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Joan Rivers steht seit den 1950er Jahren auf der Bühne - und hat seitdem viel an ihren inneren und äußeren Qualitäten gearbeitet.

Entertainerin und Schwulenikone Joan Rivers erklärte, dass schlaue schwule Stars mit ihrem Coming-out warten - um ihre Karrierechancen zu erhöhen.

Gegenüber dem schwul-lesbischen Nachrichtenmagazin "The Advocate" sagte die Komikerin: "Wenn jemand die Rolle des romantischen Idols spielen will, der von jeder Teenagerin geliebt wird, wäre man ein Volltrottel, wenn man fröhlich sagen würde: 'Ich bin schwul'", so die 77-Jährige. In anderen Bereichen - etwa in der Comedy - gebe es diese Einschränkung jedoch nicht. Rivers äußerte sich besonders anerkennend über einen Megastar, der das Versteckspiel seit seinem ersten Solo-Album 1991 ganze 19 Jahre lang durchgehalten hat: "Ricky Martin war klug. Er tat, was er tat, hat Millionen damit verdient und dann gesagt: 'Übrigens, Leute... Ich bin schwul.' Es hat ihm nichts mehr ausgemacht, weil er nicht mehr die 16-jährigen Mädchen bedienen musste."

Ricky Martin hat im März diesen Jahres seine Homosexualität in einer Mitteilung auf seiner Website bekannt gegeben (queer.de berichtete). Der 38-Jährige erklärte, dass er aus Angst um seine Karriere so lange geschwiegen hatte.

Youtube | Joan Rivers - Live at The Apollo 2008

In der englischsprachigen Welt gilt Joan Rivers wegen ihres schnippischen Humors und ihrer Offenheit als Schwulenikone - insbesondere seit 2009, als sie die zweite Staffel der Spielshow "Celebrity Apprentice" gewann. Im vergangenen Jahr moderierte sie auch die Übertragung des CSDs im australischen Sydney. Dennoch gibt es Kritik aus der Szene an ihrer neuen Äußerung. So nannte Aktivist Michael Jones die Ansichten der Komikerin "zynisch" und forderte, dass Hollywood keine Lügenmärchen á la Rock Hudson oder Cary Grant mehr brauche. Jones verglich Rivers' Aussagen mit einem "Newsweek"-Kommentar, in dem Schwulen die Fähigkeit abgesprochen wird, überzeugend einen Heterosexuellen zu spielen (queer.de berichtete).

Bereits in der Vergangenheit haben Äußerungen von Joan Rivers für Aufsehen gesorgt: So hat sie sich bei CNN gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen - allerdings scherzhaft und mit einer verständlichen Begründung: "Ich will keine Homo-Ehe, da alle meine schwulen Freunde schon geoutet sind. Und wenn sie jetzt heiraten, dann zahle ich mich dumm und dämlich für die Geschenke." (dk)



#1 lurchixProfil
  • 29.06.2010, 12:53hHamburg
  • Wer wegen seiner Karriere seine sexuelle Ausrichtung verschweigt, ist ein feiges, selbstsüchtiges Arschloch.
    Allein die Begründung, dass die Mädels dann nicht mehr für ihn schwärmen, ist schon mal grosser Blödsinn.
    Andersrum schwärmen nämlich durchaus Schwule für ihr Idol, auch wenn er Hetero ist.
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#2 I.Ramos GarciaAnonym
#3 Real worldAnonym
  • 29.06.2010, 13:14h
  • Antwort auf #1 von lurchix
  • Ja, willkommen in der pseudo-liberalen, in Wahrheit zutiefst menschenverachtenden und rassistischen (Rassismus in all seinen Erscheinungsformen) kommerziellen Welt des 21. Jahrhunderts.
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#4 KameliendameEhemaliges Profil
  • 29.06.2010, 14:06h
  • Mal abgesehen davon das ich ihre Ansicht zum Thema Outing nicht teile ist sie einfach nur FANTASTISCH!!!!!
    ICH LIEBE die alte verliftete Kuh! Der beste Humor ever. Knallhart und sehr sehr ehrlich.
    Sie ist genial!!!!

    Joan rivers mit George Michael und Stephen Fry in der Show von Parkinson

    www.youtube.com/watch?v=cu2cw8-a4_w
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#5 FloAnonym
  • 29.06.2010, 14:36h
  • Antwort auf #1 von lurchix
  • Im Prinzip stimme ich Dir zu und finde, dass niemand sich für irgendwas verstellen sollte.

    Allerdings ist es nun mal Fakt, dass in bestimmten Bereichen offen Schwule schlechte Karten haben. Klar ist das ätzend, aber da werden einzelne Mutige nicht die Gesetze der Branche außerkraft setzen.

    Und vielleicht kann es da taktisch auch mal klug sein, wenn jemand sich erst mal eine Karriere aufbaut und wenn er dann beliebt und bekannt ist, outet er sich. Dann sehen alle Fans, dass ihr Idol schwul ist und offenbar Homosexualität nicht so schlimm sein kann.

    Aber:
    Wenn jemand das dann so macht, ist er auch verpflichtet, sich dann später zu outen. Wer das nicht taktisch einsetzt, sondern auch später noch verheimlicht, führt wirklich ein armes Leben.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 29.06.2010, 21:15h
  • Ich finde es kommt darauf an, in welcher Berufsbranche man/frau sich im Jahre 2010 befindet und in welchem Land man/frau lebt.

    In Fernsehen, Medien, Musikbranche, Krankenhäusern und Altenheimen, Universitäten, Kultur, öffentlichen Arbeitgebern generell, in der Landwirtschaft, in Zoos und in Museen, in den Schulen oder in der Wissenschaft ist es viel, viel einfacher und leichter offen homosexuell im Beruf auftzutreten, als es beispielsweise in der Bundeswehr, in der Baubranche oder im Profifussball ist.

    ---
    Und natürlich ist es in Deutschland einfacher als beispielsweise in Polen.
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#7 Liedel
  • 30.06.2010, 00:00h
  • "Wer wegen seiner Karriere seine sexuelle Ausrichtung verschweigt, ist ein feiges, selbstsüchtiges Arschloch."

    Dann mein Lieber fahr mal auf eine der vielen Jobmessen (für Akademiker) in diesem unserem Lande und erzähle PersonalerInnen offen, dass Du im LGBT- Bereich forschst (und schon geforscht hast).
    Ich rate zum Führen einer Strichliste mit folgenden Reaktionen:

    -Naserümpfen,
    -abwertende Blicke,
    - Aussagen wie "was wollen Sie denn mit so einem Thema",
    - "das ist der Karriere aber nicht sehr förderlich".

    (Letzeres habe ich übrigens neulich erst von einem Lehramtsstudenten gehört, bei dem das Examen vor der Tür steht. Ist also keinesfalls nur "in der Wirtschaft" so.)

    Sie wird ziemlich voll, eine solche Liste, leider Und das in einem Land, das sich ständig über "Fachkräftemangel" beklagt...
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#8 Liedel
  • 30.06.2010, 00:35h
  • Ach ja @ Timm Johannes, Pippi Langstrumpf lässt mal wieder grüßen

    "in der Wissenschaft ist es viel, viel einfacher"...deswegen ruft mein Doktorvater ja auch gerade eine Arbeitsgruppe "Diskriminierung in der Wissenschaft" ins Leben (nebenbei gesagt ist dessen Lehrstuhl der einzige offizielle bundesweit, an dem du überhaupt LGBT- Themen in deine Prüfungen einbringen kannst).

    Zum Bereich Schule empfehle ich interessierten immer, kontakt zu den schwulen Lehrern aufzunehmen (www.schwulelehrer.de). Du wirst Augen machen, was du da für Geschichten zu hören bekommst...

    Und was Krankenhäuser angeht, muss ich dir ja nicht erzählen, dass du in katholischen Krankenhäusern lieber nicht auf die Idee kommen solltest, dich zu verpartnern, da du sonst eiskalt gefeuert wirst...
    Das ist uns ja leider allzu bekannt, der kirchliche und hier speziell der RKK- Bereich Hier ist mir der Fall einer Mitarbeiterin bei der Caritas (Sozialstation) bekannt, der aufgrund ihrer Verpartnerung gekündigt wurde. Sie arbeitet jetzt bei einem nicht-kirchlichen sozialen Träger.

    Zum Medienbereich vielleicht noch was Eigenes: ich hab mein Studium (und auch noch eine Zeit danach) fast 6 Jahre lang durch einen Job als Produktionshilfe bei nem ziemlich bekannten öffentlich- rechtlichen Sender finanziert Da gibt es natürlich massenweise Schwule, in der Verwaltung, im technischen Bereich "hinter der Kamera", bei der Requisite...

    Da liegt @ Flo schon ganz richtig: erst wenn du fest im Sattel sitzt, kannst du offen über dein Privatleben und ggf. deine Beziehung sprechen. Eine von mir vor allem wegen ihrer kollegialen und witzigen Art sehr geschätzte lesbische Moderatorin ist ebenso verfahren
    Es hängt auch sehr davon ab (zumindest bei den öffentlich- rechtlichen), wo du in der Senderhierarchie stehst. Wen interessieren schon schwule Produktionshilfen
    Hätt ich den Job nicht nach dem Motto "Ich war jung, musste eifrig studieren und brauchte das Geld" erledigt, hätte ich mich vielleicht darüber aufregen können...
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#9 LukasAnonym
  • 03.07.2010, 11:22h
  • Antwort auf #8 von Liedel
  • “Eine von mir vor allem wegen ihrer kollegialen und witzigen Art sehr geschätzte lesbische Moderatorin ist ebenso verfahren”

    Anne Will meinste bestimmt nicht, oder? kollegial, witzige art und so passt nicht..;)

    Die wird ja jetzt auch abgesägt...

    man muss es mit sich selbst klar kriegen. man kann wunderbar wegen der karriere hetero sein, scheinehe, etc und nebenbei schön schwanzparties feiern ohne sich völlig armselig vorzukommen. kommt auf die einstellung an. leute die das machen und die kuh melken(jetzt im finanziellen sinne) sind auch oft gerissener als man glaubt, dass sie mehr klemmschwestern sind. siehe profifußball.
    ich nennne keine namen, ich nenne keine namen..
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#10 HubertAnonym
  • 05.07.2010, 14:24h
  • Antwort auf #8 von Liedel
  • "nebenbei gesagt ist dessen Lehrstuhl der einzige offizielle bundesweit, an dem du überhaupt LGBT- Themen in deine Prüfungen einbringen kannst"

    wie meinst du das? ich bin im magister über ein lgbt-thema geprüft worden, und auch die aufnahme eines (dann aus anderen gründen nicht weitergeführten) promotionsprojektes zu einem queer-thema war völlig unproblematisch. und ich vermute, dass es nicht nur diese zwei lehrstühle gibt, an denen so etwas möglich ist, sondern noch viele mehr.

    natürlich stimmt es, dass in der wissenschaft solche forschungen erstens als "betroffenheits-lyrik" diskreditiert werden und dass zweitens die karrierechancen sinken.

    generell muss jeder mit sich selber ausmachen, welches risiko er eingehen will. das ist eine abwägung zwischen selbstachtung und karrierewillen, die mit platten parolen ("feige und selbstsüchtig") nicht zu lösen ist. es ist völlig legitim, sich dem risiko des mobbings nicht aussetzen zu wollen, denn mobbing ist nichts, was man so leicht wegstecken kann - und nach so einer erfahrung wird es mit dem selbstbewussten auftreten nur umso schwerer.

    ich vermute allerdings, dass wir die risiken oft überschätzen. viele haben mit einem coming-out am arbeitsplatz viel bessere erfahrungen gemacht, als sie vorher befürchtet hatten. zu denen gehöre ich übrigens auch.
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