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Dann kann das Kind ja kommen...

61 Prozent der Deutschen sprechen sich laut einer repräsentativen Umfrage für das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben aus.

28 Prozent lehnen die Gleichbehandlung von Homo-Paaren in dieser Frage ab, elf Prozent haben hierzu keine Meinung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Online-Befragung von 1.000 Menschen durch die Kölner Meinungsplattform mingle. Die Teilnehmer wurden repräsentativ als Querschnitt der Bevölkerung ausgewählt.

Die Zustimmung hängt von Geschlecht, Alter, Bildungsstand und anderen Faktoren ab. So sind nur 54 Prozent der Männer, aber 68 Prozent der Frauen für das Homo-Adoptionsrecht. Eine ähnliche Aufteilung gibt es beim Alter: Während Menschen in den 60ern nur zur Hälfte mit der Gleichbehandlung leben können, sind es bei unter 29-Jährigen mehr als zwei Drittel. Menschen mit niedrigen Einkommen können sich mit der Gleichbehandlung eher anfreunden als mit hohen Einkommen. Bei der Bildung ist es anders herum: Gebildete sprechen eher für das Adoptionsrecht aus als Menschen mit geringer Bildung (63 zu 56 Prozent).

Menschen mit Kindern sind skeptischer


(Bild: respondi mingle - die Meinungsplattform)

Zudem scheinen Menschen, die selbst Kinder erziehen, diese Fähigkeit Schwulen und Lesben nicht zuzutrauen: So sprechen sich nur 53 Prozent der Befragten mit einem oder mehreren Kindern für das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus. Unter Kinderlosen sind es dagegen 70 Prozent.

Europaweit wurde zuletzt in der Eurobarometer-Umfrage 2006 nach der Akzeptanz der Homo-Adoption gefragt. Damals sprachen sich in Deutschland nur 41 Prozent für eine Gleichbehandlung aus - man lag damit aber immer noch über dem EU-Schnitt, der sich bei 32 Prozent einpendelte (queer.de berichtete).

Das gleichberechtigte Adoptionsrecht ist im größten Teil Nordamerikas und in einigen Teilen Europas bereits verwirklicht. Deutschland verbietet derzeit jedoch die gemeinsame Adoption eines Kindes durch ein verpartnertes Paar. Schwule und Lesben dürfen lediglich das leibliche Kind ihres Partners adoptieren ("Stiefkindadoption"). Wegen des Verbots adoptieren viele Schwule und Lesben ein Kind als Einzelperson ohne die Beteiligung ihres Partners. Das kann allerdings zu Problemen führen, etwa wenn der Adoptivvater stirbt - denn der überlebende Partner ist - rechtlich gesehen - gegenüber dem Kind ein Fremder, selbst wenn er es über Jahre großgezogen hat.

Ein gemeinsames Adoptionsrecht für eingetragene Lebenspartner wird derzeit von SPD, FDP, Linkspartei und Grünen gefordert, lediglich die Union lehnt es ab. (dk)



#1 j.Anonym
  • 29.06.2010, 14:31h
  • Seit wann sind Onlinebefragungen repräsentativ für die Gesamtbevölkerung? Diese Umfrage dient lediglich dem Marketing der Firma, die das durchgeführt hat. Rückschlüsse auf die Stimmung der Bevölkerung zu ziehen, ist dabei kaum möglich.
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#2 FloAnonym
  • 29.06.2010, 14:44h
  • 61% dafür und weniger als ein Drittel (28%) dagegen. Bei anderen Vorhaben würde man sich solche Zustimmungswerte wünschen und sie werden trotz viel schlechterer Werte durchgeführt.

    Aber Union und FDP werden wohl auch diese Zahlen ignorieren und uns weiterhin als Menschen 2. Klasse behandeln. Und damit übrigens auch Kindern schaden, denn bei der Frage geht es nicht nur um Gleichstellung, sondern auch ums Kindeswohl!

    Eigentlich gilt in einer Demokratie, dass das Volk der regierende Souverän ist und die Politik nur aus praktischen Gründen ausführend wirkt. Aber Union und FDP stecken so tief in ihrer Ideologie fest, dass sie demokratische Grundprinzipien schon längst vergessen haben. Und dass sie auch noch ihre Ideologie über Bürgerrechte und Kindeswohl stellen, ist nur ein weiterer trauriger Beweis, was Union und FDP alles anrichten.
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#3 GaborAnonym
  • 29.06.2010, 16:04h
  • FDP vor der Wahl:
    "Wir werden keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, der Homosexuelle im Adoptionsrecht nicht völlig gleichstellt!"

    FDP nach der Wahl:
    Diese Forderung wurde nach der Wahl als erstes gestrichen.

    Fazit:
    Die FDP will uns eh schon nicht gleichstellen und hat viel weniger Forderungen als andere Parteien. Aber das bisschen halten sie noch nicht mal und tun dann nichts für uns oder schaden uns sogar. Alles aus reiner Machtgeilheit. Kaum zu glauben, wie sehr die FDP die Leute belügt und betrügt.
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#4 AUFPASSEN!Anonym
  • 29.06.2010, 16:48h
  • Antwort auf #2 von Flo
  • Grund- und Menschenrechte sollen also dem "Mehrheitsprinzip" unterworfen werden?

    Vor lauter Euphorie über eine wenig vertrauenswürdige "Umfrage", die im Widerspruch steht zu nahezu allen anderen Erhebungen dieser Art, sollte man keine fatalen Denkfehler begehen.

    Denn dieser Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen. Der Traum von der toleraten, menschenliebenden Mehrheit, die bereitwillig ihre Hetero-Norm aufgibt und Schwule und Lesben von kleinauf mit offenen Armen empfängt, ist unter aktuellen Bedingungen ein Wunschtraum! (Solange nicht handfeste Veränderungen von oben verordnet werden - aus demokratischer und menschenrechtspolitischer Überzeugung, nicht nach Umfrage-Ergebnissen!).
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#5 GastGastGastAnonym
  • 29.06.2010, 16:50h
  • Tja ich fürchte, diese für uns positive Stimmung (sofern sie denn stimmt) wird so schnell keine Taten folgen lassen. Solange die CDU mitregiert ist das einfach nicht gewollt und lässt sich nicht durchsetzen. Leider sieht es aber so aus, als ob ohne die CDU so schnell kein Regieren möglich wäre.

    Aktuell ist sie ja sowieso schon an der Regierung, aber selbst wenn die Koalition platzen sollte würde es danach vermutlich wieder auf eine große Koalition hinaus laufen, wo die CDU dann auch wieder entsprechendes verhindern wird.

    SPD, Grüne und Linke scheinen einfach nicht in der Lage zu sein sich zusammen zu raufen, deshalb wird es immer wieder zugunsten der CDU und zu Lasten von uns ausgehen. Schade...
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#6 Julek89
  • 29.06.2010, 17:16h
  • Antwort auf #5 von GastGastGast
  • Naja, SPD und Grüne weigern sich leider mit den Linken zusammenzuarbeiten! Das ist sehr schade, wie ich finde. Sollten die 3 das mal schaffen, dann könnte es vllt. anders aussehen... Ich glaube in Berlin ist das doch schon so ??

    Naja von den Dreien kann man halten, was man will, aber dass CDU und FDP einfach KEINERLEI Alternative darstellen hat sich doch zu genüge gezeigt!
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#7 HinnerkAnonym
  • 29.06.2010, 18:12h
  • Das Perverse an der Union und ihren Schoßhündchen von der FDP ist, dass sie Kinder instrumentalisieren um ihre homophobe Ideologie durchzusetzen.

    Die sehen Kinder lieber im Heim oder auf der Straße, eh sie sie in einer liebevollen Familie sehen. Aber dann wollen sie ihren blanken Hass auch noch verschleiern, indem sie so tun, als ginge es ihnen ums Kindeswohl. Dabei ist das Gegenteil der Fall!!

    Was für Heuchler!!
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#8 HinnerkAnonym
  • 29.06.2010, 18:14h
  • Antwort auf #4 von AUFPASSEN!
  • Negative Umfragen sollten einen nicht von Verbesserungen bei Grundrechten abhalten. Aber wenn die Umfragen schon mehrheitlich positiv sind, ist das ein weiteres Argument. Dann kann man Grundrechte verbessern, ohne Angst zu haben, dass jemand etwas dagegen hat.
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#9 Wetten, dass...Anonym
#10 neroneAnonym
  • 29.06.2010, 18:27h
  • Selbst wenn die Umfrageergebnisse glaubwürdig sind: Sollen Schwule nur als Abklatsch eines Heteropaares auftreten, um sich in die "Gesellschaft" einzuschleimen?
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