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  • 20.06.2010           163      Teilen:   |

Judith Butler lehnt Zivilcourage-Preis ab

Ließ sich erst loben, um dann auszuteilen: Judith Butler
Ließ sich erst loben, um dann auszuteilen: Judith Butler

Eklat beim Berliner CSD: Die Gender-Theoretikerin verweigerte die Annahme der Auszeichnung - u.a. weil die Parade zu kommerziell sei.

Von Carsten Weidemann

Am Samstag feierten Hunderttausende Schwule und Lesben in Berlin den CSD - und konnten am Abend einem kleinen Eklat beiwohnen: Die bekannte Gender-Theoretikerin Judith Butler lehnte überraschend den ihr verliehenen Zivilcourage-Preis ab.

Auf der großen Bühne vor dem Brandenburger Tor hörte sich die amerikanische Philosophin erst die Laudatio der grünen Bundestagsfraktionschefin Renate Künast an, um dann in einer kurzen Rede die Annahme der Auszeichnung abzulehnen. Ihre Begründung: Der Berliner CSD sei "zu kommerziell und oberflächlich".

Die Veranstaltung richte sich zudem nicht genügend gegen Rassismus und doppelte Diskriminierung - etwa von Migranten, die homosexuell oder transsexuell empfinden, sagte die 54-jährige linke Theoretikerin, die an der Universität im kalifornischen Berkeley lehrt. Butler schlug vor, den Preis lieber an Organisationen wie dem Verein der türkeistämmigen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und Transgendern GLADT e.V. zu vergeben. Ausdrücklich lobte sie den alternativen "Transgenialen CSD", der seit einigen Jahren im Stadtbezirk Kreuzberg veranstaltet wird. Dort werde sich noch mit "den großen Fragen von Krieg und Frieden und sexueller Identität in einer modernen Gesellschaft" auseinandergesetzt.

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Nach Angaben der CSD-Veranstalter habe Butler im Vorfeld nicht zu erkennen gegeben, dass sie den Zivilicouragepreis nicht annehmen wolle. Einen Eklat sahen sie darin allerdings nicht: "Wir waren zwar überrascht, aber das war eben Judith Butler, wie sie leibt und lebt", sagte Sprecherin Claudia Rische gegenüber dem Tagesspiegel: "Sie schwimmt gerne gegen den Strom." Man werde ihr die Nichtannahme nicht übel nehmen, sondern das Gespräch suchen. Vielleicht sei Butler wegen des bunten Paraden-Rummels nicht ganz klar gewesen, dass der CSD in der Hauptstadt sehr wohl klare Forderungen vertrete. Die CSD-Veranstalter zahlten Butlers Flug und ihre Unterkunft im Hotel Adlon.

Am Samstag nachmittag hatten nach Polizeiangaben rund 600.000 Menschen an der 32. Berliner CSD-Parade teilgenommen und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Trans- und Intersexuellen demonstriert. Bei der Abschlusskundgebung machte sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) für mehr Toleranz stark. Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hielt eine Laudatio auf den Sexualwissenschaftler Martin Dannecker, der ebenfalls mit dem Zivilcouragepreis ausgezeichnet wurde. Dannecker nahm den Preis an.

Youtube | Die Rede von Judith Butler beim Berliner CSD (Danke, bananas!)
Links zum Thema:
» Homepage des Berliner CSD
» Veröffentlichungen von Judith Butler
Wochen-Umfrage: Was sagst du zu Judith Butlers Auftritt auf dem Berliner CSD? (Ergebnis)

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Tags: judith butler, csd berlin, zivilicouragepreis
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Reaktionen zu "Judith Butler lehnt Zivilcourage-Preis ab"


 163 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
20.06.2010
12:38:16


(+3, 33 Votes)

Von XDA


CSDs sind in der Regel ja auch oberflächlich und nur noch für F*ckkontakte - um irgendwas politisches geht es da schon lange nicht mehr ... und das Bild von Partytransen prägt auch weiterhin das Medienbild.

Finde ich super, dass sie den Preis abgelehnt hat. Erinnert mich an Marcel R.R. und den schäbigen Unterschicht-Fernsehpreis.


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#2
20.06.2010
12:43:40


(-7, 23 Votes)

Von Tresenschlampe
Antwort zu Kommentar #1 von XDA


Den Deutschen Fernsehpreis als Unterschichtpreis zu betiteln, ist eine Unverschämtheit! Immerhin haben viele Prominente diese Auszeichnung schon erhalten!

Daß sie den Zivilcouragepreis abgelehnt hat, finde ich trotzdem gut. Vielleicht nehmen sich das die CSD-Organisatoren zu Herzen, daß sich dringend etwas ändern muß. Weg von der freizügigen Party wieder hin zur politisch motivierten Demo! Back to the roots!


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#3
20.06.2010
12:45:51


(0, 8 Votes)

Von joshi
Aus Berlin
Mitglied seit 18.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von XDA


find ich auch, seht mal nur "unseren" wowi. jetzt fordert er, aber wenn es darum geht in seiner eigenen verwaltung aufzuräumen, hat er plötzlich vergessen schwul zu sein.


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#4
20.06.2010
12:57:55


(-4, 38 Votes)

Von Schorsch


Vielleicht sollte sich der CSD gerade in Berlin mal eher mit Migranten beschäftigen, die homophob empfinden. Die sind quantitativ und qualitativ ein größeres Problem. Und wenn Frau Butler sich mit "den großen Fragen von Krieg und Frieden" beschäftigen möchte, dann hat sie auf einem CSD allerdings klar das Thema verfehlt. Tipp: Nächstes Jahr zum Ostermarsch wiederkommen. Da sind die Massen allerdings etwas weniger zahlreich.


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#5
20.06.2010
13:07:46


(+10, 38 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


wer bei der verleihung vor der bühne dabei war, konnte feststellen das der kommerz und entpolitisieungs vorwurf völlig zu recht vorgetragen wurde! Das feiervolk verstand gar nicht was da oben vor sich ging und es interessierte auch nicht!
Man wollte sich feiern; das ist aber nicht mehr genug!
Und wer nicht mal in der lage ist , fünf minuten sich zu konzentrieren um wenigstens im ansatz mitzubekommen, was angedacht wird/ werden sollte, darf sich nicht wundern. versatzstück in einer inzenierten veranstaltung zu werden, die nicht mehr die bedürfnisse und erwartungen abdeckt sondern einem "einkauft" ins system. Das übrigens der kern der kulturkritik Frau Butler's an der bestehenden homo/lesben/trans & genderbewegung!
Da ist die frau ruferin in der wüste der restdarstellung schwuler emanzipationsbemühungen.
Entsprechend die unwürdige erste reaktion der "verantwortlichen" durch ihren sprecher, der beifall klatschenden entgegnhielt: "ihr seit nur eine minderheit"!
So haben wir auf diesem unpolitschen csd auch etwas politisches gelernt wenn wirs nicht schon vorher wussten; die da oben, wir da unten!

Ps. laudatio für martin Dannekker durch Gregor Gisi lobenswert! Dannekers rede retrospektiv aber wie so oft, einfach gut! Hingegen Künasts versuch sich Frau Butler zu nähern oberflächliches wischi-waschi! Frau Butler's reaktion spricht für sie.. was übrigens für den, der zuvor am freitag in der volksbühne sich ihren vortrag zu gemüte führte, klar ersichtlich war; sie kündigte es an!
Wenigstens da hätten die verantwortlichen mit ihr reden können?!

Der schönste motivwagen im jährlichen karneval der liebe, war von hinten zu begutachten. Grüne, die vor der fdp fuhren mit dem schriftzug: 4,9% sind genug!
So durften auch die zuschauer stimmungsbarometer spielen...
jetzt kann unsereins sich nächsten samstag entspannt dem transgenialen csd widmen, leute kennen lernen und vieleicht neue bündnisse schließen.. ganz im sinne Butler's / Danneker! Dann hat der ganze rummel einen sinn gehabt!


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#6
20.06.2010
13:09:56


(+10, 36 Votes)

Von Joseph O.


Der Artikel äußert sich nicht zu dem eigentlichen Grund Prof. Butlers, den Preis abzulehnen.

"sei zu komerziell und oberflächlich" ist nicht ihre Kernaussage.

Ich empfehle sehr eine Berücksichtigung folgender Erklärung:

Link:
nohomonationalism.blogspot.com/2010/06/judith-butl
er-lehnt-berlin-csd.html


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#7
20.06.2010
13:15:34


(-1, 19 Votes)

Von Timm Johannes


Bei 600.000 Menschen (!) auf der Strasse bleibt leider eine Kommerzialisierung nicht aus...das hat nunmal gute und schlechte Folgen.

Aber Butler hat insgesamt Recht mit ihrer Kritik.

Die Forderung nach Eheöffnung, Reform des Adpoptionsrechtes, ein modernes Transsexuellengesetz und Projektförderungen gegen Homophobie gehört viel stärker auf den CSDs vorgetragen.

Da sind 600.000 Menschen auf den Beinen, aber wieviele der heterosexuellen Gäste wissen denn, das es bisher nur das Lebenspartnerschaftsinstitut gibt und noch nicht eine reguläre Eheöffnung...

Das Thema muss verstärkt thematisiert werden.


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#8
20.06.2010
13:28:37


(+10, 38 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #7 von Timm Johannes


eine der thesen frau Butlers ist die: wir nehmen angebote seitens der mehrheit, dem staat an, die dazu dienen uns einzubinden in ein repressives system das durchwirkt ist in alle bereiche ...
sie nennt dies "vergiftete geschenke" und benennt auch die aus der normativität der heterogesellschaft abgeleitete "notwendigkeit der paarbindung" unter zwangskonstrukten (ehe) als vergiftet!
Wenn also vereinnahmen, schatzerl, dann erst den inhalt lesen und verstehen wollen.. ansonsten durchsichtiger versuch auf fahrende züge springen zu wollen!
Aber wir kennen unsere christlichen missionare: alles verwursten was dem eigenen ziel dienen könnte!


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#9
20.06.2010
13:35:29


(+8, 34 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #2 von Tresenschlampe


das mit den prominenten mag ja auf einzelne preisträger zustimmen, aber ist prominent sein gleich preiswürdig? Zunehmend kann man den vorwurf der prekariatsvergabe an unwürdige preisträger erheben.. so war die ablehnung durch RR ganz sicher der richtige schritt dem ein signal entgegen zu stellen.. wie auch hoffentlich der von J.Butler!

Und mit verleihungen ist es ein ding: so mancher findet sich im laufe der zeit an der seite seiner eigenen politischen gegner wieder... da wäre die rückgabe eigentlich der wahre respekt vor der vergabe!


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#10
20.06.2010
13:53:03


(+9, 35 Votes)

Von Fiete_Jansen
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Schorsch


Vielleicht sollte der LSVD Berlin_Brandenburg und MANEO nicht so rassistische Äußerungen von sich geben, damit solche Statements nicht mehr so oft vorkommen.

Ich finde Judith Butlers Auftritt und Aussage klasse.

Als ich gestern Vormittag (Ja es war keine spontane Entscheidung) davon erfahren habe, hab ich mich auf die Meldungen des Abends sehr gefreut.

Wir von DKP queer haben uns bei unserer Gründung die Repolitisierung der CSDs aufs Banner geschrieben und können ihr nur zustimmen.


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