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Noch ist das Familienleben in Ordnung... (Bild: Prokino)

In der bittersüßen Komödie "Männer al dente" haben die beiden Söhne des süditalienischen Nudel-Fabrikanten Cantone etwas zu beichten.

Von Carsten Weidemann

Tommasos Familie genießt Ansehen in Lecce. Die Cantones sind Eigentümer einer Pasta-Fabrik, in der der älteste Sohn Antonio schon lange arbeitet. Nun ist Tommaso an der Reihe. Er hat sein Studium in Rom beendet und soll in den Familienbetrieb einsteigen. Und genau das will er vermeiden. Vor versammelter Mannschaft will er gestehen, dass er nicht der ist, für den man ihn hält. Dem Vater - durch das öffentliche Bekenntnis blamiert bis auf die Knochen - wird dann keine Wahl bleiben: Er wird Tommaso des Hauses verweisen müssen, und der kann zurück in sein Leben nach Rom.

Ein genialer und sicherer Plan. Aber dann geschieht alles anders als gedacht. Bei dem ersehnt-gefürchteten Familienessen kommt ihm sein Bruder mit seinem Outing als Schwuler zuvor und wird an seiner Stelle davongejagt. Zu allem Unglück erleidet der geschockte Vater einen Herzinfarkt, und Tommaso sitzt fest: als Papas Liebling und neuer Firmenchef. Die Farce beginnt und man(n) muss da durch.

Youtube | Der Trailer zum Film

Hinter jedem Mann in Italien steht eine Frau: seine Mutter - lebenslang führt sie das Regiment in seinem Leben. Als würde die Nabelschnur nie getrennt und als wäre die Mutter-Sohn-Beziehung das einzige, was dauerhaft hält. Eine konstante Größe im Chaos der Beziehungen. Wenn der Sohn unordentlich ist, sich nicht am Haushalt beteiligt, geschweige denn einkaufen geht oder kocht, rechtfertigt seine Mutter das. Männer sind halt so. Egal, was sie tun - oder eben nicht tun. Der Sohn bleibt ihr Ein und Alles. Wenigstens ist das die gängige Meinung über den italienischen "mammone", Mamas Liebling auf Lebzeiten.

Bei den Cantones ist dies mitnichten der Fall. Die Großmutter, Mutter von Vincenzo Cantone, kann das Verhalten ihres Sohnes weder begreifen, noch rechtfertigt sie es. Im Gegenteil: Sie fordert ihn auf, endlich die Augen zu öffnen. Man könne sich nicht aussuchen, wen man liebt. Während er in gesellschaftlichen Zwängen und der Angst vor Klatsch und Tratsch verhaftet ist, ist seine Mutter an dem Punkt angelangt, an dem sie nicht mehr mitspielen will. Es sei an der Zeit, aufrichtig zu sein und zu seinen Gefühlen zu stehen.

Eine Lektion über das Leben und die Liebe

Vincenzo Cantone fällt dies schwer. Ihm ist wichtig, was die Leute sagen. Und die Liebe seines Sohnes zu einem Mann will er genauso verstecken wie seine Geliebte, zu der er sich gesenkten Hauptes schleicht. Wenn man sich schon nicht an die Regeln hält, dann wenigstens in aller Stille. Hauptsache, man verliert nicht sein Gesicht.

Männer al dente ist eine großartige Commedia all'italiana. In poetischen und gleichzeitig witzigen Bildern erzählt sie die Geschichte der Familie Cantone, deren Mitglieder lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren. Eine Lektion über das Leben und die Liebe inmitten des ganz normalen Wahnsinns einer süditalienischen Familie.

Galerie:
Männer al dente
10 Bilder


#1 bananasEhemaliges Profil
#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 16.07.2010, 00:31h
  • Ich denk den werd ich mir am We mal angucken gehen. Ist doch in diesen Tagen genau das richtige so ne italienische Komödie..Locker, leicht, sonnig wie das Wetter...Und lachen kann man auch nie genug.
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#3 Frankyboy
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 bananasEhemaliges Profil
#6 XDAAnonym
  • 16.07.2010, 20:09h
  • Antwort auf #5 von bananas
  • Der Film suggeriert allerdings auch, dass Homosexualität umkehrbar wäre, wenn nämlich Sohn Nr 2 Tommaso plötzlich in die melancholische Alba verliebt ist.

    Ungut dämmert hinter dem Ganzen die einmal auch ausgesprochene Frage, ob Homosexualität vielleicht nicht doch heilbar sei - was vor der Kulisse eines Landes, dem die Verteidigung von Schwulenrechten regelmäßig als Zumutung gilt, einigen satirischen Zunder bereitstellt.

    Aber sicher nicht schlecht.
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#7 bananasEhemaliges Profil
  • 17.07.2010, 10:51h
  • Antwort auf #6 von XDA
  • Du bist bestimmt recht verzweifelt, oder arbeitest in einem grünen schwulen Ehrenamt, stimmts? Nimms locker. Nicht hinter jeder Ecke sitzt das Grauen. Was soll man denn da von "Queer as folk" sagen. Also einer , von Schwulen hochgeschätzten Serie. Dort werden schwule Klischees von der ersten bis zur letzten Minute bedient. Dem interessierten heterosexuellen Zuschauer wird pausenlos eingeimpft schwul=ficken.
    In diesem Fall handelt es sich um eine Sommerkomödie.
    Übrigens bei "Little Britain" werden Schwule von Schwulen auf die Schippe genommen.
    Schaue ich mir ganz gerne mal mit, zusammen mit meinem Sohn (21 , heterosexuel) an.
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#8 XDAAnonym
  • 19.07.2010, 10:51h
  • Antwort auf #7 von bananas
  • @bananas

    Ich werde mir den Film sicher anschauen, ist bestimmt ziemlich lustig. Und viele Schwule sind ja auch = ficken ... zum Thema QAF // von daher wird ja doch gewissermaßen die Realität abgebildet.
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