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Jeffrey John will der erste offen schwule Bischof der englischen Staatskirche werden.

Ein offen schwuler Dekan ist in die engere Auswahlliste für die Wahl zum Bischofs von Southwark aufgenommen worden - mit Unterstützung der Anglikaner-Führung und der Politik.

Wie die angesehene konservative Tageszeitung "Daily Telegraph" berichtet, hat Rowan Williams der Bewerbung von Jeffrey John in einer geheimen Sitzung zugestimmt. Williams ist als Erzbischof von Canterbury das Oberhaupt der anglikanischen Gemeinschaft. Bislang hatte Williams aus Angst um die Einheit der Kirche stets (offen) homosexuelle Bischöfe abgelehnt (queer.de berichtete). Letzten Monat hatte der 60-Jährige die US-Anglikaner noch dafür bestraft, dass sie eine Lesbe zu Suffraganbischöfin von Los Angeles gewählt haben (queer.de berichtete).

Grund für den Streit: Seit der Wahl des offen schwulen Gene Robinson zum anglikanischen Bischof von New Hampshire (USA) vor sieben Jahren drohen insbesondere schwulenfeindliche Landeskirchen in Afrika und Asien, sich von den eher homofreundlichen Gliedkirchen in Europa und Nordamerika abzuspalten.

Der Bischofskandidat Jeffrey John ist wegen seiner Sexualität in der anglikanischen Kirche höchst umstritten. Er lebt zölibatär mit seinem langjährigen Partner, einem Pfarrer, zusammen, mit dem er 2006 eine eingetragene Partnerschaft einging. Der Dekan von St. Albans hat sich bereits 2003 für einen Bischofsposten in Reading beworben. Wegen der Kontroverse um Gene Robinson wurde er aber gezwungen, seine Bewerbung zurückzuziehen. Auch weitere Anläufe scheiterten, wie 2008 in Wales (queer.de berichtete). John ist bei liberalen Anglikanern beliebt.

Premier und Queen müssen zustimmen

Noch diese Woche soll die "Crown Nominations Commission" den neuen Bischof von Southwark wählen. Danach muss Premierminister David Cameron und Königin Elisabeth II. der Nominierung für die Staatskirche zustimmen. Laut "Daily Telegraph" unterstützt der konservative Premier die Kandidatur Johns. Die Königin sei aber nach Angaben der Tageszeitung "in großer Sorge" um die Einheit der Kirche.

Die anglikanische Gemeinschaft hat weltweit rund 80 Millionen Mitglieder in 38 Landeskirchen, davon sind 25 Millionen in der staatlichen Church of England organisiert. Die Empörung um den ersten schwulen Bischof 2003 war besonders in afrikanischen Kirchen groß, die das Homo-Verbot in ihren Heimatländern unterstützen. Die katholische Kirche versucht daher nun, konservative Anglikaner, die Vorurteile gegen Homosexuelle pflegen, abzuwerben (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 end consumerAnonym
  • 05.07.2010, 14:07h
  • da, auf dem bild. sind das matze oder gesäuerte
    fladen ? aber cool gemacht. mal was anderes.
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#2 Den ToresAnonym
#3 HandoAnonym
  • 05.07.2010, 15:22h
  • Dass Erzbischof Williams seine Meinung über Nacht geändert haben soll, halte ich für eine Zeitungsente. Warten wir es ab!
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 05.07.2010, 15:49h
  • Das wäre sehr erfreulich, wenn es einen offen homosexuellen Bischof in Southwark bei den Anglikanern in England geben würde; so wie bei den Anglikanern in den USA mit den Bischöfen Glasspool und Robinson.

    Da die Lutheraner bereits Bischöfin Eva Brunne in Stockholm haben, zeigt es sich, dass es durchaus auch einige christliche Kirchenleitungen gibt, die anders denken und handeln, als es im Vatikan der Fall ist. Dort gibt es zwar auch homosexuelle katholische Kleriker, nur die verraten es nicht und fliegen immer erst durch Pressseouting dann auf: siehe aktuell Mixa und seine Affäre als Stadtpfarrer ode die katholischen Bischöfe Francisco Domingo Barbosa Da Silveira in Uruguay (2005) und Juan Carlos Maccarone in Argentinien (2009). Bei den Katholiken gibt es auch viele homosexuelle Bischöfe...nur sie verraten es der Öffentlichkeit nicht und dadurch herrscht im katholischen Klerikerstand Misstrauen und gegenseitige Verdächtigung.
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#5 predigerAnonym
  • 05.07.2010, 15:50h
  • die anglikanische wird das vorwegnehmen, was anderen kirchen noch bevorsteht: die schmerzhafte spaltung in relativ (!) weltoffene und in radikal fundamentalistische teile. letztere werden gerade die öffnung der fortschrittlicheren teile zum anlass nehmen, sich umso mehr in radikale und aggressive ansichten zu verkriechen. ob es der welt besser geht, wenn diese spaltung vollzogen sein wird, wage ich zu bezweifeln.
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#6 predigerAnonym
  • 05.07.2010, 16:12h
  • nach eigenen angaben lebt john mit seinem partner zusammen, ohne sex mit ihm zu haben. er teilt offenbar die haltung der mehrheit seiner vorgesetzten, wonach "praktizierte" homosexualität "sündhaft" ist.

    da haben wir ihn wieder: den braven domestizierten homo, der sich lieber in selbstzeifeln zerfrisst statt die lehrmeinungen in frage zu stellen, die aus irgendwelchen dubiosen alten texten lebensfremde moralische richtlinien ableitet.

    auf solche "schwulen" rollenvorbilder scheiße ich.
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#7 eMANcipation*Anonym
#8 Timm JohannesAnonym
  • 05.07.2010, 17:54h
  • @prediger
    Eine Spaltung wird eher in dem Sinne erfolgen, das Weltkirchen zerbrechen könnten; nicht aber national organisierte Kirchen, die haben es leichter und dort wird es dann auch nicht passieren

    So erfolgten bei den liberalen Anglikanern in den USA und Kanada nur eine Trennung von ganz wenigen Kirchengemeinden, da die Kirchenleitungen dort klaren, liberalen Kurs gesetzt haben. Auch in England wird es ähnlich verlaufen bei den Anglikanern, da dort die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Gesellschaftsdebatte sehr weit vorangeschritten ist.

    Aber das Problem der Anglikaner wird da nicht in Kanada, USA oder England entstehen, sondern in Ostafrika/Nigeria bestehen die Hauptprobleme der Anglikaner. Zentral organisierte Weltkirchen haben es ungleich "schwerer" ihren Laden zusammenzuhalten, als national/regional organisierte Kirchenstrukturen, wie beispielsweise die Lutheraner und Reformierten.

    ---
    Da auch das katholisch geprägte Lateinamerika massiv gesellschaftlich homopolitisch voranschreitet, ist es sogar für den Vatikan eigentlich einfacher als für die anglikanische Kirchenleitung. Das Problem des Vatikans aber ist, das an der Spitze eine homophobe Gruppenstruktur in Rom besteht. Der Vatikan macht sich "selbst das Leben schwer", indem dort rund 150 Führunspersonen dort an der Spitze ihre homophobe Gesinnung zelebrieren.
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#9 HandoAnonym
#10 Timm JohannesAnonym
  • 05.07.2010, 20:10h
  • @Hando
    Da hast Du Recht, was Ratzinger angeht. Jahrelang hat Benedikta die katholische Kirche sehr erfolgreich in die homophobe Ecke getrieben.

    Gut das es andere Kirchenleitung wie beispielsweise die Schwedische Kirchen in Stockholm oder die anglikanische Kirche mit Katharine Jefferts Schori in den USA gibt, die in genau die entgegengesetzte Richtung seit Jahrzehnten gearbeitet haben.

    Ratzinger hat alles darangesetzt, das im Vatikan keine Reformen zustande kommen, und sehr dezidiert versucht er, den Vatikan entsprechend homophob auszugestalten.
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