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  • 23. Mai 2010, noch kein Kommentar

Als "tropischen Prog" bezeichnet das englische Quintett den Sound vom neuen Album. Damit stehen sie in England auf Anhieb in den Top-10.

Die Geschichte des zweiten Foals-Albums kann nicht erzählt werden, ohne vom Triumph zu reden, den das Debüt feierte. Mit einer Platzierung auf Position 3 der UK-Charts war "Antidotes" wahrscheinlich eines der exotischsten Alben, die je die oberen Regionen der UK-Charts erreichten. Antidotes war ein spezielles Album, das mit seinen Retro-Gitarren und den eigenartig synkopierten Beats zum Inbegriff des seinerzeit aufkommenden Begriffs "Afro-Beat" wurde und Foals innerhalb kürzester Zeit zum großen Thema in der internationalen Fachpresse machte. Zwei Jahre danach haben Foals eine gewichtige Entscheidung getroffen: Anstatt ihren Sound und das gesamte Outfit der Songs noch weiter zu verdrehen und elaboriertes Chaos zu hinterlassen, haben Foals auf "Total Life Forever" zum Song gefunden. Weniger halsbrecherisch und viel entspannter, entwickeln Foals nun Emotion und Melodie, etwa auf dem ersten Vorab-Track "Spanish Sahara", der auf fast sieben Minuten Länge ein nahezu überwältigendes Anschwellen von Sounds darstellt, die allen Raum haben, sich zu entwickeln.

Youtube | ''This Orient'' aus dem neuen Album

"Die Band begann mit einem ganzen Regelwerk an Vorgaben", blickt Yannis Philippakis zurück. "Das Album 'Antidotes' und wir selbst strotzten nur so von theoretischer Auseinandersetzung, und so haben wir versucht, uns für "Total Life Forever "auf einen naiveren Boden zu begeben und die ganze bewusste Auseinandersetzung auszulassen." Das Ergebnis ist ein Sound, der so überzeugend emotional ist wie "Antidotes" körperlich war. Wo "Antidotes" seine eigene Gegenwart mit massiven Polyrhythmen und gellenden Schreien manifestierte, wirken Songs wie der Opener "Blue Blood", "2 Trees" oder "Black Gold" viel gelöster und lassen dem Hörer Raum die Seele eines Songs Stück für Stück zu ergründen. In "Total Life Forever" hört Yannis - und der Hörer ebenso - wie die alte Art zu schreiben und der alte Weg, die Songs aufzunehmen langsam aber sicher verschwindet, etwa wie die "Leiche eines Wals", die sich nach und nach auflöst - was bleibt, wenn das Fleisch gegangen ist? Verschwindet die fleischliche Substanz des gestrandeten Köpers, oder wird der Abstand zwischen den Rippen größer? Foals haben ihren Sound zurückgenommen und haben ihr Inneres nach außen gekehrt, um nach dem unsichtbaren Menschlichen zu suchen. Und manchmal, wie im nostalgisch-schönen "This Orient", kommt es einem so vor, als könne man hören, wie sich die Vergangenheit in Luft auflöst. (cw/pm)