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Der konservative portugiesische Präsident Anibal Cavaco Silva hat drei Tage nach der Abreise des Papstes seine Zustimmung zur Ehe-Öffnung gegeben - trotz Bauchschmerzen.

Portugal ist damit nach den Niederlanden, Belgien, Spanien, Schweden und Norwegen das sechste europäische Land, das schwul-lesbische Paare im Eherecht gleichstellt. Die linksgerichtete Regierungskoalition hatte bereits im Januar gegen die Stimmen der Opposition die Öffnung der Ehe beschlossen (queer.de berichtete).

Am Montagabend hat Cavaco Silva seine Entscheidung in einer Fernsehansprache bekannt gegeben. Er selbst hätte das Gesetz zwar nicht so beschlossen und habe deshalb bei der Unterzeichnung "persönliche Überzeugungen" beiseite gelegt - mit diesem Schritt wolle er aber eine Debatte beenden, "die die Portugiesen in zwei Lager gespalten und unsere Aufmerksamkeit von den besorgniserregenden Problemen abgelenkt hat". Er spielt damit auf die ernste wirtschaftliche Lage in Portugal an, die die sozialistische Regierung nun mit Einsparungen und einer Mehrwertsteuererhöhung bekämpfen will. Konservative Politiker hatten zuvor gefordert, einen Volksentscheid darüber durchzuführen, wer das Eherecht erhält und wer lediglich eingetragene Partnerschaften eingehen darf.

"Heimtückisch und gefährlich"

Mit dieser Entscheidung stellt sich Cavaco Silva auch gegen Papst Benedikt XVI., der bei seinem Portugal-Besuch erst vor wenigen Tagen vor der Homo-Ehe gewarnt hatte. Der 83-jährige vatikanische Staatschef bezeichnete dabei gleichgeschlechtliche Paare mit Ehewunsch als "äußerst heimtückische und gefährliche Herausforderungen" (queer.de berichtete).

Im Elf-Millionen-Einwohner-Staat Portugal, in dem sich 85 Prozent der Einwohner zum katholischen Glauben bekennen, hat sich die Lebenssituation für Schwule und Lesben in den letzten drei Jahrzehnten dramatisch verbessert: Homosexualität wurde erst 1982 legalisiert. Seit 2001 werden Homo-Paare als faktische Lebenspartnerschaften ("uniões de facto") anerkannt, erhielten aber weit weniger Rechte als verheiratete (heterosexuelle) Paare. Seit 2003 gibt es Antidiskriminierungsgesetze, 2007 wurde zudem das Schutzalter für homo- und heterosexuelle Kontakte angeglichen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

33 Kommentare

#1 Krzyszek
#2 Timm JohannesAnonym
  • 18.05.2010, 11:16h
  • Sehr schön, das freut mich für Portugal, dann kann dort geheiratet werden.

    Ein weiteres Land in Europa hat es damit geschafft (Norwegen, Schweden, Niederlande, Belgien, Spanien und jetzt Portugal).

    Als nächste Länder in Europa könnten bei der Eheöffnung Island, Dänemark, Slowenien oder Luxemburg folgen.
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#3 dummfugAnonym
  • 18.05.2010, 11:16h
  • Gratulation!

    Ich bin ja nicht so nachtragend, ich würde ja sogar einer Eheöffnung für Päpste zustimmen... wenn auch mit Bauchschmerzen, aber selbst ein Papst ist ja auch nur ein Mensch...
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#4 seb1983
  • 18.05.2010, 11:37h
  • Und wieder einer mehr.
    Mit jedem weiteren EU Land dass die Eher öffnet steigt der Druck auf die anderen es ihnen gleich zu tun.
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#5 HandoAnonym
  • 18.05.2010, 11:47h
  • In den Vorstellungen der meisten Deutschen ist Portugal immer noch ein konservatives Land mit einem Fatima-Katholizismus. Um so peinlicher ist es, dass dieses Land die Ehe geöffnet hat, während Deutschland, das "Land der Reformation", dies bisher nicht geschafft hat und der Entwicklung hinter her hinkt.
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#6 hwAnonym
  • 18.05.2010, 12:25h
  • Am Rande (von hier aus):

    Evo Morales fordert Abschaffung des Zölibats
    In dem Gespräch mit Papst Benedikt plädierte der bolivianische Präsident auch für die Zulassung von Frauen als Priesterinnen

    Papst Benedikt hat gestern Evo Morales, den Präsidenten Boliviens getroffen. Radio Vatikan meldet ziemlich knapp und wohl auch reserviert: "Das Gespräch von Papst und Präsident dauerte ca. 25 Minuten und verlief in herzlicher Atmosphäre. Thema war u.a. der Umweltschutz, und was die Kirche in Bolivien im Schul- und Gesundheitswesen leistet. Der linke Politiker Morales, der keine Krawatte, sondern eine Jacke im Anden-Stil trug, überreichte dem Papst zwei Holzstatuen von Andenbauern."

    www.heise.de/tp/blogs/6/147644
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#7 gatopardo
  • 18.05.2010, 13:04h
  • Antwort auf #5 von Hando
  • Ja, diese Klischees werden auch ständig über deutsche Medien verbreitet. So spielen ARD und ZDF-Streifen, die an Stränden von Mallorca, Costa Brava oder Canarias gedreht wurden, andauernd auf die ach so religiöse hiesige Bevölkerung an, die sich in Grossfamilien mit Macho-Kavalieren abspielen, die ihre Damen noch wie vor 50 Jahren in der Küche mit unzähligen Kindern halten. Das sind immer Stunden allgemeiner Erheiterung vor dem Fernseher, wobei wir den Quatsch dann vor lauter Vergnügen bis zum Ende durchstehen.
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#8 stromboliProfil
  • 18.05.2010, 13:11hberlin
  • Antwort auf #6 von hw
  • offensichtlich gab es doch einen tiefergehenden disput zwischen morales und benedikt wie aus vertraulicher quelle verlautet. Da gingen die wogen hoch , die argumente überschlugen sich... hier der stenograminhalt des vatikanischen protokoll...:
    ich -bendetta- sehr weiter über den tellerrand -blicke-als du je vermuten kannst, aber ich teile nicht alles mit jedem oder iregendwelchen deppen so wie dir.
    ..du mischt dich auch in dinge wo dich doch gar nicht angehen.
    du kannst es nicht teilen , weil du keine ahnung hast von religion, sozialem und schon gar nicht von veratwortung. du bist klein und wirst immer klein bleiben.
    und da wirst du schon lange auf der müllhalte vor dich hin sticken wird die kiche weiter bestehen, da kannst du noch geiffern und gaggern...
    Eine antwort seitens Morales liegt uns nicht vor. Die holzfiguren stellen laut präsidialamt schutztgötter indigener religionskulte boliviens gegen fremdreligionen dar...
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#9 hwAnonym
  • 18.05.2010, 13:22h
  • Antwort auf #7 von gatopardo
  • vielleicht auch noch ein häppchen historie,
    nachdem wir im letzen jahrzehnt mit allerlei
    bunten und gar blumigen "revolutionen"
    verwöhnt wurden.

    die sache hat tradition (s. youtube-> 25 de Abril
    od. Revolução dos Cravos

    de.wikipedia.org/wiki/Nelkenrevolution

    es gibt in der tat auch viele bauern und landarbeiter, denen mutter kirche knapp am arsch vorbeigeht.

    mit denen ist übrigens gut feiern.

    mit portugiesen in deutschland übrigens auch.
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#10 Liedel
  • 18.05.2010, 13:26h
  • @madridEU

    Das typische ZDF- Publikum will sowas sehen
    Gerade bei den beiden Sendern gibt es ja bis heute diese schrecklichen "Kirchenserien" ("Um Himmels Willen, Pfarrer Braun"), wo katholische wie protestantische Priester/Pfarrer und Nonnen besonders "nett" und menschlich dargestellt werden. Menschlich geben sie sich im realen Leben ja auch , die Hierarchien, denen sie angehören, jedoch weniger... Es spricht halt die Generation in Deutschland an, für die der sonntägliche Kirchgang noch zum Wochenprogramm gehörte und die noch hinhörte, wenn Papst und Bischöfe mal wieder ihre "Auffassungen" zu gesellschaftlichen Problemstellungen kundtaten. Wie war das doch noch bis in die 90er hinein? Da forderten katholische Priester ihre Schäfchen noch von der Kanzel aus auf, "christliche Parteien" zu wählen...
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