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Fliegen ist viel sicherer als Autofahren - zumindest normalerweise.

"Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund", warnte Nicole Anfang der 80er - Furcht vorm Fliegen muss aber eigentlicht niemand haben.

Von Dennis Klein

Billigfluggesellschaften beschreiben Reisen mit Boeing oder Airbus gerne als Taxifahrt auf großer Distanz: Einfach, schnell, angemessen komfortabel - und anders als Taxen sehr billig. Doch jeder Vielflieger weiß, dass ein Flugzeug nicht wie jedes andere Verkehrsmittel ist: Denn nur hier wird man über Stunden mit vielen anderen Menschen in einem kleinen Raum eingepfercht, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Wände schützen dabei vor lebensfeindlichen Bedingungen; auf 10.000 Meter Höhe herrschen -50 Grad Celsius. Flugangst, Jetlag und die Thrombosegefahr ("Economy-Class-Syndrom") tun ihr übriges.

Wer je in einem stickigen Wartezimmer Kopfschmerzen bekommen hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie empfindlich der Körper auf Luftveränderungen reagiert. Im Flugzeug wird zwar eine künstliche Atmosphäre erzeugt, diese gleicht aber nicht unserer gewohnten Umgebung. So ist der Luftdruck in etwa so hoch wie auf den höchsten deutschen Bergen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt dagegen auf unter zehn Prozent statt der gewohnten 40 bis 80 Prozent. Da Wasser in der Luft fehlt, wird unser Körper in Flugzeugen dehydriert. Dank einer wirkungsvollen Klimaanlage, die kalte Außenluft und heiße Triebwerksluft ansaugt und säubert, befinden sich zumindest relativ wenige Keime in der Luft. Allerdings sitzen in Flugzeugen teilweise hunderte Leute auf engstem Raum zusammen - ein Grippevirus hat dort also trotz des ausgeklügelten Filtersystems leichtes Spiel.

Gase im Darm


Bewegung hilft gegen das Thromboserisiko

Wir sind dieser ungewohnten Atmosphäre allerdings nicht hilflos ausgeliefert. Dafür müssen wir uns aber richtig ernähren, denn gerade Blähungen und Verdauungsstörungen sind Dauerbegleiter von Fluggästen. Das liegt in erster Linie daran, dass sich die Gase im Darm wegen des niedrigen Luftdrucks um bis zu 40 Prozent ausdehnen können. Daher sollte man vor einem Flug auf blähende Nahrungsmittel wie Bohnen, Erdnüsse oder Zwiebeln verzichten - und sich schon gar nicht vor dem Abflug den Bauch vollschlagen. Wenn doch der Blähbauch nervt oder das Aufstoßen unerträglich wird, helfen frei verkäufliche Medikamente wie Lefax.

Auch Bier, Schnaps und Co. sind - selbst auf Urlaubsflügen Richtung Ballermann - nicht zu empfehlen: Denn dem Körper wird wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit bereits Flüssigkeit entzogen. Und Alkohol verstärkt diesen Effekt noch. Das bedeutet nicht nur Stress für Körper und Organe, sondern kann wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sogar den Jetlag verschlimmern. Fluggäste sollten zur Vorbeugung daher immer reichlich ungezuckertes Wasser zu sich nehmen - jeder, der die Minibecher selbst bei angesehenen Fluglinien kennt, weiß jedoch, dass das praktisch unmöglich ist. Daher ist es für Holzklasse-Passagiere empfehlenswert, sich im "Duty Free"-Bereich mit stillem Mineralwasser einzudecken.

Lebensbedrohlich kann ein Flug wegen des erhöhten Thrombose-Risikos an Bord werden. Eine Thrombose tritt ein, wenn sich Blut zu einem Pfropfen zusammenklumpt und so den Blutkreislauf unterbrechen kann. In Flugzeugen tritt das allein wegen des niedrigeren Luftdrucks ab und zu auf. Denn hier dehnen sich die Venen aus und der Blutfluss verlangsamt sich - folglich ist es wahrscheinlicher, dass Blut gerinnt. In der eng zusammengepferchten Holzklasse erhöht mangelnde Bewegung das Risiko weiter. Aber man kann vorbeugen: Zum einen sollte niemand auf einem mehrstündigen Flug die ganze Zeit auf seinem Sessel kleben, sondern ab und zu durch die Gänge laufen, um das Blut in Schwung zu bringen. Doch selbst am eigenen Platz sind Dehnübungen möglich. Des weiteren sollte jeder immer mit weiter Kleidung und etwas größeren Schuhen reisen. Denn gerade die Füße können wegen der sich ausdehnenden Venen anschwellen. Enge Schuhe würden noch zu einer weiteren Behinderung des Blutflusses beitragen. Wer Angst vor Thrombosen hat, kann auch mit einem Traditionsmedikament aushelfen: Eine kleine Menge Acetylsalicylsäure (Markenname: Aspirin) verdünnt das Blut und kann so der Pfropfenbildung vorbeugen. In der Apotheke sind gerade für solche Fälle Tabletten mit je 100 Milligramm Wirkstoff erhältlich - in einer Kopfschmerztablette ist fünf Mal mehr Acetylsalicylsäure enthalten. Schon in kleinen Mengen wirkt Aspirin nämlich im Blut, belastet den Magen aber weniger. Des weiteren können auch Kompressionsstrümpfe Thrombosen verhindern.

Arme Raucher


In besten Händen...

Doch nicht nur die andere Atmosphäre im Flieger führt zu gesundheitlichen Problemen. Alleine der lange Zwangsaufenthalt in der Kabine kann etwa Rauchern zusetzen. Wer stark qualmt, sollte daher vor einem Zwölf-Stunden-Flug ausprobieren, ob er wirklich einen halben Tag ohne Glimmstängel auskommt - wenn dem nicht so ist, sollte ein Hausarzt konsultiert werden.

Oft belastet zudem der Jetlag den Organismus nach der Ankunft am Zielort. Hauptursache hierfür ist die Zeitverschiebung bei Interkontinentalflügen. Die innere Uhr kann sich also nicht so schnell auf die neue Ortszeit umstellen. Vorbeugend sollten Passagiere daher nur ausgeruht in den Flieger gehen und sich möglichst rasch auf die neue Ortszeit einstellen, um den Übergang für den Körper leichter zu machen. Nur im Notfall sollten in Absprache mit dem Arzt Medikamente gegen Jetlag eingenommen werden.

Gar nicht in die Versuchung eines Jetlags geraten dagegen Menschen mit Flugangst. Dabei handelt es sich meist um irrationale Ängste, die durch Sensationsjournalismus bei den wenigen Abstürzen ausgelöst wird. Der Hinweis, dass man auf dem Weg zum Flughafen viel eher stirbt als bei einem Flugzeugabsturz, hilft den Betroffenen meist nicht. Sie können aber ihre Furcht schrittweise abbauen; etwa, indem sie einfach zum Flughafen fahren und den Betrieb beobachten. Zudem bieten Fluglinien auch immer wieder Seminare gegen Flugangst an. Denn trotz allen Wehwehchen, die bei Lufthansa und Co. auftreten, ist Fliegen auf Mittel- und Langstrecken die komfortabelste und sicherste Art zu reisen. Es wäre schade, darauf zu verzichten.



#1 RabaukeAnonym
  • 04.07.2010, 10:51h
  • Schöner Beitrag zur Urlaubszeit. Sich aber vor dem Abflug mit reichlich Mineralwasser "eindecken" geht "gut". Wieviel Milliliter durften es nochmal seien, die man im Handgepäck bei sich führen darf? Auf dem Weg von Amsetrdam nach Kathmandu (es flog eine Holländische Gesellschaft- NIEWIEDER) bekam man vom Personal schon fast eine auf die Fratze, wenn man nach etwas zu trinken verlangte. Es ist daher "billig" nicht immer besser. Ich lege gerne etwas mehr hin, wenn an Board das Personal auch weis, das ein Mensch auf solchen Strecken ausreichend und ohne Aufforderung, mit alkfreien Softdrinks versorgt werden muss.
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#2 XDAAnonym
  • 06.07.2010, 14:11h
  • Antwort auf #1 von Rabauke
  • Man kann ja aber auch in den überteurten Flughafenshops nach der Sicherheitskontrolle Wasser kaufen, z.B. zum Preis von 1 l für nur 7,50 EUR .... wahrscheinlich wurde die 100ml Grenze auch deshalb eingeführt.
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#3 VielfliegerinAnonym
  • 07.07.2010, 11:45h
  • Antwort auf #2 von XDA
  • Zumindest in D (da stimmt die Wasserqualität) kann man auch einfach nach der Security seine leere Plastikflasche auf der Toilette mit Wasser befüllen - kostet gar nichts.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.07.2010, 20:04h
  • Wenn ich im Flugzeug sitze, interessieren mich ja nicht die anderen Fluggäste, sondern das Personal und ob auch ein Sahneteil von einem Steward mit dabei ist.
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