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Das Homo-Verbot im US-Militär wackelt: Am Donnerstag stimmten ein Senatsausschuss und das Plenum des Repräsentantenhauses für die Aufhebung des 17 Jahre alten Gesetzes.

Der demokratisch kontrollierte Verteidigungsausschuss im Senat votierte mit 16 gegen zwölf Stimmen für eine Aufhebung des "Don't ask, don't tell"-Gesetzes, das besagt, dass Schwule und Lesben nur im Militär dienen dürfen, wenn sie ihre sexuelle Identität geheim halten. Das Repräsentantenhaus hat das Ende des Gesetzes bereits eingeleitet: Die Parlamentskammer votierte mit 234 gegen 194 Stimmen für ein Ende der Diskriminierung. Die Abstimmung erfolgte weitgehend nach Fraktionszugehörigkeit: Nur fünf der 173 teilnehmenden Republikaner unterstützten die demokratische Mehrheit. Von den 255 Demokraten votierten 26 gegen die Gesetzesaufhebung.

Nun muss das Ende des Verbots noch vom Senat bestätigt und vom Präsidenten unterzeichnet werden. Barack Obama freute sich über das Ergebnis: "Diese Gesetzesinitiative wird dabei helfen, unsere Streitkräfte stärker und offener zu machen. Schwule und Lesben können bald ehrlich und mit Anstand ihrem Land dienen." Homo-Aktivisten hatten zuvor beklagt, dass Obama als Präsident zu lange gewartet hat, bis er die Aufhebung des Gesetzes in Angriff nahm. Im vergangenen Jahr wurden daher nochmals mehr als 400 Soldaten wegen Homosexualität aus den Streitkräften entlassen.

Daher begrüßen Homo-Gruppen jetzt umso enthusiastischer die Abstimmungsergebnisse: "Das ist der Anfang vom Ende eines beschämenden Verbots, das unsere nationale Sicherheit geschwächt hat", erklärte Joe Solmonese, Chef der Human Rights Campaign.

"Respektlos"

Gegner sehen sich dagegen überrumpelt: "Ich habe Sorgen, weil viele Mitglieder der Streitkräfte eine solche Gesetzesänderung als respektlos ansehen", erklärte etwa Senator Jim Webb. Zuvor hatten hochrangige Militärs vor einem Ende von "Don't ask, don't tell" gewarnt, weil offen schwule und lesbische Soldaten ihrer Meinung nach den Zusammenhalt der Truppe gefährdeten.

Auf dem amerikanischen Kontinent sind die USA derzeit eines von wenigen Ländern, die Schwule aus dem Militärdienst ausschließen. Dazu gehören etwa die autoritären Regime in Kuba und Venezuela sowie Jamaika, das Homosexualität mit zehn Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit bestraft. Das US-Gesetz geht auf das Jahr 1993 zurück, als Bill Clinton als Kompromiss zum bisherigen Totalverbot für Homosexuelle die "Don't ask, don't tell"-Regelung vorschlug. Eine geplante Komplettaufhebung des Verbots konnte Clinton damals politisch nicht durchsetzen. Das Gesetz sollte eigentlich Schwule und Lesben vor Outings schützen; vielmehr setzte aber eine Hexenjagd auf homosexuelle Soldaten ein, die mit aller Macht versuchen mussten, ihr Privatleben zu verheimlichen.Insgesamt hat das Militär aufgrund dieses Gesetzes über 13.000 Militärangehörige vor die Tür gesetzt. (dk)



10 Kommentare

#1 MarekAnonym
  • 28.05.2010, 12:34h
  • Dass das Militär demokratisch beschlossene Änderungen (so sie denn kommt) als "respeklos" ansieht, zeigt deren gefährliches Demokratieverständnis.

    Und wenn die Abschaffung wirklich "die Moral" und "den Zusammenhalt" beim Militär gefährden würde, sollte man eher mal darüber nachdenken, was da grundsätzlich schiefläuft. Anstatt die Opfer weiter zu stigmatisieren, sollte man eher dafür sorgen, dass diese menschenverachtende Gesinnung beseitigt wird.
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 28.05.2010, 14:43h
  • So damit ist dann zumindest das Thema endlich nach Jahren (!!!) erfolgreich zu einem Ende gebracht. Barack Obama wird sicherlich unterzeichnen und Ende des Jahres dürfte dann nach dem Erscheinen der Studie des Pentagons endlich Schluss sein.

    Damit haben alle Armeen innerhalb der NATO-Verbündeten mit Ausnahme der Türkei, die generell homosexuelle Menschen beim Militärdienst ausmustert, Regelungen, wonach homosexuelle Soldaten offen in der Armee tätig sein dürfen. Das wurde echt Zeit in den USA !!!
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#3 Tim_ChrisProfil
  • 28.05.2010, 16:12hBremen
  • Es wird Zeit, dass dieses diskriminierende und menschenunwürdige Gesetz abgeschafft wird.
    Aber vor dem großen Jubel, muss das tatsächliche "Aus" erst mal in trockenen Tüchern sein. Wie heißt es doch so schön: man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
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#4 Angry Gay ManAnonym
  • 28.05.2010, 17:50h
  • Na hoffentlich gehört das Homoverbot im Militär der USA jetzt endgültig der Vergangenheit an! Die tumben Republikaner sollen ihren Segen geben und die Klappe halten!
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#5 AmiInBerlinProfil
  • 28.05.2010, 19:17hBerlin
  • Here I am again, writing in English because I can express myself better, but I can totally understand everything written in German.
    The article is correct about what has happened, but leaves out the next steps in the process, as it is not entirely certain that the end of "DADT" is near.
    First, the House simply voted on this as an amendment to the Defense Authorization Bill. (Which is basically all funding for the military. Congress rarely passes individual, small bills -- everything is lumped together into huge packages. If this were voted on by itself, it would likely never pass.) They must also pass the entire bill before it can move on.
    Second, the entire Senate must also vote on this. Since the Armed Services Committee added this to the bill, it could be removed on the floor of the Senate (the "Plenum"), but would require 60 votes.
    On the other hand, the Republicans could filibuster the entire bill, meaning it couldn't even come up for discussion. To stop that would require 60 votes as well. But, if they did that, the military future budget would, in effect, be 0, since it would have no spending authorization. To reach the 60 votes required to move beyond a filibuster requires all Democrats, the independents, and at least 1 Republican. Since the Senate is always more conservative than the House (for some reason), and based on the House vote, it is unclear whether all Democrats and any Republicans will vote for the Senate Authorization Bill if the end of DADT is included. On the other hand, to vote against the Authorization Bill could be seen as "non-patriotic" come the November, 2010 elections, so it is likely that at least some Republicans will vote for the bill. (Military Authorization Bills ALMOST always pass.)
    Once both houses pass their bills, they must be reconciled and voted on again so that, in the end, only one bill is sent to President Obama for his signature.
    Even if that happens, and Pres. Obama signs the bill into law (which he will), the repeal won't take effect until Dec. 1, 2010 at the earliest, when the current study on the implementation of DADT will be published. Then, Pres. Obama must certify that the Pentagon (i.e. the Secretary of Defense), the Joint Chiefs of Staff i.e. the top generals) and he agree to this study, plus that the end of DADT will not impair the US's military readiness and effectiveness. Likely, but not certain.
    On the other hand, almost 80% of the US population, and 60% of those who identify themselves as Republicans, support the service of openly gay persons in the military. Conservatives and Tea Baggers have a strong voice in the Republican Party, but, eventually, they will have to listen to the strong majority of their voters.
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#6 goddamn. liberalAnonym
  • 28.05.2010, 21:12h
  • Antwort auf #5 von AmiInBerlin
  • Und wenn das Gesetz dann endlich, endlich 'durch' ist, dann ist dieser Schritt von großer internationaler Bedeutung. Denn dann wird man so tun, als seien Schwule und Lesben schon immer gleichberechtigte US-Staatsbürger gewesen, sich darüber wundern, dass dies woanders nicht so ist und dafür eintreten, dass der Rest der Welt diese Selbstverständlichkeit lernen muss! Und das ist gut so!

    PS Von den Judenquoten an amerikan. Elite-Unis und von den 'Juden unerwünscht' -Schildern in vielen amerikan. Hotels bis in die Nachkriegszeit redet heute auch keiner mehr!
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 28.05.2010, 22:33h
  • Antwort auf #5 von AmiInBerlin
  • Hi William,

    what do you think about the following statement made by US Secretary of State, Hillary Clinton?

    Something of interest to gays and lesbians?

    "The rich are not paying their fair share in any nation that is facing the kind of employment issues [like the U.S.] – whether it's individual, corporate or whatever the taxation forms are," Clinton said after clearly stipulating that these were her opinions, no those of the Obama administration.

    Clinton went on to cite Brazil, long known for its high taxes, as a model of a successful economic policy.

    "Brazil has the highest tax-to-GDP rate in the Western Hemisphere and guess what – they're growing like crazy," Clinton said. "And the rich are getting richer, but they're pulling people out of poverty."

    "There is a certain formula there that used to work for us, until we abandoned it, to our regret in my opinion," she added.

    politicalticker.blogs.cnn.com/2010/05/28/clinton-rich-arent-
    paying-fair-share/?fbid=vDSHgxWgPcc
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#8 SvenAnonym
  • 29.05.2010, 11:52h
  • Antwort auf #5 von AmiInBerlin
  • Hey William,

    Im from Kaiserslautern, Ramstein Airbase is basicly our neighbour. I know many gays in the Airforce and I hope for you and them, that this law gets repealed and they don't need to be afraid kicked out because of this stupid law and can serve without lying to their comrads.
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#9 KokolemleProfil
  • 30.05.2010, 19:02hHerschweiler
  • Antwort auf #8 von Sven
  • Hi Sven,

    that is great what you have written. You said you know many gays over there. I am a gay searching for a good friendship to a gay in Ramstein Airbase. Maybe you could help me? Thank you.
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#10 seb1983