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Kein Bärenparadies mehr: Ludwigsburger Stadtbad

Nach dem Bericht einer Lokalzeitung haben die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim das traditionelle "Bärenbaden" im Stadtbad untersagt. Sex sei nicht akzeptabel.

Von Carsten Weidemann

Sechs Jahre lang konnten sich schwule Bären ungestört im Ludwigsburger Stadtbad vergnügen. Immer am letzten Freitag im Monat stand dort das "Bärenbaden" auf dem Programm. Für 50 Euro pro Stunde hatte ein Mitglied der "Stuttgarter Bären" das Bad von den Stadtwerken angemietet. Die mehr oder wenigen dicken Bartmänner waren dann unter sich und konnten machen, was sie wollten.

Doch nun hat ein Bericht in der Ludwigsburger Kreiszeitung dem fröhlichen Bärenbaden ein Ende gesetzt: "Saubere Sauerei: Im Stadtbad sind die schwulen Bären los" hieß es ungewohnt offen in der Samstagausgabe des Lokalblatts. Zwar vermied Autor Wilfried Hahn jeden homophoben Unterton, doch war seine Intention, mit seinem Artikel über das schwule Stadtbad-Treiben empörte Reaktionen hervorzurufen, mehr als offensichtlich: "Darf man dort Sauereien machen? Oder präziser gefragt: Darf Mann dort Sauereien machen? Antwort: Ja, Mann darf! Wenn er keine Spuren hinterlässt. Womit schon klar ist, dass es nicht um Schüler geht, die ins Becken pinkeln. Sondern um Sex. Um Sex zwischen Männern."

Vergeblich bemühte sich Autor Hahn in seinem ersten Bericht um eine negative Stellungnahme. Die Bären hätten das historische Stadtbad "immer picobello hinterlassen", zitiert er Karin Wächter, die bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim für die öffentlichen Bäder zuständig ist. Die Dame hatte auch keine moralischen Bedenken: "Das ist eine private Veranstaltung. Und es sind ja alles erwachsene Menschen, die da reingehen."

Wächters Chef jedoch sprang aus dem Sessel, als er am Samstag den Artikel in der Kreiszeitung las: Stadtwerke-Geschäftsführer Bodo Skaletz kündigte noch am Wochenende an, den Mietvertrag für das Bärenbaden fristlos zu kündigen. Von den Bären habe er noch nie etwas gehört, zitiert ihn Wilfried Hahn in der Ausgabe vom Montag, und erst recht nicht davon, dass selbige auf ihrer Webseite für "Schweinkram" trommeln. Sexuelle Aktivitäten seien in dem Bad niemals erlaubt worden.

Den Stuttgarter Bären selbst war die Gefahr offensichtlich bewusst. Auf Ihrer Webseite appelierten sie eindringlich zur Sauberkeit, um das Bärenvergnügen nicht zu gefährden. So sollten benutzte Gummis nicht in den Schränken liegen gelassen werden, hieß es etwa. Das Resumé von Wilfried Hahn: "Trotz aller Sauberkeitsappelle haben die Bären aber trotzdem Spuren hinterlassen - und zwar im Internet. Und damit haben sie sich selbst einen Bärendienst erwiesen."



#1 GastGastGastAnonym
  • 21.06.2010, 12:40h
  • Also grundsätzlich sieht die Sache hier schonmal anders aus als bei einem früheren Artikel, wo es auch um "Vergnügen" im Schwimmbad ging. Da es sich hier ja um eine rein private Veranstaltung handelte und alles sauber und ordnungsgemäß hinterlassen wurde, konnte sich schließlich keiner von den anderen Badegästen gestört fühlen. Insofern war das so in Ordnung was die Männer gemacht haben.

    Das Einzige was meiner Meinung nach kritikwürdig ist, dürfte die Tatsache sein, daß sie dem entsprechenden Vermieter möglicherweise nicht klar gesagt haben, was sie denn im Bad so treiben wollen und daß sie dafür dann vermutlich kein Einverständnis hatten.

    Sowas hätte einfach im Vorfeld klar geregelt werden müssen, dann hätten sie selbstverständlich in dem Bad auch ihren Spass haben dürfen.

    Wenn jemand ihnen das im Vorfeld aber klar untersagt hätte, dann wäre Sex natürlich wiederum nicht in Ordnung. Im Endeffekt geht es nur um klare Absprachen die eingehalten werden müssen...
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#2 XDAAnonym
#3 skydiverProfil
  • 21.06.2010, 13:31hStuttgart
  • Hallo,

    ich selber habe im Oktober 2004 das BärenBaden im Alten-Stadtbad in Ludwigsburg ins Leben gerufen in meiner Eigenschaft als Mitbegründer und Organisator des BEARS-CLUB STUTTGART von Mai 2004 bis Januar 2010. Im Januar 2010 hat sich der BEARS-CLUB STUTTGART unter neuer Leitung und neuer Bärenseite neu formiert, und so entstanden die STUTTGARTER-BÄREN die unter www.stuttgarter-baeren.de zu finden sind !!

    Nein - der BEARS-CLUB STUTTGART war zu keinem Zeitpunkt der Veranstalter des BärenBadens in Ludwigsburg !! Wir waren als lockere Freizeitgruppe selber zu Gast im Bad und bei einem privaten Veranstalter, das als "geschlossene Gesellschaft" an jedem Freitagabend eine Nachtsauna durchführt !!

    Am letzten Freitagabend im Monat hat es sich in den letzten Jahren so "eingebürgert", das sich überwiegend schwule Bärenfreunde im Bad aufgehalten haben !! Aber auch viele hetero und bisexuelle Gäste waren während unseres allmonatlichen BärenBadens im Bad vertreten !! :-)

    Das komplette Alte Stadtbad in Ludwigsburg mit samt dem Saunabereich stand uns an den BärenBaden Abenden zur freien Verfügung !!

    Was die durchschnittlich 60-70 Besucher und 300-400 Besucher bei unseren diversen Bärentreffen im "weitläufigen" Bad so alles angestellt haben sollen, lässt sich natürlich nicht kontrollieren !! Und Man(n) kann ja auch nicht hinter jeden Bärenfreund eine "Kontrollperson" stellen :-)

    Fakt ist - das es vorgekommen ist, das in den frühen Morgenstunden an diversen Plätzen innerhalb des Bades benutzte Kondome und andere Utensilien gefunden wurden beim gründlichen "sauber machen" :-(

    Ein riesengrosser Fehler war es nun, das der neue Organisator der STUTTGARTER-BÄREN u.a. die "Benimmregeln" (Entsorgung der Kondome, Sperma auf dem Boden etc.) auf der Bärenseite veröffentlicht hat !! :-(

    Da das Internet auch von städtischen Bäderbetrieben gelesen/ besucht wird, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, das es diese Veranstaltung in der Zukunft nicht mehr geben wird :-(

    Das die Bäderbetriebe der Stadt Ludwigsburg uns Bären nicht zur Kentnis genommen haben will, ist schlichtweg falsch !! Wie begründet sich sonst die Aussage von Frau Wächter: "Die Dame hatte auch keine moralischen Bedenken: Das ist eine private Veranstaltung. Und es sind ja alles erwachsene Menschen, die da reingehen."

    Ausserdem hat im Jahr 2007 sogar ANDERStrend auf RTL eine ausführliche Reportage über das Bärenbaden beim Bärentreffen 2007 gebracht !!

    Ich finde es auf jeden Fall eine ziemlich traurige Geschichte, nachdem diese Veranstaltung bundesweit beliebt war, und zu unseren Bärentreffen immer am letzten Septemberwochenende viele internationale Gäste anwesend waren, und die Veranstaltung immer sehr beliebt war !!

    Es stimmt schon, das sich hier die STUTTGARTER-BÄREN einen "Bärendienst" erwiesen haben ...

    Bäriger Gruss vom
    Stefan
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 21.06.2010, 14:33h
  • Antwort auf #3 von skydiver
  • Insbesondere zeigt sich einmal mehr die verlogene Verklemmtheit, Sexualitätsfeindlichkeit und vor allem Homophobie seitens der städtischen Bäderbetriebe.

    Und natürlich des betreffenden Journalisten, der es ganz offensichtlich darauf angelegt hat, diese Veranstaltung zu diffamieren.

    Was für kranke Menschen müssen das sein, die anderen ihren Spaß nicht gönnen (bei dem ganz offensichtlich niemand "zu Schaden" kommt, warum auch)?
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#5 Blondes GiftAnonym
  • 21.06.2010, 14:41h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation*
  • Ach ja, jetzt sind wieder alle "homophob" ... Leg doch mal 'ne andere Paranoia-Platte auf, die hat echt 'nen Sprung!

    Und lies bitte mal, was Dein Vorredner geschrieben hat: es fanden sich nach den Bären-Abenden regelmäßig gebrauchte Kondome und sonstige Hinterlassenschaften im Bad. Ich weiß nicht, was Sex in öffentlichen Schwimmbädern zu suchen hat, aber vielleicht bin ich da auch hoffnungslos altmodisch.

    Fakt ist, wer in einem öffentlichen Bad rumbumst und nicht mal seine Spermareste vom Boden aufwischt, braucht sich wohl kaum über Diskriminierung zu beklagen. Das ist schlichtweg ekelhaft und zeugt von schlechter Erziehung.

    Ich möchte jedenfalls nicht in Schwimmbädern schwimmen, wo wer auch immer Geschlechtsverkehr hatte - am besten noch unter Wasser. Das gilt im übrigen genauso für Heteros. Auch da möchte ich keinen Vaginalschleim oder ähnliches im Wasser haben.

    Und jetzt könnt Ihr mich wieder alle rot machen ... *augenroll*
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#6 antinoosAnonym
  • 21.06.2010, 15:10h
  • Antwort auf #5 von Blondes Gift
  • Danke, @Blondes Gift,

    du bestätigst, was wir lange vermutet hatten.

    Auch bei dir reicht es in Sachen sexueller Freiheit noch nicht einmal für antikes Niveau.

    Lesen kannst du anscheinend auch nicht.
    Denn offenbar gab es noch nie irgendwelche Probleme oder Beschwerden wegen störender "Rückstände".

    Wenn es dich anekelt, dich in Räumen zu bewegen, wo andere schon Sex hatten, empfehle ich dir, dich mit deinen heteronormierten Moralapostel-Klemmschwestern auf einen anderen Planeten beamen zu lassen.

    Aber lass alle anderen bitte sexuell frei und selbstbestimmt leben!
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#7 Blondes GiftAnonym
  • 21.06.2010, 15:22h
  • Antwort auf #6 von antinoos
  • "Moral-Apostel-Klemmschwester", "heteronormiert" ...

    Ihr merkt ganz offensichtlich nicht einmal mehr, welch gleichgeschalteter stereotyper Sprechweise Ihr Euch hier bedient. Der reinste Gesinnungsterror ...

    Immer wenn hier irgendjemand gegen Eure "reine" schwule Lehre verstößt, wird er gnadenlos fertigggemacht - mit immer den gleichen Vokabeln. Wie gesagt, die Platte hat einen Sprung, und zwar einen gewaltigen.

    Ihr seid genauso intolerant wie, denen Ihr Intoleranz vorhaltet - ein abgekartetes Spiel. Andere Meinung werden mundtot gemacht - das ist die pure Ideologie, im Grunde bereits faschistoid.

    Mit Extremisten ist kein Staat zu machen, weder von der linken noch von der rechten Seite.

    Ich werde hiermit meinen Nick löschen und wünsche Euch noch viel Spaß beim Selbstbeweihräuchern und andere Leute verbal Hinrichten.

    Ihr seid keinen Deut besser als die "phösen" Homophoben, gegen die Ihr beständig kämpft. Keinen Deut ...

    PS: Und vergesst nicht, Judith Butler ein Denkmal zu setzen - am besten anstelle des heutigen Homo-Mahnmals im Tiergarten. Das ist doch bestimmt eh nicht gendergerecht ... und muss daher schnellstmöglich verschwinden ...
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#8 Kai-UweAnonym
  • 21.06.2010, 15:49h
  • Hi @ll,

    also - ich war schon mehrmals in Ludwigsburg beim Bärenbaden dabei! Und ich reise jedesmal extra aus Frankfurt an, weil es sowas bei uns nicht gibt! Eine wirklich einzigartige Sache, was die Stuttgarter Bären (#3 Stefan) da in den letzten Jahren organisiert haben :-) Schade - das es das Bärenbaden wohl nicht mehr geben soll!

    Ganz offiziell hat man als Besucher gar nie den Eindruck gehabt, das sich beim Bärenbaden alles um Sex dreht! Klar - die weitläufige Galerie mit den Umkleidekabinen, und die vielen Nebenräume wie Dusche, Umkleidekabine haben sicherlich bei vielen schwulen, wie auch bisexuellen Kerlen die Hormone (Spermien) beflügelt! :-) Das ist aber 100% in allen anderen Bädern nicht anders!

    Und das mit dem Sperma im Badewasser und "iiigitt" find ich echt bescheuert! Das Badewasser wird ständig umgewälzt, gefiltert und gereinigt! Und ausserdem ist da Chlor drin! Ich denke mal, da isses ekliger auf einem "Nutten-Toaster" (Solarium) zu liegen, wo man nicht weiss, wer da vorher draufgelegen hat, und ob er auch hinterher ordentlich sauber gemacht hat!

    Womit ich schon beim eigentlichen Thema wäre - die Sauberkeit! Leider ist es wirklich so, das gerade schwule Männer in den Toiletten der Clubs, auf Autobahnparkplätzen, an Baggerseen etc. und auch beim Bärenbaden ihre "Hinterlassenschaften" einfach unbekümmert liegen lassen! Und Zuhause putzen sie mindestens 2-3 mal in der Woche ihr Badezimmer! Ganz schön verqueere Welt!

    Ich weiss, das beim Bärenbaden immer extra kleine Plastikeimer aufgestellt waren, wo man seine "Hinterlassenschaft" diskret hat hineinwerfen können! Leider - und das finde ich sehr traurig, haben nur die wenigsten davon Gebrauch gemacht :-(

    Ich werde das Bärenbaden auf jeden Fall sehr vermissen ...
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#9 vingtans
  • 21.06.2010, 15:54h
  • Antwort auf #7 von Blondes Gift
  • ich stimmt "Blondes Gift" vollkommen zu!
    hier gehts absolut nicht um homophbie!

    sondern einfach darum das dieses schwimmbad am nächsten tag von kinden,familien und anderen "nicht promisken" menschen genutz werden soll...

    und die vorstellung in einem schwimmbad zu schwimmen in denen tags davor orgien gefeiert wurden find ich selber ganz und garnicht prickelnd!

    und hört mal auf von "heteronormativen" verhalten zu faseln..niemand hat mit seiner homosexualität nen vertrag eingegangen der besagt mit so vielen männern wie möglich sex haben zu müssen...denn das versteht ihr scheinbar unter "homonormativ"! also pfuiiiii!

    ich finds schade das du gehst "Blondes Gift",ich mochte deine kritischen kommentare sehr,denn sie waren nicht HOMONORMATIV!
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#10 TommAnonym
  • 21.06.2010, 16:29h
  • Wer sich die Mühe macht, und den Original Bericht vom 21.06. der LKZ liest der findet dort u.a.

    Das Bärenbaden findet an jedem letzten FREITAG im Monat statt ...

    Und außerdem, so Skaletz, wird das Bad sowieso >>jeden Samstag der obligatorischen wöchentlichen Generalreinigung
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