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Auf die Größe kommt es an: Ist schwuler Sex in Frankreich anders als in Deutschland?

In einer beispiellosen Studie werden europaweit Männer, die Sex mit Männern haben. über HIV, andere sexuell übertragbare Infektionen und ihr Safer-Sex-Verhalten befragt. Jetzt hier mitmachen.

Von Carsten Weidemann

Am 4. Juni startete europaweit die größte Befragung schwuler Männer, die es je gegeben hat. In 31 Ländern werden Männer, die Sex mit Männern haben, aufgerufen, online einen Fragebogen zu ihrem Umgang mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen auszufüllen. Auch hier auf queer.de. Der Fragebogen wird in 25 Sprachen zur Verfügung stehen.

Das gigantische Projekt trägt den Titel EMIS (European MSM Internet Survey on knowledge, attitudes and behaviour as to HIV and STIs) und ist durch die Zusammenarbeit von zahlreichen Forschern und Organisationen zustande gekommen. In Deutschland sind das Robert-Koch-Institut (RKI), das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), in persona Michael Bochow, sowie die Deutsche AIDS-Hilfe beteiligt. Die Befragung führt die bisherigen "Bochow-Studien" zum Safer-Sex-Verhalten fort, die es in der bisherigen Form nicht mehr geben wird.

Ziel der Befragung ist es, möglichst viel über das Verhalten, das Wissen und die Bedürfnisse der Zielgruppe in Bezug auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen zu erfahren. EMIS soll zeigen, welche Präventionsmaßnahmen in den jeweiligen Ländern notwendig sind und welche Untergruppen bei den MSM besondere Ansprache durch die Prävention benötigen. Zugleich soll die Untersuchung die Bedürfnisse und Rechte homosexueller Männer öffentlich sichtbar machen und einfordern. "Mit einer massenhaften Teilnahme können Schwule, Bisexuelle und andere Männer, die Sex mit Männern haben, den Anspruch anmelden, mit ihren gesundheitlichen Bedürfnissen von der Politik ernst genommen zu werden!", sagt Dr. Dirk Sander, MSM-Referent der Deutschen AIDS-Hilfe. "Mit den Ergebnissen einer solchen Befragung wird sich Politik machen lassen - auch und gerade in besonders homophoben Ländern, zum Beispiel in Osteuropa. Wir bauen darum auf möglichst viel Unterstützung in der Community."

Die EMIS-Befragung wird drei Monate laufen. Beworben wird sie mit dem Slogan "Be part of something huge ..."; die freie deutsche Übersetzung lautet "Auf die Größe kommt es an". Der eindeutig zweideutige Titel soll die Bedeutsamkeit des Projektes thematisieren und verdeutlichen, wie wichtig die Teilnahme jedes Einzelnen ist. Erste Ergebnisse der Studie werden bereits in diesem Sommer veröffentlicht.

queer.de unterstützt gerne diese Umfrage. Wir möchten dich einladen, daran teilzunehmen. Sie ist anonym, sicher (es wird keine IP-Adresse gespeichert) und beansprucht lediglich etw 25 Minuten deiner Zeit.



#1 SeXXX-O-MaticAnonym
#2 schwulenaktivist
  • 05.06.2010, 10:26h
  • Es ist bei solchen Umfragen zu beachten, dass es sich bei den Resultaten niemals um 100 % Fakten handeln wird, sondern um Annäherungen, aufgrund mehr oder weniger ehrlichen Angaben!
    Ausserdem wird es viele Männer geben, die sich nicht daran beteiligen, aufgrund ihres niedrigen Bildungsstandes. Oder weil sie sich selber - trotz Sex mit Männern - "nicht in dieser Ecke" sehen.

    www.arcados.ch/old/?p=188
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#3 chrisProfil
  • 05.06.2010, 12:53hDortmund
  • Interessante Umfrage. Sehr ansprechend gemacht muss ich sagen. Wenn diese Erhebung wirklich in all den Ländern Erfolg hat, dann wird das auf europa- und landespolitischer Ebene ordentlich Wind geben.
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#4 herve64Profil
  • 05.06.2010, 13:59hMünchen
  • Umfragen gegenüber stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber, so auch dieser. Was wird denn aller Voraussicht nach das Ende vom Lied sein? Es wird bestenfalls alles beim alten bleiben bzw. zu einer Verschlechterung führen.

    Um eine vernünftige Prävention durchführen zu können, würde man in den einschlägigen Positionen Leute benötigen, die diese selbst aus Überzeugung praktizieren, und wer sich z. B. mal irgend eine Aids-Hilfe näher ansieht, weiß, dass dem nicht der Fall ist: entgegen ihrer Präventionsmessage poppen die Mitarbeiter ohne Gummi in den Darkrooms herum, und spricht man sie darauf an, bekommt man Antworten mit der Aussage "In meiner Freizeit mache ich, was ich will!" zu hören.

    Will man allerdings anderen Leuten etwas glaubwürdig verkaufen, dann muss das Produkt so gut sein, dass man es selbst benutzt. Alles andere macht es unglaubwürdig und wirkt eher so, als ob man anderen Wasser predigt, um selbst Wein trinken zu können.

    Fazit: man versucht mit dieser Umfrage mal wieder, in bezug auf die Überzeugungskraft der Präventionsarbeit ziel- und planlos an den Symptomen herumzudoktoren anstelle die Ursachen dafür zu beseitigen.
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#5 herve64Profil
  • 05.06.2010, 14:38hMünchen
  • Und nachem ich mir diese Umfrage jetzt angesehen und daran teilgenommen habe, bestätigt sich mein vorher gehender Kommentar für mich.
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#6 jojoAnonym
  • 05.06.2010, 16:05h
  • die umfragen ist sehr benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet. im gegensatz zu manch anderer umfrage hatte ich hier keine probleme mit unzureichenden antwortmöglichkeiten oder verwirrenden, weil uneindeutigen fragen. sogar an mehrfachbeziehungen wurde gedacht.

    ich denke, dass die ergebnisse trotz der hier zu recht angemerkten probleme sinnvoll eingesetzt werden können.
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#7 antos
#8 antos
#9 schwulenaktivist
  • 05.06.2010, 18:36h
  • @antos: Ich meine keine Studis, sondern ich meine diejenigen Leute, die solche Umfrage-Ergebnisse dann als Präventions-Erfolge verkaufen...
    Ich sehe den grösseren Nutzen darin, dass sich überhaupt mal wieder gay peoples mit diesen Wichtigen Fragen befassen!
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#10 jojoAnonym
  • 05.06.2010, 19:20h
  • es kann ja auch für einen selber lehrreich sein, so einen fragebogen auszufüllen und über ein paar fragen nachzudenken, die man sich sonst nicht oft stellt. ich habe z.b. festgestellt, dass ich verdammt viele drogen noch nie ausprobiert habe! ;-)
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