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  • Vom Eurovision Song Contest 2010 aus Oslo berichtet Michael Götz-Pijl täglich exklusiv für queer.de.

    25. Mai 2010, 14 Kommentare

Am Dienstag startet der 55. Eurovision Song Contest mit dem ersten Halbfinale im NDR-Fernsehen - bei der ersten Generalprobe zeigt sich bereits, wer unserer Lena den Titel streitig machen kann.

Von Michael Götz-Pijl

Optisch gibt es was für die Augen: Eine verspielte Grafik löst Nationalfahnen und Länderumrisse in glitzernde Sternchen auf, als ob es nicht darum ging, für sein Land zwölf Punkte zu holen. In Kurzfilmchen spielt die Regie zudem Bilder von Grand-Prix-Fans ein, deren kamerafixiertes Verhalten sowohl Mitschäm- als auch Lachreflexe auslöst. Willkommen bei der ersten Generalprobe des Eurovision Song Contest in Oslo für das erste Halbfinale.

Für die Moderatoren Erik Solbakken, Haddy N'jie und Nadia Hasnaoui ist das Ganze wohl noch etwas zu viel: Ihnen fehlt einen Tag vor dem ersten Halbfinale noch die nötige Leichtigkeit. Statt dessen wirken sie steif, aber eben in Grand-Prix-Tradition klassisch-feierlich. Die Norweger nehmen den Contest eben immer noch sehr ernst!

Unsere Lena hatte frei - sie ist ja als Vertreter eines der großen Eurovisionsländer automatisch für das Finale qualifiziert. Bei den ersten Proben in Oslo hat sie bereits gezeigt, wie unbekümmert sie zur Sache geht. Entgegen der bisherigen Prognosen der Buchmacher stapelt sie tief und sieht sie sich nicht als Top-Favoritin - was viele ihrer Konkurrenten allerdings anders sehen.

Effekthascherei geht weiter

Die meisten Interpreten sind bereits seit einer Woche in Oslo und wissen inzwischen, was zu tun ist - so halten sich die stimmlichen Ausfälle bei der Generalprobe in Grenzen. Dennoch müssen sich einige nach der Generalprobe noch steigern, sonst bleibt der Einzug ins Finale unmöglich. Serbien ist hier zu nennen: Bei Milan Stanković ist leider zu sehr zu erkennen, dass er von der serbischen Version von DSDS stammt - langweilig.

Auch Russlands Peter Nalitch wird es nicht weit bringen: Er füllt mit seiner Stimme die Halle spielend, aber sonst erinnert man sich kaum an ihn. Albanien will immerhin mit Effekthascherei auftrumpfen: Darum sieht Juliana Pasha wohl aus wie die Billigversion von Lady Gaga.

Umso kraftvoller setzen sich dagegen die Bosnier in Szene. Vukasin trägt eine blutrote Jacke, die aus den Nebenschwaden leuchtet. Sein kraftvoller Titel gewinnt durch geschickte Kamerafahrten noch mehr an Fahrt.

Den meisten Applaus erhalten aber Belgien und erwartungsgemäß Island. Der Belgier Tom Dice steht da wie einst Nicole mit Klampfe und trällert bezaubernd "Me and My Guitar". Dabei trägt er eine blaue Weste, die ihm etwas sehr unschuldig-romantisches verleiht. Hera Björk aus Island schwebt dagegen in ihrem wallenden roten Kleid über die Bühne - was viele Fans offenbar in die Nähe der Ekstase rückt.

Griechenland: Keine EU-Hilfe bei Eurovision nötig

Sicher dürfte auch Griechenland mit einem äußerst kraftvollen Auftritt das Halbfinale locker überstehen. Auch die Eröffnungsnummer aus Moldawien hat nichts von seiner Frische aus den Einzelproben eingebüßt, noch einmal etwas Pyrotechnik nachgelegt und sicher ebenfalls ganz gute Finalchancen. Ähnlich beeindruckend in ihrer choreographischen Wirkung sind die Finnen, Kristina aus der Slowakei und Weißrussland.

Im ganzen Trubel gehen die Beiträge aus Estland, Lettland (mit vollkommen absurdem Outfit), Portugal und Mazedonien leider vollkommen unter.

Das erste Semifinale wird vom ehemaligen Ostblock dominiert, der elf der 17 Titel stellt. Hier wird es voraussichtlich wieder zu Klagen mancher (unterlegener) Teilnehmer kommen. Die Norweger versuchen aber ununterbrochen mit ihrem Motto "Share the Moment" klar zu machen, dass Musik alle Menschen verbindet. Klar ist das so - aber muss es andauernd bis zum Abwinken gezeigt werden?

Eurovision im TV:

Dienstag, NDR-Fernsehen, 21 Uhr: Erstes Semifinale des Eurovision Song Contest. Bei diesem Halbfinale darf sich Deutschland am Voting beteiligen.

Donnerstag, Einsfestival, 21 Uhr: Zweites Semifinale

Samstag, Das Erste, 21 Uhr: Finale

Wöchentliche Umfrage

» Eurovision Song Contest: Wo landet Lena?
    Ergebnis der Umfrage vom 25.5.2010 bis 31.5.2010


14 Kommentare

#1 Albaboy
#2 ESC-ManiacAnonym
  • 25.05.2010, 16:29h
  • ch werde mir am Samstag das Finale ansehen und gespannt sein, wie sich das neue Voting auswirkt. In diesem Jahr darf man ja schon nach der ersten Startnummer in die Telefon- und Handytasten hauen und hoffentlich hilft es uns diesmal, nach fünf mageren Jahren wieder in die Top Ten (2004 holte Max Mutze in Istanbul Platz 8) kommen!
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#3 LorenProfil
  • 25.05.2010, 17:22hGreifswald
  • Gelungener und schön ausführlicher Bericht (auch wenn ich -wie könnte es bei Musik anders sein- nicht in allem übereinstimme und auch auf Formulierungen wie "unsere Lena" sehr gut verzichten kann). Auch sehr schöne Bildergalerie.
    Für mich als ESC-Fan darfs am Donnerstag und Samstag gern 2 weitere Artikel dieser Qualität geben. Merci.
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#4 Liedel
  • 25.05.2010, 19:21h
  • Genau (wie meistens) @ Loren

    "Meine" ist die auch nicht, finde die langweilig. Und seit sich Thomas Anders für sie begeistert, weil sie "aus gutem Hause kommt", kann ich auf die verzichten.

    Möge Knorkator wieder auferstehen und den Grand Prix aufmischen. So wie Lordi 2006 Dann lohnt sich das Zuschauen auch wieder!
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#5 JungerSchwulerAnonym
  • 25.05.2010, 19:24h
  • Wow ihr zieht euch den Scheiss echt rein?
    Es gibt eindeutig zu viele Schwule mit schlechtem Geschmack
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#6 LorenProfil
#7 ESC 2009Anonym
  • 26.05.2010, 01:20h
  • Und vergessen ist der ESC-Skandal vom letzten Jahr!

    Eigentlich sollte die schwule Community diese lächerliche, schwulenfeindliche Show kollektiv boykottieren, nach allem, was sich die Veranstalter und die teilnehmenden Länder an Ignoranz gegenüber den eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Moskau damals erlaubt haben.

    Aber über das Quieken bei queer.de kommt die "Empörung" eben nie hinaus. So verändern wir die Welt!

    www.queer.de/detail.php?article_id=10431
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#8 herve64Profil
  • 26.05.2010, 09:22hMünchen
  • Also, dass unsere serbische “Schwester” weitergekommen ist, ist für mich das positivste Ergebnis dieses gestrigen Abends. Und mit Goran Bregovic haben die Serben wirklich auf einen bekannten Komponisten zurück gegriffen (er schrieb unter anderem den Soundtrack zu Emir Kusturicas “Die Zeit der Zigeuner”). Wie auch immer: allein durch die Gestik des Sängers war der Beitrag einfach herzerfrischend hinreissend.

    Was mich persönlich ärgert, ist der Umstand, dass das hervorragende Lied aus der Slowakei auf der Strecke blieb. Anstelle dessen hätte ich lieber auf die allzu grell geschminkte Moldavierin verzichtet (weitere Assoziationen erspar ich mir bezüglich dieses Beitrags besser) oder aber auf die weißrussischen Butterfliegen (ich weiß, dass “Butterfly” eigentlich Schmetterling heisst, aber bei soviel altbackenem, ranzigen Schmalz trifft es meine Assoziativübersetzung wohl besser).

    Was die Leute an diesem belgischen James-Blunt (oder war es Marc Cohn? Zitate von beiden waren ja genug dabei) – Verschnitt finden, ist mir allerdings ein Rätsel: wenn ich amerikanische Songwriter hören will, dann doch bitte die Originale. Analog gilt das auch für Albanien: der Beitrag war mir ZU amerikanisch genauso wie mir der bosnische Beitrag zu mainstreamig war. Da wäre Mazedonien dann doch die bessere Wahl gewesen.

    Was Griechenland betrifft: saugute Mucke. Allerdings hätten sie bei mir Pluspunkte, wenn zumindest die beiden Herren mit den auffälligen Tattoos auf dem Oberkörper sich bis zur Gürtellinie entblättert hätten, damit man auch etwas mehr davon sieht. ;-)

    Tja, und was Island betrifft: obwohl ich den Beitrag persönlich nicht mag, denke ich, dass Hera Björk beim Finale ganz weit oben mitspielen wird, wenn wir nicht sogar schon damit die Siegerin gesehen haben.

    Eine kurze Kritik noch zu Peter Urban: seine Kommentare lassen langsam nach. Wo er z. B. beim estnischen Beitrag “Synthie-Pop à la Human League bzw. OMD” auferstanden hören will, blieb zumindest mir nicht ersichtlich. Vielmehr war der estnische Beitrag eine der zahlreich dargebotenen Schnarchnummern ohne jeglichen Esprit.
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#9 SabbelAnonym
#10 anonymusAnonym
  • 26.05.2010, 10:47h
  • Leute, boykottiert diese Sendung. Habt ihr ein so schlechtes Kurzzeitgedächtnis? Nach der niederträchtigen Behandlung der Aktivisten in Moskau im vergangenen Jahr, nachdem lediglich Guildo Horn (ein heterosexueller Mann) den Mut hatte die Vorgehensweise der Russen öffentlich anzuprangern und nachdem Mark Medlock uns in den Rücken gefallen ist mit seinem heterotrallala Song und als Schwuler k e i n Wort über den Horror in Moskau verlor - da wollt ihr diese Sendung noch unterstützen?
    Das kann nicht euer Ernst sein!
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