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Die Veranstalter in Den Haag erklärten, dass Beenie Man die "offene und freundliche Atmosphäre" beim Parkpop-Festival nicht durch Mordaufrufe unterbrechen würde.

Snoop Dogg ist zu kontrovers für das Parkpop-Festival in Den Haag - als Ersatz hat die Stadt Beenie Man eingeladen, der zum Mord an Schwulen und Lesben aufruft.

Nach Angaben der Stadt war die Ausladung notwendig, um die "offene und freundliche Atmosphäre" des Festivals zu bewahren. Parkpop findet bereits zum 30. Mal in Den Haag statt und gilt als Mischung zwischen Open-Air-Festival und Familienfest. Es werden rund 300.000 Zuschauer erwartet. Bürgermeister Jozias van Aartsen präzisierte die Kritik an Snoop Dogg und erklärte, er befürchtete Angriffe von rivalisierenden Gangs, falls der amerikanische Rapper an dem Konzert teilnimmt.

Scharfe Kritik gibt es am Ersatz für den US-Rapper: Der jamaikanische Dancehall-Sänger Beenie Man ist vor allem durch homophobe Texte bekannt geworden. So heißt es in einem seiner Songs unmissverständlich: "I'm dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays". Homo-Aktivisten fragen nun, warum ein solcher Sänger von Den Haag als "freundlicher" angesehen wird als ein international anerkannter Rapper, der sich öffentlich nie abfällig über Schwule oder andere Minderheiten geäußert hat.

In einer Pressemitteilung erklärte der US-Rapper, dass "ich an Musikfestivals in der ganzen Welt teilgenommen habe - und nie hat es einen Zwischenfall gegeben." In Holland hat es tatsächlich nur eine Gesetzesüberschreitung bei einem Snoop-Dogg-Konzert gegeben: 2008 rauchte der Sänger auf der Bühne Marihuana.

Reggae Compassionate Act

Die Veranstalter in Den Haag erklärten, dass Beenie Man den "Reggae Compassionate Act" unterzeichnet hätte, in dem er sich verpflichtet, nicht mehr gegen Schwule und Lesben zu hetzen. Diese Erklärung reiche aus, hieß es. In der Vergangenheit waren Veranstalter nicht immer so nachsichtig mit dem 36-Jährigen. So wurde in Hamburg zuletzt 2008 ein Beenie-Man-Konzert abgesagt (queer.de berichtete).

Beenie Man: Schwulen die Kehle durchschneiden


Snoop Dogg: Kein Verständnis für die Ausladung

Tatsächlich bestehen Zweifel, ob Beenie Man seine Mordaufrufe an Schwulen zurückgezogen hat. So hatte er 2007 seine erste Unterschrift zum "Reggae Compassionate Act" widerrufen (queer.de berichtete). Zwar hat er seitdem eine zweite Vereinbarung unterzeichnet, hetzt aber ungehindert weiter gegen sexuelle Minderheiten. So trat er Ende 2009 in Uganda auf, als gerade über ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe für Schwule verhandelt wird. Beenie Man sang auf dem Konzert unter anderem das Lied "Mi Nah Wallah", in dem er die Gewaltfantasie beschreibt, allen schwulen Männern die Kehle durchzuschneiden. Die Zeitung "Daily Monitor" schrieb, dass "seine Worte ein Schwert in Schwule gerammt haben - sowohl durch Singen als auch durch Kommentare zwischen den Liedern".

Auch in Deutschland soll Ende August ein Sänger auftreten, der zum Mord an Schwulen und Lesben aufruft: Sizzla hat sich beim Chiemsee Reggae Summer angemeldet (queer.de berichtete). Die Veranstalter erklärten auf ihrer Website, dass Sizzla in Deutschland keine Mordaufrufe durchführen würde. Daher seien Forderungen nach einem Auftrittsverbot "verfassungswidrige Zensurbestrebungen". (dk)

Nachtrag 16:14 Uhr: Am Dienstag haben die Veranstalter Beenie Man wieder ausgeladen. Sie erklärten, die Kontroverse um den Sänger könnte das Festival gefährden.



#1 Nashville PussyAnonym
  • 22.06.2010, 15:46h
  • snoop dog ist in seiner männlichkeit eben so gefestigt, dass er nicht den schwulenhasser raushängen lassen muss um sich seine ständig zu beweisen. ich glaub ihm auch, dass er da viel entspannter ist.

    echt übel, dass so rechtsradikale jamaikaner immer wieder eine plattform kriegen um ihren stuss zu verbreiten. genau so übel wie die ganzen dumpfbacken, die das auch noch hören wollen.

    und jetzt komm mir bloss keiner mit dem argument, dass es eben kulturell so auf jamaike sei. so gesehen, könnte man in deutschland auch zum organisierten massenmord aufrufen, dass das war hier auch mal "kultur"

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#2 FloAnonym
  • 22.06.2010, 17:23h
  • Wieder mal ein trauriger Beleg, dass Politik und Justiz endlich aktiv werden müssen und es ein EU-weites Verbot für Mordaufrufe geben muss und entsprechende "Sänger" auch nicht einreisen dürfen (selbst wenn sie hier andere Titel singen).
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#3 eMANcipation*Anonym
#4 Drop-The-Pants!Anonym
#5 ninjatoon72Profil
  • 23.06.2010, 12:43hOldenburg
  • Ich habe in letzter Zeit den Eindruck, dass Veranstalter solche kontroversen "Künstler" nur einladen um ihre Veranstaltung werbetechnisch in den Medien ins Gespräch zu bringen.
    Also ich kenne jetzt einige Veranstaltungen erst durch das homophobie Thema.
    Ich halte so einen Umgang mit dem Thema für unverantwortlich.
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