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Kiffen macht rattig - wenn Grundgefühl und Umgebung stimmen

Manche Schwule nehmen - außer einem Partner - einen Joint mit ins Bett. Cannabis kann die sexuelle Lust steigern, aber auch unangenehme Erinnerungen an frühere Dates hervorrufen.

Von Carsten Weidemann

Seit über 8.000 Jahren wird Cannabis in verschiedenen Kulturen als Aphrodisiakum genutzt. Aus den getrockneten Blättern und Blüten der Cannabis-Pflanze wird das Marihuana ("Gras") gewonnen, während aus dem Harz der weiblichen Pflanze das Haschisch hergestellt wird. Über die luststeigernde Wirkung eines Joints wurden sogar schon Bücher geschrieben.

Der Grund: Sowohl Marihuana als auch Haschisch enthalten die psychoaktiv wirksame Substanz Tetrahydrocannabinol (THC). Diese ist für das alberne Gekicher verantwortlich, das man von bekifften Leuten kennt. THC wirkt sowohl entspannend und beruhigend und macht gleichzeitig euphorisch (zumindest bei einigen Leuten, bei anderen sorgt Kiffen schlicht für Kopfschmerzen). Oft werden die positiven Sinneseindrücke verstärkt, es verändern sich die Wahrnehmungen von Farben und Klängen wie auch das Zeitempfinden.


In deutschen Schlafzimmern offiziell verboten: Hanfplanze

Stimmen Grundgefühl und Umgebung, erhöht diese Steigerung der sinnlichen Empfindungen auch die sexuelle Lust. Vor allem Paare fallen nach dem Kiffen wie in einem Rausch übereinander her und haben Sex wie in den ersten Monaten ihres Verliebtseins. Sie vergessen Zeit und Raum und lassen sich komplett auf den Augenblick und ihre Lustgefühle ein. Berührungen werden viel intensiver wahrgenommen, manche sehen sogar Lichter, wenn sie die Augen schließen. Dieser Rauscheffekt kann beim ersten Erleben beängstigend erscheinen.

Cannabis ist in diesem Sinne eine öffnende und anregende Substanz, aber kein Aphrodisiakum im engeren Sinne, das zu einer direkten Erregung führt. Wer beim Kiffen wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegt und auf einen Ständer wartet, wird dagegen enttäuscht werden. Die Liaison von Hanf und Lust wirkt sich nicht primär nicht zwischen den Beinen, sondern im Bewusstsein aus.

Wie bei allen psychedelisch wirkenden Substanzen kann ein Joint jedoch nicht nur angenehme Empfindungen verstärken, sondern auch Angstgefühle oder unangenehme Erinnerungen an frühere Sexerlebnisse hervorrufen.

Bedenken muss man auch: Der Besitz, nicht jedoch der Konsum, von Cannabis ist in Deutschland strafbar. Zudem besteht die Gefahr der psychischen Abhängigkeit. Manche schwulen Paare sind nur noch in der Lage, guten Sex zu haben, wenn Cannabis im Spiel ist.



17 Kommentare

#1 EnyyoAnonym
  • 10.06.2010, 14:13h
  • "Vor allem Paare fallen nach dem Kiffen wie in einem Rausch übereinander her "

    ... heisst das, man kann sich den Alten schön kiffen, anstatt ihn schön saufen zu müssen?
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#2 schwulenaktivist
  • 10.06.2010, 17:08h
  • Wer sich von der Heterosexualität gelöst hat, sollte sich nicht in neue Abhängigkeiten begeben (müssen)! Aber heute macht wohl eher das Risiko unkontrollierter Handlungen im Bett, als der Sex überhaupt geil!
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#3 Nashville PussyAnonym
  • 10.06.2010, 17:47h
  • Antwort auf #2 von schwulenaktivist
  • Tütchen rauchen muss doch nicht zwangsweise in Unkontrolliertheit enden. Ich rauch gerne eins und nicht unbedingt um geil zu werden, da reicht mir schon der richtige Typ für ^^

    Kontrollverlust entsteht doch viel mehr durch Alkohol und diverse chemische Substanzen, sog "Partydrogen"

    Rauchen hat für mich auch eher was mit Kultur zu tun als Saufen. Das sieht man schon an den Folgen für das Umfeld.

    Ich wills auch nicht propagieren, wers nicht mag solls einfach sein lassen. Aber ewig dieses bigotte Gerede von Cannabis als gefährliche Droge, während man über all harten Alkohol für viel weniger Geld und mit viel verheerender Wirkung kaufen kann, finde ich völlig verlogen.

    Noch sind Nikotin und Alkohol die grössten Einstiegsdrogen, denn an diese gelangt man als Erstes und wird ja auch von der Gesellschaft schön vorgelebt.

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#4 tetrahydrocannabAnonym
  • 10.06.2010, 17:51h
  • Ohne hier den Moralapostel spielen zu wollen (kann dem Autor bezüglich aphrodisierenden Wirkung nur zustimmen):
    Kiffen kann hochgradig abhängig machen und noch dazu macht es euch dumm und vergesslich! Gleichzeitig erhöht sich das Risiko, eine psychische Erkrankung zu erlangen, massiv!
    Wenn hier also über die durchaus angenehmen Aspekte des Cannabis-Konsums geschrieben wird, sollten meiner Meinung nach auch die Schattenseiten nicht zu kurz kommen; und das sind sicher nicht nur die "unangenehme(n) Erinnerungen an frühere Dates".
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#5 KonstantinEhemaliges Profil
#6 JunXXXterAnonym
  • 10.06.2010, 21:43h
  • Kiffen beim Sex: für die Einen abturnend, für die Anderen berauschend. Wer das braucht, solls halt in Gottes Namen nehmen. Wenn das Einatmen von Poppers zu langweilig wurde, der greift zu harten Mitteln. Manche koksen sich vor dem Sex "in die richtige Stimmung" und andere kommen erst mit Alkohol "so richtig in Fahrt"! Und was haben dann die 68er vor dem Sex genommen? LSD, was schon fast in Vergessenheit geraten ist, aber die Welt in noch schillenderen Farben getaucht hat! Ach ja, nach dem Orgasmus kommt dann noch schnell die "Zigarette danach". Da bleibt nur noch eine Sache zum Schluß: Fröhliches Kopulieren!
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#7 chrisProfil
  • 10.06.2010, 23:09hDortmund
  • Also mir hat es vor allem geholfen, die 9. bis 13. Klasse zu überstehen. Obwohl nein Gedächtnis doch schon ziemlich darunter gelitten hat.

    Ich glaube ehr sogar, dass mir das Kiffen dabei geholfen hat, mit dem Stress in der Schule und den Ängsten eines mir selbst verwährten coming outs zurecht zu kommen. Ich habe dass dann drastisch reduziert als bei einer kleinen Runde mit Freunden plötzlich unerwünschte Angstzustände auftraten. Lag aber am Gras - das war zu stark.

    Dann habe ich meinen Freund kennengelernt. Er hat's mir verboten. Ich hab dann aber doch noch mal den ein oder anderen Zug genommen. Da sich aber mein Leben in der Zeit eh komplett geändert hat, brauchte ich das dann auch nicht mehr. Und mit dem Rauchen habe ich auch vor über zwei Jahren aufgehört. Dafür könnte ich jetzt den ganzen Tag nur noch vögeln. Naja, eine vernünftige Sucht muss ja jeder haben.
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#8 Summer of '69Anonym
  • 10.06.2010, 23:16h
  • Antwort auf #4 von tetrahydrocannab
  • Aber bitte erst dann, wenn jeden Tag ausführlich über die verheerenden Folgen des Alkoholkonsums berichtet wird, mit dem inzwischen jeder Teenager regelmäßig versucht, dem immer größeren Leistungsdruck, der immer größeren sozialen Kälte in dieser Gesellschaft zu entkommen und sich in einen Rausch der Pseudo-Lockerheit und -Freiheit zu versetzen.

    Derzeit wächst eine Generation heran, die außerdem solche Angst vor wahrer Nähe und Intimität (insbesondere unter Männern) hat, dass sie ihren Zustand nur noch in ständiger Betäubung durch Alkohol ertragen kann.

    Und die politische Klasse, die ja selbst zu einem großen Teil an der Flasche hängt und vor allem möglichst dumme und betäubte Untertanen braucht, tut rein gar nichts dagegen!

    Ich wundere mich als Mittzwanziger jedenfalls nicht, dass wir mit diesen dauerbetäubten Leuten in meinem Alter und jünger nicht ansatzweise eine 68er-ähnliche Bewegung hinbekommen, obwohl es inzwischen noch viel mehr Anlass und dringende Notwendigkeit dafür gibt!
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#9 KameliendameEhemaliges Profil
  • 11.06.2010, 05:57h
  • Wer sich berauschen möchte , seis Mittels Pillen, Alc, Gras oder whatever soll das tuen. Und wer es nicht möchte soll es lassen...

    Es nervt mich das manche darüber derart moralinsauer richten wollen.
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#10 dummfugAnonym
  • 11.06.2010, 08:35h
  • Ganz unabhängig darüber wie gefährlich das Kiffen ist - es ist nun mal verboten, und eine "Werbung" für was Verbotenes oder Schädliches gehört hier einfach nicht hin.

    Genauso wie jeder (mehr oder weniger) selbst entscheidet, was er so tut, trinkt, schnüffelt oder einwirft sind auch die schuld, die in der Gruppe anderen etwas anbieten, dazu auffordern oder aber Grenzen erkennen und weder drüber nachdenken noch etwas sagen oder tun. Und da es viele Menschen gibt, die leider leicht beeinflussbar sind (für Drogen, aber auch für anderes wie radikalen Glauben oder Homophobie) sind die, die solche "Werbung" für Drogenkonsum oder Anstiftung für strafbare Handlungen unternehmen schuldig.

    Vielleicht mag ja nicht jede Privatperson darüber in jeder Situation nachdenken was er so schreibt oder spricht, aber ein Journalist, der hier publiziert, macht das nicht zum ersten Mal und sollte sich dessen ganz bewusst sein, was er schreibt, und erst recht ist er dafür vollständig verantwortlich. Schließlich fordern wir auch diese Verantwortung von Bischöfen in TV-Interviews oder Reden von der Kanzel, von Außenministern bei Staatsbesuchen oder von anderen Medien.

    Darum gehört für mich so ein ziemlich einseitiger Artikel hier absolut nicht hin. Da reicht auch kein kurzer "Bedenken muss man auch..."-Absatz.
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