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Präsidentin Cristina Kirchner öffnet als erste Staatschefin eines südamerikanischen Landes die Ehe für Schwule und Lesben.

Nach einer 15-stündigen Debatte hat der argentinische Senat am Donnerstagmorgen trotz heftiger Proteste der katholischen Kirche für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht gestimmt.

33 Senatoren stimmten für die Eheöffnung, 27 votierten dagegen. Die Abgeordnetenkammer hatte bereits im Mai den Gesetzentwurf verabscheidet (queer.de berichtete). Die Abstimmung im Senat war mit Spannung erwartet worden, da die Mitte-Links-Regierung unter Präsidentin Cristina Kirchner keine Mehrheit im Senat hat und auf Stimmen aus dem Oppositionslager angewiesen war. Der jetzt verabschiedete Gesetzentwurf beinhaltet die vollständige Gleichbehandlung von Homo-Paaren, etwa auch das Adoptionsrecht. Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Argentinier sich für die Öffnung der Ehe aus. Nur beim Adoptionsrecht ist eine knappe Mehrheit gegen die Gleichbehandlung.

Größter Gegner der Gesetzesinitiative war die katholische Kirche. Der einflussreiche Kardinal Jorge Bergoglio erklärte sogar, der Teufel persönlich stecke hinter diesem Ansinnen (queer.de berichtete). Am Mittwoch gingen nach einem Aufruf der Glaubensgemeinschaft, der mehr als 90 Prozent der Argentinier angehören, Zehntausende von Homo-Gegnern auf die Straße. Vor dem Senatsgebäude in Buenos Aires trugen die Demonstranten Transparente mit Aufschriften wie "Sagt ja zur Familie" und "Wir wollen Papa und Mama". Die meisten Teilnehmer stammten aus den ländlichen Gebieten und wurden auf Kosten der katholischen Kirche in die Hauptstadt gebracht. Die Kirchenleitung hatte zuvor in katholischen Schulen sowie in sozialen Netzwerken im Internet für eine Teilnahme geworben.

Youtube | Christina Kirchner kritisiert die panikartige Ablehnung des Gesetzes durch die katholische Kirche

Erinnerungen an Inquisition

Präsidentin Cristina Kirchner hat bereits angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen. Sie versteht den Widerstand von Homo-Gegnern nicht, wie sie bei einer Pressekonferenz erklärte: "Das Gesetz zwingt doch niemanden, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu heiraten", sagte die 57-Jährige. "Es macht mir Angst, Ausdrücke wie 'Krieg gegen Gott' oder 'Projekt des Teufels' zu hören. Mich erinnert das an die Zeiten der Inquisition."

Argentinien ist das erste Land Südamerikas, das die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat. Bislang bietet lediglich Uruguay eingetragene Partnerschaften im ganzen Land an. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Timm JohannesAnonym
  • 15.07.2010, 10:33h
  • Eine sehr schöne Meldung aus Argentinien.

    Damit ist Argentinien das erste Land in Südamerika und das erste Land in Lateinamerika das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet. Weltweit ist es mittlerweile das 10. Land.

    Herzlichen Glückwunsch an Argentinien !!!
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 15.07.2010, 11:08h
  • Tja, so sehen demokratische Laizisten mit Rückgrat aus! Die haben in Lateinamerika eine große Tradition, die zeitweise durch spätfaschistische (CIA-)Putschgeneräle und Revoluzzer-Romantik verdrängt wurde.

    Im Gegensatz zu unserem schönen Land schüchtert klerikaler Protest dort nicht ein, sondern feuert die fortschrittlichen Kräfte geradezu an. Man erinnert sich nämlich noch gut an die frommen Hauskapläne der Folterknechte, von denen zumindest einer in Argentinien auch schon hinter Gitter wanderte.

    www.tagesschau.de/ausland/argentinien2.html

    Vielleicht ist mancher Senator in Buenos Aires privat sogar ein bissel machistisch und homophob, aber solange das zu dem Grundsatz führt: "Lasst uns die Schwuchteln heiraten lassen, damit sich die Pfaffen ordentlich ärgern!" solls mir recht sein....
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#3 alexander
  • 15.07.2010, 11:12h
  • BRAVO !!!

    diese präsidentin füllt ihren job phantastisch aus und hat eine beispielhafte zivilcourage !

    allein ihre art diese kriminelle, manipulative kirche in ihre schranken zu verweisen hat einen orden verdient !

    und, diese frau kann man vorzeigen, obwohl sie noch 2 jahre älter ist als unsere bundesstasitrulla !

    vor allem ist sie glaubhaft !
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#4 stromboliProfil
#5 schwulenaktivist
  • 15.07.2010, 11:31h
  • Das Konzept der Kirche heisst: Mann = Ficker und "Frau" = GefickteR... Letztere sind unwürdig vor einem Macho-Gott...

    Allerdings bringen heterosexuelle Verhältnisse auch "heterosexuelle Probleme". Ob all diese heterosexuellen Institutionen, die für Frauen geschaffen wurden, dann auch für die "Ehefrau-Männer" oder die Ehefrau-Lesben" bei Eheproblemen zur Verfügung stehen werden, bleibt offen. Bei den Männer hat es ja keine Opfer und bei den Frauen logischerweise keine Täterinnen! ;)))
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#6 Kristian
  • 15.07.2010, 11:43h
  • Laizisten? Ja klar... :P

    Aber ne sehr gute Nachricht, die hoffentlich auch im Bezug auf Deutschland in den nächsten Jahren hier zu lesen sein wird.
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#7 VolumeProProfil
  • 15.07.2010, 12:17hMönchengladbach
  • Man darf den argentinischen Gesetzgebungskörperschaften danken und unseren Freunden in Argentinien einen Glückwunsch aussprechen.

    Wie von vielen hier schon angesprochen, ist es mehr als gut, dass sich die Abgeordneten nicht der diskriminierenden Willkür des römischen Religionsvereins gebeugt haben, sondern in freier Abstimmung für die Beendigung der Diskrimierung gestimmt haben. Das ist wahre Demokratie im Sinne des Volkes.
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#8 dummfugAnonym
  • 15.07.2010, 12:38h
  • Bravo!
    Gratulation!
    Und das geht auch an die der Opposition, die ja wohl grundsätzlich kirchennäher sind und trotzdem nicht verlernt haben zu denken und eine eigene Meinung zu entwickeln.

    Die Präsidentin zeigt glücklicherweise recht deutliche Worte! Genau das ist es ja, niemand zwingt jemanden, einen anderen Mann zu heiraten! Aber das Gegenteil war vorher der Fall, Menschen wurden gezwungen, unglücklicher zu sein.

    (wir lassen jetzt mal wieder die Stimmen außen vor, die die Ehe als heteronormativ bezeichnen, schließlich soll doch jeder glücklich werden wie er will!)
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#9 LorenProfil
#10 kokAnonym
  • 15.07.2010, 12:57h
  • 1. freue ich mich über die Fortschrittlichkeit eines so sehr religiös geprägten Landes, das viele wohl in Sachen Fortschrittlichkeit weit hinter Deutschland sehen ...
    2. schäme ich mich für Deutschland, dem Land der rückhaltlosen Quacksalberei, in welchem die Politiker große Reden schwingen, um dann dafür zu sorgen, dass möglichst wenig von dem umgesetzt wird ...
    3. schön, dass die Drohungen der machtgeilen Kirche nicht überall Berücksichtigung finden. Es wird Zeit, dass die Kirche zwangsreformiert wird, denn Staat und Kirche gehören aufgrund ihrer haarsträubenden Entwicklungsunterschiede nicht zusammen. Ich könnte kotzen, wenn ich daran denke, dass ich von unserer Regierung gezwungen werde, diesen Verein zu unterstützen ...
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