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FDP-Chef Guido Westerwelle hat offenbar ein zaghaftes Coming-out hinter sich. Wie der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, ist Guido Westerwelle bei einer Veranstaltung des liberal-konservativen Führungszirkels "erstmals in männlicher Begleitung" erschienen. Anlass war das Festessen in einem Berliner Nobelrestaurant nach der Wahl des CDU-Kandidaten Horst Köhler zum Bundespräsidenten. Parteichefs, Fraktionsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer waren eingeladen – und durften ihre Partner mitbringen.

Westerwelles Coup war offenbar erfolgreich: "Die ihm gegenübersitzenden Unionsgrößen, darunter CDU-Chefin Angela Merkel, CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber und dessen Generalsekretär Markus Söder, zeigten sich von dem stillen Outing gleichermaßen überrascht wie beeindruckt", so das Nachrichtenmagazin. Ein nicht näher benannter Teilnehmer sagte, Westerwelle beweise mit seiner neu entdeckten Offenheit Statur.

Mit dem "Spiegel" hat nun erstmals ein großes Massenmedium offen über die Homosexualität des FDP-Chefs berichtet. Dennoch kam die Geschichte nicht überraschend: Bereits während des Bundestagswahlkampfes vor zwei Jahren hatte Elmar Kraushaar in seiner Kolumnen-Reihe "Der homosexuelle Mann…" in der "taz" den damaligen liberalen Kanzlerkandidaten geoutet: "Von Guido Westerwelle weiß jeder [Journalist], dass er schwul ist, aber darüber schreibt man nicht, schließlich ist Westerwelle kein bayerischer Schlagersänger und auch kein Kölner Fernsehkoch." Der FDP-Chef ist ferner in Büchern wie "Out! 500 berühmte Lesben und Schwule" seit Jahren mitsamt sexueller Orientierung eingetragen und hat sich nie dagegen gewehrt – anders als etwas Tagesschau-Sprecher Jens Riewa, der den kleinen Verlag auf 50.000 Mark Schmerzensgeld verklagte, weil er in einem Nebensatz als "schwul" bezeichnet worden war.

Es gab zwar bereits vor dem Outing mehrere offen schwule Politiker wie die Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) oder Volker Beck (Grüne). Aber bei Union und FDP hielt man sich bislang bedeckt – und auch Westerwelle hat seine sexuelle Orientierung nicht an die große Glocke gehängt, auf seiner eigenen Webseite bezeichnet er sich bieder als "ledig" und erzählt lieber von seiner "Lieblingsinsel Mallorca". Dennoch scheint der FDP-Chef langsam aus dem Schrank herauskommen zu wollen – der "Spiegel" zitiert einen anonymen Teilnehmer von Westerwelles "Coming-out-Abendessen" mit den Worten: "Er will sich offenbar nicht länger verstecken." (dk)

28. Juni 2004, 16:34 Uhr



44 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 28.06.2004, 18:12h
  • mein gott wie mutig von einem unserer volksvertreter !!!
    wurde ja auch zeit, das "schwule" verfallsdatum hat er eh schon überschritten, aber macht soll ja sexy machen.
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#2 navigatorAnonym
  • 28.06.2004, 20:13h
  • Ist das Bild nicht etwas zu gewagt... *fg* diese enganliegende (zu) kurze Hose... auf den Sattel...
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#3 ThorstenAnonym
  • 28.06.2004, 21:18h
  • Schon eine erbärmliche Figur: Mit nichts, was er tut, kriegt er Format. Und die "Papa Edmund, Mama Angie, darf ich Euch meinen Freund vorstellen"-Nummer macht ihn ja nun auch nicht gerade glaubwürdig.
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#4 GerdAnonym
  • 28.06.2004, 22:24h
  • Hoffentlich stimmt der Bericht des Spiegels, aber soweit dies der Fall sein sollte:

    schade das Herr Westerwelle diesen Schritt nicht schon damals gemacht hat, als es um die Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes ging. Damals durften andere die politische Arbeit leisten, während die FDP "versagte"...

    Aber sei es drum...das ist Vergangenheit und Herr Westerwelle wird wohl seine eigenen Beweggründe gehabt haben, die jedem zugestanden werden müssen. Ein Zwangsouting halte ich für falsch und dies gilt auch bei Politikern, solange diese nicht vollkommen homophob sich geben.

    Demgegenüber muss aber zumindest anerkannt werden, dass die Partei von Herrn Westerwelle, sich in Fragen der Rechte homosexueller Menschen gewandelt hat und eigentlich nur noch als Konfliktfeld die Gleichstellung homosexueller Paare im Einkommenssteuerrecht bleibt, wo die FDP hinter den Forderungen von SPD und Grünen zurückfällt. Ich denke, dass auch Herr Westerwelle bei dieser neuen Einstellung der FDP mitgewirkt hat.

    Durchaus läßt sich die FDP heute 2004 in die Gruppe wählbarer Parteien einstufen, soweit ganz isoliert nur die Rechte homosexueller Menschen betrachtet und andere Politkfelder ausgeblendet werden, was für die CDU (die im Richtungskampf sich befindet: Hamburg oder Sachsen) und erst recht CSU nicht der Fall ist.

    Gerne hätte ich das Gespräch zwischen Westerwelle, seinem Freund, Frau Merkel und Herrn Stoiber mitangehört. Dann bekommen wir also 2006 einen schwulen Aussenminister mit Freund, falls CDU/FDP die Wahlen gewinnen.

    Da fällt mir ein, hatten wir nicht schon unter Adenauer einen schwulen Aussenminister Brentano ? So ändern sich die Zeiten auch im bürgerlichen Lager...
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#5 MarkusAnonym
  • 29.06.2004, 09:23h
  • Aha. Klemmschwesterwelle versucht, sich zur Schwesterwelle zu mausern - noch ein bißchen krampfhaft, aber vielleicht schafft er's ja doch?
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#6 BebeAnonym
  • 29.06.2004, 14:53h
  • Also neeeee, eine Homo-Ikone wird die kleine Schwesterwelle bestimmt nie, schwulenpolitisch war die doch immer entweder unsichtbar oder sogar hinderlich.

    Neuerdings kommt frischer Wind ja auch eher von irgendwelchen FDP-Landesverbänden, aber nichts auf Bundesebene.
    Ausserdem wird die FDP bestimmt aus gekränkter Eitelkeit und parteilichem Konkurenzdenken gegen die beiden anstehenden Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetze stimmen, weil das eigene Gesetzt anscheinend scheitern wird. Ob mit geouteter Schwesterwelle oder nicht, ich glaube, von der FDP ist nicht mehr zu erwarten, als daß man sich kurz vor Wahlen an die Homosexuellen erinnern wird, anschliessend verkriecht man sich wieder hinter der Verfassung.

    Darüber hinaus weiss man ja immer noch nichts genaues von Westerwelle, ausser daß er in Begleitung von sonstwem war.
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#7 GeorgAnonym
#8 KaiAnonym
  • 29.06.2004, 20:20h
  • Traurig nur, daß das trotzdem die Partei ist und bleibt, die in Baden-Württemberg gemeinsam mit der CDU die Standesämter für Schwule und Lesben verschlossen hält, und in Rheinland-Pfalz verhindert hat, daß die SPD sie öffnet...
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#9 GerdAnonym
  • 30.06.2004, 17:06h
  • Wie kommt es eigentlich, dass der damalige taz-Bericht und jetzt der Spiegel-Bericht so wenig bzw. gar nicht in anderen Zeitungen/Medien aufgegriffen wird...

    Bei dem Sohn der CSU-Bürgermeisterin konnte es der Bild-Zeitung doch gar nicht schnell genug gehen...

    *drübernachdenk*
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#10 DeeJayAnonym
  • 30.06.2004, 20:34h
  • Also, erstens ist es keine großartige Neuigkeit, dass Guido Westerwelle schawuhl ist..das ist auch schon vor dem taz- und spiegel-bericht (zumindest in der "szene") lange bekannt. zweitens hat auch guido westerwelle da nie einen hehl 'raus gemacht. und drittens sollte doch wohl jeder hellhörig werden, der auf der homepage eines 42-jährigen - noch dazu politikers - einen link zu MADONNA'S homepage findet, hä?!;-)
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