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Ein Richter in Malawi hat am Donnerstag zwei Männer wegen Homosexualität zur Höchststrafe von 14 Jahren verurteilt.

Der 26-jährige Steven Monjeza und der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga waren bereits am Dienstag schuldig gesprochen worden (queer.de berichtete). Richter Nyakwawa Usiwa-Usiwa erklärte, er wolle mit dem Strafmaß ein Exempel statuieren: "Ich werde Ihnen ein abschreckendes Strafmaß auferlegen, so dass die Öffentlichkeit vor Ihnen geschützt wird und wir nicht dazu verführt werden, Ihrem abscheulichen Beispiel zu folgen". Usiwa-Usiwa ignorierte damit Appelle von Menschenrechtsorganisationen, die eine Freilassung des Paares forderten. Amnesty International bezeichnete Monjeza und Chimbalanga als "politisch Gefangene" (queer.de berichtete).

Der Gerichtssaal war Medienberichten zufolge bis zum letzten Platz besetzt, vor dem Gebäude warteten dazu hunderte Menschen auf ein Urteil. Als das Paar abgeführt wurde, haben viele Zuschauer die Verurteilten mit homophoben Bemerkungen bedacht.

Das Paar wird in Berufung gehen

Verteidiger Mauya Msuku hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Während des Verfahrens hatte er erklärt: "Das sind zwei Erwachsene, die unter vier Augen etwas gemacht haben. Dabei würde niemand bedroht oder verletzt werden, wenn sie wieder in die Gesellschaft entlassen werden."

Das Paar war Ende Dezember 2009 verhaftet worden, weil es eine symbolische Hochzeitsfeier mit 500 Gästen veranstaltet hatte (queer.de berichtete). Medien und Öffentlichkeit forderten lautstark eine Verurteilung der "Perversen".

Die homofeindlichen Gesetze gehen noch auf die Kolonialzeit zurück. Malawi erlangte erst 1964 seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Ironischerweise begründete der Richter seine Verurteilung damit, dass man sich in Afrika von den europäischen Gebräuchen absetzen müsse. Homosexualität, so Usiwa-Usiwa, sei "un-malawisch". (dk)



#1 HandoAnonym
  • 20.05.2010, 15:36h
  • Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Wenn die beiden sich eine "Hochzeitsfeier" mit 500 Gästen leisten konnten, zeigt das, dass sie zur finanziellen Elite des Landes gehören. Und diese Elite ist es ja, die Internetanschluß hat und sich Auslandsaufenthalte in Europa und in den USA leisten kann. Von dort bringen sie dann Gedanken mit, die dem durchschnittlichen Afrikaner fremd sind. Das alles sollte man bedenken, bevor man gleich wieder "Diskriminierung" ruft!
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#2 schwulenaktivist
  • 20.05.2010, 16:41h
  • Die Kolonialmacht hat Gesetze geschaffen in Afrika, die damals VORHANDENES verboten haben. Also kann Sex unter Männern nichts "Unafrikanisches" sein. Und offenbar gab es vor dem Kolonialismus höchstens die Religion, die sowas negativ beurteilt hat. Und den Islam hat es auch NIE immer schon gegeben...
    Es ist heuchlerisch, koloniale Gesetze für heutige Rechtfertigungen heranzuziehen!

    Unter welchen Bedingungen und mit welchen Kosten, diese "Party" stattgefunden hat, können wir hier nicht beurteilen.

    Interessanterweise wird bei Klitorisbeschneidungen anders argumentiert.

    Information gibt es auf

    www.mask.org.za/

    Eine internationale Petition auf

    www.petitiononline.com/M100518R/
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#3 desmond t.Anonym
  • 20.05.2010, 16:48h
  • agso.uni-graz.at/lexikon/klassiker/dubois/11bib.htm

    W.E.B. Du Bois hat ein fabelhaftes Buch über die so genannte Reconstruction geschrieben, über die 20 Jahre nach dem Sezessionskrieg. Er interessiert sich dort vor allem für die Möglichkeiten einer "Rassen"-Demokratie, mit der kurz experimentiert wurde, bis sie vollständig scheiterte und in der schrecklichen Segregationszeit endete.

    Interessant ist folgendes: Du Bois sagt, die schwarze Bevölkerung wurde dazu geformt, arm und ignorant zu sein. Wenn man nun versuchen würde, sofort eine Demokratie aufzubauen, wäre sie bloß die Herrschaft von Armut und Ignoranz. Sklaven müssen nicht nur emanzipiert, sie müssen befreit und transformiert werden.

    agso.uni-graz.at/lexikon/klassiker/dubois/11bio.htm
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#4 malawiAnonym
#5 HugoAnonym
  • 20.05.2010, 18:39h
  • Manchmal frag ich mich von wo kann so viel Haß kommen, ich kanns nicht vewrstehen, Hat die Welt nicht andere Probleme?
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