Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12456

Für Weihbischof Matthias Heinrich ist die Ehe nur zum Kindermachen da.

Töne aus der katholischen Kirche werden schriller: Weihbischof Matthias Heinrich hat die Ehe als "geschützte Marke" bezeichnet, die Homosexuelle (und offenbar alle Kinderlosen) nichts angehe.

In einem Artikel für die Berliner Boulevardzeitung B.Z. erklärte der 56-jährige Theologe, der unlängst vom Land Berlin eingebrachte Bundesratsantrag auf Öffnung der Ehe sei eine "Mogelpackung", die eine "geschützte Marke" kaputt machen könne. Denn die "meisten Menschen" verstünden die Ehe als eine "dauernde Gemeinschaft von Mann und Frau..., die grundsätzlich auch auf die Zeugung und Erziehung von Kindern ausgerichtet ist".

Wahrheitswidrig erklärte Heinrich weiter, dass "unser Grundgesetz" das selbe Verständnis der Ehe habe wie er. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht seit 2002 mehrfach festgestellt, dass der in der Verfassung festgelegte Schutz der Ehe nicht gegen Schwule und Lesben gerichtet ist. Und seit 2009 sind gleichgeschlechtliche Ehen in Deutschland legal - wenn auch nur für Transsexuelle und nur unter bestimmten Voraussetzungen (queer.de berichtete).

Homo-Ehe gegen "Kultur des Lebens"

Die Ungleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen begründet Heinrich mit seinem katholischen Glauben: "Nach biblischer Auffassung hat Gott den Menschen geschaffen als Mann und Frau. Das ist die Grundlage der ehelichen Gemeinschaft", doziert der Weihbischof. "Nur so kann und darf der Mensch mitwirken an der Weitergabe des Lebens. Ehe und Familie dienen also der Kultur des Lebens." Ein Kind, das bei Schwulen und Lesben oder Alleinerziehenden aufwächst, sei daher quasi verkrüppelt, weil ihm "eine entscheidende Erfahrung der Menschlichkeit [fehlt], die nun einmal aus einer weiblichen und einer männlichen Dimension besteht."

Der Lesben- und Schwulenverband zeigte sich entsetzt von den Aussagen Heinrichs: "Lesben und Schwule stehen genau wie Heterosexuelle in ihren Beziehungen füreinander ein. Dennoch werden sie z.B. im Steuerrecht und im Adoptionsrecht nach wie vor benachteiligt", erklärte der Berlin-Brandenburger LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert. "Es ist unanständig vom Weihbischof, die Existenz von Regenbogenfamilien zu leugnen und diese als 'Mogelpackung' zu bezeichnen." Er zitierte dabei Studien, die besagen, dass Schwule und Lesben Kinder genauso gut erziehen können wie Heterosexuelle. Das stellte 2008 auch das Bundesjustizministerium fest (queer.de berichtete).

In Berlin hat sich neben der katholischen auch die evangelische Kirche gegen die Gleichstellung von Homosexuellen im Eherecht ausgesprochen (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 und überhauptAnonym
#2 carolo
  • 15.07.2010, 15:39h
  • Wenn hier irgendwem "eine entscheidende Erfahrung der Menschlichkeit" fehlt, dann offenbar diesem ewiggestrigen Pfaffen in seiner fundamentalistischen Irrlehre.

    Und wer hier angesichts systematischer Unterdrückung und Hetze im Namen von "Liebe und Barmherzigkeit" eine Mogelpackung unters gläubig verdummte Volk bringen will, steht wohl auch ußer Frage.

    Jagt sie davon, diese Bande von Lügnern, Schwindlern und Kinderschändern!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Timm JohannesAnonym
  • 15.07.2010, 15:48h
  • Achja unsere katholischen Amtsbrüder....wer glaubt Ihnen denn noch ?

    Diese angeblich zölibatären Männer, die heimlich sich einen runterholen oder heimlich in den Puff/in die Sauna gehen oder eine Freundin/einen Freund haben.

    Solche Männer, von denen einige selbst schwul sind und dies aber nicht offen zeigen, sollten besser die Klappe halten und sich jeden Kommentares in der Öffentlichkeit enthalten.

    Da lobe ich mir lieber die lutherische Bischöfin Eva Brunne in Stockholm, die offen mit ihrer Partnerin zusammenlebt und gemeinschaftlich ein Kind im Bischofssitz in Schweden erzieht.

    ---
    Nee was ist mir als Lutheraner jedesmal schlecht, wenn sich katholische Amtsbrüder aus der Kirchenleitung zu Wort melden; dann lieber der Schwedischen Kirchenleitung zuhören, wo Kirchliche Trauungen für homosexuelle Paare ermöglicht wurden.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 gottes kanoniereAnonym
  • 15.07.2010, 15:49h
  • PRO RELIGION in Berlin waren/sind:

    Andrea Fischer (Bundesministerin a.D., Bündnis90/Die Grünen)
    Arne Friedrich (Fußball-Nationalspieler)
    Tita von Hardenberg (Moderatorin)
    Frank Henkel (MdA, CDU)
    Dr. Eckart von Hirschhausen (Entertainer)
    Günther Jauch (Moderator)
    Dr. Martin Lindner (MdA, FDP)
    Eberhard Diepgen (Regierender Bürgermeister a.D., CDU)
    Dr. Hanna-Renate Laurien (Bürgermeisterin a.D., CDU)
    Dr. Lothar de Maiziere (Ministerpräsident der DDR a.D., CDU)
    Marielle Ahrens (Schauspielerin)
    Karsten Voigt (SPD)
    André Schindler (Vorsitzender Landeselternausschuss Berlin)
    Prof. Burkhard Schwenker (Roland Berger Strategy Consultants)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 ewiges lichtAnonym
  • 15.07.2010, 16:16h
  • Die Sprecherin der evangelischen Amtsbrüder
    in Berlin-Brandenburg, Heike Kron,
    sieht die Ehe als "traditionelles Kulturgut" - und damit als exklusiv heterosexuelle Einrichtung.

    Kinder müssten mit einem männlichen und einem weiblichen Vorbild aufwachsen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Hans und FranzAnonym
  • 15.07.2010, 16:24h
  • Ich kann nur immer wieder betonen... Was schert es die Deutsche Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr reibt...

    Lasst ihn doch reden, er hat doch sonst nichts!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TommAnonym
  • 15.07.2010, 16:24h
  • Ein Kind, das bei Schwulen und Lesben oder Alleinerziehenden aufwächst, sei daher quasi verkrüppelt, weil ihm "eine entscheidende Erfahrung der Menschlichkeit [fehlt], die nun einmal aus einer weiblichen und einer männlichen Dimension besteht."

    Hat der sie noch alle ?!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FranziAnonym
  • 15.07.2010, 16:26h
  • Und die "kinderlosen" Ehen, müssen dann geschieden, oder die Ehepartner aus der katholischen Kirche "ausgeschlossen" werden, weil sie nicht "produktiv" sind/waren ?!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 REINIBEARProfil
  • 15.07.2010, 16:30hFrankfurt
  • Wiedermal eine Menschen verachtende Äußerung aus dem Schoß irgend einer "Mutter Kirche"...
    eigentlich unwichtig, wenn es nicht so eine verhetzende, stimmungsmachende Wirkung hätte. Vermutlich der letzte Versuch nach Aufmerksamkeit, bevor die Kirche endlich in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

    Wie verlogen das Ganz ist wäre dies vielleicht ein Thema:

    Wenn der Herr Weihbischof schon von Mogelpackung spricht, dann sollte er doch mal im Bischöflichen Ordinariat in Berlin nach dem "Rechten" sehen. Und zwar in der oberen Etage.

    Ich bin ja gegen Outing - aber vielleicht wirds ja jetzt mal Zeit, oder?

    ob die BZ oder BILD das bringen würde???
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn. liberalAnonym
  • 15.07.2010, 16:34h
  • Der Witz ist ja, dass die Zivilehe, die von der röm.-kath. Kirche heute so eifrig verteidigt wird, im 19. Jh. von derselben Klerikalhierarchie vehement bekämpft wurde (das war ein Grund für den Kulturkampf). Damals ging es gegen solche Schweinereien wie die Zivil-Ehe zwischen Katholen und Protestanten oder gar Juden ohne Religionswechsel, heute stört die Herrschaften das gleiche Geschlecht der Eheleute...

    Rom: die ewige Reaktion... gääähnn...
  • Antworten » | Direktlink »