Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12297

Der TV-Auftritt von Overbeck im April erregt noch immer die Gemüter

Der Essener Bischof sagt in einer von Schwulen gestörten Diskussion, nicht Homosexualität, sondern homosexuelles Handeln sei Sünde - und will sich mit Protestlern treffen.

Von Norbert Blech

Im Essener Dom ist es am Mittwoch erneut zu einem Zusammentreffen zwischen dem katholischen Bischof Franz-Josef Overbeck und Schwulen und Lesben gekommen.

Bei dem öffentlichen "Domgespräch" des Bischofs mit der früheren Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) nahmen auch 30 bis 40 Schwule und Lesben teil. Der Bischof steht unter Dauer-Kritik, nachdem er im April in der Sendung von Anne Will Homosexualität als Sünde bezeichnet hatte.

Erst in der letzten Woche hatten Schwule und Lesben aus der Ruhrgebietsstadt zunächst bei einer Fronleichnamsprozession gegen den Bischof protestiert und dann einen Tag später zehn Thesen an den Dom genagelt (queer.de berichtete). Das Forum der Essener Lesben- und Schwulengruppen (FELS) hatte vergeblich um einen Termin mit dem Bischof gebeten, sie hatten darauf eine nicht von ihm geschriebene Absage bekommen.

Daher habe man beschlossen, erneut öffentlich zu stören, berichtet Dietrich Dettmann, 2. Sprecher von FELS. Es sei "toll, dass auch junge Schwule bei dem Protest gegen den Bischof mitgemacht haben", freut er sich. Einige Besucher des Café Vielfalt, einem Zentrum für LGBT-Jugendliche, waren wieder in T-Shirts mit dem Aufdruck "Gay mit Gott" erschienen.

"Das reicht uns nicht"


Schwule und Lesben am letzten Freitag vor dem Essener Dom (Bild: FELS/ Dietrich Dettmann)

Als das Gespräch nach einer langen Phase über das Leben Overbecks und über aktuelle Skandale bei seinen Äußerungen in der Sendung "Anne Will" angelangt war, sagte der Bischof: "Ich vertrete als Bischof die lange Tradition der Kirche und das Zeugnis der heiligen Schrift." Ziel der Sexualität sei Liebe und Partnerschaft, zwischen Mann und Frau. Zwar gebe es eine "Spannung zwischen dieser Tradition und dem, was Teile der Gesellschaft zu diesem Punkt vertreten".

Es sei jedoch Aufgabe der Kirche zu formulieren, wofür Gott die Menschen geschaffen habe, wie geglücktes Leben gelingen könne, so Overbeck weiter. Es gehe "bei der Wahl der Lebensform nicht um Freiheit von allen Normen, sondern darum, wie man als Christ innerhalb der von Gott gegebenen Normen ein erfülltes Leben führe". Zugleich räumte Overbeck ein, er hätte besser von homosexuellem Handeln als Sünde sprechen sollen und nicht von der Veranlagung an sich.

Wie Dettmann berichtet, habe dieses "Rumgeeiere" den Aktivisten im Publikum nicht gefallen. Ein Paar sei aufgestanden und habe gesagt: "Das reicht uns nicht." Die Aussagen Overbecks seien angesichts einer langjährigen, verantwortungsvollen Liebes-Partnerschaft "ein Schlag ins Gesicht". Auch andere Schwule und Lesben meldeten sich darauf zu Wort und kritisierten den Bischof, bis Andrea Fischer den lautstarken und aufgrund der Akustik chaotischen Protest beenden konnte.

Der Bischof versprach, sich mit Homosexuellen an einen Tisch zu setzen ("In vernünftigem Rahmen. Ich schreie sie schließlich auch nicht an"). Dettmann sieht das als Erfolg. Auch sei die Atmosphäre im Dom besonders gewesen: in der Debatte zum Thema Homosexualität habe es Applaus auch von Gläubigen für die schwulen Stimmen gegeben, und auch in der Diskussion etwa zum Zölbat habe das Kirchenvolk gezeigt, dass es sich nicht mehr alles bieten lasse.

Breite Empörung über Overbeck

Essen sei eine "moderne Großstadt" und sowohl "Bürger als auch Politiker" seien von den damaligen Äußerungen des Bischofs empört gewesen, berichtet Dettmann, der auch Chefredakteur der Szene-Zeitung "Fresh" und Organisator des CDSs in Essen ist. Eine Rolle spielte dabei sicher auch die aggressive Art, in der Overbeck von Homosexualität als Sünde gesprochen hatte, und die Platzierung des Themas in der Sendung, in der es eigentlich um die Missbrauchsfälle der Kirche ging.

Overbeck hatte damals den schwulen Regisseur Rosa von Praunheim regelrecht erbost angefahren: (Homosexualität) "ist 'ne Sünde. Wissen Sie ja ganz klar und eindeutig, dass es das ist. Das widerspricht der Natur." Diese sei angelegt "auf das Miteinander von Mann und Frau", so der Bischof weiter (queer.de berichtete).

Auch in einem gerade veröffentlichten Interview mit der "Tagespost" konkretisierte Overbeck nun diese Aussage: "Es wäre sicherlich eindeutiger gewesen, wenn ich in der Sendung von Anne Will gesagt hätte: Homosexualität ist nicht Sünde im Sinne der Anlage, sondern im Sinne einer ausgelebten Homosexualität". Das stünde auch so im Katechismus, "aber das kann man in einer Sendung dieser Art, so schnell jedenfalls, nicht sagen".



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 bastapapsta
  • 10.06.2010, 16:04h
  • Interessant wäre mal gewesen, wie die dummen Schaafe, die Overbecks Messe besucht haben auf den lautstarken Protest in der Kirche reagiert haben, aber der grösste Teil ist so verblendet und EGOistisch, dass er sich nur über die "Störung" künstlich aufgeregt hat.

    Was der Hassprediger sich für Parolen leistet ist absolut menschenverachtend. Im eigenen Interesse wäre es für Gemeindemitglieder ratsam, Overbeck zum Rücktritt zu bringen ! Nicht umsonst verbucht die Kirche besonders zur Zeit soviele Austritte .

    MeinKirchenaustritt.at

    Zu empfehlen ist eine interessante Page, welche über die Verbrechen der Kirche informiert :

    Link zu www.theologe.de
  • Antworten » | Direktlink »
#2 XDAAnonym
  • 10.06.2010, 16:19h
  • Antwort auf #1 von bastapapsta
  • Ich dachte nur was gegen die 10 Gebote verstößt ist Sünde ...

    also z.B. du sollst nicht Lügen und Stehlen.

    Oops. Da ist ja Bischoff Mixa ein großer Sündiger. Er lügt und stiehlt. Und dann züchtigt er auch noch Kinder usw.

    Die Kirche ist nur noch lächerlich ...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Liedel
  • 10.06.2010, 16:26h
  • "Die Unterscheidung zwischen Veranlagung und Handlung ist vielen in der Tat zu abstrakt. (...)Und ich bezweifle, dass es das letzte Wort der Kirche sein kann, alle homosexuellen Handlungen gleich zu beurteilen, unabhängig vom Kontext. Wenn homosexuell empfindende Menschen eine feste, auf Solidarität und Dauer angelegte Beziehung eingehen, dann ist das ethisch wertvoll. Ihr Bemühen verdient Rückhalt und ein positives Echo der Kirche."

    So der Moraltheologe E. Schockenhoff in der FR.

    www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2584790_Schw
    ule-Liebe-verdient-Rueckhalt.html


    Das mag für diejenigen, die nun unbedingt in der RKK drinbleiben wollen und in einer entsprechenden Partnerschaft leben (und die für deren "Funktionieren" nun unbedingt den kirchlichen Rahmen brauchen) in Ordnung sein. Allen anderen bringt das ewige Herumreiten auf dem Katechismus nichts.

    Denn selbst wenn mal irgendwelche Veränderungen in der RKK zugunsten einer positiven Sicht auf menschliche Sexualität stattfinden, werde z.B. ich mich, wenn nix dazwischenkommt, im Rentenalter befinden. Sorry, aber da ist mir die Zeit, die dazwischenliegt wichtiger... man bedenke: erst im November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert...

    Also: wartet nicht auf bess're Zeiten: austreten!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Schreibtischwelt
  • 10.06.2010, 16:35h
  • Warum interessieren Euch die Interna der Kirche?
    Sie ist bloß eine längst überflüssige Institution, die immer noch ihren Einflußverlust auf staatlicher Ebene nicht verdaut hat und die Zeichen der Zeit nicht erkennt oder erkennen will.

    Was die Kirche will und hat und kann, interessiert mich so viel wie der berühmte in China umgekippte Reissack. Man sollte diesen Laden einfach zusch...

    Wer als Schwuler noch Kirchensteuer zahlt, ist selber schuld. Der Kirche wird hier meiner Meinung nach eine viel zu große Plattform geboten. Ich komme wunderbar ohne Kirche, Religion und Glauben zurecht. Es lebe der Atheismus! Die Welt könnte dann etwas friedvoller sein...

    Leider aber ist der Mensch ein Hordentier und tut gern das, was der Anführer bestimmt. Das ist der einzige Boden, auf dem Religionen gedeihen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 predigerAnonym
  • 10.06.2010, 16:51h
  • und selbst wenn jesus persönlich irgendwo irgendwas gegen homosexualiät gesagt _hätte_ – weshalb zum teufel sollte uns das heute interessieren?

    es ist einer aufgeklärten gesellschaft unwürdig, ethische regeln allein aus irgendwelchen religiösen quellen abzuleiten. wir leben schließlich nicht in einem gottesstaat. wer die freiheiten der menschen einschränken möchte, der muss sich schon die mühe machen, inhaltliche argumente zu bringen statt sich auf "gottes normen" zu berufen.

    wir sind doch keine kleinen kinder, die zu tun haben, was papi sagt, und zwar einfach nur deshalb, WEIL papi es sagt. nein, auf dieser ebene argumentiere ich nicht, und auf dieser ebene sollte in unserer gesellschaft niemand argumentieren, der ernst genommen werden will.

    wo sind also die inhaltlichen argumente, die dagegen sprechen, dass zwei männer oder zwei frauen einander lieben und miteinander leben? da wird die luft aber schnell dünne, wenn papis zeigefinger nicht mehr als einziges argument gilt, nicht wahr?...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LorenProfil
  • 10.06.2010, 16:52hGreifswald
  • Dass Overbeck lesbisch, schwul oder bisexuell l(i)ebende Menschen öffentlich diffamiert, könnte man angesichts des schwindenden Einflusses der RKK in Deutschland (zumindest auf die Meinungsbildung) noch relativ gelassen zur Kenntnis nehmen. Dass er aber aus dem allgemeinen Steueraufkommen bezahlt wird und sich dennoch so äußert, ist skandalös. Kirche und Staat sollten m.E. endlich sauber getrennt und die Bezahlung der sog. kirchlichen "Würdenträger" aus Steuermitteln eingestellt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 HandoAnonym
  • 10.06.2010, 17:05h
  • Overbeck ist nichts anderes als ein karrieregeiles Milchgesicht, der aber verstanden hat, wie man unter Josph Ratzinger Karriere macht - nämlich, indem man auf die Schwulen einschlägt. Das eigentliche kircheninterne Problem mit Homosexualität hat einen Namen: Joseph Ratzinger. Man muss nicht Sigmund Freud sein, um zu sehen, dass Ratzinger ein PERSÖNLICHES Problem mit "Homophilie" hat. Solange dieser Mann lebt, wird es Jahr für Jahr schlimmer werden. Es ist tragisch, dass ein alter Mann noch einen solchen Hass entwickeln kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 schwulenaktivist
  • 10.06.2010, 17:06h
  • Dass Kirchenvertreter unfähig sind, "homosexuelles Handeln" mit der analen Penetration zu erklären, ist verständlich. Dass aber Schwule nicht fähig sind, "den Penis auf den Tisch" zu legen, ist unbegreiflich im Jahr 2010 nach Jesuschrist...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hindukuschAnonym
#10 jochenProfil
  • 10.06.2010, 17:54hmünchen
  • ".... nicht Homosexualität, sondern homosexuelles Handeln sei Sünde ..."

    Was ja praktisch auf das Gleiche hinausläuft. Und seine Aussage auch nicht besser macht.
  • Antworten » | Direktlink »