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Die riesige Regenbogenfahne ist einer der Markenzeichen des Istanbuler CSDs.

Beim 18. CSD in Istanbul gingen Mütter auf die Straße, um gegen homophobe Gewalt zu kämpfen.

Über 4.000 Menschen demonstrierten beginnend vom Taksim-Platz für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Vor dem Hintergrund mehrerer Gewaltvorfälle in den letzten Monaten hielten Mütter Schilder wie "Ich bin an der Seite meines Sohnes" und "Fass mein Kind nicht an" hoch. Auf türkisch, armenisch und kurdisch konnte man lesen: "Wir sind hier, gewöhnt Euch dran". Begleitet wurde der Umzug von Parolen wie "Wir sind nicht im Krankenhaus, wir sind auf der Straße".

Anders als in anderen osteuropäischen Ländern gab es in Istanbul keine CSD-Gegendemonstration. Nur vereinzelt waren gewaltverherrlichende Sprüche zu hören.

Der CSD wurde von den Vereinen Lamda Istanbul und Kaos GL organisiert, die in der Vergangenheit wiederholt gegen Verbote klagten. So hob erst ein Gericht im April 2009 das vom Gouverneur verhängt Verbot von Lamda Istanbul auf (queer.de berichtete). Unterstützt wurden die Homo-Gruppen unter anderem von den "bunten Studierenden" der Universität Istanbul, und Pembe Hayat, einer Transsexuellen-Organisation.

Auch aus Deutschland war eine Delegation angereist. So nahmen Hacky Aumeier und Cornelia Reinauer vom Berliner Fußballverein Türkiyemspor am CSD Istanbul teil, ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich (Linke) und der LSVD-Vertreter Jörg Steinert. "Wir werden weiter daran arbeiten, die Verständigung zwischen Hetero- und Homosexuellen sowie zwischen Deutschen und Türken zu befördern", erklärten Steienert und Aumeier in einer gemeinsamen Erklärung. "Die zwischen Berlin und Istanbul seit 1989 bestehende Städtepartnerschaft gilt es in diesem Sinne auszubauen."

In der Türkei ist Homosexualität seit 1858 legal, allerdings gilt das Thema in der konservativen Gesellschaft nach wie vor als Tabu. Homo-Paaren werden vom Staat nach wie vor nicht anerkannt. Zudem verbietet das NATO-Land Schwulen und Lesben, im Militär zu dienen. (dk)



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#1 UweBerlinProfil
#2 Liedel
  • 28.06.2010, 20:02h
  • Und wann gehen unsere Mütter und Väter au die Straße, um gegen die steigende Homophobie in Deutschland zu protestieren?

    Gut allerdings, dass der Liebig von der Linken mit war und nicht immer nur die "altbekannten" Gesichter (wobei deren Präsenz natürlich IMMER begrüßenswert und wichtig ist. Nein, kein Claudia-Roth-Bashing).
    Da schlag ich doch mal vor, dass er und der Herr Steinert die Demonstration gegen den immer wiede aufkeimenden Homohass in unserem schönen Friedrichshain anführen.
    Das lesbisch-schwule Parkfest ist doch DIE Gelegenheit dazu. Und der Herr Steinert ist doch Politologe und wollte mal ZDF- Kanzler werden. Also kann er das bestimmt toll organisieren
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#3 hwAnonym
#4 Tümüz YohanüzAnonym
  • 29.06.2010, 08:05h
  • Wenn Kapital in die Breite fließt und nicht in die Ghettos der alten(oft kemalistischen) Eliten, bleibt sowas nicht aus. So fließen nun Kommerz, Communications und Konsumwünsche auch in bisher konservative Regionen. Vieles wird hinterfragt, vieles wird nicht mehr haltbar sein.

    «Wir diskutieren heute den Völkermord an den Armeniern», sagt Perihan Magden. «Noch vor kurzem wussten wir nicht einmal, wie man das Wort buchstabiert. Erdogan hat die Herrschaft der Furcht gebrochen.» Sie erzählt vom 24. April. An dem Tag gedenken die Armenier der Massaker von 1915/16. Mit einem Sitzstreik erinnerten dieses Jahr auch ein paar Tausend Istanbuler der Vernichtung der anatolischen Armenier. «Früher hat die Polizei bei solchen Anlässen zugesehen, wie die Faschisten uns verprügelten», sagt Magden. «Diesmal haben sie sich schützend um uns gestellt.»

    Es ist das türkische Paradox, dass ausgerechnet ein konservativer Muslim das Land weltoffener macht. Dieses Paradox heisst aber auch: Eine demokratischere Türkei ist nicht bloss eine, in der Liberale nach Herzenslust debattieren dürfen, in der Frauen laut nach mehr Macht rufen, in der Istanbuls Schwule und Lesben zum Christopher Street Day in Rekordzahl durch die Stadt ziehen. Es ist auch eine, in der die konservativ-anatolische, die religiöse Seite der Türkei sichtbarer ist als zuvor. «Bedroht das meinen Lebensstil? Nicht im Geringsten», sagt Perihan Magden. «Ich bin nicht alarmiert», sagt auch Ishak Alaton.

    «Ich bin nun 83 Jahre alt», sagt Ishak Alaton, bekennender Sozialdemokrat und der bekannteste jüdische Unternehmer des Landes. «Aber eine Türkei so frei, so wohlhabend und so transparent wie heute habe ich mein Lebtag noch nicht gesehen.» Ja, Erdogan hat eine nationalistische Ader, einen Hang zum Autoritären. Und ja, er hat oft gezaudert, hat viel versprochen, was er nicht halten konnte, ist mit ambitionierten Reformen gescheitert, mal an gegnerischer Sabotage, mal am eigenen Dilettantismus. Die Zahl der von ihm Enttäuschten – Kurden, Alewiten, Kopftuchträgerinnen – ist gross."

    bazonline.ch/ausland/europa/Der-Missverstandene/story/282881
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#5 MichaelAS
  • 03.07.2010, 20:09h
  • Sehr gute Aktion! Auch dann wenn Istanbul im Gegensatz zur restlichen Türkei sehr weltoffen ist, abgesehen von den ohnehin eher Gayfriendly Urlaubsorten, wo der normale schwule Touri absteigt.

    Ansonsten eine sehrv gelungene Aktion!
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil