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Schwule fühlen sich nach wie vor diskriminiert und haben Angst vor dem Altern. Das sind die Hauptergebnisse einer Fragebogenaktion im Auftrag der Stadt München, an der sich über 2.500 Personen beteiligt haben. Grund für die Erhebung: Die städtische Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen hat dieses Jahr als Schwerpunktthema "Lebenssituationen von Schwulen und Lesben im Altern" gewählt, da der Bevölkerungsanteil von älteren Menschen in den nächsten Jahren rapide ansteigen wird.

Insgesamt berichten über 80 Prozent der Befragten, dass sie selbst Opfer von Ausgrenzung und Benachteiligung geworden seien. 21 Prozent erzählen sogar von tätlichen Übergriffen und ganze 14 Prozent geben an, aufgrund ihrer sexuellen Identität am Arbeitsplatz belästigt worden zu sein. Über 60 Prozent kennen Situationen, in denen sie große Angst gehabt haben, als homosexuell erkannt zu werden. Besonders erschreckend: Die Studie widerspricht der Annahme, dass sich diese Lage in den letzten Jahren verbessert habe. "Würde die These der verbesserten Situation von Schwulen tatsächlich stimmen, so müsste zumindest in der Altersstufe der unter 25-jährigen eine abnehmende Tendenz feststellbar sein", argumentieren die Autoren, "das ist aber nicht der Fall."

Des weiteren zeigt die Befragung, dass schwule Männer weit mehr als lesbische Frauen davon ausgehen, sehr früh sozial zu altern. So halten sich nur 6 Prozent mit 45 für alt, aber 55 Prozent denken, ihre Umwelt hält sie für "Klappergreise". Viele befürchten, im späteren Lebensabschnitt keine Freunde mehr zu haben: So haben ganze 90 Prozent der Befragten Angst vor Einsamkeit im Alter. Sie gehen davon aus, dass es immer schwieriger wird, in der Szene neue soziale Kontakte aufbauen zu können. Zur Furch vor Einsamkeit kommt das Misstrauen gegenüber Altersheimen: Über 90 Prozent der Befragten glauben nicht, dass diese Einrichtungen im Umgang mit Schwulen kompetent sind, drei Viertel erwarten dort Diskriminierung. (dk)

22. Juni 2004, 17:42 Uhr



#1 wolfAnonym
  • 23.06.2004, 07:56h
  • ich (52), kann diesen artikel nur bestätigen.
    selbst in berlin hat die akzeptanz bei jüngeren menschen abgenommen, nicht zuletzt auf grund der momentanen wirtschaftliche situation. es muss immer ein bauernopfer her.
    um so wichtiger ist es, die anstehenden gesetze zu verabschieden. es gibt nicht nur die zielgruppe der einkommensstarken schwulen. dadurch spielt die altersversorgung eine sehr grosse rolle und ich denke mal wir schwulen haben als ewige singles bislang genügend in die steuerkasse der BRD eingezahlt, unter anderem zum schutz der so heiligen familie.
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#2 GerdAnonym
  • 23.06.2004, 13:11h
  • Angst vor dem Alter- das haben doch alle Menschen in unserer Gesellschaft: nicht nur homosexuelle Menschen.

    Was sind denn die Rentendebatten, die Angst, was kostet ein Altenpflegeheim, was passiert , wenn ich Alzheimer bekomme...

    Das ist kein typisch homosexuelles Phänomen, was mich sehr an diesem Artikel stört.

    Dieses Thema höre ich immer wieder in Presseverlautbarungen der Community:, was ich nicht nachvollziehen kann.

    Da kannst du jeden fast fragen, unabhängig von der sexuellen Identität. Angst vor dem Alter haben die meisten. Jeder will gern jung und gesund bleiben.

    Also bitte schön: nicht immer diese Chimäre: der vereinsamende homosexuelle Mann im Alter, sondern dann doch eher den Blick auf die vereinsamenden älteren Omas (da diese von der Lebenserwartung viel länger als ihre Ehemänner leben).
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#3 OlafAnonym
  • 23.06.2004, 13:52h
  • Gerd, lies den Artikel doch richtig: da steht, dass schwule mehr Angst haben zu altern als Lesben. Außerdem stimmt es wohl, dass in der Homo-Szene eher Ältere ausgeschlossen werden als in der Normalo-Eckkneipe.
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#4 GerdAnonym
  • 23.06.2004, 14:30h
  • zu olaf:

    Die Aussage "Schwule haben mehr Angst vor dem Alter als Lesben" befindet sich im zweiten Teil des Artikels.

    Auch diese These wage ich zu bezweifeln.

    Aber im ersten Teil, auf den ich mich bezog, wird allgemein geschrieben, dass Homosexuelle mehr Angst vor dem Alter haben. Und das halte ich für Quatsch, da dies allen Menschen, unabhängig von der sexuellen Identität so geht. Da kann man genauso gut eine Umfrage unter heterosexuellen Menschen machen (Rentenkürzungen, Altersgebrechlichkeit, hohe Pflegekosten, ...).

    Und zu der Erwähnung "Ausgrenzung von Älteren in der Szene"...ok das stimmt.

    Aber es ist auch immer eine Frage, wie der einzelne seinen Lebensabend ausgestaltet. Und auch heterosexuelle ältere Menschen gehen mit 60 oder 70 am Samstagabend in der Regel nicht mehr in eine Kneipe, sondern sie haben Ihre Privatgärten, Kegelvereine, langjährigen Nachbar/Freundeskreise mit Wanderungen und Ausflügen.

    Wer sich mit 70 in eine Kneipe setzt, der muss damit rechnen, das er den ganzen Abend allein sitzt, wenn er dahingeht. Meine Oma und mein Opa haben das nicht gemacht, mein Vater und meine Mutter auch nicht, und ich gedenke dies auch nicht mit 65 zu pflegen, da baue ich mir doch entsprechende Freundeskreise auf, Hobbys...

    Die meisten Menschen halten sich halt immer in ihrer Altersgeneration auf. Das ist vollkommen klar, da die Gedanken und Gesprächsinhalte zu unterschiedlich sind.

    Also dieses Lammentieren in der Szene "Ich armer alter homosexueller Mann" gilt wennschon dennschon für alle "Ich arme alte heterosexuelle Frau, die ihren Mann schon vor 15 Jahren begraben hat".
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#5 Eva-Maria HertelAnonym
  • 23.06.2004, 20:19h
  • Da gebe ich Gerd recht. Das Alter und seine Ängste haben alle. Das ist kein stärkeres Problem. Jeder Mensch hat in seiner Jugend als Kind auch Ängste und da wird nicht so ein Unterschied gemacht ob das Kind wohl unter der Kategorie schwul werden fällt oder? Nein, da wird nur zwischen Jungen und Mädchen gestaffelt. Das ganze Theater fängt doch erst dann an wenn einer oder eine zum: "Willste eine Zigarette haben?" fragt. Steht das "nein" im Raum steht man doch schon in einer Raucherklicke hinter dem Deich. Oder? Also ich finde, dass da ganz einfach anders mit der Zeit um gegangen wird. Das die Hetroleute vielleicht den Gedanken des Alters anders hören. Sie haben das Leben ausleben dürfen (natürlich wie weit es glücklich ist, ist was anderes). Bei schwulischen oder lesbischen darf man erstmal davon ausgehen, dass es nicht ausgelebt werden durfte und wer nich leben darf, der hat auch mit dem Sterben dann schwierigkeiten. Denn eigentlich sind wir doch alle auf dieser Erde geboren worden und irgend wie lieben wir doch alle diese Erde auf der wir laufen, auf der wir auch mal sterben werden und uns verabschieden für eine neue Reise. Vielleicht, wer weiß es schon. Jeder möchte doch sterben dürfen in Ruhe zu spüren auch in Ruhe gelassen zu werden. Nicht immer gequält zu werden nach Gesetz und Paragraph bist du eine Schande. Ekel und Igit. Doch ich denke das Schwule und Lesben da sensibler sind, eben weil sie einiges nicht ausleben durften, konnten. Aber vielleicht ändert sich das mal und man darf in Ruhe wirklich sein ohne vielleicht plötzlich zu denken, das etwas nicht sein darf. Nein, rauchen ist ungesund, aber trotzdem stirbt man. Macht doch nichts man kann ja schweigen und wenn man Geld hat kann man sich vielleicht einen seiner Träume erfüllen, das tun ander auch.
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#6 xyzAnonym
  • 25.06.2004, 17:19h
  • mal was zum 2.Absatz,
    der stimmt nämlich. Wenn ich mir vorstelle mich hier in einem Kaff in Bayern zu outen, würden mich doch hier alle wie eine Sau aus dem Dorf jagen. Ich lebe aber gerne hier, lebe mein kleines leben halb öffentlich und versuche nur nicht aufzufallen. Aber komischerweise hat im Einzelgespräch niemand was gegen schwule oder lesben. Aber geht mal in ein Wirtshaus, zum Kegeln etc. Und der Ton der 20 - 30 jährigen wird immer härter. Ja, will hier nicht jammern, aber manchmal wenn ich einschlaf..................
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#7 icealienAnonym
  • 26.06.2004, 11:37h
  • Hmm ,dann will ich auch mal was zu schreiben.
    Also ich bin 36,und merke das,das in der scene schon recht alt is,ok es gibt viele ältere,das stimmt schon,aber auch mit 36 is das schon so ein problem,gerade hier in Wuppertal.
    Vors Älter werden habe ich keine Angst im Aallgemeinen,nur wirst in der scene,oft links liegen gelassen,was für mich auch ein grund is, mich nicht mehr so in der scene aufzuhalten,denke das is bei einigen auch so,oder?
    gruß Icealien
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