Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12191

Der neue stramm konservative Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) will den CSD Stuttgart offenbar totschweigen - seine Landesregierung straft die Veranstaltung daher mit Nichtbeachtung und verweigert ein Grußwort.

Wie die CSD-Organisatoren am Donnerstag mitteilten, weigert sich die christlich-liberale Regierung Baden-Württembergs, ein Grußwort für die schwul-lesbische Veranstaltung zu verfassen. Anfragen an den Ministerpräsidenten und das Sozialministerium sind negativ beschieden worden, da es "keinen Automatismus" für ein Grußwort gebe.

CSD-Chef Christoph Michl bedauert den "Rückwärtsgang" der Regierung, zeigt sich aber wenig überrascht: "Schwule und Lesben im Ländle sind das gewohnt. Traurig ist die rote Laterne trotzdem", so Michl. "Die CDU-geführte Landesregierung scheint zwar vieles zu können, Hochdeutsch und Toleranz scheinen aber nicht dazu zu gehören". In der Vergangenheit hatte Mappus den CSD als "abstoßend" bezeichnet.

Bereits in den letzten Jahren war die Frage des Grußworts in der schwäbischen Metropole stets ein Politikum. Dabei schien sich 2005 alles zu normalisieren: Der damalige Sozialminister Andreas Renner (CDU) übernahm die CSD-Schirmherrschaft und Ministerpräsident Günther Oettinger (ebenfalls CDU) verfasste das Grußwort. Doch dann kam die konservative Gegenreaktion: Nach Anschuldigungen der katholischen Kirche musste der Hoffnungsträger Renner zurücktreten (queer.de berichtete) - er hat sich danach aus der Politik zurückgezogen.

Schon Oettinger knickte ein

Nach dieser Erfahrung bekam auch Oettinger kalte Füße und wollte nichts mehr vom CSD wissen (queer.de berichtete). Er delegierte die Aufgabe an seine Sozialministerin Monika Stolz weiter, die diese Aufgabe übernahm - zumindest bis 2008: Dann stand der CSD unter dem Motto "Ich glaube..." - und nach Protesten christlicher Aktivisten entschloss sich die Landesregierung dazu, den CSD einfach zu ignorieren (queer.de berichtete). Ein Jahr später - die CSD-Organisatoren hatten diesmal das weniger kontroverse Motto "Macht Mut!" ausgewählt - fasste sich die katholische Sozialministerin ein Herz und schrieb wieder ein Grußwort. Unter dem neuen Ministerpräsidenten wird das dieses Jahr aber offenbar nicht mehr geduldet.

Bereits im Vorfeld des CSDs hat sich innerhalb der CDU eine härtere Gangart angekündigt: So kritisierte der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) scharf, weil sie die Schirmherrschaft übernommen hat (queer.de berichtete). Die christliche Gruppe sieht in CSDs lediglich "obszöne Provokationen", die nicht mit dem Jugendschutz vereinbar seien.

Der Schwaben-CSD findet dieses Jahr vom 23. Juli bis zum 1. August unter dem Motto "schön wär's" statt. Zur Politparade am 31. Juli werden nach Polizeiangaben mehr als 200.000 Besucher erwartet.

Schlusslich bei Homo-Rechten

Baden-Württemberg ist unter den Bundesländern das Schlusslicht in Sachen Homo-Gleichstellung. Als einziges Land schreibt es nicht generell das Standesamt als Eintragungsort für Lebenspartnerschaften fest; in manchen Gemeinden mussten Schwule und Lesben daher in Kfz-Zulassungsstellen "heiraten". (dk)



Rio kämpft um seinen schwulen Ruf

Homophobe Gewalt am Rande des Gay Pride in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro bereitet der Community Sorgen.
Rekord-Pride in Taiwan: 30.000 kamen

Die schwule-lesbische Parade in Taiwan hat sich mit ihrer achten Ausgabe zum größten CSD Asiens entwickelt.
Der 10. Oktober 2010 - ein guter Tag für Serbien

Die erste öffentliche Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgendern in Belgrad war trotz der rechtsextremen Krawalle ein großer Erfolg. Ein Gastkommentar von Volker Beck.

48 Kommentare

#1 stephan
  • 20.05.2010, 11:13h
  • Na ja, auf geheuchelte Grüße kann die Community in Stuttgart und im Ländle ohnehin verzichten!

    Aber ein Politikum ist es schon, dass ein 'Spitzenpolitiker' (gemeint ist die Stellung nicht die Leistung) so wenig Geschichtsbewusstsein beweist, dass er einer über weite Teilen der Geschichte schwer verfolgten Minderheit die Anerkennung versagt, wenn sie ihre Erfolge feiert und aufzeigt, was an der vollständigen Gleichstellung noch fehlt. Außerdem - so denke ich - ist es auch ein schwerer politischer Fehler, denn das fällt ihm irgendwann wieder vor die eigenen Füße! Wetten?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 traudlAnonym
#3 eMANcipation*Anonym
#4 RalfAnonym
  • 20.05.2010, 11:50h
  • Tja, auf die sonst hauptsächlich für Müllabfuhr und Kfz-Zulassung zuständige Behörde mussten wir zur Verpartnerung auch. 2002 im sozialdemokratischen Rheinland-Pfalz. Und hier wurde das auch erst voriges Jahr geändert.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 yetyetProfil
  • 20.05.2010, 12:33hTübingen
  • Und in der Region Tübingen fühlt man sich beim Landkreis bei der zuständigen Abteilung, die zuständig ist für Katastrophenschutz und Waffen- und Sprengstoffrecht, doch absolut sicher aufgehoben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 stephan
  • 20.05.2010, 12:37h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation*
  • Da hast Du in der Kurzzeitperspektive natürlich recht - und besonders mit der Betonung der Verantwortungslosigkeit - , aber ich hoffe - und in meiner optimistischen Art glaube ich daran - dass er irgendwann darüber stolpert!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Maike PfudererAnonym
  • 20.05.2010, 12:50h
  • Ein Grußwort der Landesregierung? Schön war`s

    Maike Pfuderer, Sprecherin der PG „Lesben und Schwule“ BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg, Stuttgart „Schön wär´s“ so lautet das Motto der diesjährigen CSD-Programmwoche und Polit-parade. Schön wäre natürlich auch ein Grußwort der Landes-regierung zu dieser Veranstaltungsreihe, so dachten es sich deren OrganisatorInnen. Doch pünktlich zum Tag gegen Homo- und Trans-phobie zeigt die amtierende Landesregierung von Baden-Württemberg erneut wie wichtig es ist, dass wir betroffenen Menschen laut und deutlich unsere Meinung sagen. Die Landesregierung gibt nicht nur das selbe Trauerspiel der letzten Jahre, nein sie geht noch einen gewaltigen Schritt zurück, sie verweigert dem CSD Stuttgart für seine Themenwoche und Politparade das Grußwort. Dabei waren wir schon wesentlich weiter. Im Jahr 2005 übernahm der damalige Sozialminister Andreas Renner die Schirmherrschaft und setzte damals ein Zeichen das Hoffnung machte. Leider bezahlte er sein Engagement mit seinem Amtsverzicht. In
    den folgenden Jahren übernahm dann Monika Stolz das Amt der Sozialministerin und auch das Grußwort, das sie dann nach Lust und Laune einmal schrieb, das andere Mal verweigerte. In diesem Jahr ist also wieder die Verweigerung dran. Eine Grußwort-anfrage stelle keinen Automatismus dar, so heißt es lapidar und so gibt es in diesem Jahr eben kein Grußwort. Wir Lesben, Schwule und Transgender lassen uns davon sicher nicht entmutigen und bieten Stuttgart und der Region in der Zeit vom 24.7. - 01.08.2010 wieder einen Einblick in unser Leben. Mit politischen Veranstaltungen und natürlich auch verschiedenen Partys machen wir Stuttgart und die Region erneut auf unsere Lebensumstände und Forderungen aufmerksam. Im vergangenen Jahr waren es 200.000 Menschen, die unsere Politparade mit 5.000 Teilnehmern begleiteten. Um die Motti der vergangenen CSD Kampagnen zusammenzufassen glaube ich, dass es Mut macht für eine neue, offenere Regierung nach dem 27.03.2011 zu kämpfen, die unser
    moderne s und offenes Bundesland auch so repräsentiert, das macht Mut!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 stromboliProfil
#9 PatrickAnonym
  • 20.05.2010, 14:07h
  • Ohne Worte, wie so einer überhaupt Ministerpräsident wird....
    Ist bei uns in der Schweiz gottseidank nicht so.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 dorian grayAnonym