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XY.com gibt es inzwischen nicht mehr - die Daten der Nutzer aber schon.

In den USA ist eine Internetseite für schwule Jugendliche bankrott gegangen. Eine Million private Profile mit intimen Details lagern nun in der Konkursmasse und sollen meistbietend verkauft werden.

XY.com war neben dem gedruckten "XY Magazine" bis zum letzten Jahr Anlaufpunkt für schwule Teenager in den USA, die in der Plattform Gleichgesinnte kennen lernen konnten. Nach dem Bankrott blieb der Verlag auf einem Schuldenberg sitzen - als einzigen Vermögenswert sind die Daten der Nutzer übriggeblieben. Dabei handelt es sich um Namen, Adressen, persönliche Coming-out-Geschichten, sexuelle Vorlieben und andere sensible Informationen. Die Seite wurde dabei schon von 13-Jährigen genutzt, die nun die Kontrolle über die eingestellten Daten verloren haben.

Die Gläubiger haben nun beantragt, die Daten zu verkaufen. Das ist an sich nichts Neues: In der Vergangenheit sind bereits Datensätze von bankrott gegangenen Online-Shops an Konkurrenten verscherbelt worden, allerdings wurden nie persönliche Informationen von Minderjährigen preis gegeben. Die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission hat darum davor gewarnt, dass der Verkauf gegen die amerikanischen Datenschutzgesetze verstoßen könne. Nach Ansicht des FTC-Datenschutzbeauftragten David Vladeck sollten die Daten "vernichtet" werden.

Im Kleingedruckten hatte XY noch eine vertrauliche Behandlung aller persönlichen Informationen garantiert. Allerdings seien diese nach dem Bankrott ungültig, argumentieren die Gläubiger. Sämtliches Eigentum der Firma müsse herangezogen werden, um deren Schulden zu begleichen.

Homo-Aktivisten erklärten, dass der Verkauf der Daten eine Katastrophe für viele der Nutzer bedeuten könne. Man wisse schließlich nicht, wie der neue Besitzer diese Informationen nutzt. Gerade in konservativen Gegenden des Landes könnten Zwangsoutings zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Auch Datenschützer warnen: "Informationen sollten nicht für einen anderen Zweck als den ursprünglichen angestrebten verwendet werden", sagte Simon Davies von Privacy International gegenüber der BBC. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.07.2010, 19:06h
  • Wobei man jedoch zwischen Bankrott und Konkurs unterscheiden muß. Bankrott ist nämlich strafbar, wird also aus Vorsatz begangen, während Konkurs beides nicht ist. Ich kann mir gut vorstellen, daß nun der Datenschutz auf dem Prüfstand steht und für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung geben wird.
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#2 BCAnonym
#3 seb1983
  • 14.07.2010, 21:51h
  • Antwort auf #2 von BC
  • Wie wir im anderen Artikel gelesen haben sind Schwule besonders zahlreich und besonders früh online.
    Wenn ich mir etwa bei Romeo ansehe wie viele mit ihren Daten umgehen, Anschrift Telefonnummer, nackte Ganzkörperbilder, am besten noch im Büro oder mit Arbeitskleidung, dann bekommt man eine Gänsehaut.
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#4 BangemannAnonym
#5 stromboliProfil
#6 stromboliProfil
#7 FloAnonym
  • 15.07.2010, 19:20h
  • Tja, im Internet sind halt Datenschutz, Privatsphäre, informationelle Selbstbestimmung, etc. nicht besonders ausgeprägt.

    Das vergessen viele Leute leider immer wieder und merken es erst, wenn es viel zu spät ist.
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