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Die neue Webseite des LSVD

Der Verband präsentiert eine neue Webseite gegen fundamentalistische Organisationen. Erst Anfang Juli trat eine "Heilerin" in Kassel auf.

Von Norbert Blech

"Auch in Deutschland machen sich evangelikale, fundamentalistische Organisationen breit, die behaupten, Homosexualität sei veränderbar oder therapierbar", berichtet Klaus Jetz vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland. "Sie nutzen die Nöte von jungen Menschen und die christlichen Werte zur Verbreitung homophober Ideologien."

Um noch stärker auf die Gefahr hinzuweisen, hat der Verband nun die Webseite mission-aufklaerung.de gestartet. Das offene Netzwerk "Mission Aufklärung" ist aus einem Arbeitsbereich des LSVD Sachsen und der Webseite Gaynial.net entstanden, um Umpolungsangeboten entgegenzutreten und aufzuklären. Auf der neuen Webseite findet man nun Statements von Politikern, Verbänden und Wissenschaftlern, die sich gegen die Pseudowissenschaft der vermeintlichen Homo-Heilung wenden (die Weltgesundheitsorganisation hatte Homosexualität bereits 1992 aus ihrem Katalog der Krankheiten gestrichen).

Auch werden Anlaufstellen für betroffene Personen benannt, der Bereich "Recht" mit Hinweisen auf die Straftatbestände der Beleidigung und Volksverhetzung wirkt hingegen etwas hilflos. Letztlich bleibt nur ein frommer Wunsch: "Bei Organisationen, die 'Umpolungstherapien' anbieten, wäre eine Aberkennung der Gemeinnützigkeit denkbar und wünschenswert."

Denn: "Therapie- und Umpolungsangebote sind für Lesben und Schwule eine Beleidigung und eine Zumutung", so Jetz. "Sie sind nicht nur gefährlich oder antiquiert, sondern auch unwissenschaftlich." Der Verband setzt damit auch eine Arbeit fort, die mit Protesten (nicht nur des LSVD) etwa gegen Umpolungsseminare beim Christival 2008 oder an der Uni Marburg 2009 erfolgreich war.

Lesben-Heilung in Kassel


Eine Webseite von Dr. Christl Ruth Vonholdt brüstet sich mit dem Seminar von Janelle Hallman

Wie nötig eine Beschäftigung mit Organisationen wie Wüstenstrom oder auch Einzel-"Heilern" in Deutschland ist, belegt etwa ein Auftritt einer "Homo-Heilerin" Anfang Juli in Kassel, von der zunächst nur "das christliche Nachrichtenportal" idea.de etwas mitbekommen hat.

Vor rund 50 Therapeuten, Seelsorgern und Beratern aus sieben Ländern sprach dort die amerikanische Psychotherapeutin Janelle Hallman laut einem im Internet veröffentlichten Tagungsbericht.

Gleichgeschlechtliche Gefühle von Frauen ließen sich etwa auf eine fehlende Bindung zur Mutter zurückführen und seien Ausdrücke "frühkindlicher Defizite", behauptet Hallman laut Protokoll. Wenn "Verletzungen erkannt und verarbeitet würden" sei eine Veränderung der Gefühle möglich, so die Psychotherapeutin weiter. Veranstaltet wurde die Tagung vom evangelikalen "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft", das auf seiner Webseite mehrere Texte von Hallman bietet und zur "Offensive Junger Christen" gehört.

Geleitet wird es von Dr. Christl Ruth Vonholdt. 2004 hatte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die engagierte Christin noch als Sachverständige zu Beratungen zur Homo-Ehe geladen, 2007 durfte sie im Hessischen Landtag erneut ihre Sicht der Dinge wiedergeben. So sagte sie einst, Homosexualität könne therapiert werden, indem an "biografischen Verletzungen und an in der Kindheit erlebtem Bildungsmangel" angesetzt werde. (nb)



35 Kommentare

#1 mieze
  • 21.07.2010, 18:58h
  • "... indem an " [...] in der Kindheit erlebtem Bildungsmangel" angesetzt werde."

    Hat man so was schon gehört... Was für ein Müll!

    Da weiß sier echt nicht, ob zu heulen oder zu lachen ist.
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#2 herve64Profil
  • 21.07.2010, 20:48hMünchen
  • Dieses Projekt ist mehr als überfällig, und man kann dem LSVD dazu nur viel Erfolg wünschen. Schwer genug wird er es ohnehin damit haben, denn wie sagte schon einst Mark Twain so treffend: "Eine Lüge ist bereits dreimal um die Welt gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
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#3 Ex-GayAnonym
  • 21.07.2010, 20:49h
  • Also, irgendwie kriegt man(n) das schon hin.

    Zumindest arbeite ich daran.

    Also, wenigstens an der öffentlichen Wahrnehmung.

    Die Gerüchte sind schon hart, und wenn dann noch bei Google als erster Suchvorschlag "mein Name schwul" kommt...

    Die neuen jungen Deutschen brauchen doch einen neuen Capitano!

    Ganz klassisch!

    Und jetzt können sie mir gar nix mehr, hehe!

    www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,707795,00.html

    PS: Wie so oft steht das Entscheidende im letzten Satz!
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#4 herve64Profil
  • 21.07.2010, 20:52hMünchen
  • Dieses Projekt ist mehr als überfällig, und man kann dem LSVD dazu nur viel Erfolg wünschen. Schwer genug wird er es ohnehin damit haben, denn wie sagte schon einst Mark Twain so treffend: "Eine Lüge ist bereits dreimal um die Welt gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
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#5 whoknowsAnonym
#7 RKKAnonym
#8 FloAnonym
#9 eMANcipation*Anonym
  • 21.07.2010, 22:46h
  • Antwort auf #7 von RKK
  • Und wie lange dauert es, bis wir endlich deutlich machen, dass das genaue Gegenteil der Fall ist?

    In einer Gesellschaft, in der nicht selten auch einvernehmliche Sexualität zwischen jungen Männern kriminalisiert und sowieso weiterhin massiv stigmatisiert wird, braucht man sich nicht zu wundern,

    dass es am äußersten Ende der Fahnenstange auch junge (ja, nicht nur ältere!) Menschen gibt, die sich an Schwächeren vergehen, um das zu bekommen, was sie frei und unbefangen und im gegenseitigen Einvernehmen und Respekt nicht zu leben gelernt haben - oder wofür sie offenbar keine Freiräume erfahren haben.

    Wobei wir diesen Fall wie viele andere Fälle aus der Ferne schwerlich bewerten können und nicht wenige Eltern vermutlich schon "Missbrauch" schreien, wenn sie nur erfahren, dass irgendwo homosexuelle Handlungen stattgefunden haben.

    Für diesen gesamten Problemkreis gibt es daher auch nur eine wahrhaftige und wirkungsvolle Lösung: den ganz alltäglichen, ganz "selbstverständlichen" sexuellen Missbrauch in dieser Gesellschaft zu bekämpfen, der zuvorderst in der faktischen Aufherrschung von Heterosexualität als angeblicher Norm besteht!

    Hier findet sich der massivste und von kleinauf praktizierte Eingriff in die Sexualität und die sexuellen Persönlichkeitsrechte von jungen Menschen! Es ist für Kinder und Jugendliche in ihrer sexuellen Entwicklung gerade NICHT sozial wahrnehmbar und fühlbar, dass jeder Mensch SEINE eigene Sexualität hat und dass diese auch von allen anderen respektiert wird, also nicht Gegenstand gewalttätiger Akte welcher Art auch immer sein darf.

    Dementsprechend gibt es auch keine wirklich offene, respektvolle Aufklärung und überhaupt Kommunikation über das Sexuelle. All das fördert sexuelle Gewalt- und Herrschaftsverhältnisse und verhindert, dass schon Kinder lernen: Meine Sexualität gehört nur mir, und niemand hat das Recht mich in meiner Sexualität anzugreifen.

    Wenn es einen wirklich wirksamen Schutz (auch) vor körperlichem Missbrauch im Sexuellen gibt, dann nur diesen!
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#10 SonjaAnonym
  • 21.07.2010, 23:15h
  • Antwort auf #8 von Flo
  • @ Flo
    Thema nicht verfehlt. Es passt zusammen.
    Schein ist Sein.
    Viele Promi- Ehefrauen sind dazu da, um sie
    rumzuzeigen.

    Speziell bei Fussballspielern ist es auffällig das sie sehr früh unter der Haube sind.
    Einige aus Liebe, aber viele aus anderen Gründen.
    Da gibt es die Fake- Eherau für schwule Spieler,
    es gibt die Vorzeige- Ehefrau für bald ehemalige Spieler um sich interessant zu machen usw.
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