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Der Dáil Éireann ist das Unterhaus der Republik Irland und besteht aus 166 Abgeordneten.

Das irische Parlament hat am Donnerstag der Einführung von eingetragenen Partnerschaften auf der Insel zugestimmt.

Da eine große Mehrheit der Abgeordneten im Dáil das Gesetz unterstützten, gab es keine formale Abstimmung. Bei der Debatte haben nur einzelne Parlamentarier die geplante Einführung kritisiert. Das "Civil Partnership Bill" muss nun noch vom Oberhaus, dem Seanad Éireann, bestätigt werden. Es kann dann voraussichtlich im Herbst in Kraft treten. Bei Rechten und Pflichten orientiert sich das irische Lebenspartnerschaftsgesetz weitgehend am Eherecht. Anders als in Deutschland sind gleichgeschlechtliche Paare etwa im Steuerrecht gleichberechtigt. Lediglich beim Thema Adoption sollen gleichgeschlechtliche Paare benachteiligt bleiben. Wegen solcher Einschränkungen hatte Aktivist Peter Tatchell das irische Gesetz zuvor als "sexuelle Apartheid" bezeichnet und die Öffnung der Ehe gefordert (queer.de berichtete).

Justizminister Dermot Ahern von der liberalen Fianna Fáil erklärte, das Gesetz spiegele die Veränderungen in der Republik Irland wider: "Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten radikal gewandelt", so Ahern. "Während die Ehe populärer denn je ist, werden andere Beziehungsformen immer üblicher. Daher müssen wir Gesetze erlassen, um diese Menschen anzuerkennen und zu schützen."

Irland galt lange Zeit als eines der konservativsten Länder Europas. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der letzten beiden Jahrzehnte entwickelte sich dort eine schwul-lesbische Bewegung, die ihre Rechte einforderte. Homosexualität ist dort erst seit 1993 legal. Seither hat die Regierung mehrere Andiskriminierungsgesetze erlassen, um sexuelle Minderheiten zu schützen.

Katholische Kirche fürchtet Ende der Familie

Einzig die katholische Kirche hat sich in dem 4,5 Millionen Einwohner zählenden Land in einer Kampagne gegen die Einführung der eingetragenen Partnerschaften gewehrt. Die Bischofskonferenz erklärte, dass eine Gesellschaft zugrunde gehen würde, wenn sie sich von der Ehe abwende. Zudem schütze die irische Verfassung die Familie - die Anerkennung von Homo-Paaren sei daher verfassungswidrig, da eine Familie nur aus einer Beziehung von Mann und Frau hervorgehen könne.

Im von Großbritannien kontrollierten Nordirland sind eingetragene Partnerschaften bereits 2005 eingeführt worden. Anders als in Südirland dürfen Homo-Paare in diesem Landesteil auch Kinder adoptieren.



12 Kommentare

#1 Timm JohannesAnonym
  • 02.07.2010, 16:32h
  • Auch das ist eine gute Meldung.
    Das freut mich für Irland.

    *
    de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Same_sex_marriage_m
    ap_Europe_detailed.svg&filetimestamp=20100611143206


    Auf dieser Karte sieht man übrigens, das damit das letzte westeuropäische Land diesen Schritt nunmehr geschafft hat.

    Alle Länder in Nord-, West- und Südwesteuropa haben damit gleichgeschlechtliche Paare entweder durch die gleichgeschlechtliche Ehe oder zumindest durch die Eingetragene Partnerschaft anerkannt.

    ---
    Es muss mehr Druck auf Polen und Italien, damit diese beide Länder auch endlich handeln. Denn diese beiden Länder sind die geographisch angrenzenden Länder innerhalb der EU, wo bisher gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkannt werden.

    Italien und Polen:
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#2 jojoAnonym
  • 02.07.2010, 18:21h
  • "...dass eine Gesellschaft zugrunde gehen würde, wenn sie sich von der Ehe abwende."

    wenn das so ist, sollten wir aber dringend mal über die gesellschaftsvernichtenden auswirkungen des zölibats reden, oder? wenn alle menschen katholische priester wären, würde die menschheit aussterben! das ist doch wider die natur! :-)
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#3 Linu86Profil
  • 02.07.2010, 18:58hAachen
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Damit ist Irland in nur einem einzigen Schritt weiter als Deutschland es je war (steuerliche Gleichberechtigung). Bravo, Frau Merkel! Jahrelang gegen unsere Rechte gefeilscht und Sie haben gewonnen! Duerfen wir jetz bitte auch endlich unsere Rechte haben, ja?!? Oder muessen wir erst warten, bis wir von Uruguay und Albanien ueberholt werden?

    @Timm

    Ich versteh wirklich nicht, wieso du dich so sehr ueber diese "eingetragenen Lebenspartnerschaften" freust. Statt mit dem Finger auf Italien und Polen zu zeigen (Im Fall von Polen ist dies ohnehin sinnlos) sollten wir lieber bei uns anfangen. Eingetragene Lebenspartnerschaften bedeuten allerhoechstens eine Verbesserung der Rechtsstellung, aber keinesfalls eine Vebesserung der sozialen Stellung. Dies kann nur durch die Oeffnung der Ehe erreicht werden. Und die soziale Stellung ist meines Erachtens von hoeherer Bedeutung als die Rechtsstellung, denn die Wuerde die einer Beziehung durch volle staatliche Anerkennung verliehen wird kann nicht durch ausgleichende Steuervoerguenstigungen beim LPG ersetzt werden.
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#4 Liedel
  • 02.07.2010, 19:04h
  • @ Timm Johannes

    Italien und Polen

    Ich wette mit dir um ne Eva-Brunne-Autogrammkarte, dass Polen ein mögliches Partnerschaftsgesetz (oder auch "nur" weitreichende rechtliche Verbesserungen zugunsten gleichgeschlechtlicher Paare) noch eher auf die Reihe bekommen wird als Italien. Denn dort ist Päpstin Benedikta eine Art zweiter Ministerpräsident, und das wird sie schon zu boykottieren wissen.
    Abgesehen davon, dass Polen hoffentlich (glaubt man den Umfragen) einen liberaleren Präsidenten bekommen wird und die unsägliche Ära Kaczynski damit endlich vorbei ist: das Land hat auch in der Krise ein beachtliches Wirtschaftswachstum vorzuweisen. Polen hat die besten Chancen, als nächstes Land nach Estland, der europäischen Gemeinschaftswährung beizutreten. Da findet eine viel stärkere Europäisierung statt als in Italien, das mit dem korrupten, weiblichen Teenagern ja wohl sehr zugeneigten MP Berlusconi und Päpstin Benedikta als heimlichen zweiten MP in Fragen der Gleichstellung wohl noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte brauchen wird

    Ich kann auch nur wiederholen, warum die RKK bei "Importpriestern" schon gar nicht mehr auf Polen, sondern vor allem auf Lateinamerikaner und Afrikaner setzt: die sind noch "linientreu", Polen- Paules erzkonservative Zeiten gehen auch in seinem Heimtaland langsam dem Ende entgegen...
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 03.07.2010, 04:41h
  • @Liedel

    Es ist sehr erfreulich, das Irland es nunmehr auch schafft. Damit hat es ganz Nord-, West- und Südwesteuropa geschafft. Die Ehöffnung wird auch noch in einigen Jahren in Irland kommen, so wie es beispielsweise in Island aktuell geschehen ist.

    ---

    Was Polen angeht... ja das Land verändert sich zumindest in den grossen Städten wie Warschau, Breslau, Stettin, Danzig und Posen. Aber gerade auf dem Land in Polen und im Osten des Landes ist die katholische Kirche immer noch sehr tonangebend und sehr homophob eingestellt.

    Was Italien angeht....stimmt Berlusconi und Benedikta blockieren dort jedes Reförmchen und bilden eine unheilige Allianz in Rom.

    Die Chance in Italien sehe ich nur darin, das sowohl Berlusconi als auch Benedikta alt sind und nicht mehr so ewig dort rumspuken werden. Benedikta ist Jahrgang 1927 (!!!) und ist 83 Jahre alt dieses Jahr geworden und Berlusconi ist Jahrgang 1927 und mittlerweile 73 Jahre alt. Da regieren zwei Opas Italien und in naher Zukunft werden die wohl beide abtreten.

    ----
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#6 FloAnonym
  • 03.07.2010, 12:16h
  • "Wegen solcher Einschränkungen hatte Aktivist Peter Tatchell das irische Gesetz zuvor als "sexuelle Apartheid" bezeichnet und die Öffnung der Ehe gefordert"

    Da hat er natürlich Recht. Dass z.B. das Adoptionsrecht ausgenommen ist, ist nicht nur eine erneute Diskriminierung, sondern schadet gerade auch den Kindern...

    Fakt bleibt, dass die einzige echte Gleichstellung eien Öffnung der Ehe ist!!

    Selbst wenn eine eingetragene Partnerschaft jemals der Ehe exakt gleichgestellt wäre, wäre es diskriminierend, für dasselbe unterschiedliche Bezeichnungen zu wählen.

    Dennoch ist das natürlich ein guter erster Schritt. Aber die irischen Brüder und Schwestern dürfen jetzt nicht kurz vor dem Ziel aufgeben, sondern müssen dies als ersten Schritt ansehen und weiter für volle 100%ige Gleichstellung (inkl. Eheöffnung) kämpfen.

    ---------------------------

    "Die Bischofskonferenz erklärte, dass eine Gesellschaft zugrunde gehen würde, wenn sie sich von der Ehe abwende. "

    Mal ganz abgesehen davon, dass das wissenschaftlich Quatsch ist, ist es ja auch nicht so, dass man sich von der Ehe abwendet. Im Gegenteil, wenn man sie für Schwule und Lesben öffnet, ist das eine Zuwendung zur Ehe.

    Aber mit Logik hatten die es ja noch nie so....

    -----------------------

    "Zudem schütze die irische Verfassung die Familie - die Anerkennung von Homo-Paaren sei daher verfassungswidrig, da eine Familie nur aus einer Beziehung von Mann und Frau hervorgehen könne."

    Auch da wieder ein Logikfehler!
    Die Verfassung schützt die Ehe, richtig. Aber wer sagt denn, dass das nur zwischen Mann und Frau sein kann? Eine Ehe zwischen 2 Männern oder 2 Frauen ist genauso schützenswert, wie eine zwischen Mann und Frau!!
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#7 predigerAnonym
  • 03.07.2010, 12:52h
  • wenn ich das richtig mitbekommen habe, gab es ja in irland neben den katholiken noch eine andere bewegung, die gegen civil unions war - weil sie stattdessen SOFORT die öffnung der ehe verlangten! sie befürchteten, wenn erst einmal ein sondergesetz da ist, werde es nur um so schwieriger, die eheöffnung zu fordern.

    es wäre klasse gewesen, wenn irland als erstes den sofortigen sprung zu echter gleichstellung geschafft hätte. wie zäh der weg von der minderwertigen sonder-insitution zur gleichstellung ist, das sehen wir ja leider nicht nur in deutschland, sondern in so vielen anderen ländern.

    eines der probleme dabei ist ja, dass die meisten heten sich allzu gern einreden, mit der eingetr. partnerschaft sei das ende der fahnenstange schon erreicht. erklärt mal heute irgendeinem hetero, dass und wo wir immer noch vom gesetzgeber diskriminiert werden. da ist oft nicht das geringste wissen vorhanden, geschweige denn interesse. stattdessen wird das erreichte teils sogar GEGEN uns verwendet: ihr haben doch das tolle LPartG, also schön die klappe halten... nach dem motto: man muss es mit der gleichstellung ja nicht übertreiben!
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#8 GastGastGastAnonym
  • 03.07.2010, 13:49h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • Ich wäre vorsichtig das Ganze von Berlusconi und Benedikt abhängig zu machen. Natürlich sind die beiden extrem homophob und blockieren eine entsprechende Gesetzgebung, wo sie nur können. Aber auf Benedikt wird ein absolut linientreuer genauso konservativer Papst folgen und auf den wieder ein solcher, und nach Berlusconi können die Italiener wieder einen solchen Weihnachtsmann wählen, wenn sie das denn möchten, es war ja nun wirklich bekannt, wen man da ins Amt bringt.

    Im Endeffekt kommt es also nur auf die Bevölkerung in Italien an, wie weit sie ihr konservatives Meinungsbild verlassen und sich modernerem Denken zuwenden kann. Nur wenn sie jemand entsprechendes wählt bzw. sich von der ewiggestrigen Kirche nicht mehr so reinreden lässt wird sich in dem Land auch was ändern.

    Es ist eine Frage der Menschen, nicht so sehr der Personen...
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 03.07.2010, 18:34h
  • @GastGastGast

    Das hast du natürlich vollkommen Recht, was deine Analyse zu Italien angeht.

    Gleichwohl ist es besser für "uns", wenn Berlusconi endlich aus dem Amt kippt und Benedikta "nicht mehr unter uns weilt".

    Beide blockieren massiv die staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare.

    Umso besser aber das es nunmehr mit Irland ein weiteres Land in der EU geschafft hat. Und irgendwann wird Irland dann auch den gleichen Schritt machen, den Island oder Norwegen aktuell gemacht haben.

    ---

    Insgesamt bin ich der Meinung, das die LGBT-Bewegung in Europa mehr die Blickrichtung auf Polen und Italien ausrichten muss. Berlusconi muss fallen...
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#10 MichaelAS
  • 03.07.2010, 19:58h
  • Da kann man mal sehen, was in einem erzkonservativ-Katholischen Land so alles möglich ist!

    Aber in Deutschland muss m,an ja die "Christlichen Werte" erhalten....

    hahahahahahahahahahahahahahaha
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