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Schauspieler Sean Hayes wehrt sich dagegen, immer nur Schwule spielen zu müssen.

Kussattacken in US-Preisverleihungsshows: Nachdem mehrere weibliche Superstars Frauen küssten, tat es ihnen Sean Hayes (Jack aus "Will & Grace") bei der Verleihung der Tony-Awards gleich.

Zu Beginn der im Fernsehen live übertragenen Show, bei der Theater- und Musicalproduktionen ausgezeichnet werden, gab der 39-jährige Hayes der Schauspielerin Kristin Chenoweth einen rund zehn Sekunden dauernden Zungenkuss. Anschließend verpasste er der 41-Jährigen einen Klaps auf den Hintern. Als sie die Bühne verließ, sagte er in Richtung der Zuschauer: "Ich weiß, was Sie denken. Sie ist zu klein für mich."

Mit dem Kuss spielt Hayes auf einen Artikel im Nachrichtenmagazin "Newsweek" an, in dem Autor Ramin Setoodeh schwulen Schauspielern vorwarf, keine heterosexuellen Männer darstellen zu können (queer.de berichtete). Der Journalist kritisierte dabei auch Hayes, der in einem Broadway-Musical einen "Ladies' Man" spielt. Dabei komme er "hölzern und unaufrichtig" herüber, so Setoodeh.

Youtube | Die Kussszene zum Genießen...

Britney Spears und Madonna 2003

Mit dem ausführlichen Zugenspiel nimmt Hayes eine Tradition auf, die Britney Spears und Madonna 2003 bei den MTV Video Music Awards ins Leben gerufen haben. Ihr Zungenkuss war über Tage das Hauptthema in der Boulevardpresse. Seitdem haben immer wieder Schauspielerinnen oder Sängerinnen bei Preisverleihungen ihre gespielte Zuneigung zur Schau gestellt, zuletzt Sandra Bullock und Scarlett Johansson bei den MTV Movie Awards. Dieses Schema wurde jedoch bisher nicht von Männern kopiert. Einige männliche Superstars wie Actionheld Will Smith haben in der Vergangenheit sogar erklärt, dass sie keinen Mann küssen würden, da dies ihrem Image als Heterosexuelle schaden könnte.

Sean Hayes spielte acht Jahre lang den extrovertierten Jack in der Sitcom "Will & Grace". Er outete sich erst im März 2010, obwohl seine Homosexualität ein offenes Geheimnis war. Er hatte jedoch zuvor immer wieder ausweichend auf die Frage nach seiner Sexualität geantwortet und stets angegeben, er könne ebenso gut einen Hetero wie einen Schwulen spielen. Er beklagte sich aber, dass er aus Hollywood nach dem Ende von "Will & Grace" im Jahre 2006 kaum heterosexuelle Rollenangebote mehr erhalten hat. (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 15.06.2010, 18:19h
  • Wundern wir uns noch über den immer aggressiveren, omnipräsenten massenmedialen Heterosexismus,

    wenn wir selbst offenbar nichts Besseres zu tun haben, als an eben diesem mitzuwirken?

    Es ist erschreckend und bezeichnend, dass schwule Männer in erster Linie damit beschäftigt sind, ihre Teilnahme am Zirkus der zwangsheterosexuellen "Selbst"vergewisserung zu sichern.

    Zum einen, weil es besser fürs Geschäft ist, zum anderen, weil sie sich und anderen anscheinend ihr heterosexistisches Verständnis von Männlichkeit beweisen müssen.

    Aus meiner Sicht absolut abstoßend und das genaue Gegenteil von schwulem Selbstbewusstsein!
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#2 Angry Gay ManAnonym
  • 15.06.2010, 18:30h
  • Na hoffentlich hat er sich danach kräftig den Mund ausgespült! Shame on you, Mr. Hayes!
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#3 manuelAnonym
#4 hm9Anonym
  • 15.06.2010, 22:07h
  • Britney + Madonna züngelnd auf dem VMA: das war 2003 und nicht 2007, wie im Artikel beschrieben.
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