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Eine 21-jährige Studentin soll 79.265,14 Dollar an das US-Militär zahlen, weil das Reserveoffizier-Ausbildungskorps (ROTC) das Studium finanzierte - und sie nun nach ihrem Coming-out aus dem Dienst entlassen hat.

Sara Isaacson hatte bereits über drei Jahre an der University of North Carolina studiert, als sie ihrem Vorgesetzten erzählte, dass sie lesbisch ist. Dies sei ihr selbst erst im Laufe ihres Studiums klar geworden. Unter dem derzeit gültigen "Don't ask, don't tell"-Gesetz darf aber kein offene schwul oder lesbisch lebender Person im US-Militär dienen. Ein Coming-out führt daher direkt zur Kündigung.

Wie das "Milwaukee Journal Sentinel" berichtete, war Isaacsons Einsicht teuer: Das ROTC schickte ihr nun eine Rechnung über rund 80.000 Dollar (65.000 Euro). Das Militär stellte ihr sieben Semester Studiengebühren für Auswärtige sowie andere Kosten wie Lehrbücher in Rechnung.

Ein ROTC-Sprecher gab Isaacson die Schuld an dieser Entwicklung: "Sie hätte dienen können, wenn sie nur gewollt hätte", erklärte Oberstleutnant Monte Yoder. Die öffentliche Aussage Isaacsons, lesbisch zu sein, bezeichnete er als Zeichen, dass "sie nicht mehr Teil der ROTC sein wollte."

Isaacson selbst sieht das anders: Sie erklärte, dass es der Moral in der Armee nicht dienlich sei, wenn sie ihre Kameraden über ihre Sexualität anlügt. "Ich wollte nicht meine Integrität aufs Spiel setzen", sagte die Studentin.

Seit der Einführung der "Don't ask, don't tell"-Regelung im Jahr 1994 sind bereits rund 14.000 Militärangehörige wegen ihrer Homosexualität gefeuert worden. Zwar hat Präsident Barack Obama bereits im Wahlkampf 2008 versprochen, das Homo-Verbot aufzuheben. Allerdings ging die Verfolgung von Homosexuellen im Militär bislang ungehindert weiter, obgleich das Verbot nach Anweisung der Regierung nicht mehr ganz so strikt umgesetzt werden soll (queer.de berichtete). Zuletzt erklärte das Verteidigungsministerium, "Don't ask, don't tell' bis Ende des Jahres abzuschaffen.

Das ROTC-Programm ist meist die einzige Chance für Kinder aus sozial schwachen Familien, einen Uni-Abschluss zu erwerben. Das Militär übernimmt dabei großzügig Studiengebühren und weitere Ausgaben. Als Gegenleistung müssen sich die Studenten zum Militärdienst verpflichten. (dk)



#1 Drop-The-Pants!Anonym
  • 17.05.2010, 19:36h
  • Die Studentin tut mir leid! Was sich das US-Militär da leistet, ist menschenverachtend!
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#2 FloAnonym
  • 17.05.2010, 20:42h
  • Das zeigt die Idiotie dieser Leute:

    da hat man eine gut ausgebildete Person und dann wird sie gefeuert, weil sie kein Kampfroboter ist, sondern ein Mensch, der eben auch liebt.
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#3 seb1983
  • 17.05.2010, 21:02h
  • In Deutschland studieren Offiziere in der Regel und verpflichten sich zu einem 12 jährigen Dienst. Wollen sie diesen nun selber kündigen, oder werden wegen schwerwiegender dienstlicher oder privater Vergehen aus dem Militädienst entlassen flattert ebenfalls eine saftige Rechnung ins Haus.
    Allerdings stellte Homosexualität hier nie einen Kündigungsgrund dar!
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#4 XDAAnonym
  • 18.05.2010, 08:03h
  • Obama ist so toll und bringt der Welt CHANGE und Umweltkatastrophen und Wirtschaftskrisen --- den CHANGE hätte man nicht gebraucht. Und nen CHANGE in der US Schwulen/Lesben Militärpolitik, den erwartet man noch immer.

    Ach, sollen sich die Schwulen und Lesben im Irak und in Afghanistan erschiessen lassen, hauptsache sie sagen es nicht. Die Schwarzen werden ja beim Militär auch akzeptiert, so lange sie ihren Dienst tun und ruhig sind.

    God Bless America ... und OBAMA natürlich.
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#5 hwAnonym
  • 18.05.2010, 14:39h
  • satire-technisch top.

    gerade #1 u. #2

    als großaufnahme bei oberst sanftleben (schramm)
    in "neues aus der anstalt".

    #1 besticht durch maximale knappheit.

    # 2 ist igendwie mehr grün, killing me softly
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