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In Sachen Homo-Rechte belegt Deutschland nach einer Berechnung der Homo-Gruppe ILGA Europe auf dem Kontinent den elften Platz von 50 Ländern - Sieger ist Schweden, Verlierer die Ukraine und Russland.

Die International Lesbian and Gay Association bewertet die Position der europäischen Staaten in den Bereichen Diskriminierungsschutz, Anerkennung von Partnerschaften, Recht auf Kindererziehung sowie Kampf gegen Beschimpfungen und Übergriffen aufgrund von Hass. Insgesamt können damit zehn Punkte für den "Rainbow Europe Country Index" erreicht werden.

Auf die volle Punktzahl brachte es lediglich Schweden, mit neun Punkten belegten Belgien, Holland, Norwegen und Spanien gemeinsam Platz zwei. Deutschland erhielt fünf Punkte und teilt sich daher den elften Platz mit Frankreich und Portugal. Bei den Südeuropäern ist allerdings noch nicht die vor einer Woche beschlossene Öffnung der Ehe berücksichtigt.

Punktabzüge für die Bundesrepublik gab es wegen des fehlenden Homo-Schutzes in der Verfassung, dem Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare sowie den Benachteiligungen im Adoptionsrecht.

Bis zu vier Punkte konnten auch für eine negative Gesetzgebung abgezogen werden, etwa bei einem ungleichen Schutzalter, dem Verbot von schwul-lesbischen Versammlungen wie CSDs sowie dem Generalverbot von Homosexualität, das allerdings in Europa nur im türkisch besetzten Teil Zyperns ausgesprochen wird. Da dieser Teilstaat nicht völkerrechtlich anerkannt wird, fließt er nicht in die Rangliste ein.

Ganz unten auf der Rangliste stehen mit je minus zwei Punkten Russland und die Ukraine. Minus eins erreichten die Türkei, Moldawien und Weißrussland. Auf null Punkte brachten es zehn Länder, darunter Polen, der Vatikanstaat und Liechtenstein. Die Schweiz liegt mit vier Punkten auf Rang 14, Österreich mit drei auf dem 19. Platz.

Die International Lesbian and Gay Association ist ein weltweiter Dachverband aller schwul-lesbischen Organisationen. Derzeit gibt es zirka 560 Mitgliedsorganisationen aus 90 Ländern. Allein aus Europa stammen mehr als 200 Organisationen. (dk)



#1 PolitiXXXerAnonym
  • 26.05.2010, 14:15h
  • Was mich erstaunt ist, daß in den Top Ten dieses Rankings der Pyrenäenstaat Andorra vertreten ist! Mit Homorechten bringe ich dieses Land nicht in Verbindung, weil es politisch kaum beachtet wird. Die Spanier werden auf jeden Fall traurig sein, da Andorra sich vom ESC zurückgezogen und Spanien immer 12 Punkte vergeben hat.
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#2 ChristineAnonym
  • 26.05.2010, 15:17h
  • Da Portugal aufgrund seiner neuesten Homo-Rechte-freundlichen Politik eigentlich vor und nicht nach Deutschland eingeordnet werden müsste, lägen wir auf Platz 12. Das bedeutet, dass 5 Länder mit überwiegend römisch-katholischer Bevölkerung und 6 Länder mit überwiegend evangelischer Bevölkerung vor uns liegen. Was heißt das? Diese Länder sind demokratie- und minderheitenfreundlicher. Oder: In Deutschland scheinen die Nachwirkungen des Nationalsozialismus mit Verfolgung und Ermordung von Schwulen und/oder der Einfluss des Vatikans stärker auf die aktuelle Politik einzuwirken als im sonstigen Europa? Für diese beiden Haupteinflüsse spricht auch das noch schlechtere Abschneiden Österreichs auf dem 19. Platz. Offenbar wirkt sich eine Nazi-Vergangenheit stärker aus als rein-katholisch geprägter Glauben der Bevölkerungsmehrheit wie z.B. in Spanien, Portugal, Andorra oder Belgien? Oder der verlängerte Arm der katholischen Kirche in die Politik hinein ist in den dortigen Ländern nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland und Österreich? Was mir noch auffällt: die große Mehrheit der besonders homofreundlichen Staaten sind parlamentarische Monarchien. Was das nun für eine Bedeutung hat? Wird dort der Einfluss der Kirchen durch den "Glauben" an die Königshäuser zurückgedrängt? Sind die entsprechenden Königshäuser besonders modern und tolerant? Machen europäische parlamentarische Demokratien vorwiegend dann minderheitenfreundliche Politik, wenn die Staatsoberhäupter Könige und Königinnen sind, aber vom Volk weiterhin "geduldet" werden. Schon seltsam. Vielleicht liegt es auch an überzeugenden modernen Politikern, die unabhängig von der Staatsform und den Hauptglaubensrichtungen gleiche Rechte für alle Einwohner durchsetzen wollen und können. In Deutschland und Österreich scheint hier ein Mangel zu herrschen.
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#3 LorenProfil
  • 26.05.2010, 15:57hGreifswald
  • Deutschland erhielt 5 von 10 möglichen Punkten.
    Es ist also noch einiges zu tun.
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#4 WallensteinAnonym
  • 26.05.2010, 17:12h
  • Antwort auf #2 von Christine
  • Die Feldzüge und Schlachten fanden überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches statt. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch die durch sie verursachten Hungersnöte und Seuchen verheerten und entvölkerten ganze Landstriche. In Süddeutschland etwa überlebte nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige vom Krieg betroffene Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich von dessen Folgen zu erholen.
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#5 Katrin
  • 26.05.2010, 17:19h
  • Der fehlende Homo-Schutz in der Verfassung sorgt dafür, dass andere Rechte ignoriert werden können. So dürfen verschiedene Organisationen wie die Kirchen durchaus Mitarbeiter kündigen. Dies findet in der Berechnungnung keine Berücksichtigung, weil man Deutschland keine Benachteiligung unterstellt. Es fehlt auch dass Homo-Verbindungen eine Strafsteuer zahlen müssen und dass Gerichtsurteile schlichtweg ignoriert werden. Deutschland ist also sehr gut weggekommen.
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#6 Katrin
  • 26.05.2010, 17:29h
  • Antwort auf #2 von Christine
  • In Deutschland haben wir eigentlich nicht mehr Nationalstolz oder auch Nazi Strömungen als in anderen Ländern und auch die Kirchen sind in anderen Ländern gleich stark oder stärker in ihrer Position. Daran kann es also nicht unbedingt liegen, dass Deutschland weniger homofreundlich ist als die Katholischen Länder oder England. Vielleicht sind die anderen Nationen auch nur gelassener was die Hetze aus Politik und Kirche angeht und damit weniger anfällig dafür ihre Mitmenschen zu diskriminieren. Würde die österreichische Lage erklären: "Deutsche Borniertheit wird mit südlichem Elan umgesetzt".
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#7 stromboliProfil
  • 26.05.2010, 18:26hberlin
  • Antwort auf #2 von Christine
  • wie wärs mit einfacher geschichtsbetrachtung?
    portugal, spanien z.b. haben ihre jeweiligen faschistischen diktaturen selbst entsorgt... was immer auch aufarbeitung bedeutet... Deutschland/österreich hat diese arbeit nie aus sich selbst geleistet, sondern als von aussen aufgezwungen begriffen.
    Und der faktor, dass katholische kirche unmittelbar träger und komplize der faschsitischen regime waren, führt zu einer inneren distanzierung zur kirchlichen beanspruchung von leitkultur und moral...
    Das haben dann auch die frauen im hintersten kirchlichen schrein verstanden: über den eigenen körper verfügen können, ist ein entscheidender schritt hin zur unabhänigkeit... die kirche z.b. predigt da gegen wände wenns um abtreibung und pille als verhütung geht. Sonntags geht man dann zur messe , beichtet und lässt sich ein paar ave marias aufbrummen So erodiert das schwert gottes und macht platz für eine übergangssituation.

    Moderne königshäuser...? Die spanische königin hat doch gerade eine attacke auf homoehen und öffentlicher zuschaustellung schwuler geritten...und belgien ist da keinen deut besser... streng katholisch ; Aber, sie halten sich aus den entscheidungen heraus, verstehen sich als staatsbildende institution nicht als bestimmende! Daran kanns also auch nicht liegen. Die konstituellen königshäuser haben da eine andere, verbindende funktion, die aber nicht den liberalen konsens einer gesellschaft ausmachen.
    Italien hat eine persönlichkeitsspaltung , was den umgang mit kirche angeht! Der einfluß ist unbestritten in der politk, aber im persönlichen lebensraum immer stärker zurückgedrängt. Dafür sprechen daten wie italien mit einer der höchsten abtreibungsrate im EU bereich und die scheidungsraten nordische verhältnisse erreichen... Und das, obwohl der papst quasi in jede wohnung italiens reinschaut mit hilfe seiner scheinheiligen und madonnenerscheinungen... patre pio ist so ein ewig gestriges beispiel.. der steht selbst in wohnungen von kommunistischen parteimitgliedern... Vieleicht dies die erklärung für die italienischen verhältnisse
    Im süden also eine loslösung vom übermächtigen einfluß der kirche bis in die intimste privatsphäre, im norden eine geordnete beaufsichtigung durch einen dezenten klerus.. in beiden zonen aber weiterhin sehr wohl einflußreich. Es wäre ein irrtum anzunehmen, dass kirchen auf einflußnahme verzichten, sie gewichten aber unterschiedlich.
    Und die nordischen nationen haben die armutsfrage zudem anders , pragmatisch protestantisch gelöst; der süden armut als ein gottesurteil verstand und in massen auswanderte, wenn nicht kolonien vorhanden...

    Armut aber ursache für soziale ignoranz... wohlstand eher für soziale akzeptanz steht...
    Da würde ich auch die überraschenden ergebnisse sehen: Die erleben eine aufstiegssituation, die seinesgleichen in den letzten 150-200 jahren sucht... wirtschaftlicher aufschwung ( auch wenns monitär momentan kracht..) der von aussen in die regionen hineingetragen wird.. das macht den wunsch nach änderungen verständlich.. und änderungen nimmt man dann auch für andere hin!
    Bei uns weht der wind seit den 90zigern in die andere richtung: gewohnt der motor der europäischen nationen zu sein, sehen wir uns plötzlich in einer bedrängten situation. Keine harte mark mehr, die auch inneren freiraum schaffen konnte .. schließlich sind auch schwule letztendlich konsumenten. Eher schließt sich da der spielraum für uns.
    Und wie schwule akzeptanz wirtschaflich sich entwickeln kann, hat herve64 im threat backstreet boys.. unter #13 sehr bildlich beschrieben...
    Und ich denke, da haben wir des rätsel lösung... wir sind dort in den "führungsländern" nützliche pausenfüller mit entsprechendem kaufkraftspotential!
    Wehe wenn die steuerangleichungen euroweit durch.. dann übernehmen wir mit der dazugewonnen kaufkraft die meinungshoheit
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#8 stephan
  • 26.05.2010, 19:24h
  • Platz 11 - verdammt peinlich für ein Land, dass in der Rechtsnachfolge des NS-Regimes steht und auch danach Schwule strafrechtlich hart verfolgt hat ... und sich bis heute weigert die Unrechtsurteile aufzuheben und die Diskriminierung zu beseitigen!

    Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass sich diese Gesellschaft bis heute für ihre Verbrechen nicht schämt, die Gesellschaft nicht und insbesondere nicht die sog. politischen Eliten. Aber es ist auch klar, wer die unverschämten Blockierer sind: CDU/CSU.

    Ohne hier etwas gleichsetzen oder Ressentiment schaffen zu wollen: Andere Opfergruppen - z.B. die jüdischen Mitbürger - würden angesichts dieser Platzierung wohl Sturm laufen, die Bundesrepublik resp. die Union würde es sich auch nicht trauen, so mit ihnen umzuspringen!
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#9 seb1983
  • 26.05.2010, 20:56h
  • 11 von 50, naja, war in etwa zu erwarten, immerhin vorderes Drittel in der Champions League der Homoliga Europa.
    5 von 10 Punkten bedeutet erst Halbzeit bei der Gleichberechtigung.

    Wenn sich schon einige beschweren was 12 Jahre Naziterror in Deutschland und Österreich ausmachen kann mal nen Blick nach Osteuropa werfen, was Jahrzehnte Kommunismus angerichtet haben. Letzte Plätze!
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#10 LoeweBoy1987Anonym
  • 26.05.2010, 21:42h
  • Antwort auf #9 von seb1983
  • Mich wundert es, dass "wir" platz 11 behalten. Macht Deutschland weiter so, dann rutschen wir weiter ab. Schreitet es schneller voran, haben wir Aufstiegsmöglichkeiten in sachen Homorechten, aber es muss sich noch einiges tun um als positiveres Beispiel voran zu gehen, denn als Vorzeigeland in sachen Homorechte haben wir längst an Boden verloren und einiges gut zu machen um an die Spitze zu kommen. Aber bei Merkel & co. sehe ich "schwarz".
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