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Der Diözesanbischof von St. Pölten warnt vor Gruppen schwuler Priester, will einzelne aber nicht komplett vom Priesteramt ausschließen.

Von Norbert Blech

In Priesterseminaren und Teilen des katholischen Klerus soll es regelrechte "homosexuelle Netzwerke" geben. Das behauptet der Diözesanbischof Klaus Küng (nicht zu verwechseln mit dem kritischen Theologen Hans Küng) in einem Interview mit der deutschen katholischen Zeitung "Tagespost" vom Samstag.

Entsprechende Netzwerke könnten ein Kloster oder eine Diözese sogar existenziell bedrohen, sagte Küng. Für eine solche Brüderschaft, "die ganz bestimmte Personen anzieht, andere dagegen abstößt zum großen Schaden der Seelsorge", gebe es nur eine "radikale Lösung: Unter Umständen Schließung solcher Seminare und Klöster mit einem Neubeginn".

Küng wurde 2004 neuer Bischof der niederösterreichischen Diözese St. Pölten, um Vorwürfe von Liebes- und Abhängigkeitsbeziehungen sowie des Besitzes von Kinderpornographie am dortigen Priesterseminar aufzuklären, die zu einem großen medialen Skandal geführt hatten. Der Linzer Weihbischof Andreas Laun forderte damals als Konsequenz, Schwule nicht für die Priesterbildung zuzulassen (queer.de berichtete). Sei ein Kandidat bereits in der Ausbildung, bedürfe es "der Abklärung, ob es sich um vorübergehende und gegebenenfalls therapierbare Versuchungen handelt oder um eine nicht veränderbare homosexuelle Neigung. In diesem zweiten Fall würde ich einen solchen Kandidaten entlassen", so Laun damals.

Kein generelles Berufsverbot

Diesen Schluss will Küng nicht aus den Vorfällen ziehen. In dem "Tagespost"-Interview sprach er sich gegen ein genrelles Aufnahmeverbot für gleichgeschlechtlich orientierte Priesteramtskandidaten aus, forderte aber eine genaue und eingehende Prüfung. Auch wies er Vermutungen zurück, es gebe eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie.

Im Zuge der Missbrauchsskandale in den letzten Monaten hatten einige führende katholische Stimmen diese Verbindung ins Spiel gebracht, darunter mit Kardinal Tarcisio Bertone auch die Nummer 2 im Vatikan (queer.de berichtete). Darauf aufbauend hatte Bernard Fellay, Bischof der Piusbruderschaft, in der letzten Woche ein Berufsverbot für schwule Priester gefordert (queer.de berichtete).



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 LorenProfil
  • 23.05.2010, 16:44hGreifswald
  • Ausgehend von der Überschrift dachte ich schon, Hans Küng wäre mit dem falschen Bein aufgestanden.
    Ähnliche Verschwörungstheorien wie die des Klaus Küng gab es doch seinerzeit bezogen auf Menschen jüdischen Glaubens (und gibt es wohl noch heute).
    Die Geschichte hat gelehrt, welche grausamen Konsequenzen daraus erwachsen können. Da gilt es den Anfängen zu wehren.
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#2 FragenderAnonym
#3 alexander
  • 23.05.2010, 17:17h
  • man kann den innerkirchlichen schwachsinn langsam nicht mehr ertragen !
    was soll allein die frage nach hetero- oder homosexuell orientierten priesteranwärtern ???

    eigentlich ist dieses problem durch das zölibat ohnehin erledigt !!!

    diese deppen begreifen nicht einmal die widersprüchlichkeit ihrer eigenen lehre.
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#4 schwarzmarktAnonym
  • 23.05.2010, 18:27h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • so lang es illegales gibt, gibt es den handel und das handeln mit illegalem.

    das erzeugt netzwerke.

    in der rkk ist sexualität illegal.

    allein deswegen sollte die rkk illegal sein.
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#5 goddamn. liberalAnonym
  • 23.05.2010, 19:07h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Antisemitismus und Homophobie sind strukturelle Zwillinge...

    In Bezug auf Schwule haben solche Verschwörungstheorien auch eine lange Tradition: Siehe die Äußerungen des Journalisten Maximilian Harden bezüglich des Eulenburg-Freundeskreises um Kaiser Wilhelm II. vor über 100 Jahren.

    Erstaunlich ist mal wieder die völlige Schamlosigkeit, mit der unsere frommen Katholen ihre schäbigen Ressentiments austoben können. Erst die Menschen in dunkle Ecken drängen und dann über dunkle Gestalten munkeln. Erst Menschen kaputtmachen und dann auf sie zeigen nach dem Motto: Bist Du aber ein kaputter Typ!
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#6 DidiAnonym
  • 23.05.2010, 19:33h
  • Antwort auf #4 von schwarzmarkt
  • Leider fällt Herr Küng seiner eigenen Ideologie zum Opfer. Angst vor aufrührerisch, aktiv im Untergrund arbeitenden, homosexuellen Priestern. Da möcht man doch den Psychiater bemühen. Ich erlaube mir, hier von banaler Paranoia zu sprechen.
    Erstaunlich, dass solche Ergüsse ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Eigentlich müsste all dies dem Patientenschutz anheim fallen.
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#7 stromboliProfil
  • 23.05.2010, 20:49hberlin
  • Antwort auf #1 von Loren
  • da erleuchtet der pfingstgeist die priesterliche finsternis.
    Paranoia war schom immer ein teil der wesensgrundlage der weltreligionen.. immer verfolgt , immer am rande des abgrundes: antichrist is watching you!

    Wärs doch nur so... schwule kollegs mit permanentem frischfleichnachwuchs..
    ich begegnete mal in firenze einem trupp novizen im schlepptau eines älteren priesters ,die wie perlen aufgereit hintereinander über die strasse schwebten... göttlich; einer leckerer als der andere, und ich dachte bei mir : welche vergeudung an herrlicher natur.
    Jetzt versteh ich die tieferen mysterien hinter dem ganzen...

    aber aus der geschichte lernen heisst auch die dinge zu ändern! Nur so lässt sich die wiederholung verhindern. Das haben wir weder nach den bauernkriegen, der reformation noch nach der franz. revolution geleistet: die welt ändern!
    Und erstaunlich ist die neugefundene anmaßung der rechtklerikalen nicht ; sie haben nur eine weile ihre felder neu bestellt ( siehe der polenpapst) um nun die erste ernte einzufahren...
    Wir, die wir noch damit beschäftigt, emanzipation über steuererleichterung einzuhandeln, werden da lernen, wie zukunft wirklich gestaltet wird...

    Für unsere christlichen mitbrüder und schwestern ein erinnerungsbild zu pfingsten.. :

    www.independent.co.uk/multimedia/archive/00329/Tommaso_Ausil
    i_-_It_329761s.jpg


    so enden schafe, die ihren hirten folgen!
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 23.05.2010, 22:21h
  • Wenigstens erklärt Bischof Küng aus St. Pölten, das kein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie besteht. Soweit so gut...

    ---
    Und er ist generell dafür, dass der einzelne homosexuelle Mann Priester sein darf. Auch da ist er anscheinend dafür, was Ratzinger bekanntlich abgelehnt hat, mit seiner Unterzeichung der neuen Reglen zur Priesteramtsausbildung.

    ---

    Interessant auch das er zugibt, dass es Gruppen schwuler Priester in der Katholischen Kirche im Klerus gibt. Da hat er sogar Recht. In der Vergangenheit gab es viele homosexuelle Geistliche. Die Anzahl nimmt heute ab, da viele homosexuelle Studenten einen anderen Lebens- und Berufsweg gehen. Wozu sollen sie sich noch "gross" hinterm Zölibat verstecken; die Gesellschaft hat sich zugunsten homosexueller Paare um 180 Grad verändert.

    Insesamt aber zeigen die Aussagen von Küng, das er nicht verstanden hat, wie reformbedürftig die ganze Priesterausbildung bei den Katholiken ist.

    Dringend muss das Zölibat für verheiratete Menschen geöffnet werden. Und dringend müssen endlich auch Frauen dieses Amt im Klerus ausüben dürfen.

    Der Altersdurchschnitt katholischer Priester liegt mittlerweile bei über 60 Jahre und wenn die Katholiken so weiter machen mit dem Zölibat und dem Verbot der Frauenordination, dann wird die Katholische Kirche in 30 Jahren mangels Priester vor Ort "ausgestorben" sein.

    Die Katholische Kirchenwelt bedarf dringend einer Klerusreform und eine Änderung bei den Priesteramtsvoraussetzungen.
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#9 xbgAnonym
  • 23.05.2010, 23:31h
  • Herr Küng gibt hier nur die offizielle Position der katholischen Kirche wieder, insofern ist diese Meldung eigentlich nichts besonderes.

    Aus einer Anweisung des Vatikans von 2005:

    "Im Licht dieser Lehre hält es dieses Dikasterium im Einverständnis mit der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung für notwendig, mit aller Klarheit festzustellen, dass die Kirche - bei aller Achtung der betroffenen Personen - jene nicht für das Priesterseminar und zu den heiligen Weihen zulassen kann, die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine so genannte homosexuelle Kultur unterstützen.

    www.huk.org/texte/homosexuelle-nicht-priester-vatikan.htm
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#10 AntwortenderAnonym
  • 24.05.2010, 03:06h
  • Antwort auf #2 von Fragender
  • OK, dann antworte ich mal,

    denn immer wenn's konkreter werden soll (HANDELN !!) ist es vorbei mit der Gesprächigkeit.

    Auch in diesem Forum.

    Andere EU-Länder machen vor, wie es geht - und wenn ich das lese und mit der völligen und verantwortungslosen Untätigkeit in diesem Land vergleiche, in dem Homosexuelle noch vor gar nicht langer Zeit per Nazi-Paragraph verfolgt und terrorisiert wurden (nochmal eine Ecke früher in KZs gesteckt), dann bin ich wieder einmal fassungs- und sprachlos.

    Warum geht sowas bei uns nicht? Weshalb wird es nicht europaweit durchgesetzt?

    The government announced today that schools will be required to record all incidents of homophobic, racist and sexist bullying.

    Schools minister Vernon Coaker said that all schools will be legally required to comply with the new rules from September.

    He said: "Bullying can make children's lives a misery. It can have a lasting impact on young people's future happiness, self-confidence and development and parents are right to be concerned about how it might be affecting their children.

    "I am absolutely clear that bullying of any kind should not be tolerated in or outside of our schools.

    "That's why the government is today announcing new measures to make sure that schools are doing all they can to tackle this issue head on."
    ...
    A report released this year by Stonewall found that teachers reported homophobia to be the most prevalent form of bullying after bullying because of weight. It was found to be more prevalent than racist bullying.

    Pupils suspected to be gay and boys perceived to act or dress in a feminine way were most likely to suffer abuse, followed by pupils who are openly gay.

    Nine in ten secondary school teachers and two in five primary school teachers reported hearing homophobic bullying of children, while Stonewall estimated that 150,000 pupils are affected by the issue.

    www.pinknews.co.uk/2009/12/10/schools-to-record-all-homophob
    ic-sexist-and-racist-bullying/
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