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Im Verfahren um sexuelle Nötigung hat die Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungen sowohl gegen den früheren DFB-Funktionär Manfred Amerell als auch gegen Schiedsrichter Michael Kempter und drei weitere Referees eingestellt.

Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag. Der 27-jährige Kempter hatte zuvor den 63-jährigen Amerell sexueller Übergriffe beschuldigt. Drei weitere ungenannte Schiedsrichter haben daraufhin ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Amerell erhoben. Dieser bestritt die Anschuldigungen jedoch und verklagte die vier Männer wegen Verleumdung.

Dieser Fall lief nun komplett ins Leere: "Die Vernehmungen und die Auswertung des SMS- und Email-Verkehrs zwischen den Verfahrensbeteiligten haben keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschuldigte bewusst einen Widerstand der vier Schiedsrichter gegen seine sexuellen Handlungen überwinden musste", hieß es in der Begründung der Staatsanwälte. Umgekehrt könne auch nicht nachgewiesen werden, dass die vier Schiedsrichter in der hitzigen Auseinandersetzung bewusst gelogen haben.

Scharfe Kritik am DFB

"Das ist ein Freispruch erster Klasse", erklärte Amerell in einer ersten Reaktion gegenüber dem Sportinformationsdienst (SID). Homo-Aktivisten hatten im Vorfeld des Prozesses insbesondere das Krisen-Management des Deutschen Fußballbundes kritisiert. So zwang DFB-Chef Theo Zwanziger Amerell aus dem Amt, obwohl seine Schuld nie bewiesen wurde (queer.de berichtete).

So sieht auch Corny Littmann, der scheidende scheidende Präsident des Erstligisten FC St. Pauli, die Schuld in der homophoben Haltung des DFB: "Schwule Schiris sind nicht wohlgelitten im deutschen Schiedsrichterwesen, wenn sie sich offen verhalten", erklärte er im Februar (queer.de berichtete). Kempter beteuerte dagegen in der "Bild"-Zeitung seine Heterosexualität (queer.de berichtete). (dk)



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14 Kommentare

#1 Katrin
  • 26.05.2010, 17:07h
  • Es ist schon traurig, dass man in Deutschland Menschen mit angeblicher Homosexualität verleumden kann und dass die Presse eine Schlammschlacht daraus macht. Wir sind also wieder im Kießling-Zeitalter angekommen. Jahrzehnte rechter Propaganda von CDU/CSU, FDP und SPD und den religiösen Eiferern beider Konfessionen haben ihre Wirkung nicht verfehlt.
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#2 SchiriAnonym
  • 26.05.2010, 17:21h
  • War doch klar, die 4 Schiedsrichter haben was mit dem Alten angefangen um sich einen Vorteil zu verschaffen und der war scharf auf Frischfleisch.
    Also war es eine gegenseitige Ausnutzung.
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#3 MarioAnonym
#4 Consummātum estAnonym
#5 brittaAnonym
  • 26.05.2010, 18:04h
  • Antwort auf #3 von Mario
  • Was für ein haarsträubender und absurder "Vergleich"!

    Du scheinst keine Ahnung davon zu haben, dass die (hetero)sexuelle Belästigung von Frauen in der Arbeitswelt nach wie vor gang und gäbe ist.

    Wenn Fußballmannschaften auf Ausfahrt sind, dann gehören sexistische und an Nötigung grenzende Anmachen gleichsam zum guten Ton.

    Aber wehe, irgendwo kommt eine homosexuelle Beziehung zwischen erwachsenen Männern zum Vorschein - dann kann es sich natürlich nur um die sexuelle Belästigung seitens einer notgeilen alten Schwuchtel handeln!
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#6 MarioAnonym
  • 26.05.2010, 18:44h
  • Antwort auf #5 von britta
  • Es deutet darauf hin das es beides war. Eine homosexuelle und einvernehmliche Beziehung zwischen zwei schwulen/bisexuellen Männern aber gleichzeitig eine Machtausnutzung.
    Und weil es um das Millionengeschäft Fußball geht ist es nunmal wichtig zu untersuchen ob Begünstigungen und Spielmanipulationen vorliegen könnten oder nicht!

    Das der DFB dabei sehr falsch agiert hat finde ich aber auch.
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#7 LorenProfil
  • 26.05.2010, 18:55hGreifswald
  • Verwirrendes Ergebnis der Staatsanwaltschaft:

    Vier Schiedsrichter verklagen Amerell wegen sexueller Nötigung. Dem war nicht so, stellt die Staatsanwaltschaft fest.

    Amerell verklagt die Schiedsrichter wegen Verleumdung. Dem war auch nicht so, stellt die Staatsanwaltschaft fest.

    Also hat Herr Amerell niemand sexuell genötigt, aber die, die dies Herrn Amerell vorwerfen, haben nicht vorsätzlich die Unwahrheit gesagt?

    Wie gesagt, verwirrend. Oder habe ich da etwas missverstanden?
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#8 antos
  • 26.05.2010, 18:59h
  • Antwort auf #5 von britta
  • "Aber wehe, irgendwo kommt eine homosexuelle Beziehung zwischen erwachsenen Männern zum Vorschein - dann kann es sich natürlich nur [usw.]"

    Ja, "natürlich". - Das Problem bei solchen moralistischen Interpretationen ist: Realität scheißegal. Aber wie soll man auch Wirklichkeitssinn einfordern, wenn man ihn doch leider meist nur dann erahnen kann, wenn er fehlt.

    Erinnern wir uns bitte kurz: Kempter - einer der 'erwachsenen Männer' - hatte diese schmierige Affäre ausgelöst und Amerell zunächst gegenüber DFB-Funktionären, später dann auch öffentlich der sexuellen Belästigung in drei Fällen bezichtigt.
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#9 EnyyoAnonym
  • 26.05.2010, 19:02h
  • "Die Vernehmungen und die Auswertung des SMS- und Email-Verkehrs zwischen den Verfahrensbeteiligten haben keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschuldigte bewusst einen Widerstand der vier Schiedsrichter gegen seine sexuellen Handlungen überwinden musste"

    Das heisst doch ganz klar, dass alle ihren Spass miteinander hatten! Also scheint's doch recht warm im Profifussball zu sein!?

    @5 (Britta): es mag sexuelle Belästigung von Frauen durch heterosexuelle Männer geben - die Frauen sind dann aber, zumindest wenn's keine Zeugen gibt, immer diejenigen, die am längeren Hebel sitzen.

    Und Rufmordkampagnen wegen angeblicher Belästigung sind sicher nicht so selten - der Mann hat so gut wie keine Chance.

    Sollte gar eine Frau die Situation ausnutzen, einem Mann zu nahe zu treten - wie groß sind dessen Chancen, das publik zu machen bzw. sich rechtlich dagegen zu wehren, z.B. wenn es eine Vorgesetzte ist, die Grenzen überschreitet?
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#10 Cui bono? Anonym