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David Laws ist jetzt nur noch einfacher Abgeordneter im Londoner Unterhaus.

Ein Outing kostete den britischen Finanzstaatssekretär den Job; nun bedauert David Laws, dass er nicht früher offen gelebt hat.

"Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als Homosexualität gerade legalisiert worden war und die meisten Menschen dachten, so etwas wäre falsch und beschämend", sagte der 1965 geborene Liberaldemokrat. "Ich habe mich daher dafür entschieden, meine Sexualität geheim zu halten. Je mehr Zeit danach verging, desto schwieriger wurde es, die Wahrheit zu sagen." Nun sei der Super-GAU eingetreten: "Ich habe einen hohen Preis dafür gezahlt, meine Sexualität geheim zu halten. Seine Privatsphäre und seinen Amt innerhalb von 48 Stunden zu verlieren ist nicht leicht." Selbst seine eigene Familie hat erst in den Zeitungen von der Sexualität des Politikers erfahren. Vorher profilierte er sich stets als ein von der Arbeit getriebener Single.

Laws ist am Wochenende nach knapp einem Monat im Amt zurückgetreten. Grund: Eine Tageszeitung hat herausgefunden, dass er über Jahre an seinen schwulen Lebenspartner Miete gezahlt hatte und diese über seine Abgeordneten-Spesenabrechnung dem Steuerzahler in Rechnung gestellt hat (queer.de berichtete). Seit 2006 ist das aber nicht mehr zulässig, wenn es sich bei dem Vermieter gleichzeitig um den Lebens- oder Ehepartner des Abgeordneten handelt.

Keine finanziellen Vorteile


Premierminister David Cameron

Er habe aber nicht das Spesensystem ausnützen wollen, bekräftigte Laws. "Meine Probleme rühren von meinem Widerwillen, offen über meine Sexualität zu sprechen", erklärte der 44-Jährige. Seinem Partner und ihm sei es klar gewesen, dass sie finanziell besser gestellt gewesen wären, hätten sie ihr Geheimnis preisgegeben. "Wir hätten ohne finanzielle Einbußen einen Kredit aufnehmen und ein Haus kaufen können. Aber das hätte bedeutet, dass unsere Beziehung öffentlich geworden wäre. Das wollte ich nicht."

Der Finanzexperte wird weiterhin als einfacher Abgeordneter im Unterhaus bleiben. Er startete seine Karriere als Investmentbanker und brachte es so bereits mit 28 Jahren zum Millionär. 1992 kündigte er seinen Job und fing für 1.250 Pfund pro Monat an, für die Liberaldemokraten zu arbeiten - damit wolle er "etwas an die Gesellschaft zurückgeben", so Laws. 2001 erhielt er den Wahlkreis Yeovil (Grafschaft Somerset) des früheren liberaldemokratischen Vorsitzenden Paddy Ashdown, den er mit großer Mehrheit gewann und zwei Mal verteidigte. Zuletzt hatte er seinen Wahlkreis im Mai mit 56 Prozent der Stimmen klar vor den Konservativen (33 Prozent) und Labour (5 Prozent) gewonnen. Der konservative Premierminister David Cameron, der Laws wegen seiner wirtschaftsliberalen Ansichten schätzt, glaubt offenbar, den Ex-Staatssekretär nach dem Abflauen der Affäre wieder im Kabinett zu sehen "Ich hoffe, dass Sie - nach einiger Zeit - wieder in der Regierung dabei sein können, so Cameron in einer ersten Reaktion auf den Rückzug.

Laws' Versteckspiel ist bei vielen Briten auf Unverständnis gestoßen, da seine liberaldemokratische Partei als äußerst homofreundlich gilt. So forderte der Parteivorsitzende Nick Clegg während des Wahlkampfes die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. (dk)



#1 Drop-The-Pants!Anonym
  • 02.06.2010, 18:14h
  • Und wieder hat eine Schrankschwester nach einem Skandal ihr Coming-Out. Ich hoffe, daß die, welche noch im Schrank sind, keinen Staub ansetzen und endlich ins Freie gehen!
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#2 LDAnonym
  • 03.06.2010, 13:12h
  • Immer diese Übersetzungsfehler, warum benutzt man nicht die korrekten Amtsbezeichnungen?

    Im britischen Schatzamt (Treasury) gibt es formell das Amt des First Lord of the Treasury, das bekleidet seit langer Zeit immer der Premierminister. Außer das er dadurch in der Downing Street 10 wohnen darf, hat das nicht so viele Auswirkungen.

    Faktisch wichtigster Mann im Schatzamt ist der sog. Schatzkanzler, Chancellor of the Exchequer. Das ist derzeit George Osborne von den Konservativen.

    Darunter steht, aber immer noch Mitglied des Kabinett, der Chief Secretary of Treasury. Diese Position hatte David Laws innen.

    Dann gibt es noch den Finance Secretary, den Economic Secretary, den Exchequer Secretary sowie den Commercial Secretary. Die gehören der Regierung, aber nicht dem Kabinett an.

    Die Bezeichnung Finanzstaatssekretär ist damit irreführend. So ließe sich für uns eher der Finance Secretary also solcher übersetzen. Jedoch ist der Staatssekretär (Secretary of State) im Großbritannien das, was bei uns der Bundesminister ist. Einen Finanzstaatssekretär/Secretary of State for Finance gibts aber nicht, das ist der Chancellor of Exechequer.
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#3 Linu86Profil
  • 03.06.2010, 19:37hAachen
  • Ich möchte anmerken, dass ich vollstes Verständnis habe. Es wird immer so getan als sei es einfach offen zu leben, weil die Gesellschaft ja "ach so tolerant" geworden sei. Das Gegenteil ist der Fall: Immer noch lehnen etwa 50% der Bevölkerung (jeder Zweite!!!) Homosexualität aus "moralischen Gründen" ab. Wenn man das dann auf seiner Arbeit geheimhalten will, weil man Angst vor negativen Konsequenzen hat, dann kann ich das verstehen. Wobei man hier eine klare Trennlinie ziehen muss zwischen ungeouteten Schwulen, die sich liberal verhalten und solchen, welche ihre "Verstecktheit" nutzen um offene Hetze gegen Homosexuelle zu betreiben.
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#4 HarryAnonym
  • 03.06.2010, 21:34h
  • @LD

    LD schrieb:
    "Im britischen Schatzamt (Treasury) gibt es formell
    das Amt des First Lord of the Treasury, das
    bekleidet seit langer Zeit immer der
    Premierminister."

    Ich wußte bis heute nicht das der First Lord den Premier beim anziehen behilflich ist. :-))
    Wenn man sich schon brüstet sollte man wenigstens auf die eigene Rechtschreibung acht geben. So nämlich schreibt man "begleitet".
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#5 LDAnonym
  • 04.06.2010, 00:22h
  • Antwort auf #4 von Harry
  • @Harry
    "bekleidet" ist vollkommen korrekt. Man bekleidet ein Amt.
    Wäre von "begleiten" die Rede, würde es sich ja um einer weitere Person neben dem Premierminister handelt.

    Der Premierminister in Großbritannien hat nicht nur das Amt des Premierministers inne, sondern auch das Amt des First Lord of the Treasury, sowie das Amt des Minister for the Civil Service.
    Seit dem es seit 1905 offiziell das Amt des Premierministers gibt ist dieser auch immer First Lord of the Treasury gewesen.
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#6 alexander
  • 04.06.2010, 06:18h
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • sei mir bitte nicht böse, aber du repräsentierst hier den neuen zeitgeist ! deine einstellung hatte meine generation 1969 bevor der § 175 gelockert wurde !!!
    es ist schon mehr als peinlich, dass 2 generationen später, verklemmter gedacht und gehandelt wird als zu einer zeit wo homosex noch rechtliche konsequenzen nach sich ziehen konnte !
    wo ist die zivilcourage geblieben ? offensichtlich "ist" alles zu bequem geworden ? wo bleibt der arsch in der hose ? jungs zeigt mal figur !
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#7 Linu86Profil
  • 04.06.2010, 14:55hAachen
  • Antwort auf #6 von alexander
  • Um "Arsch in der Hose" geht es aber gar net... ich bin übrigens selbst geoutet und geh auch mit meinen Freunden offen damit um. Aber auf der Arbeit ist das einfach was anderes.Wenn du mal die erste Beförderung verpasst auf Grund deines "für das Unternehmen rufschädigenden Privatverhalten" wirst du vllt verstehen was ich meine. Es geht darum, dass einem als Schwulen immer noch Zukunftschancen fehlen, ich sag es gerne nochmal: 50% lehnen Homosexualität ab. Also wenn dein Chef dazugehört, wie glaubst du wirkt sich das auf dein berufliches Weiterkommen aus? Der Chef sitzt nunmal einfach am längeren Hebel... Privat kann mir da niemand was anhaben. Wenn mir privat einer sagt: "Scheiß Schwuchtel", sag ich: "Halts Maul du Arschloch!"
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#8 stromboliProfil
  • 04.06.2010, 15:49hberlin
  • Antwort auf #7 von Linu86
  • hau ihm aufs maul! das wäre eine gemessene antwort auf die scheiß schwuchtel!
    Alles andere ist kindergarten und mangel an wirklichem durchsetzungsvermögen!
    Das ist der nächste schritt, dem der öffung gegenüber freunden folgend!
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