Android erstmals am iPhone vorbeigezogen."

    Viel Erfolg Stevie... vielleicht kauft dich der Larry auch bald auf.
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#2 MASAnonym
  • 15.05.2010, 20:10h
  • Hm, nun, Linux ist dem Mac OS x durchaus ebenbürtig. Jedoch nicht jede Variante, obwohl ich auf meinem Smartphone auch Linux nutze, statt Windoofs
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#3 Benedictus
  • 15.05.2010, 20:49h
  • Was Apple damit demonstriert wird eine breite Masse Ihrer Kunden verprellen. Dieses App (einst Platz 4 der meistgekauften Apps in der Rubrik soziale Netzwerken) aus dem Store zu entfernen, was nichts anderes macht als wie ein (Safari-) Browser Internetinhalte zu verarbeiten und im iPhone-Format darzustellen, ist völlig unangemessen und trifft auch noch den Falschen. Nicht der Entwickler veröffentlicht hier nicht jugendfreie Bilder, sondern Gayromeo und dessen User, die allerdings die dortigen Jugendschutzauflagen erfüllen mussten, um überhaupt in Kontakt mit solchen Bildern zu kommen.

    Demnach müsste man auch alle Apps entfernen, die auf sogenannte soziale Netzwerke zugreifen wie z.B. Facebook. Aber auch der Safari-Browser müsste konsequenterweise verbannt werden, weil der Entwickler und auch die Nutzer das App MobileRomeo stets als besserer Ersatz für die Mini-Version von Gayromeo sahen, die man auf dem Safaribrowser auch aufrufen kann, inkl. aller bei Apple kritisierten Inhalte.
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 15.05.2010, 21:02h
  • Tja, willkommen im 21. Jahrhundert, in dem totale homophobe Bigotterie und Verklemmtheit den Ton angeben.

    Und machen wir uns nichts vor: Selbstverständlich wird auch hier mit zweierlei Maß gemessen, wenn es um hetero- und homosexuelle Inhalte bzw. um die Darstellung männlicher und weiblicher Körperlichkeit geht!

    Denn die Vorgabe "alles unter der Gürtellinie verboten" lässt natürlich die üblichen Weiber weiterhin ihre Busen heraushängen, während eine geil gefüllte Männer-Unterhose tabu ist.

    Und warum? Etwa weil Kinder und Jugendliche daran Schaden nehmen könnten, wenn sie mal einen (fast) nackten Mann sehen?

    Braucht es noch irgendeinen weiteren Beweis dafür, dass wir in einer durch und durch kranken und unfreien Welt leben???
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#5 Liedel
  • 15.05.2010, 21:47h
  • Unfrei weil übertechnisiert @ emancipation. Natürlich ist das skandalös und bigott, was Apple da abzieht. Aber was hab ich doch heute meinen Stadtspaziergang mal wieder genossen, ohne dass in meiner Tasche irgendwas klingelt oder vibriert oder dass ich irgendwas nachschauen musste

    Iphone? Daddelkram alles Aber auch bei Daddelkram darf selbstverständlich nicht zensiert werden.
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#6 Drop-The-Pants!Anonym
  • 15.05.2010, 22:17h
  • Einerseits finde ich es schade, daß das App für das IPhone nicht verfügbar ist. Andererseits aber bin ich froh, daß ausgerechnet ein Ösi mit dem App gescheitert ist! Wir haben in Deutschland genug Programmierer, die das besser hinbekommen!
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#7 KlaustvAnonym
  • 15.05.2010, 22:37h
  • Also ich kann die meisten Aussagen hier nachvollziehen, aber anscheinend scheint es den meisten hier ( verständlicher Weise, ist ja kein Allg.wissen ) an Detailwissen bzgl. Apples Richtlinien zu fehlen. Ich habe selber MobileRomeo genutzt und nutze es auch aktuell noch ( es funktioniert ja noch, wenn auch nur teilweise ), allerdings war mir schon vor dem Kauf klar, das die App nicht ewig im AppStore überleben wird. Genauso wie GrindR hat sie das Problem des sexuellen Content ( XXX Bilder ). MobileRomeo hatte hier aber im Gegensatz zu GrindR einen entscheidenen Vorteil:

    Die Apple Mitarbeiter haben durch das fehlen von Kenntnissen bzgl Gayromeo nicht wissen können, das XXX Bilder nur durch einen Plus Account angezeigt werden können. Vermutlich ist deswegen keinem Mitarbeiter von Apple bis vor kurzem aufgefallen, das XXX Bilder ein wichtiger Bestandteil von MobileRomeo sind.
    MR flog also unter dem Radar ;-) ( Zum Glück :) ).

    Was bis dahin für MR ein riesen Vorteil im Vergleich mit GrindR oder anderen Gay Apps wie pinkmap war, ist jetzt der größte Nachteil, das größte Problem. Denn die unabhängigen Apps können ganz einfach das Problem XXX beheben, Bilder löschen oder andere Wege wie Bildertausch usw. betreten. MR kann das nicht, denn Peter kann ja leider nicht das GR System umbauen und XXX Bilder allg. in GR verbieten :X. Die einzigeste Möglichkeit für eine neue Version von MR ist es also die Bilder komplett aus der App auszuschließen. Leider fehlt damit dann die zentrale Funktion von GR, MR und allen anderen Dating/Network Portalen/Apps. Hier bin ich sehr, sehr gespannt wie Peter und sein Team??? dieses Problem lösen werden.

    Ich möchte neben dem von Peter angesprochenen Bilderproblem von Apple auch noch etwas anderes in den Raum werfen:
    Vor einiger Zeit hatte ich beruflich mit einer ähnlichen Situation zu tun. Ein bekanntes Onlineportal wollte für seine User eine App für das iPhone entwickeln. Problem war nur, dass dieses Portal ( genau wie GayRomeo ) “normale” und Premium- User hatte. Das sollte auch in der App so bleiben. Die normalen User hatten also in der App weniger Funktionen als die Premiumuser des Portals ( genau wie bei GR ). Abgerechnet wurde der Premiumaccount natürlich über das bestehnde Portal und nicht über den Apple AppStore. UND HIER kommt das Problem: Genau DAS verbietet Apple auch! Es kann also kein Webseitenbetreiber eines Premiumangebots dieses Angebot in eine App portieren und den Funktionsumfang der “normalen” User beschneiden.

    PS: Die App des oben genannten Portals ist nach 1 Monat übrigens auch aus dem AppStore entfernt und neu programmiert worden ;-) . Schlecht für den Kunden, gut für die Agentur ;-) .

    LG Klaus
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#8 sahneschnitteAnonym
  • 15.05.2010, 23:02h
  • Antwort auf #7 von Klaustv
  • Danke für die technischen Details.

    Die brauche ich aber nicht, um zu wissen, dass z.B. die Ablehnung eines schwulen Stadtführers wegen des oben gezeigten Bildes ein absurder Akt der Körperfeindlichkeit und natürlich auch der Homophobie ist.
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#9 iphoneuserAnonym
  • 16.05.2010, 01:09h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation*
  • Das ist doch völlig übertrieben und vor allem falsch. Apple ist kein "total homophober" Großkonzern, ganz im Gegenteil: Im Streit um Prop8 hat die Firma die gay marriage unterstützt, was marketingtechnisch in den USA eher ein Fehler ist. (Gründe wohl offensichtlich und wenn nicht kann ich sie dir auch gerne noch einmal erklären)

    Ich gehe auch davon aus, dass du nicht genügend Nachforschungen für deinen Kommentar angestellt hast: Diese Richtlinien wurden ursprünglich aufgrund von heterosexuellen "Bikinislideshow" apps geändert, das heißt, dass man auch keine Frauen in solchen Posen sehen darf.

    De Facto sehe ich darin keinerlei Diskriminierung gegen Schwule, folglich kannst du dir solche Kommentare eigentlich sparen. Ist sowieso nichts weiter als heiße Luft.
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#10 Diz!Anonym