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Die Schwulenberatung Berlin - nach eigenen Angaben Deutschlands größte Beratungs- und Betreuungseinrichtung für schwule und bisexuelle Männer in schwierigen Lebenslagen - hat am Donnerstag ein einzigartiges Modellprojekt vorgestellt: Mit Hilfe der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB-Stiftung), der Stiftung Deutsches Hilfswerk ("Ein Platz an der Sonne"), aus Eigenmitteln und Spenden entsteht bis Ende 2011 in der Niebuhrstraße 59/60 in Berlin-Charlottenburg der "Lebensort Vielfalt".

Die Adresse soll Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Mehrgenerationenwohnen, Demenz-WG, Integrations- und Veranstaltungsbetrieb unter einem Dach vereinen. Marcel de Groot, Geschäftsführer der Schwulenberatung Berlin, sagt: "Wir sind sehr froh, dass der Bauantrag genehmigt und der Erbbaupachtvertrag unterschrieben ist. Jetzt muss nur noch das Abgeordnetenhaus von Berlin dem Kauf unseres neuen Hauses zustimmen."

Bis zum 30-jährigen Jubiläum der Schwulenberatung Berlin werde damit die größte Investition eines gemeinnützigen Vereins der lesbisch-schwulen Community geleistet: "Beratung, Betreuung, Begegnung und Wohnen. Unter einem Dach. Für Jung und Alt. Für Schwule, Lesben und Heterosexuelle", so de Groot: "Ein Lebensort, auf den Berlin als Stadt der Vielfalt, der Weltoffenheit und des gegenseitigen Respekts stolz sein kann."


Das Haus in Charlottenburg

Die Schauspielerin Gabi Decker, die das Projekt als Botschafterin unterstützt, sagt: "Ich engagiere mich gerne für ältere Menschen, die von der Gesellschaft oft vergessen werden, weil sie ja alt und 'nutzlos' erscheinen. Dabei wird vergessen, dass sie unser Land maßgeblich mit aufgebaut haben." Alte Menschen bräuchten "Aufmerksamkeit und Fürsorge, egal ob schwul oder hetero". Daher rufe sie auch zu Spenden auf: "Sagen Sie denjenigen Menschen danke, die einst für uns da waren und nun unsere Hilfe brauchen", so Decker.

Das von der DKLB-Stiftung mit über 2 Mio. Euro mitfinanzierte Modellprojekt wird Raum bieten für:

  • generationsübergreifendes Wohnen in 24 Wohnungen, damit ältere schwule Männer ein angstfreies, geschütztes und autonomes Leben gemeinsam mit Lesben und heterosexuellen Menschen aus verschiedenen Altersgruppen führen können
  • die erste Wohngemeinschaft Europas für demenzkranke Schwule (mit über 190.000 EUR finanziert durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk)
  • das 250 qm große Café-Restaurant "Wilde Oscar" als Integrations- und Veranstaltungsbetrieb für öffentliche Veranstaltungen, die das Haus zu dem Kommunikationszentrum für die gesamte LGBT-Community werden lassen
  • den neuen Hauptstandort der Schwulenberatung Berlin.

Am 5. Juni lädt die Schwulenberatung zum "Tag der offenen Türen" von 11.00 bis 16.00 Uhr in das Haus in die Niebuhrstraße 59/60 ein, das danach seine Pforten schließt, um mit dem Umbau beginnen zu können. Am 30. September gibt es eine Charity-Show zugunsten des Projekts mit Gabi Decker und Freunden im Admiralsparast. (nb/pm)



#1 Drop-The-Pants!Anonym
  • 03.06.2010, 14:26h
  • Eine tolle Idee! Hoffentlich finden sich auch genug Menschen, die darin leben möchten.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 03.06.2010, 15:03h
  • Ich halte es für sehr wichtig, dass alternative, solidarische Formen des Zusammenlebens endlich stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden.

    Dabei kann es freilich nicht bei "Modellprojekten" bleiben, sondern es bedarf endlich einer "Familien"politik, die sich verabschiedet von mittelalterlichen Vorstellungen und "Normen" und die nicht einseitig immer nur eine Form des Zusammenlebens oder eine Form der "Familie" privilegiert, andere hingegen benachteiligt und stigmatisiert!

    Wie hat es neulich jemand sehr zutreffend formuliert: Familie ist dort, wo Menschen sind!
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#3 KameliendameEhemaliges Profil
#4 seb1983
  • 03.06.2010, 17:12h
  • Ein enorm wichtiger Versuch, der durch die veränderten Lebensumstände und die demographische Entwicklung schnell ausgeweitet werden muss.
    Sehe das momentan in der eigenen Familie. Bis 83 gings mit einem Opa von mir noch sehr gut und er war fitt, hat das letzte halbe Jahr aber enorm abgebaut, da er im ausgebauten Dach wohnt und meine Eltern selbstständig sind ist eine Unterstützung durch sie eingeschränkt möglich, als erste Stufe gibts jetzt Essen aus dem Altersheim für 200€ im Monat.

    Bei inzwischen Millionen Menschen sieht es inzwischen anders aus, entweder arbeiten die Kinder sonstwo oder es sind immer häufiger keine da, bei Schwulen der Regelfall. Eine Beträuung in der Familie ist somit nicht möglich. Da sind solche Projekte eine lohnenswerte Alternative zu einem Heim oder ähnlichem solange nur eine mehr oder weniger weitreichende Unterstützung im Alltag nötig ist.
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#5 alexander
  • 03.06.2010, 18:13h
  • Antwort auf #1 von Drop-The-Pants!
  • genug menschen ?
    berlin hat ca. 3,2 mio. einwohner, davon mindestens 10% schwul, davon mindestens 30% über 55 jahre.
    was sind da 24 wohnungen ?

    die idee ist phantastisch und sollte bahnbrechend werden ! aber immerhin ein anfang.
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#6 Liedel
  • 04.06.2010, 21:56h
  • @Kameliendame

    Das tut doch sowohl den Charlottenburgern als auch den künftigen Bewohnern der Einrichtung gut. Glaube nicht, dass die(selbst bei Demenz) freiwillig nach Klein- Stuttgart (also Prenzlauer Berg für die Nicht- Berliner) gehen würden
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