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Nach Mitternacht sind Schwule in Prag stets sehr gelöst...

Günstig, schön und sehr schwul: Nicht nur optisch ist Prag ein Augenschmaus, auch die Partyszene lässt das Moldau-Städtchen in die Gay Champions League aufsteigen.

Von Carsten Weidemann

Die majestätisch über der tschechischen Hauptstadt thronende Prager Burg ist das größte geschlossene Burgarreal der Welt. Abermillionen Touristen statten der Metropole Jahr für Jahr ihren Besuch ab, um die reiche Geschichte aufzusaugen. Für schwule Touristen ist die Stadt aber noch etwas ganz Besonderes: 20 Jahre nach dem Fall der Kommunisten, die Schwule in der Regel als kapitalistische Schwächlinge angesehen hatten, ist Prag zur homofreundlichen Enklave geworden. Während in Russland, Polen, Litauen und anderen osteuropäischen Ländern CSDs verboten und Schwule aus ihrem Job gedrängt werden, geht Tschechien den anderen Weg: 2006 führte das Land etwa Eingetragene Partnerschaften ein, ein Novum im ehemaligen Ostblock.

Keine Frage: In Osteuropa hat Prag die größte und offenste schwule Community - aber selbst westeuropäischen Metropolen wie Amsterdam oder Barcelona läuft die Stadt an der Moldau den Rang ab. Prag ist ein ideales Kurz- bzw. Wochend-Reiseziel, und mit dem Flugzeug sind Entfernungen innerhalb Europas ohnehin zur Nebensache geworden.


Größter Gay-Club Prags: Loungen im Valentino

Es gibt Dutzende schwuler Anlaufstellen in der Stadt. Man sieht gerade an den zahlreichen Discos, dass die Tschechen sehr gerne feiern. Auch viele Schwule sind nicht in den typischen Szene-Clubs anzufinden sondern in ganz normalen Hetero-Schuppen. Das liegt daran, dass die schwule und heterosexuelle Welt nicht so stark voneinander getrennt ist, so dass die typisch schwule Identität weniger ausgeprägt ist. Es gibt viele Prager, die zwar in einer Beziehung mit einem Mann leben, sich aber nicht als "schwul" bezeichnen würden.

Dennoch gibt es in der Stadt natürlich auch ganz traditionelle Schwulenclubs. Der größte und nach Meinung vieler beste einschlägige Club Tschechiens ist das Valentino (Vinohradska 40), das jeden Tag bis fünf Uhr morgens zum Tanz auffordert. Neben vielen Theken sowie einer bezaubernden Sommerterasse gibt es hier zwei Discos, von denen eine aktuelle Hits spielt. Gerade am Wochenende geht es hier stets sehr beengt zu, was vor allem im Darkroom begrüßt wird.

Die hübschesten einheimischen Twinks trifft man aber im TERmix (Trebizskeho 4a), einer modernen, sehr lauten Disco mit kleinem Dancefloor. Hier scheinen junge Schwule gerne hinzgugehen, um ihre - wohl über Wochen vor dem Spiegel eingeübten - Bewegungen zu den neuesten Popsongs zu präsentieren.


Nach Prag und zurück ab 89 Euro: Czech Airlines (CSA)

Touristen aus dem Ausland pilgern besonders gerne zu "Escape to Paradise" (V Jame 8). Hier gibt es Nonstopp-Shows ab 22 Uhr, bei denen junge, leicht oder unbekleidete Männer sich erotisch zur Musik bewegen. Alleine oder in der Gruppe, manchmal eingeölt, bieten sie mehr als passive Unterhaltung: Jeder der rund zwei Dutzend Tänzer kommt für Privatunterhaltung auch gerne mit ins Hotel - oder man kann sie auf großen, bequemen Sofas noch in der Bar herzen. Achtung: Ihre Drinks gehen stets auf den Gast...

Doch selbst für den kleinen Geldbeutel bleibt Prag interessant: Zwar haben die Preise in den letzten Jahren angezogen, befinden sich aber immer noch weit unter deutschem Niveau. Dazu bietet die Stadt ein günstiges und zuverlässiges Straßenbahnsystem, mit dem kein Winkel der Millionenmetropole unerreicht bleibt. Für schwule Touristen gibt es viele gay-owned oder gay-friendly Unterkünfte. Zwar haben auch andere Einrichtungen so gut wie nie Probleme mit schwulen Gästen, allerdings ist gerade für Prag-Jungfrauen ein Homo-Gästehaus empfehlenswert. Denn über das reichhaltige schwule Angebot wissen die Spezialisten einfach mehr. Und es wäre schade, eine einmalige Insider-Party zu verpassen. Denn eines ist sicher: Die Prager Burg wird noch mindestens ein paar 100 Jahre praktisch unverändert auf dem Hügel stehen - jede Party in Prag ist aber anders.

Die Fluggesellschaft Czech Arlines (CSA) fliegt ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart mehrmals täglich nonstop nach Prag. Die Ticketpreise für Hin- und Rückflug starten bei 89 Euro, inklusive aller Steuern und Gebühren.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.06.2010, 10:35h
  • Prag ist eine schöne Stadt und nicht umsonst hatte schon der ein oder andere Regisseur bzw. die eine oder andere Filmgesellschaft dort gedreht. Meine Eltern waren auch schon in diesem Jahrzehnt dort und es hat ihnen gut gefallen.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 01.06.2010, 12:46h
  • "Das liegt daran, dass die schwule und heterosexuelle Welt nicht so stark voneinander getrennt ist, so dass die typisch schwule Identität weniger ausgeprägt ist. Es gibt viele Prager, die zwar in einer Beziehung mit einem Mann leben, sich aber nicht als "schwul" bezeichnen würden."

    Das hört sich ja "nett" an, bedarf aber - wenn schon in dieser Form postuliert - einer näheren Erörterung. Denn es klingt ja so unglaublich fortschrittlich und geradezu post-modern bzw. soll es so klingen - die alte, langweilige, "traditionelle" Emanzipation des Schwulen endlich überwunden und gar nicht mehr nötig zu haben.

    Wenn aber Männer, die miteinander "in einer Beziehung leben" sich nicht als schwul "bezeichnen würden", dann werde ich hellhörig und stelle in den meisten Fällen fest: Es hat etwas mit der Diskriminierung des Schwulen und von Schwulsein zu tun!

    Daher freue ich mich über die - im Gegensatz zu anderen osteuropäischen Ländern, in denen nach dem Einzug des befreienden Kapitalismus Homo-Hass so richtig in Mode gekommen ist - positiven Ansätze in Tschechien, halte aber von den im Text propagierten Umdeutungen der gesellschaftlichen Verhältnisse wenig.

    Wenn Schwulsein nicht auch als solches angenommen und respektiert wird (zunächst einmal von den Betroffenen selbst), dann sind wir von Selbstbewusstsein und einer Auflösung des Heterosexismus und der Heteronormativität Lichtjahre entfernt!

    Das "Traditionelle", das hier im Text gewissermaßen als "von gestern" beschrieben wird, ist also die Nicht-Sichtbarkeit des Schwulen ALS SOLCHES und nicht etwa die Sichtbarkeit!
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#3 Julek89
  • 01.06.2010, 14:40h
  • War vor 2 Wioochen in prag (2. Mal) und ja ist ne sehr schöne und recht offene Stadt...

    Achja,...mal angemerkt: Nicht die Kommunisten beschimpften Schwule, sondern die Menschen im Osten, die heute mindestens genauso negativ über Schwule denken...

    Ob die Länder sich nun Kommunistisch, kapitalistisch, demokratisch oder sonst was nennen... Das hat damit nichts zu tun :)
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#4 Liedel
  • 01.06.2010, 18:45h
  • "...und ja ist ne sehr schöne und recht offene Stadt..."

    Jupp. Wenn man mal von den pöbelnden deutschen Drängel-, Fress- und Sauftouristen absieht
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#5 vingtans
  • 01.06.2010, 19:22h
  • "...geht es hier stets sehr beengt zu, was vor allem im Darkroom begrüßt wird."

    was soll man dazu sagen?! bin ich eigentlich der einzige der solche berichts erstattungen geschmacklos findet?!
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#6 SAMAnonym
#7 HanseHorstProfil
  • 02.06.2010, 10:49hHamburg
  • Prag ist einfach genial und im Vergleich zu anderen Städten "im Osten" ein wahres El Dorado für die Community....
    Wer tagsüber gerne in Sachen Kunst & Kultur unterwegs ist und abends auf ein spannendes (und bezahlbares) Nachtleben wert legt ist hier an der richtigen Adresse. Die Szene ist locker drauf, eher etwas jünger als in deutschen Großstädten und überraschend international.
    Mein Tipp: die Hochsaison im Sommer vermeiden!
    wenn Stadt total überlaufen ist und bei allen Taxifahrten immervorher erfragen (und vergleichen) was die Fahrt kostet
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#8 MichaelAS
  • 03.06.2010, 07:13h
  • Antwort auf #5 von vingtans
  • Vielleicht liegt es auch daran das Du aus der Provinz kommst??

    Komm einfach mal ne Zeitlang zu uns in den Pott, Du wirst derlei Berichtserstattung hinterher als Geschmackvoll definieren, es sei denn Du bist total verklemmt.
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#9 Matthias WieserAnonym