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Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), das Weiße Haus und auch Sängerin Madonna setzen sich für zwei Männer aus Malawi ein, die wegen Homosexualität zu 14 Jahren Haft verurteilt wurden - die malawische Regierung begrüßt dagegen das Urteil.

Der 26-jährige Steven Monjeza und der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga haben bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen. Aus ganz Europa und Nordamerika hagelte es Proteste gegen die Verurteilung des Paares nach einem alten Kolonialgesetz. Für Berlin erklärte Entwicklungsminister Niebel, dass die Verfolgung von Homosexuellen unvereinbar sei mit der Achtung von Menschenrechten. Er wies darauf hin, dass Malawis Verfassung die Einhaltung der Menschenrechte garantiere. Markus Löning (FDP), Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, erklärte zudem, die Verurteilung verstoße gegen internationales Recht und gegen die Afrikanische Charta für Menschen- und Bürgerrechte.

Auch die amerikanische Regierung forderte Malawi auf, Homosexuelle nicht länger zu verfolgen: "Die Kriminalisierung von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ist unverschämt und dieser Fall beschädigt die Menschenrechte in Malawi", so die Obama-Regierung in einer Erklärung. "Wir fordern Malawi und alle anderen Länder auf, nicht mehr sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Basis für Verhaftungen, Internierungen oder Exekutionen heranzuziehen."

"Recht auf Liebe verteidigen"

Popsängerin Madonna, die in den letzten Jahren zwei Kinder aus Malawi adoptiert hatte, zeigte sich entsetzt über die Verurteilung: "Das ist ein Riesenschritt zurück für Malawi", erklärte die 51-jährige Amerikanerin. "Unsere Welt ist so voller Leid, daher müssen wir das Menschenrecht darauf, zu lieben und geliebt zu werden, verteidigen." Sie rief "fortschrittliche Männer und Frauen von Malawi" auf, sich für eine Freilassung der Männer einzusetzen.

Menschenrechtsorganisation wie Amnesty International oder Action Against Homophobia haben nun Unterschriftenaktionen gestartet, um Druck auf die Regierung von Malawi auszuüben. Allerdings scheint dies auf taube Ohren zu stoßen: So erklärte der malawische Informationsminister Leckford Mwanza Thotho, seine Regierung sei zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. Das Urteil reflektiere die Mehrheitsmeinung in Malawi und stelle sicher, dass "mit unseren Traditionen kein Schindluder getrieben wird". Homosexualität sei "un-malawisch", so Mwanza Thotho weiter. (dk)



11 Kommentare

#1 RoggeAnonym
  • 21.05.2010, 14:24h
  • Ich bin sehr froh, dass sich soviele namhafte Menschen für ihre Freilassung einsetzen.
    Möge das Menschenrecht auf freie sexuelle Identität und Orientierung auch in Afrika weiter durchsetzen. Der Weg dahin ist aber noch weit, weil nicht zuletzt religiöse Fanatiker ihre Irrlehren verbreiten.
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#2 NicoAnonym
#3 KokolemleProfil
  • 21.05.2010, 21:04hHerschweiler
  • Das Urteil ist ein Verbrechen gegen universelle Menschenrechte. Was bringt das den der Regierung von Malavi, wenn die beiden heterosexuell sich verhalten würden???? Garnichts.
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#4 SoncaliuAnonym
  • 21.05.2010, 23:17h
  • Wo kommt nur dieser unbändige Hass her (Jetzt gerade Malawi, anderen tags Moskau, Uganda, aber auch Ludwigshafen oder Wanne-Eickel) Ich bin so müde all die Boshaftigkeiten zu lesen zu hören zu sehen.
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#5 KrawallschwesterAnonym
  • 22.05.2010, 00:27h
  • Antwort auf #4 von Soncaliu
  • Sorry, aber der Haß auf Malawi läßt sich auf Grund der derzeitigen Menschenrechtsverletzungen nicht einfach in den Hintergrund drängen! Wichtig ist, daß sich jetzt endlich auch Politiker und namhafte Prominente einmischen. Von der Afrikanischen Union und dem Commonwealth of Nations, welche Malawi als Mitgliedsstaat angehört, hat man noch keine Statements vernommen. Beide halten sich weiter im Hintergrund. Auch hier ist endlich mal Handeln vonnöten!
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#6 MichaelAS
  • 22.05.2010, 08:23h
  • Glaubt ihr allen ernstes, das sich durch die Einmischung von Politikern etc. irgendetwas ändern wird?

    Selbst die Streichnug der Entwicklungshilfe bringt nichts, denn diese trifft dann auch nur wieder die Ärmsten der Armen, womit dann wieder der Hass auf die Europäer angeheizt und Religiöse Fanatiker profitieren werden.

    Das Volk muss sich erheben und gegen die Tyrannei zu Felde ziehen.

    Dank den Missionaren wird das aber nicht geschehen, denn diese haben den Afrikanischen Völkern eingetrichtert, das Homosexualität Sünde sei.
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#7 FloAnonym
  • 22.05.2010, 12:28h
  • Selbst so ein wichtiges Thema schafft die FDP noch für ihre Zwecke zu missbrauchen:
    da, wo Deutschland nichts verliert oder gar Geld sparen kann (Entwicklungshilfe) sind Niebel & seine FDP-Kollegen ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht Homophobie zu verurteilen. (bringt ja wieder ein paar schwule Wähler hier in Deutschland)

    Aber auffallend ist:
    bei Staaten, wo Deutschland Wirtschaftsbeziehungen pflegt (und seien es "nur" Rüstungsexporte) ist die FDP bei Homophobie ganz still. Da wird nichts kritisiert, keine Konsequenzen angedroht und noch nicht mal gefordert....

    Die FDP kämpft nur da gegen Homophobie, wo es nichts kostet. (um ihre schwulen Wähler zu täuschen, die dann meinen, die FDP würde was für uns tun) Aber andernorts schaut sie tatenlos zu.

    Und das alles auf Kosten der schwulen Opfer weltweit!

    Diese Partei ist echt an Durchtriebenheit und Perversität nicht mehr zu überbieten!!
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#8 HugoAnonym
  • 22.05.2010, 16:16h
  • Bla Bla, mit Worten erreicht man bei solchen Monster nichts, die kennen nur eine Sprache: Gewalt. Heute sind es Homosexuelle, morgen ander Gruppen.
    Sofortige Sanktionen und alle Hilfsgelder streichen.
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#9 MichaelAS
  • 23.05.2010, 06:45h
  • Antwort auf #7 von Flo
  • Die FDP hat auch

    - gegen das AGG gestimmt
    - gegen das LabPartG geklagt

    Die FDP stützt auch Nazis, Diktatoren, Putschisten.

    Damit steht die FDP mindestens genausoweit Rechts aussen wie die CDU/CSU
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#10 KameliendameEhemaliges Profil