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Die Katholische Kirche wird auch am christlichen Feiertag keinen Frieden mit den Homosexuellen schließen. Was wir brauchen, ist ein Weltversöhnungstag.

Von Jürgen Friedenberg

Man stelle sich vor: Der Papst segnet zu Pfingsten im Petersdom fünf Paare gleichen Geschlechts aus den fünf Erdteilen - stellvertretend für alle Schwulen und Lesben der Welt, die nach jahrhunderter langer Verfolgung und Ausgrenzung nun endlich in der Römisch-Katholischen Weltkirche willkommen geheißen werden. Wäre das nicht toll?

Zugegeben, das ist eine kühne Utopie. Kühn, aber nicht undenkbar. Immerhin berichtet das Neue Testament über ein Pfingstwunder, das uns heute schier unglaublich erscheinen mag: die Urchristen, die aus vieler Herren Länder angereist waren, um sich geistlich aufrüsten zu lassen, konnten sich plötzlich mühelos verständigen und verstehen. Wieso? Wohl weil sie "eines Geistes", nämlich einig im Glauben waren. Dann klappt es auch mit der Kommunikation.

Heutzutage haben wir Müh und Not damit. Schwierigkeiten bereiten nicht so sehr die zahlreichen Fremdsprachen, die lassen sich erlernen. Probleme macht die Mehrdeutigkeit jeder Sprache, auch der Körpersprache, und die Begrenztheit der menschlichen Aufnahmefähigkeit und Verarbeitung kommunikativer Signale. Missverständnisse allerorten, Sprachlosigkeit schlägt in Brutalität um. Und wer beherrscht noch die Kunst des Zuhörens?

Früher hatte jeder Tag seinen Heiligen. Da aber die Heiligen aus der Mode gekommen sind, werden viele Tage jetzt kommerziell belegt. Da gibt es den Valentinstag, den Muttertag, den Tag des Kindes - an solchen Tagen gibt man sich menschenfreundlich, aber nur, solange die Kasse stimmt. Was fehlt, ist ein Weltversöhnungstag. Ein Feiertag, an dem die Waffen schweigen und von dem Impulse ausgehen sollten für ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Freiheit.

Aus Gegnern sollten Partner werden

Wenn Juden, Christen, Mohammedaner, Buddhisten, Atheisten, Gläubige und Ungläubige übereinkämen, ihre selbstzerstörerischen Fehden ein für allemal zu beenden, das Lebensrecht und die Eigentümlichkeiten aller Menschen und Völker anzuerkennen und sich auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen - wäre das wirklich zu viel verlangt? Unvorhersehbare Naturkatastrophen zwingen uns, einander zu helfen, um zu überleben. Um Krisen, Konflikte, Kriege zu überwinden, bedarf es darüber hinaus der ehrlichen Versöhnung - aus Gegnern sollten Partner werden. Dann würden Utopien nicht Utopien bleiben.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

38 Kommentare

#1 schwulenaktivist
#2 eMANcipation*Anonym
#3 HandoAnonym
#4 stromboliProfil
  • 22.05.2010, 19:24hberlin
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • ",,,die Urchristen, die aus vieler Herren Länder angereist waren, um sich geistlich aufrüsten zu lassen, konnten sich plötzlich mühelos verständigen und verstehen. Wieso? Wohl weil sie "eines Geistes", nämlich einig im Glauben waren.."
    ... ansonsten sich aber scheints nicht weiter zu sagen hatten, gingen die sprachen und eigenheiten weiterhin eigene wege... .
    Ein weiterer hiweis darauf, wie dünn inhaltlich religion und eben auch insbesondere DIESE trotz 1000jähriger zuvor geleisteter philosophischen anstrengungen war und immer noch ist: aus mangel wurde einfachheit und daraus wiederum ein markenzeichen...Einfalt!
    Deshalb:
    Zu pfingsten wenigstens als sonderangebot ein wenig einübung in den zeitgenössischen satanismus als konkurenzreligion...
    vieleicht dann ein erleuchtungserlebnis nach der dunkelheit der letzen 2000 jahre...
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#5 GeorgFalkenhagenProfil
  • 22.05.2010, 20:15hBremen
  • Klasse Kommentar! Jürgen hat recht: "Wir" sind bereit unseren Sakral-Feinden die Hand zu geben. Trotz oder gerade auch wegen ihrer Schandtaten, die sie nicht nur den Schwulen, sondern auch "Anderen" antaten. Sogar Kindern, wie nun offenbart wird.

    LIEBET EURE FEINDE und WAS DU DEM GERINGSTEN MEINER BRÜDER ANGETAN HAST, DAS HAST DU MIR ANGETAN soll mal jemand gesagt haben.

    Es wird wirklich langsam Zeit, dass der alte Mann in Rom mitmacht. Nur leider, leider hat der ein Verhältnis mit Maria. Ja, Joseph tut mir sogar leid.

    Aber Eines ist gewiss: Der böse, böse Zeitgeist wird darüber hinwegrollen.........
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#6 stromboliProfil
#7 KatholenbasherAnonym
  • 22.05.2010, 21:07h
  • Ein frommer Wunsch, der nie erfüllt werden wird! Dazu muß sich die Katholische Kirche erst auflösen und Buße gegenüber uns LGBTlern tun!
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#8 GeorgFalkenhagenProfil
  • 22.05.2010, 21:51hBremen
  • Tja, Stromboli und Katholenhasser, wir sind eben machtlos. Scheinbar natürlich. Jawoll; wir scheinen auf, so auf Bildschirmen, in Zeitungen etc.

    Dass die Miesepeter im Vatikan, Mekka, Jerusalem - also global - uns (jüngere?) um die GAYNESS beneiden, liegt ja nun offen zutage. Diese ganzen Religionsfanatiker weltweit sind doch am Aussterben!

    Fürchtet Euch nicht~~~~~~~~~
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#9 Liedel
  • 22.05.2010, 21:56h
  • Frieden mit den Homosexuellen? Die RKK?? Ratzinger???

    "Der Krieg wird niemals zu Ende sein, solange noch eine Wunde blutet, die er geschlagen hat" (Böll)
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#10 TobiasAnonym
  • 22.05.2010, 22:24h
  • "Was fehlt, ist ein Weltversöhnungstag. Ein Feiertag, an dem die Waffen schweigen und von dem Impulse ausgehen sollten für ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Freiheit."

    Ein Weltversöhnungstag ist das, was wir brauchen: Der Henker im Iran lockert den Strick den Schwulen, der erhängt werden soll und beide reichen sich die Hand. Die Hinterbliebenen eines von afrikanischen Christen gelynchten Schwulen gehen auf die Mörder zu und teilen gemeinsam ihr Brot. Der Chorknabe, der vom Geistlichen vergewaltigt wurde, vergibt seinem Peiniger und beide fallen sich in die Arme. Und Katz und Maus kuscheln miteinander, die Sonne scheint, die Taliban bauen christliche Kirchen und schwule Jugendzentren und es scheint nur noch die Sonne.

    "Wenn Juden, Christen, Mohammedaner, Buddhisten, Atheisten, Gläubige und Ungläubige übereinkämen, ihre selbstzerstörerischen Fehden ein für allemal zu beenden,"

    Oh ja, die Atheisten darf man nicht vergessen, denn Dawkins, Stalin und Ralf König gehören ja zur selben Mannschaft. Und als Christ wird man ja in fast allen Ländern verfolgt von den bösen Atheisten, die in ihren Kellern Gläubige foltern, denn von Kritik zum Spott bis zur Folter ist ja nur ein kleiner Schritt...

    Herr Friedenberg, Sie müssen nur alles leugnen, was die Beteiligten denken, die Geschichten eines psychotischen, gewalttätigen Gottes in mythischen Geschichten, die Hasspredigten der Fundamentalisten, ihre Blut verschmierten Hände... Und irgendwann ist man dann völlig in der Traumwelt angekommen.

    Ich empfehle einen Blick in die Realität: Fast jedes Menschenrecht musste gegen die organisierten Religionen durchgesetzt werden: Freiheit der Wissenschaft, bürgerliche Freiheitsrechte, Abschaffung der Sklaverei, Frauenrechte und jetzt auch die Rechte von Lesben und Schwulen. Von alleine sind die katholischen Blutorgien der Inqusition, die Verfolgung der Juden, die Morde an Philosophen wie Giordano Bruno, die Quälereien in irischen Waisenhäusern usw. nie zum Ende gekommen. Sie wurden gestoppt durch Humanisten, die kritische Presse, durch das Bewusstsein von Menschenrechten und die Trennung vom Staat und Kirche.

    Herr Friedenberg, wir haben die Antwort auf all diese Dinge und das ist der Humanismus, der sich in Aufklärung und Renaissance entwickelt hat. Das sollte unsere Leitkultur sein, unser moralischer Kompass und unsere Handlungsanweisung.
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