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In Los Angeles ist mit der 56-jährigen Mary Glasspool die erste lesbische Bischöfin in der anglikanischen Kirche geweiht worden.

Glasspool, die seit 22 Jahren in einer festen Beziehung mit einer Frau lebt, hatte sich bereits bei der Wahl zum Suffragettenbischof der Westküstenmetropole im Dezember durchgesetzt (queer.de berichtete). Am Samstag leitete die amerikanische Chef-Bischöfin Katharine Jefferts Schori dann die feierliche Ernennungszeremonie in der Long Beach Arena. Neben 3.000 Gläubigen nahmen 30 weitere anglikanische Bischöfe an der Veranstaltung teil.

Die Weihe könnte den Streit innerhalb der anglikanischen Kirche um das Thema Homosexualität verschärfen. Die Auseinandersetzung geht auf die Ernennung des offen schwulen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire im Jahr 2003 zurück. Konservative Teile der weltweit rund 80 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Kirche haben daraufhin mit der Abspaltung gedroht. Insbesondere Bischöfe aus Entwicklungsländern in Afrika und Asien waren über die Akzeptanz von Homosexualität innerhalb der Kirche empört.

"Homosexuelle kommen nicht in den Himmel"

Zur Weihe von Glasspool hagelte es daher auch Kritik. So hielten nach Angaben von "ABC News" zwei Gäste kurz vor dem Beginn des Gottesdienstes ein kritisches Transparent in die Menge. Die Aufschrift lautete: "Macht die Augen auf: Homosexuelle kommen nicht in den Himmel." Die Beiden wurden wie weitere Störer aus der Veranstaltung ausgeschlossen.

Auch Rowan Williams, als Erzbischof von Canterbury traditionell Anführer der anglikanischen Gemeinschaft, hat sich gegen die Weihe von Glasspool ausgesprochen. Er befürchtet, dass dieser Schritt zu einer weiteren Teilung der Kirche führen könne.

Glasspool ist erst die zweite offen lesbische Bischöfin der Welt. Im vergangenen Jahr wählten die schwedischen Lutheraner bereits Eva Brunne, die mit ihrer Partnerin ein Kind im Vorschulalter aufzieht, zur Bischöfin von Stockholm (queer.de berichtete). Anders als die Weihe von Glasspool war Brunnes Berufung in ihrer Kirche aber weitgehend unumstritten. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

46 Kommentare

#1 Timm JohannesAnonym
  • 17.05.2010, 12:15h
  • Eine sehr schöne Meldung von den Anglikanern...

    Eine Frau, offen lesbisch lebend, seit 22 Jahren in einer festen Beziehung mit einer Frau...

    Das finde ich gut und zeigt, das es auch Kirchenleitungen und offizielle christliche Kirchenpositionen gibt, wo homosexuelle Paare ethisch und theologisch willkommen und akzeptiert sind.

    Neben den Anglikanern ist dies auch bei den Lutheranern, Reformierten, Unierten, Altkatholiken, der Metropolitan Community Church sowie den Quäkern der Fall.

    Und es dürfte interessant sein, wie die weitere Entwicklung bei den Methodisten (EmK) ist, die eng mit diesen oben genannten Kirchen zusammenarbeitet. Meines Erachtens dürfte die methodistische Kirchenwelt als nächstes in diese Richtung schwenken, wenn selbst Laura Bush als Methodistin aktuell so positiv sich bei diesem Thema positioniert.

    ---
    Schwierigkeiten bereiten da mehr die Baptisten der Southern Baptists im Süden der USA.

    ---

    Und hier in Europa muss theologisch insbesondere weiterer Druck auf den Vatikan ausgeübt werden, damit dort endlich Reformen erfolgen, wie sie aktuell auch in München auf dem Ökumenischen Kirchentag gefordert wurden. Der Vatikan muss dringend sich reformieren oder er verkommt zu einem Altherrenverein, dem die Gläubigen davon laufen. Aber unter Ratzinger wird dies wohl nicht passieren...

    ---

    Herzlichen Glückwunsch erstmal aber zur Wahl von Bischöfin Mary Glasspool
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#2 eMANcipation*Anonym
#3 KatholenbasherAnonym
  • 17.05.2010, 14:17h
  • Zur Wahl von Frau Glasspool darf man gratulieren! In Deutschland wäre das ja nur bei den Evangelen möglich, denn die Katholen blockieren schon seit Jahren die Reformen!
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 17.05.2010, 15:28h
  • @Katholenbasher

    Ja in Deutschland wäre dies tatsächlich nur bei den Altkatholiken oder bei den reformierten, unierten und lutherischen Landeskirchen der EKD erlaubt und möglich.

    Ein offen homosexueller Priester bei den Katholiken würde es wohl nicht schaffen, vom Vatikan zum Bischof ernannt zu werden. Wobei natürlich gab und gibt es homosexuelle römisch-katholische Bischöfe; nur sie verraten es nicht und es wird nur bekannt, wenn Sie in den Medien dann "auffliegen", wie es vor einigen Jahren bei dem römisch-katholischen BischofJuan Carlos Maccarone in Argentinien im Bistum Santiago del Esteroder Fall war.
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 17.05.2010, 15:45h
  • Antwort auf #3 von Katholenbasher
  • Immer wieder erstaunlich und erschreckend, dass Schwule sich so sehr nach Unterwerfung unter eine geistliche Obrigkeit sehnen, die im Zusammenspiel mit der weltlichen seit jeher für perverse Unterdrückungs- und Herrschaftsverhältnisse in der Welt verantwortlich sind.

    Würden die Betreffenden damit nicht selbst dazu beitragen, dass die Lebensbedingungen für uns alle so massiv schlechter sind und bleiben, könnten sie einem fast leidtun.
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#6 ChristineAnonym
  • 17.05.2010, 16:04h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • @Timm Johannes,
    ich freue mich auch, dass die Anglikaner in Los Angeles eine offen lesbisch lebende Frau zu Bischöfin gewählt haben und dies anscheinend kein Kirchenobermops dort als heimtückische Bedrohung für das Allgemeinwohl gegeißelt hat.
    Aber die Jubelbekundungen zur hiesigen EKD kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Wenn man sich durch die offiziellen Verlautbarungen der EKD zu Homosexualität googelt, stößt man dabei u.a. auf folgende Themen:

    EKD warnt vor Stiefkind-Adoption für homosexuelle Paare (2004)

    www.ekd.de/homosexualitaet/presse/pm190_1_2004_stiefkind_ado
    ption.html


    oder:
    Theologische, staatskirchenrechtliche und dienstrechtliche Aspekte zum kirchlichen Umgang mit den rechtlichen Folgen der Eintragung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz (2002)

    www.ekd.de/EKD-Texte/empfehlungen_gleichgeschlechtliche_part
    nerschaften_2002.html


    mit folgenden seltsamen "Orientierungshilfen" des Kirchenamtes:
    (...) Homosexuell lebende Amtsträger
    sollten ihre eigene Form des homosexuellen Zusammenlebens mit der normativen Autorität der Bibel in Einklang bringen können und
    sollten die Leitbildfunktion von Ehe und Familie anerkennen und die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft nicht als gleichrangig propagieren.(...)
    oder:
    (...)Einleitung eines Disziplinarverfahrens - ist allein aufgrund der Tatsache der Eintragung der Lebenspartnerschaft nicht geboten. Wenn die sexuelle Ausrichtung zum Gegenstand der Amtsführung gemacht wird oder die Lebenspartnerschaft in der Verkündigung mit der Ehe gleich gesetzt wird, ist allerdings der Verdacht einer Amtspflichtverletzung gegeben, dem die zuständige Stelle nachzugehen hat.(...)

    Das hört sich für mich doch recht repressiv an, falls jemand auf die Idee kommen sollte, von "seinem Mann" oder "ihrer Frau" zu sprechen oder gar den Wunsch zu äußern gemeinsam ein Kind zu adoptieren.
    Sind diese "Orientierungshilfen des Kirchenamtes" immer noch die geltenden Kirchenpositionen? Ich habe leider nichts Aktuelleres zu diesen Themen gefunden.
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#7 käsfrauAnonym
  • 17.05.2010, 16:36h
  • da timm johannes die bibel und ihr drumherum
    als garant seines persönlichen (schwulen)
    k(l)assenkampfes braucht, weiß er um den
    garanten der hl. familie für staatsauffassungen,
    die, wenn nicht gleich die ganze erde, so doch
    möglichst viele menschen zum untertan machen,
    möglichst gottgewollt.

    interessant wäre noch die frage, ob es seine gene in jüngerer ausführung gibt, oder ob er die erzwingung von hierachien braucht, um eigenes bisheriges verhalten weniger verwerflich erscheinen zu lassen.

    vielleicht treibt ihn ja wirklich die angst, dass es ein leben nach dem tod gibt und er kommende richter zu lebzeiten gänzlich faslch eingeschätzt hat ?

    auch christen haben es nicht einfach.

    jeder bischof und jede bischöfin (schwul/lesbisch) ist da eine schwalbe an seinem horizont.

    vielleicht sieht er sich auch als garanten der
    göttlichen ordnung. eine art mitgott (bwl).
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#8 I.Ramos GarciaAnonym
#9 Katrin
  • 17.05.2010, 17:01h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Ich kann eigentlich keinen Unterschied zwischen Vatikan und meinem örtlichen Kaninchenzüchterverein erkennen. Das Alter stimmt, die Beiträge stimmen und das was gesagt wird ist auch so ziemlich das Selbe. Halt, es gibt einen grossen Unterschied: Der Vatikan lebt gut von meinem Steuergeld.
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#10 Katrin
  • 17.05.2010, 17:07h
  • Mir sind alle suspekt die unverdrossen an ein Sammelsurium von 1700 Jahre alten Texten und dessen Romanfigur glauben. Darf die Bischhöfin eigentlich schon Hosen tragen oder sind in ihrer Kirche Röcke noch zwingend vorgeschrieben?
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