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In Holland und Belgien nicht willkommen: Beenie Man, bürgerlich Anthony Moses Davis

Schwere Zeiten für Homo-Hasser: Nach Den Haag hat nun auch Brüssel den jamaikanischen Sänger Beenie Man ausgeladen, weil er in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufruft.

In beiden Fällen hat offenbar der Einfluss der Stadt den Ausschlag für die Konzertabsage gegeben. In Brüssel sollte der 36-Jährige im Rahmen des Festival Couleur Café auftreten, zu dem bis zu 100.000 Besucher erwartet werden. Die Stadt erklärte aber, dass beim Auftritt des Hasssängers der Zuschuss in Höhe von 55.000 Euro gefährdet sei. Die Ausladung sei nur widerwillig erfolgt, erklärte die flämische Homo-Organisation Werkgroep Internationale Solidariteit met Holebi's (WISH): "Die Veranstalter machen schwul-lesbische Gruppen für die Absage verantwortlich und sehen sich in der Rolle des Opfers."

Eine ähnliche Entwicklung ereignete sich beim Parkpop-Festival in Den Haag, zum dem sogar über 300.000 Besucher erwartet werden. Hier mussten die Veranstalter letzte Woche zunächst Snoop Dogg ausladen; der Bürgermeister befürchtete, die Musik des Rappers könnte zu Gewalt aufstacheln (queer.de berichtete). Seinen kurzfristigen Ersatz Beenie Man zogen die Veranstalter am Dienstag wegen seiner homophoben Texte zurück. Die Organisatoren erklärten, dass ansonsten der staatliche Zuschuss für das Festival - und damit das Festival selbst - gefährdet sei.

Beenie Man hat bereits zwei Mal den Reggae Compassionate Act unterzeichnet, in dem er sich verpflichtet, nicht mehr gegen Schwule und Lesben zu hetzen. Allerdings hat er in beiden Fällen die Vereinbarung gebrochen. Zuletzt verbreitete er vor einem halben Jahr in Uganda seine Ansichten über die Minderwertigkeit der gleichgeschlechtlichen Liebe. Beenie Man sang auf dem Konzert unter anderem das Lied "Mi Nah Wallah", in dem er die Gewaltfantasie beschreibt, allen schwulen Männern die Kehle durchzuschneiden. Die Zeitung "Daily Monitor" schrieb, dass "seine Worte ein Schwert in Schwule gerammt haben - sowohl durch Singen als auch durch Kommentare zwischen den Liedern". Am häufigsten zitiert wird Beenie Mans Lied "Damn", in dem er die Zukunftsvision für sein Heimatland verbreitet: "I'm dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays". (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 bananasEhemaliges Profil
#3 Frankyboy
#4 FloAnonym
  • 23.06.2010, 15:09h
  • Bravo, endlich mal gute Nachrichten...

    Leute, die zum Mord aufrufen (egal gegen wen), haben auf europäischen Bühnen nihcts zu suchen...

    Das sollte endlich auch EU-weit gesetzlich geregelt werden.

    (Und deren Tonträger sollten auch EU-weit verboten werden.)
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#5 dummfugAnonym
  • 23.06.2010, 15:57h
  • Das ist doch anscheinend die einzige und wohl auch wirksamste Waffe - Geldhahn zudrehen. So was darf nicht unterstützt werden.

    Das nun der Veranstalter sich als Opfer von Schwulen und Lesben sieht ist eine schon wirklich perverse Verdrehung der Lage. Dann sollten sie lieber den Gesetzgeber beschuldigen, das er etwas gegen Aufruf zum Mord hat...
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#6 FloAnonym
  • 23.06.2010, 16:42h
  • Antwort auf #5 von dummfug
  • Richtig.

    Diese Leute reagieren nie auf Fakten und Argumente. Das einzige was immer und überall wirkt, ist die Sprache des Geldes. Deswegen sind solche Maßnahmen auch das einzige was wirkt.

    Und den Veranstaltern geht es ja auch nur um ihre Kohle ohne jede Moral. Aber davon darf man sich nicht beeindrucken lassen.

    Mordaufrufe gegen Juden, Farbige, o.ä. würde ja auch niemand tolerieren. Nur bei Schwulen ist das immer etwas anderes....
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#7 EvilAnonym
#8 antos
  • 23.06.2010, 20:42h
  • Antwort auf #7 von Evil
  • "Die nächsten Zeilen, "Rude bwoy no promote no nasty man / Dem haffi dead", sind in einer Sprache gehalten, die dem Buch Leviticus ähnelt. Hier werden reale Ängste gegenüber Homosexualität in eine Sprache übersetzt, die es den Menschen erlaubt, diese Ängste zu artikulieren, ohne tatsächlich gewalttätig zu werden."

    Was für ein fauler Betroffenheitszauber. Der Begriff der 'Homophobie' produziert nur Unsinn, wohin man schaut.
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#9 eMANcipation*Anonym
  • 23.06.2010, 23:41h
  • Antwort auf #8 von antos
  • Queer.de-Leser wissen, dass Heteronormativität und Heterosexismus, die im Kern nichts anderes sind als besondere Erscheinungsformen des Rassismus, die sehr viel treffenderen Begriffe für das sind, was es zu bekämpfen gilt.

    Da wir schon beim Thema sind:

    Derzeit beginnen im bevölkerrungsreichsten Bundesland die Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen. Die Grünen setzen sich ja gern als besonders "homofreundlich" in Szene, weshalb ich alle queer.de-Leser und die queer.de-Redaktion dringend dazu auffordere, noch während der Koalitionsverhandlungen insbesondere an die Grünen folgende Fragen zu richten:

    Was wird die rot-grüne Landesregierung konkret unternehmen, um homosexuelle Jugendliche nicht weiterhin einem viermal höheren Suizidrisiko auszusetzen?

    Wann wird schwulen-, lesben-, transgenderfeindliche Hassrede, die ganz alltägliche verbale und psychische Gewalt, die junge Menschen krank macht, endlich ebenso wie rassistische Hassrede und solche, die sich gegen behinderte Menschen richtet, mindestens auf dem gleichen Niveau aktiv bearbeitet, wie es in anderen EU-Ländern bereits selbstverständlich ist? Wann werden ErzieherInnen, LehrerInnen und SchulleiterInnen endlich in die Pflicht genommen und müssen Rechenschaft über ihr Handeln ablegen?

    www.pinknews.co.uk/2009/12/10/schools-to-record-all-homophob
    ic-sexist-and-racist-bullying/


    Wann endlich gibt es ein verpflichtendes, fächer- und jahrgangsübergreifendes und Mainstreaming von Themen der sexuellen und allgemein menschlichen Vielfalt in den Schulen?

    All dies selbstverständlich als integraler Bestandteil einer umfassenden Reform (Revolution?) des Schulsystems weg von der herrschenden Bildungsapartheid!

    Es ist höchste Zeit, gerade von Parteien, die sich immer wieder gern mit dem Label "gay friendly" schmücken, mehr einzufordern als die üblichen hohlen Phrasen und Absichtserklärungen. Der Schutz der Gesundheit und Würde und der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen, der unmittelbar verknüpft ist mit effektiver Chancengleichheit, muss endlich oberste Priorität im Erziehungs- und Bildungswesen werden. Dabei bedarf es umfassender und EINKLAGBARER Schutzmaßnahmen, die das Leben und das Existenzrecht so vieler junger Menschen nicht weiterhin in verantwortungsloser Weise aufs Spiel setzen!

    Werden die folgenden Damen und Herren den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor dem ganz alltäglichen Menschenhass, wie er sich nicht zuletzt in der Alltagskommunikation manifestiert und fortpflanzt, weiterhin dem "Zufall" überlassen?

    www.gruene-nrw.de/koepfe/der-vorstand.html
  • Antworten » | Direktlink »
#10 I.Ramos GarciaAnonym