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Keiner ist größer: Seit Jahren feiert São Paulo den meistbesuchten CSD der Welt.

Zwischen drei und vier Millionen Menschen haben beim CSD São Paulo ihre Landsleute aufgefordert, bei der Präsidentschaftswahl im Oktober gegen Homophobie zu stimmen.

Das Hauptthema des größten CSDs der Welt war auch dieses Jahr die anhaltende Gewaltwelle gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle. Nach Angaben von Homo-Gruppen sind allein im letzten Jahr 198 Menschen wegen ihrer von der Norm abweichenden Sexualität ermordet worden - die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher liegen. Daher fordern die Veranstalter die brasilianische Bevölkerung auf, bei den Präsidentschaftswahlen nur für Kandidaten zu stimmen, die sich für den Abbau der Diskriminierung gegen Schwule und Lesben einsetzen.

Die Regionalregierung hat die farbenfrohe Parade finanziell unterstützt, bei der - wie bei Großevents in Braslien üblich - viel nackte Haut auf der Avenida Paulista zu sehen war. Als Hauptsponsor konnten die Veranstalter das halbstaatliche Mineralölunternehmen Petrobras gewinnen.

In Brasilien müssen Schwule und Lesben wegen der Macho-Kultur ihre Homosexualität meist geheim halten, obgleich gleichgeschlechtliche Liebe bereits 1830 legalisiert wurde. Besonders auf dem Land gibt es jedoch immer wieder Berichte von Morden an Jugendlichen, nachdem sie sich geoutet haben. Aktivisten warnten vor kurzem wegen der vielen Hassverbrechen vor einem "Homocaust" (queer.de berichtete).

Dabei hat sich die rechtliche Situation seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 erheblich verbessert. Die Verfassung schützt sexuelle Minderheiten ausdrücklich vor Diskriminierung, seit 2004 dürfen Schwule und Lesben zudem eingetragene Partnerschaften eingehen. Zudem setzt sich der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auch auf internationaler Ebene für Homo-Rechte ein. Allerdings lehnen er und seine Regierung die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ab. (dk)



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17 Kommentare

#1 bildaAnonym
#2 Drop-The-Pants!Anonym
  • 07.06.2010, 15:50h
  • Wenn der CSD Sao Paolo mit dem Life Ball in Wien zur gleichen Zeit stattfindet, dann herrscht beim letzteren gähnende Leere und in Sao Paolo tobt der Bär!
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 07.06.2010, 17:47h
  • Wer Portugiesisch kann, wird im folgenden Video sehen, dass der letzte Satz des Artikels in keiner Weise zutreffend ist. Präsident Lula und seine Regierung der Arbeiterpartei (in Koalition insbesondere mit den Kommunisten) setzen sich seit Jahren dafür ein, dass der Kongress die Zivilehe mit gleichen Rechten und Pflichten für Homosexuelle verabschiedet. Ebenso für ein Antidiskriminierungsgesetz, das auch homophobe Hassrede umfassend unter Strafe stellt. Dass sich Schwule in Brasilien "auf Grund der Macho-Kultur [generell - so wurde es ja oben postuliert] verstecken müssen", ist mir in den zwei Jahren, die ich nicht nur in Rio - und dort wohlgemerkt mindestens so sehr wie in den weniger privilegierten Lebensräumen als in den privilegierten - sondern auch in anderen Regionen Brasiliens gelebt habe, ebenfalls nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil.

    www.youtube.com/watch?v=nO2VzxWaP6Q
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 07.06.2010, 17:54h
  • Ich bin wirklich verärgert, derart schlecht recherchierte, fakten- und realitätsferne Aussagen über Brasilien zu lesen. Wenn ich vergleiche, was ich dort und hier in Sachen offenen Umgangs mit Homosexualität erlebe, dann ist es Deutschland, wo sich die Schwulen verstecken, und nicht umgekehrt!
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#5 seb1983
#6 Mina AhadiAnonym
#7 iFriendAnonym
#8 eMANcipation*Anonym
  • 07.06.2010, 22:41h
  • Antwort auf #6 von Mina Ahadi
  • gauck=niemöller

    Dazu habe ich an anderer Stelle auch schon etwas geschrieben.

    Sollte der Herr allerdings dazu beitragen, die asoziale Schwarz-Gelb-Regierung, die gerade den Klassenkampf der Superreichen gegen den Rest der Gesellschaft auf ein neues Level steigern will, zu Fall zu bringen, dann soll mir seine Wahl recht sein...

    Generell sollte sich der "Rest" vielleicht auch mal zum Klassenkampf entscheiden!

    Oder wie oft soll das dreckige Spielchen "Wir machen eine Krise, einige von uns sahnen dabei kräftig ab und danach nutzen wir das Ganze zur weiteren Zerstörung des Sozialstaates, der sozialen Grundrechte, sprich: um die breite Masse noch besser ausbeuten zu können" noch wiederholt werden?

    Ich plädiere dafür, die CSD-Saison zum Aufbruch gegen diese verbrecherische und asoziale Politik zu machen, die sozialen Zusammenhalt und Solidarität zerstört - und natürlich auch unsere vielbeschworene Gleichberechtigung!
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#9 Liedel
  • 08.06.2010, 00:22h
  • Auch Brasilien ist ein Land, in dem Evangelikale massiv missionieren und damit Erfolg haben. Das Päpstin Benedikta erkannt- nicht umsonst hat sie das Land bereist und vor den "Verlockungen der Freikirchen" gewarnt.

    "Die „Konkurrenz“ bot eine stärkere Identifikation der Armen mit Gott an, die sich innerhalb einer aus Gold dekorierten (katholischen) Kirche unwohl fühlten... und eine seiner ersten Äußerungen nahm indirekt Bezug zur Pfingstkirche: Wenn solche Bewegungen in Lateinamerika wachsen ist es nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen, sondern nur die Bestätigung, dass der Kontinent „Durst nach Gott“ hat. Deshalb nutzte er in Brasilien auch die Möglichkeit, sich mit anderen religiösen Führungspersönlichkeiten zu treffen, um den guten Willen der Katholiken zu aufzuzeigen."

    www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/brasilien/benedikt-ist-
    eben-kein-johannes-paul-19093.html


    Na, ob die 3 Millionen auf dem CSD wohl auch so "gottesdurstig" waren?
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#10 Fred in BangkokAnonym
  • 08.06.2010, 02:48h
  • ....da kann man nur vor Neid erblassen,
    3 bis 4 Mill. Besucher auf nem CSD ...

    und hier in Bangkok einer Stadt mit geschaetzten 20 Millionen Einwohnern und einer Zahl von cirka 300 000 Schwulen,Lesben ,TG .. hatte der letzte
    Bangkok Pride Tag nur einige hundert Besucher und seit 2 Jahren findet garnichts mehr statt..
    Wir haben keine gleichgeschlechtliche Partnerschaftsregistrierung oder Aehnliches zu erwarten und die Rechte der Tansgender werden mit Fuessen getreten..
    Da nuetzt die angebliche Toleranz der Oeffendlichkeit garnichts ..wenn keine Gesetze installiert werden ,auch was Aufenhalt und Arbeitsrecht fuer Auslaender mit Thaipartner
    angeht.

    Bangkok wach endlich auf .....

    Fred i.Bangkok
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