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Sein Porträt hing in den Siebzigern bei vielen an der Wand (Bild: Kinowelt)

Der charismatische Sänger und seine Band stehen im Mittelpunkt einer Dokumentation, bei der Johnny Depp mitmischt.

Von Carsten Weidemann

Als Jim Morrison am 3. Juli 1971 in seinem Apartment in Paris von seiner Freundin in der Badewanne liegend aufgefunden wurde, dachte die zunächst, er stelle sich nur tot. Denn, so bemerkte sie, er habe sich erst "kürzlich rasiert". Das berichtet der Autor Thomas Lyttle in seinem Buch "Secret and Supressed", in dem er so genannten urbanen Legenden nachgeht. Wie bei Marylin Monroe und Elvis Presley entstehen nach dem plötzlichen Tod des gerade einmal 28-Jährigen die wildesten Gerüchte. Unter anderem auch, dass er noch lebe. 1973 berichten vermeintliche Augenzeugen, so Lyttle, dass sie Morrison in Lederkluft in diversen schwulen Bars in Los Angeles haben rumstehen sehen.

Unbestritten war Morrison nicht nur für weibliche Fans ein Sexsymbol, und der Rockmusiker, der die Fantasien, Visionen, Ängste der Generation der späten sechziger Jahre artikulierte und auslebte, sprach sicherlich auch viele junge Schwule dieser Zeit an. Cool, rebellisch, unsterblich, so wollte man sein. Kein Wunder, dass man ihn sich deshalb gern in die eigene Subkultur hineinfantasierte, ganz unabhängig davon, ob er noch lebte oder nicht.

Youtube | Der Trailer zum Film

Fast 40 Jahre nach dem Tod des charismatischen Rock-Poeten Jim Morrison hat die Band nichts von Ihrer Faszination eingebüßt. Mit den bisher ungezeigten Kurzfilmen von Morrison und noch nie gesehenem Archivmaterial, das die Doors auf der Bühne, hinter der Bühne und in privaten Momenten zeigte, lässt Regisseur Tom DiCillo den Mythos "Doors" wieder aufleben. Eine überraschende wie gute Idee: Erzähler dieser einzigartigen Geschichte der Popkultur ist der Schauspieler Johnny Depp, der ebenfalls über eine außergewöhnliche Ausstrahlungskraft verfügt.

"When you're strange" ist die erste Kino-Dokumentation über The Doors. Sie erzählt die Geschichte der Band von den Anfängen am Strand von Venice Beach 1965 über die sechs Studioalben (allesamt Meilensteine der Popmusik) bis zu Jim Morrisons Tod im Jahr 1971. Um die Wahrheit vom Mythos zu unterscheiden, verzichtet Tom DiCillo - Kultregisseur ("Living in Oblivion") und Kameravirtuose ("Stranger than Paradise") - auf Schauspieler und verlässt sich allein auf das Archivmaterial. Dieses aber ist bereits so intim und dramatisch, dass Sprecher Johnny Depp kommentiert: "Das hypnotisierende, bisher unveröffentlichte Material von Jim, John, Ray und Robby zu sehen, hat mir das Gefühl gegeben, das alles noch einmal durch ihre Augen zu erleben."

Ab dem 1.7.im Kino, Verleih: Kinowelt