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Jepsen hat bereits in der Vergangenheit eine Vorreiterrolle übernommen: 1992 wurde sie als erste Frau der Welt zur lutherischen Bischöfin gewählt.

Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen hat die von christlichen Kirchen über Jahrhunderte durchgeführte Verfolgung von Schwulen und Lesben kritisiert.

Die lutherische Theologin erklärte bei einem Gottesdienst in der St. Georgskirche in Hamburg, dass die Ausgrenzung von Homosexuellen nicht mit der Bibel vereinbart werden könnte. Die oft zitierten homofeindlichen Stellen im Alten und Neuen Testament würde aus dem Zusammenhang gerissen, so die 65-Jährige: "Sie zielten letztlich darauf hin, dass keiner zur Liebe missbraucht werden sollte. Und das gilt auch heute: Liebe soll geschenkt werden, in Gegenseitigkeit erfahren werden, nicht missbraucht oder mit Gewalt geschehen." An dem Gottesdienst nahm auch der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne) teil.

Von Gegnern der Gleichberechtigung sexueller Minderheiten wird als "Beweis" für die Minderwertigkeit von Schwulen und Lesben meist das 3. Buch Mose angeführt. Dort heißt es: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel". Mit Absätzen wie diesem rechtfertigen Teile der Kirchen noch heute die Verfolgung oder gar Hinrichtung von Homosexuellen. Zuletzt warnte sogar ein katholischer Erzbischof davor, dass die Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben zu einer "pädophilen Gesellschaft" führen werde (queer.de berichtete).

Jepsen: Kirche steht nicht für Homohass, sondern für "Liebe und Leben"

Jepsen sieht die Grundbotschaft der Kirche dagegen nicht in der Ablehnung alternativer Lebensformen: "Eine Kirche, die sich vom Heiligen Geist gegründet und getragen weiß, setzt sich für Liebe und Leben ein", so Jepsen. Auch die Kirche könne aber zeitweise falsche Ansichten verbreiten und sei danach auf Vergebung angewiesen.

Die Worte im Alten und im Neuen Testament, die sich gegen Homosexualität richteten, dürften nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden, sagte die Bischöfin. «Sie zielten letztlich darauf hin, dass keiner zur Liebe missbraucht werden sollte. Und das gilt auch heute: Liebe soll geschenkt werden, in Gegenseitigkeit erfahren werden, nicht missbraucht oder mit Gewalt geschehen."

Jepsen erinnerte an den Grundauftrag der Kirche: "Eine Kirche, die sich vom Heiligen Geist gegründet und getragen weiß, setzt sich für Liebe und Leben ein." Zugleich bleibe auch die Kirche selbst auf Vergebung angewiesen, gerade nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche: "Kein Mensch hat das Recht, andere klein und kaputt zu machen", so Jepsen.

Maria Jepsen gilt als eine der offensten Theologinnen im Führungszirkel der evangelischen Kirche. Sie wurde in der Vergangenheit oft für ihre liberalen Ansichten kritisiert. So erklärte die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen vor wenigen Jahren, dass die homofreundlichen Ansichten Jepsens nicht mit der biblischen Botschaft zu vereinbaren seien (queer.de berichtete). Jepsen hatte damals erklärt, dass es in der Bibel keine Verbotsschilder gebe "für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle". (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

60 Kommentare

#1 Tim_ChrisProfil
  • 31.05.2010, 16:24hBremen
  • Ich hätte Bischof werden sollen. Das predige ich doch schon seit Jahren.
    Allerdings ->

    Zitat: "Kirche steht ... für "Liebe und Leben""

    Falsch. Der ursprüngliche (religiöse) Glaube steht für Liebe und Leben. Die Kirche steht für Geldscheffeln, Volksverblödung, Unterdrückung, Hirnverkloakierung, Diskriminierung, Ausgrenzung, Doppelmoral, Bigotterie, Hetze, Verfolgung, Hass und Krieg.

    Schade, das solche Leute wie diese Bischöfin so furchtbar selten innerhalb der verschiedenen Glaubensgemeinschaften sind.
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#2 alexander
  • 31.05.2010, 16:26h
  • man kann dieser bischöfin maria jepsen nur dankbar sein, die mit sehr klaren worten eine vernünftige stellung bezieht, trotz gegenwind aus den eigenen reihen ! eine der wenigen, die helfen könnte den religiösen "zeitgeist" positiv zu beeinflussen.
    (hoffentlich bleiben uns evangelikale, missionarische kommentare erspart !)
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 31.05.2010, 16:28h
  • Nicht nur Bischöfin Jepsen aus Hamburg denkt so, sondern fast die ganze Führungriege der evangelischen Bischöfe/Kirchenpräsidenten in den Landeskirchen der EKD.

    Zu loben sind da auch Bischöfe/Kirchenpräsidenten wie Friedrichs (Bayern), Käßmann (Hannover), Wartenberg-Potter (Nordelbien), Junkermann, Schneider (Rheinland), Buß (Westfalen), Jung (Hessen-Nassau), Schad (Pfalz), Böhme (Bremen), usw.

    ---
    Da können die katholischen Bischöfe noch viel von den lutherischen/reformierten/unierten Landeskirchenleitungen lernen.

    Bischöfin Jepsen ist aber vor allem zu loben, wie dies der Artikel auch gut darstellt.

    ---
    Wahrscheinlich finden aber unser Atheistenblogger im Forum doch noch Kritikpunkte und verwässern diesen Artikel.

    Für mich gilt: sehr, sehr lobenswert, Bischöfin Jepsen.
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#4 KatholenbasherAnonym
  • 31.05.2010, 17:28h
  • Wie bereits mehrmals gesagt: In der Bibel heißt es "Liebe Deinen NÄCHSTEN wie Dich selbst!", nicht "Liebe Deine NÄCHSTE wie Dich selbst!" und wenn man es genau auslegt, dann nüßten eigentlich die Heterosexuellen und nicht die Homo-, Bi-, Trans- und Pansexuellen verfolgt werden. Die Kritik von Bischöfin Jepsen ist jedoch mehr als angebracht!
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#5 alexander
#6 bastapapsta
  • 31.05.2010, 17:43h
  • "Widersprecht, geht raus, lebt!"
    INGE MEYSEL

    Inge Meysel war eine sehr couragierte Frau, so hat sie sich gegen die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen eingesetzt, sowie für die Emanzipation der Frau.
    Sie wäre gestern 100 geworden. Es bedarf mehr solch mutiger und aufrichtiger Leute ;-)).

    Auch wenn es noch einiges gibt, wofür man die evangelische Kirche kritisieren kann, ist das natürlich schön, dass Ansätze zum Umdenken sichtbar sind. Dennoch möchte ich an das von der christlichen Rechten organisierte sogenannte "Christival 2008" erinnern, indem Jugendliche per Gehirnwäsche homophobe und die Frau zur Gebärmaschine degradierende Inhalte vermittelt und Anderslebende verunglimpft wurden. Auch dadurch kommt Homophobie an Schulen zustande !

    Führende Geistliche der evangelichen Kirche haben damals den Fehler gemacht, sich öffentlich hinter dieses evangelikal fundamentalistische, unter modernem Deckmantel getarnte Festival zu stellen. Deswegen hätte ich ( der Vollständigkeit halber)
    mir von Frau Jepsen gewünscht, dass sie sich in dem Zusammenhang nochmal ausdrücklich vom "Christival" distanziert hätte, welches isch durchaus für jugendgefährdend halte und mit dieser Einschätzung auch nicht alleine dastehe.
    Wenn es echt sein soll, dann muss die evangelische Kirche sich auch mit ihren eigenen diesbezüglichen Fehlern befassen. Aber immerhin, ein möglicher Anfang.

    Wo die Scheinheiligkeit aus dem Vatikan letztens noch Brandsätze gelegt hat, indem sie die Privilegierung der Homos als gefährlich parodierte und wo ich denke- dass besagte Brandsätze kürzlich gegen in Osteuropäischen Ländern kürzlich stattgefundenen CSDs hochgegangen sind - ist es gut und wichtig, dass dieser Denuntiant aus der anderen Kirche klare Antworten bekommt.

    Der "christliche" ( ist er christlich ? ) Bundespräsident, welcher seine Soldaten anfeuerte, doch gegen den Feind einen Triumph einfahren zu sollen und damit undiplomatische, gefährliche Äusserungen tätigte ist ja heute zum Glück wie auch Herr Koch davongelaufen.

    Kommt jetzt wieder Gejammer von der LSU ?
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 31.05.2010, 18:09h
  • @Alexander
    Wenigstens hast du begriffen, dass neben Bischöfin Jepsen (Landeskirche Nordelbien) auch die (ehemalige) Bischöfin Käßmann (Landeskirche Hannover) auch sehr positiv hervorzuheben ist. Auch Sie hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach durch gute Stellungnahmen und Predigten zum Thema "Homosexuelle Paare" positiv Partei ergriffen.

    Die anderen Bischöfe/Kirchenpräsidenten aus der EKD sind fast alle ebenso in gleicher Weise ausgerichtet und haben hier dasselbe Gedankengut, wie Jepsen und Kässmann; nur du scheinst Sie halt kaum zu kennen. Für Dich hört es wahrscheinlich nach Namen wie Käßmann und Jepsen schon fast auf.

    Da ich aber durchaus mit diesen weiteren Namen der evangelischen Bischöfe/Kirchenpräsidenten vertraut bin, kann ich hier durchaus versichern, dass auch fast alle anderen Bischöfe/Präses/Kirchenpräsidenten im Jahre 2010 ebenso bei diesem Thema danken, wie es Käßmann und Jepsen äußern. Da gibt es nur ganz paar Ausnahmen aus der Führungsreihe, die hier ein wenig mehr abweichen (u.a. Landeskirche Baden).

    Sehr positiv zu nennen ist auch Bischof Johannes Friedrichs aus Bayern oder Präses Buß aus Westfalen und Präses Schneider aus dem Rheinland.

    ---
    Da können die Katholiken nicht "mithalten", denn dort ist ein Großteil der katholischen Bischöfe homophob; nur wenige Ausnahmen wie beispielsweise Zollitsch gibt es dort.
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#8 spontiAnonym
  • 31.05.2010, 18:38h
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • deine kommentare ob als gerd, timm johannes oder sonst wie gehen mir gehörig auf die nerven.

    obwohl ich in der ev. kiche tätig bin, schreibe ich dir das.

    du schießt mit deinem missionseifer über das ziel hinaus. deshalb finde ich deine kommentare eher schädlich als der sache dienlich
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#9 gatopardo
  • 31.05.2010, 18:50h
  • Antwort auf #1 von Tim_Chris
  • Zuerst einmal herzlich willkommen lieber Tim-Chris.
    Bin froh, dass wir Dich endlich wiedersehen. Ja und dann finde ich das ja auch ganz nett, dass Frau Jepsen so klar sieht, aber was macht die dann in einem religiösen Verein als Bischöfin ?
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#10 jochenProfil
  • 31.05.2010, 19:42hmünchen
  • Schön, dass sich bei einigen Kirchenleuten, der Verstand und das Herz durchgesetzt haben, und die sich jetzt trauen von Buchstaben und Wörtern und Sätzen , die vor ca. 3000 Jahren geschrieben wurden, Distanz zu nehmen und nicht sklavisch daran festhalten müssen.

    (Hat das Jesus nicht auch zu seinen Lebzeiten, mit den oft schon zu seiner Zeit überholten religiösen "Gesetzen", getan?)

    In vielen hunderten von Jahren (wir werden es wahrscheinlich nicht mehr erleben) wird sich der Papst für die jahrtausendlange Verfolgungen (Ermordungen, Verbrennungen), Drangsalierungen von homosexuellen Menschen entschuldigen werden...

    ....schätze ich mal
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