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Ein verheirateter australischer Politiker ist von seinem Ministeramt zurückgetreten, weil er bei einem Sex-Saunabesuch von einem Fernsehsender gefilmt worden war.

Reporter von Kanal 7 haben den 51-jährige David Campbell, seit 2008 sozialdemokratischer Verkehrsminister des australischen Staates New South Wales, dabei beobachtet, wie er die Sauna "Ken's" in Kensington bei Sydney verließ und mit seinem Dienstwagen davonfuhr. Die aufgenommenen Bilder wurden am Donnerstag in einer Magazinsendung ausgestrahlt.

Am Freitag erklärte Campbell dann seinen Rücktritt vom Ministeramt aus "persönlichen Gründen". Sein Parlamentsmandat behält er jedoch. Er entschuldigte sich bei seiner krebskranken Ehefrau, mit der er zwei Kinder großgezogen hatte, sowie bei Kollegen und Mitarbeitern: "Das ist eine sehr schwierige Zeit für meine Familie und Freunde und ich bitte Sie, meine Privatsphäre zu achten." In seiner Politikerkarriere hätten "persönliche Entscheidungen" nie "Entscheidungen im öffentlichen Leben" beeinflusst.

Die parlamentarischen Regeln hatte er mit seiner Privatfahrt im Dienstwagen nicht verletzt. Selbst Gouverneurin Marie Bashir erklärte in einem Fernsehinterview, sie benutze ihr Dienstauto für Fahrten zum Supermarkt und zur Kirche. Sie erklärte allerdings auch, dass sie Campbells Fahrt zur Sex-Sauna für nicht angemessen hielt.

Verletzung der Privatsphäre?

Der Fall hat in Australien scharfe Diskussionen über den Schutz der Privatsphäre von Politikern ausgelöst. Campbell war kein Politiker wie der frühere US-Senator Larry Craig, der stets gegen Homosexualität Stimmung machte, dann aber selbst beim Klappen-Sex erwischt wurde (queer.de berichtete). Zur Frage von Homo-Rechten hat sich Campbell dagegen praktisch nie geäußert.

Manche Aktivisten kritisierten daher die Berichterstattung über den Fall scharf: "Ob er schwul, bi, interessiert oder einfach nur verwirrt ist, ist egal", erklärte Alex Greenwich von der schwul-lesbischen Gruppe "Australian Marriage Equality". Die Affäre sei nichts anderes als eine "Hexenjagd gegen Schwule". "Wir müssen beachten, dass in seiner Generation jeder in einem homophoben Australien aufwuchs." Homosexualität wurde im sechstgrößten Staat der Erde erst 1994 legalisiert.

Andere Kommentatoren erklärten, dass ein Politiker höhere moralischen Standards setzen müsse als der Bevölkerungsdurchschnitt. Ein Mann in dieser Position dürfe seine Frau nicht betrügen. Das Diskussionsportal "The Punch" bemängelte etwa, dass Campbell seine Frau und Kinder gerne im Wahlkampf präsentiert und mit diesem - offenbar falschen - Image Wählerstimmen gesammelt habe.

Auch ohne diesen Skandal hätte Campbell wahrscheinlich sein Amt verloren: So war er für ein ambitioniertes U-Bahn-Projekt in Sydney verantwortlich, das im Februar wegen stark steigender Kosten scheiterte. Von der Opposition ist der Minister wegen seiner fehlenden Entscheidungsfreudigkeit oft als "Mister Slow" verspottet worden. (dk)



#1 NicoAnonym
#2 Bet(t)schwesterAnonym
#3 KrawallschwesterAnonym
  • 22.05.2010, 00:31h
  • Antwort auf #1 von Nico
  • Sorry, seit wann können Hetenmänner denken??? Auf jeden Fall ist es für den Politiker einfach nur dumm gelaufen! Trotzdem hätte er ja nicht gleich zurücktreten müssen. Trotzdem hat er einmal in seinem Leben etwas Richtiges getan!
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#4 FloAnonym
  • 22.05.2010, 12:30h
  • Wenn Politiker oder andere Leute sich gegen Schwule engagieren, um von sich selbst abzulenken, finde ich solche Zwangsoutings absolut gerechtfertigt! Damit deren Anhänger sehen, wie verlogen ihre Führer sind.

    Aber bei Politikern, die nicht gegen Schwule hetzen, finde ich solche Zwangsoutings absolut daneben. Das ist ein reiner Akt von Homophobie.
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