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  • Vom Eurovision Song Contest 2010 aus Oslo berichtet Michael Götz-Pijl täglich exklusiv für queer.de.

    27. Mai 2010, 8 Kommentare

Am Donnerstag werden zehn weitere Kandidaten ihr Ticket für das Grand-Prix-Finale lösen - leider stehen wenige Überraschungen an.

Von Michael Götz-Pijl

Beim Eurovision Song Contest muss ja nicht die Fernsehshow neu erfunden werden, aber ein wenig Originalität würde den norwegischen Gastgebern gut zu Gesicht stehen: Die Moderationsabläufe und -texte sind bei der Generalprobe am Mittwoch im Vergleich mit dem ersten Halbfinale nahezu unverändert altbacken geblieben. Schade. Den trockenen britischen Humor, den das Moderatoren-Trio wohl anstrebt, versteht aber kaum jemand.

Technisch war die Show aber praktisch einwandfrei: Wie bereits im ersten Halbfinale gab es nur wenige Pannen, eher so manchen ästhetischen Fehlgriff: Etwa bei den türkischen Jungs von maNga, die 2009 den MTV Europe Music Award gewonnen haben. Ihr Song "We could be the same" (Wir können gleich sein) gleicht auf der Bühne eher einer pyrotechnischen Vorführung - regelmäßig sprühen Feuerfontänen. Dazwischen spaziert ein Roboter umher, der sich kurz vor dem Ende des Liedes in eine aufreizend gekleidete Frau verwandelt.

Auch die Armenier setzen auf Overkill: Eva Rivas erzählt mit Ihrem "Apricot Stone" (Aprikosenkern) zu viele Parallelgeschichten auf der Bühne. Es gibt einen Tänzer mit antiken Wasserkrug, einen Flötenspieler sowie einen überdimensionalen Aprikosenkernchor in historischen Kostümen. Das Lied verkommt hier zur Nebensache.

Die litauische Gruppe InCulto, eine Art Standupcomedy-Improvisationsband, verlässt sich hingegen zu sehr auf einen albernen Gag: Während "Eastern European Funk" geträllert wird, ziehen sie blank und stehen - nein, nicht nackt - sondern in glitzernden Hotpants auf der Bühne. Trotzdem ist der Auftritt kraftlos, aber zumindest stimmt der Spaßfaktor.

Drip Drop: Topp oder Flop ?

Die von Buchmachern favorisierte Safura aus Aserbaidschan legte eine routinierte, aber zugleich auch recht bieder-konservative Inszenierung hin. Die Tanzeinlagen für ihren Song "Drip Drop" wirken einstudiert und sind zähflüssig. Ihre angeblichen 17 Jahre glaubt man ihr auch nicht zwingend. Dennoch spendete das Publikum brav Applaus. Von Euphorie war allerdings wenig zu spüren.

Ähnlich bieder ist der tantenhafte Auftritt von Sieneke aus den Niederlanden, die ihr Liedchen "Ik ben verliefd" (Ich bin verliebt) fröhlich in einem weißen Sportanzug sang. Die Inszenierung mit einer überdimensionalen Orgel und tanzenden Puppen ist sehr drollig.

Michael von der Heide, das Segelohr aus der Schweiz, trug ganz im Sinne seines Songs "Il pleut de l'or" (Im Goldregen) einen goldenen Anzug, in dem er sehr adrett aussieht. Der schwule Eidgenosse überraschte positiv: Sein Auftritt ist überzeugend und wirkt sehr frisch und locker. Der Song fängt langsam an, während sich Michael im Kreise seiner Backgroundsängerinnen versteckt. Dann tritt er hervor und tanzt wie ein Teenager über die Bühne, bis der pyrotechnische Goldregen ausgelöst wird.

Schwer einzuschätzen sind Schweden und Zypern. Beide Titel sind wunderbar inszeniert und wirken für sich überzeugend. Es besteht aber die Gefahr, dass sie neben der Konkurrenz überhört werden. Sowohl Schwedens Anna als auch Zyperns Jon Lillygreen sieht man ihre Freude über ihren Auftritt beim ESC deutlich an.

Auch Bulgarien und Kroatien geben alles, inszenieren schöne Bilder auf der Bühne und sind auch stimmlich voll da. Ihnen fehlt allerdings das gewisse Etwas. Übertrieben haben es diesmal die Georgier: Aus einer stillen georgischen Ballade wird eine wilde Tanzperformance, die mit der ruhigen Melodie nur bedingt harmoniert.

Zu den stärksten Sängern dieses Halbfinales gehören sicherlich Harel Skaat aus Israel und Aljosha aus der Ukraine. Aussichten aufs Finale hat aber wohl nur Israel: Harel füllte mit seiner hochemotionalen Ballade die große Halle spielend. Das schafft zwar auch Aloysha, ihr Titel ist aber zu sperrig und anspruchsvoll für diesen Wettbewerb.

Den souveränsten Eindruck dieser Probe hinterließ Niamh Kavanagh aus Irland, die voller Stolz und mit großer Stimme ihre Ballade vortrug. In ihrem violetten, swarovskiverzierten Kleid sieht sie wundervoll aus und lässt keinen Zweifel daran, dass sie Irland aus der Eurovisionskrise führen will.

Wer seinen Favoriten am Donnerstagabend aus Deutschland unterstützen will, sieht übrigens in die Röhre: Jedes Land darf nur bei einem Halbfinale abstimmen. Erst am Samstag haben die Deutschen wieder die Qual der Wahl - aus 24 Konkurrenten unserer Lena.



#1 Männer sind geilAnonym
  • 27.05.2010, 15:23h
  • Ich glaub's ja nicht.

    Endlich mal Männer, die in kurzen Höschen ihre knackig-muskulösen Beine zeigen.

    Dafür verdienen sie ja fast den Fortschrittlichkeitspreis des Jahres, denn sowas sieht man in dieser auf Östrogenkörper abgerichteten zwangsheterosexuellen Gesellschaft für gewöhnlich nicht.
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#2 bananasEhemaliges Profil
  • 27.05.2010, 16:18h
  • Ich glaubs auch nicht, weiße Tennissocken vom "Woolworth-Wühltisch" Der Supergau. Schwul sind die nicht, höchstens billig. Die Typen meine ich, naja, die Socken auch.
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#3 ESC-ManiacAnonym
  • 27.05.2010, 16:34h
  • Sollte Litauen scheitern, dann ist das Baltikum gar nicht im Finale am Samstag vertreten. Estland und Lettland schieden schon am Dienstag aus. Denke, daß Irland, Israel, Aserbaidschan, Armenien und Kroatien sicher ins Finale kommen und vielleicht schaffts die Schweiz ja auch! Wer weiß, wer weiß?
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#4 brittaAnonym
  • 27.05.2010, 20:13h
  • Schon erstaunlich:

    www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,697156,00.html

    Hätten die Medien und die schwule Community mal vor einem Jahr auch nur ansatzweise um die eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Moskau, die der ESC sowie alle teilnehmenden Länder kollektiv unter den Teppich gekehrt haben, einen solchen Rummel veranstaltet !!!

    Lieber sorgt man dafür, dass diese widerlich ignorante Veranstaltung weiter gepusht wird, als ob nichts gewesen wäre.
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#5 Männer sind geilAnonym
#6 seb1983
#7 neonAnonym
  • 28.05.2010, 03:19h
  • Antwort auf #4 von britta
  • man sieht es doch überall:

    schwule fühlen sich wohl in der rolle der menschen zweiter klasse und als idioten der heten.

    würde das sonst in deutschland auch nur einen einzigen tag so weitergehen wie bisher???
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#8 bananasEhemaliges Profil
  • 28.05.2010, 07:14h
  • Antwort auf #5 von Männer sind geil
  • Ich weiß nicht wo Du lebst, aber du scheinst ja ein mächtiger Frauenhasser zu sein -Bushido ? Mir hat noch keine Frau Ihren Schenkel entgegengestreckt. Klingt wohl eher nach Frust.
    Die ganze Veranstaltung ist ein Witz. Aber gut so, wir amüsieren uns jedes Jahr prächtig. Blödelfernsehen auf der ARD, warum nicht. Jedenfalls sehen diese Typen eher aus wie Heten vom Ballermann.
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