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Bushido im letzten Jahr am Rande des Transgenialen CSDs (Bild: flickr / saltyvin / by)

Der Berliner Rapper Bushido wird bestraft, weil er einen Polizisten beschimpft hatte. Ein verbales Gerangel mit Schwulen und Lesben bleibt ungesühnt.

Von Norbert Blech

Weil er einen Polizisten bei einer Verkehrskontrolle als "Hampelmann" und "Affe" bezeichnete, muss der Berliner Skandalrapper Bushido eine Geldstrafe in Höhe von 10.500 Euro zahlen. Vor dem Amtsgericht Berlin hat der 31-Jährige am Freitag seinen teilweisen Einspruch gegen einen zuvor verhängten Strafbefehl in Höhe von 18.000 Euro zurückgezogen.

Dieser Strafbefehl war auch ergangen, um zwei andere Fälle von Beleidigung wenige Tage nach dem Vorfall mit dem Polizisten abzugelten. Ein Mann und eine Frau hatten dem Rapper vorgeworfen, sie am Rande des Transgenialen CSDs im letzten Jahr mit "schlimmen, diskriminierenden und extrem frauenfeindlichen Ausdrücken" beleidigt zu haben. Die alternative Demo zum Berliner CSD war auf Bushido gestoßen, als dieser mit Freunden an einem Imbiss saß (queer.de berichtete).

Weil der Rapper in diesem Bereich den Einspruch nicht zurückzogen hatte ("keine Frage des Geldes, sondern der Ehre", so Bushido laut Medienberichten), kam es zu einer Verhandlung. Laut "Spiegel Online" gab er darin zu, dass "das eine oder andere Schimpfwort" am Rande der Alternativdemo gefallen sei - allerdings nur, nachdem er aus der Menge heraus beschimpft und mit Getränken beworfen worden war: "Jeder Becher, der flog, wurde wie ein Tor im Fußballstadium bejubelt".

Auch habe er nicht die beiden Prozessgegner persönlich beleidigt, sondern sich allgemein an die aufgebrachte Menge gewandt. Die "taz" Berlin zitierte damals die Sprüche "Ihr seid Lesben? Ihr wurdet einfach nicht ordentlich durchgefickt" sowie "Ihr seid doch eh keine Männer - euch nehm ich nicht ernst". Der Mann und die Frau blieben bei ihrer Darstellung, auch persönlich beleidigt worden zu sein, dabei hätten sie die Lage entspannen wollen. Augenzeugenberichte von dem Tag liefern ein chaotisches Bild: Teilnehmer des Transgenialen CSDs haben demnach wohl den Rapper und seine Freunde eingekreist, nachdem sie vom Sprechwagen mit deutlichen Worten auf seine Anwesenheit hingewiesen wurden. Allerdings habe sich die Rapper-Crew auch lautstark und eventuell mit Gewalt gewehrt.

Kein Frei-, kein Schuldspruch


Bushido will angeblich nichts gegen Schwule und Lesben haben

Da auch mehrere Zeugen aus dem Umfeld Bushidos zu der unübersichtlichen Lage aussagten, ließ der Richter am Schluss beide Verfahren "im Hinblick auf die andere Strafe" einstellen. Laut Gesetz könne die bereits verhängte Geldstrafe zur Einwirkung auf den Angeklagten als ausreichend angesehen werden. Das sei weder ein Frei- noch ein Schuldspruch.

Ob bei der Frage der Vorgeschichte auch die Songtexte und das Verhalten Bushidos einbezogen wurden, ließ sich der Medienberichterstattung nicht entnehmen. In den Songs und Äußerungen von Bushido hagelt es von homophoben Begriffen wie "Schwuchtel", womit zumeist nicht Schwule selbst gemeint sind. Als Schwule und Lesben gegen einen Auftritt des Sängers am Brandenburger Tor demonstrierten, reagierte er mit einem ausgestreckten Mittelfinger (queer.de berichtete) - "Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen - ich scheiß drauf" sagte er dazu in dem auch vom Fernsehen übertragenen "Anti-Gewalt-Konzert" der Zeitschrift "Bravo".

Straffrei: "Ihr Tunten werdet vergast"

Mit seinen schwulenfeindlichen Songs und Äußerungen hat Bushido trotzdem nie Probleme bekommen. So hatte die Staatsanwaltschaft Berlin 2005 beschlossen, eine Strafanzeige eines queer.de-Lesers nicht zu verfolgen (queer.de berichtete). Bushido hatte damals kurz vor Veröffentlichung eines Albums viel PR-Wirbel um einen Songtext mit der Zeile "Ihr Tunten werdet vergast" gemacht; der Song, der sich angeblich an gegnerische Rapper richtete, ist nie erschienen.

Obwohl das Lied an Journalisten verschickt worden war und die Zeile unter anderem in der "Welt am Sonntag" zitiert wurde, ging die Staatsanwaltschaft nicht von einer beabsichtigten Veröffentlichung aus. Zudem konnte sie in dem Interview, auf das sich die Anzeige bezog, keine Hetze erkennen. Schließlich habe sich Bushio im Kontext des Interviews von Gewalt distanziert.

Nach dem Prozess an diesem Freitag sagte der Rapper in die Kameras: "Natürlich habe ich nichts gegen Schwule und Lesben. Ich bin zufrieden, dass dieses Missverständnis im Prozess aufgeklärt werden konnte."



#1 vingtans
  • 28.05.2010, 22:47h
  • ______wer ist denn bitte schon bushido ?!____

    ich glaub jeder mensch der wenigstens ein bisschen bildung genossen hat weiß wie dämlich seine songtexte sind und die mit grips hören sowas auch nicht...
    klar jetzt könnt ihr wieder schreien mit vorbildfunktion und bla bla blüh...

    aber wenn es nicht bushido ist ist es eben sido oder kay one oder wie diese idioten heißen...aber solche menschen erziehen eben nicht!
    ich leb in einer ostdeutschen kleinstadt die den meisten jugendlichen hier nicht viele alternativen bietet...kam also früh in kontakt mit deutschen hiphop..

    saß mit freunden als 11 jähriger auf den spielplatz und hab sido
    ´s "meine stadt mein bezirk mein viertel..." (ihr wisst schon) gesummt

    aber weder hat es mich geprägt,noch irgendeinen meiner freunde...wir haben die musik nicht gehört weil wirs irgendwie geil fanden(In wirklichkeit wussten wir wie unpoetisch und bescheuert die texte sind)...nein sondern eher weils die erwachsenen geschockt hat!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    und was ist nun?weder ich noch meine freunde sind irgendwie xenophobisch geworden,haben alle abitur und setzen uns für die gesellschaft ein...

    wenn man solche artikel veröffentlicht haben doch kiddies mehr potential zu provozieren...

    und mal ehrlich....wer ist schon bushido!!!
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#2 schwulenaktivist
  • 28.05.2010, 23:23h
  • Beleidigung anderer Menschen ist fast immer Ausdruck extremer Minderwertigkeitskomplexe, auch wenn es noch so aggressiv ist.

    Gewisse Leute suchen den Konflikt geradezu, um sich emotional "eins abzuwixen"! Das läuft dann über irgendeine Ehre...
    Trotzdem muss in Medien und Öffentlichkeit Hellhörigkeit vorhanden sein, statt vor Gerichten zu streiten.

    Politisch wird viel "ausprobiert" und gerade da sind klare Grenzen zu setzen. Wer sich feige davonstiehlt, kommt am Schluss selber auch dran. "Das Dritte reicht!" ;)
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#3 Liedel
  • 28.05.2010, 23:41h
  • @feles18

    "haben alle abitur"

    Au Backe, da müssen die Damen und Herren Pädagogen aber bei Rechtschreibung und Zeichensetzung ganz schön weggeschaut haben wa
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#4 alexander
  • 29.05.2010, 07:24h
  • na nu isser mal wenigstens wieder in den schlagzeilen, dat rapperkid aus dem tempelhofer ghetto.
    und mami kriegt ein geschenk, hat der einspruch doch mal eben 7.500 € eingespart !
    die blöden tunten sind doch selbst schuld, was müssen die auch am Imbiss vorbeischwuchteln wenn bullshito with friends im stehen diniert ,
    der anis mohamed youssef ferchichi ???
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#5 Angry Gay ManAnonym
  • 29.05.2010, 11:30h
  • Ja, ja, Bushido, der alte Schwerenöter! Schlechtes Jahr für ihn, da er mit Bußgeldern überhäuft wird. Erst die Plagiate auf seinem letzten Album, für die er mit seiner Plattenfirma schon verklagt werden und jetzt auch noch Beamtenbeleidigung! Bushido, mach nur so weiter und Hartz-IV läßt grüßen!
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#6 antos
  • 29.05.2010, 12:46h
  • Antwort auf #2 von schwulenaktivist
  • "Beleidigung anderer Menschen ist fast immer Ausdruck extremer Minderwertigkeitskomplexe, auch wenn es noch so aggressiv ist."

    Solche Instant-Analysen sind fast immer Ausdruck verständlichen Wunschdenkens. Für die christliche Bestrafungsfantasie ist dem Bösen schon mal ein Plätzchen in einem besonders heißen Teil der Hölle reserviert, für den Poppsychologen von heute brutzelt der Böse bereits in der säkularen Hölle der sog. Minderwertigkeitskomplexe.

    Es könnte auch sein, dass sich einer wie Bushido einfach wohl fühlt. Fett im Recht, voll auf der richtigen Seite. Der Natuuuur.
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#7 FloAnonym
  • 29.05.2010, 14:34h
  • Das passt ja ganz zur Linie von Union und FDP:

    die wollen ja auch Schwule und Lesben nicht vor Diskriminierung, Volksverhetzung, etc. schützen, sondern nur andere.

    Ganz ehrlich:
    wenn ich sehe, wie viele Schwule und Lesben immer noch Union und FDP wählen, muss ich sagen, dass wir es nicht besser verdient haben, als dass dann eine homophobe Regierung auch eine homophobe Gesellschaft begünstigt.

    Ist nur schlimm, dass die Opfer meistens die falschen sind und nicht die Schwulen und Lesben, die Union und FDP gewählt haben.
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#8 [angry]Anonym
#9 MichaelAS
  • 30.05.2010, 08:32h
  • Hatten wir das nicht schon öfters? Wie es @flo bereits so schön ausgedrückt hat, umschreibe ich es nochmals anders: "NUR DIE DÜMMSTEN KÄLBER WÄHLEN IHREN SCHLACHTER SELBER"!
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#10 alexander