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"Trompe-Moi si tu peux" ist die erste Show im französischen Fernsehen, die nach dem Selbstmord eines Kandidaten abgesetzt wird.

Eine französische Realityshow stiftete Kandidaten zum Fremdgehen an. Nun hat sich ein schwuler Teilnehmer das Leben genommen.

"Trompe-Moi si tu peux" (Betrüg mich, wenn du kannst) sollte ab dieser Woche im Privatsender M6 zu sehen sein, wurde aber nach dem Selbstmord des 32-jährigen Frisörsalonbesitzers Jean-Pierre abgesetzt. Nach Angaben des Klatschmagazins "Entrevue" hat sich der schwule Kandidat in seiner eigenen Wohnung erhängt. Zuvor hatte er seinem 25-jährigen Partner Hakim eine Nachricht auf dem Handy hinterlassen. Darin beschuldigte er Hakim, ihn zum Selbstmord getrieben zu haben.

Die Show wurde im April in einer Luxusvilla in der Dominikanischen Republik gedreht. Zehn hetero- und homosexuelle Paare kämpften um ein Preisgeld in Höhe von 39.000 Euro. In jeder Folge erhielt jeder Teilnehmer einen neuen Partner. Die Beiden mussten dann die anderen Kandidaten überzeugen, dass sie wirklich ein Liebespaar sind. Wenn ein echtes Paar auffliegt, muss es die Show verlassen. Zum Konzept der Unterhaltungssendung gehörte auch, Eifersuchtsszenen auszulösen und mit der Kamera festzuhalten. So durften die Kandidaten ihre "Partner" etwa mit Striptease-Einlagen, Massagen oder heißen Bädern im Jacuzzi vor den Augen der anderen Teilnehmer (und der Kameras) verwöhnen.

Produzent: Show nicht schuld am Selbstmord

Der Produzent der Show erklärte, es gebe keine Verbindung zwischen der Fernsehshow und dem Selbstmord. Jean-Pierre habe vor seinem Freitod noch telefonisch mitgeteilt, dass er sich auf die Ausstrahlung der Sendung freue. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, sich aber noch nicht öffentlich dazu geäußert.

Jean-Pierres und Hakims Eifersuchtsstreit in der Show wird die Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekommen, so der Sender M6. Ein Sprecher erklärte, dass nach dem Selbstmord "Betrüg mich, wenn du kannst" für immer im Giftschrank verschwinden werde. (dk)



13 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.07.2010, 15:33h
  • Zum Fremdgehen braucht man ja nicht unbedingt eine Sendung. Trotzdem macht einem der Freitod eines schwulen Kandidaten sehr traurig und es ist gut, daß die Sendung abgesetzt wurde.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 09.07.2010, 15:53h
  • Stellt sich die Frage, was schwule Männer dazu treibt, sich als Garnitur einer überwiegend heterosexuellen Veranstaltung zu betätigen bzw. sich als Pseudo-Heteros sich und anderen etwas beweisen zu müssen.

    Denn es ist davon auszugehen, dass zum Versteckspiel auch das Verstecken der schwulen Identität gehörte und dass die beiden Männer "natürlich" mit Frauen herummachen mussten.

    Die heterosexistischen Umpolungsfantasien wollen schließlich bedient werden - und einige von "uns" tragen dank gesellschaftlicher Indoktrination von kleinauf ja auch die Vorstellung in sich, zumindest mal mit diesem Gedanken "spielen" zu müssen.

    Da kann ich durchaus nachvollziehen, dass einer der Teilnehmer im Verlauf durch dieses reichlich perverse und im Kern zutiefst heterosexistische Spiel emotional und psychisch überfordert wurde.

    Ich halte eine solche Veranstaltung vor dem Hintergrund der nach wie vor äußerst problematischen psychosozialen Situation homosexueller Jungs und Männer in dieser Gesellschaft seitens des betreffenden Fernsehsenders für absolut unverantwortlich.

    www.melty.fr/trompe-moi-si-tu-peux-premieres-images-d-actu35
    581.html
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#3 Peter B.Anonym
  • 10.07.2010, 00:08h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • Wie kommst du darauf, dass es eine "überwiegend heterosexuelle Veranstaltung" ist?
    Wenn das Pärchen 2 Männer oder 2 Frauen sind, die zusammen gelost wurden, dann haben die Heteros sicher auch versteck spielen müssen und sich homosexuell verhalten....
    Man kann auch übertreiben.

    Tragisch ist es natürlich trotzdem; nur hätte das mMn auch einen der Heteros treffen können.
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#4 anonymusAnonym
  • 10.07.2010, 02:16h
  • Die Leute sollten nicht zum "fremdgehen" angestachelt werden, sondern daß sie ihre Beziehungen und ihren Partner in Ehren halten
    (mit fremdgehen mein ich in erster Linie den Akt wenn man seinen Partner belügt und hintergeht, er nichts davon weiß und man ihn "kalt" erwischt.
    Das ist widerwärtig gemein und zerstört mehr als nur eine Beziehung
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#5 lukeAnonym
  • 10.07.2010, 09:49h
  • Sowas nennt man heute Fernsehunterhaltung, vorbei die Zeiten, als Sendungen wie "Wetten, dass..." oder ähnliche Formate das Non-Plus-Ultra des TV-Entertainment waren.
    Ob "Wetten, dass..." jetzt eine Sendung mit Anspruch ist, darf durchaus bezweifelt werden, ausserdem möcht' ich jetzt nicht à la "früher war alles besser" daher kommen, trotzdem:
    Seit einigen Jahren (Big Brother Start?!) scheinen Show-Formate nur noch um Voyeurismis, Sex, Gewalt und die Leichen im Keller zu gehen und DAS ist das eigentliche Problem.
    Das es dabei zu einem Todesfall kam (zwangsläufig irgendwann kommen musste) ist tragisch, im Endeffekt leider aber nur mehr PR für eben diese Sendung/ dieses Format, nach dem Motto "es gibt keine schlechte Publicity"...
    Traurig.
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#6 LukasAnonym
#7 jochenProfil
  • 10.07.2010, 14:14hmünchen
  • Es wird doch oft unterschätzt, was es alles auslösen kann ,wenn man sich in dieser Art und Weise öffentllich macht, sich derart entblösst und sich auch in privatesten und intimsten Situationen dem geilen (geil gemachten ) Publikum zur Schau stellt.
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#8 MichaelAS
  • 10.07.2010, 17:09h
  • Also das versteh ich nicht, gibt es in Frankreich kein Cruising? Das Internet wäre auch eine Möglichkeit, warum also sich mit einer solchen Sendung die Blöße geben?

    Jedenfalls ist es doch ein Zeugnis dafür, das die Gesellschaft auch in Frankreich noch lange nicht da angekommen ist, wo Menschen nicht danach beurteilt werden, wo, wann, wie und wie oft sie Sex haben.

    Im übrigen gibt es noch schlimmeres. Dazu muss man sich nur einmal ansehen, was im Nachmittagsprogramm so alles für ein Müll gebracht wird
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#9 herve64Profil
  • 11.07.2010, 12:58hMünchen
  • Antwort auf #8 von MichaelAS
  • Warum schießt du dich jetzt da so auf Frankreich ein? Kommt da etwa wieder instinktiv der "Erbfeind"-Komplex des Teutonen zum Tragen, oder wie darf ich das verstehen?
    Fakt ist, dass auch wir derartige Müllplattformen en masse im Programm haben, in denen Selbstdarsteller sich bis zum Abwinken produzieren, siehe "Big Brother", unsere allseits "beliebten" Gerichtsshows, "Deutschland sucht den Sondermüll" oder "Germany' s Next Flop-Model".
    Wenn man also Kritik übt, dann müsste sie folgendermaßen lauten: "Wie konnte es so weit kommen, dass hier einige Privatsender mit ominösen Verbindungen zur Boulevardpresse -namentlich der Axel-Springer-Gruppe- eine derart breite Front der Volksverdummung installieren konnten und gute Unterhaltung in Form von Spielfilmen und Serien einfach unterschlagen können (wenn man von den Low Budget-Produktionen "GZSZ" etc. einmal absieht)?" Oder anders gefragt: hat man selbst keine eigenen Probleme mehr als die mediengeiler Exhibitionisten mit Drang zum Seelen-Striptease?
    Mal abgesehen davon, dass zwischen dieser Fremdgeh-Show und dem Tod eines schwulen Kandidaten aus diesem Bericht kein direkter Zusammenhang hervorgeht.
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#10 jojoAnonym
  • 11.07.2010, 13:46h
  • Antwort auf #6 von Lukas
  • "der homosexuelle läuft ein leben lang einem ideal hinterher, das eigentlich eine ideal-phantasie über sich selbst ist..."

    produziert die psychoanalytische gesellschaft jetzt abreißkalender, oder wo hast du das her? vor allem: was hat der quatsch mit dem artikel zu tun?
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